Der Strand von Afandou ist die große Ausnahme der mittleren Ostküste: ein offener, je nach Zählung vier bis sechs Kilometer langer Bogen aus Kies und grobem Sand, hinter dem kein Hotelriegel steht, sondern Golfrasen und Felder. Das Tourismusportal der Region Südliche Ägäis beschreibt ihn als „endlos lang und sehr breit“ — und genau so fühlt er sich an. Der zugehörige Ort liegt gut zwei Kilometer landeinwärts; sein Dorfleben und die Tavernen behandelt das Porträt von Afandou.
Charakter: der lange, ruhige Strand
Ehrlich vorweg: Afandou ist kein Puderzucker-Strand. Der Untergrund mischt Kies und groben Sand — mal feiner, mal steiniger, je nach Abschnitt. Wer weichen Sand zum Barfußlaufen sucht, wird am Tsambika-Strand ein Stück weiter südlich glücklicher. Dafür bietet Afandou, was an der Ostküste rar geworden ist: Platz. Die Bucht ist so lang und so breit, dass sich die Gäste selbst in der Hochsaison verteilen — Greeka schreibt ausdrücklich, der Strand sei so groß, dass Teile auch im Hochsommer nicht voll würden. Genau das ist der Unterschied zu Faliraki und Tsambika, wo im August mittags jede Liege zählt.
Dass die Küste so offen geblieben ist, hat einen Grund: Hinter dem mittleren Abschnitt liegt seit 1973 der Golfplatz von Afandou, dahinter Felder — eine grüne Pufferzone, die nie einer Hotelfront weichen musste. Entsprechend gemischt ist das Publikum. Die griechische Tourismuszentrale nennt den Strand einen Favoriten von Einheimischen wie Besuchern und führt ihn in ihrer Strandübersicht als Sport-Strand: als Treffpunkt für Beachvolleyball, Fußball und die in Griechenland allgegenwärtigen Strandschläger-Duelle.
Abschnitte & Ausstattung
Offiziell ist der ganze Bogen ein einziger Strand mit drei Namen: Der Nordteil hinter Faliraki heißt Traganou (auch Traounou), die Mitte Afandou, das Südende Richtung Kolymbia Plaka — so führt ihn die Region Südliche Ägäis in ihrem Tourismusportal. Organisiert ist davon nur ein Bruchteil: An einer Handvoll Stellen stehen Liegen- und Schirmreihen mit Tavernen oder Kantinen dahinter, an einzelnen Punkten gibt es Wassersport, Duschen, Umkleiden und Toiletten. Dazwischen liegen lange, völlig freie Abschnitte, auf denen man sein eigenes Lager aufschlägt. Beach-Clubs, Promenade oder eine Bar-Szene wie am Faliraki Beach fehlen — und genau das macht den Reiz aus. Was an freien und bewirtschafteten Abschnitten erlaubt ist, fasst der Beitrag zu den Strandregeln auf Rhodos zusammen.
Baden: klar, frisch, zügig tief
Das Wasser gehört zu den klarsten der Ostküste und bleibt nach übereinstimmenden Beschreibungen selbst im Hochsommer vergleichsweise frisch. Für die ehrliche Einordnung wichtiger: Es wird zügig tief. Schon nach wenigen Metern verliert man den Boden unter den Füßen — Schwimmer schätzen den Strand genau dafür, mit Kleinkindern ist das flach auslaufende Tsambika die bessere Wahl. Meist liegt das Meer hier ruhig, an windigen Tagen schiebt aber spürbare Brandung in die offene Bucht. Und auf den langen freien Abschnitten badet man ohne jede Aufsicht.
Anfahrt & Parken
Mit dem Mietwagen sind es von Rhodos-Stadt rund 20 Kilometer, gut 25 Minuten über die Hauptstraße Richtung Lindos. Kurz hinter Faliraki beginnen die beschilderten Abzweige — zuerst Richtung Traganou, dann zur Strandmitte: An der Golfplatz-Zufahrt wechselt man durch eine Unterführung unter der Hauptstraße auf die Meerseite. Dort verläuft eine schmale Asphaltstraße parallel zum Wasser, mit vielen Zufahrten und großen, kostenlosen Park- und Stellflächen direkt hinter dem Strand. Selbst im August findet sich ein Platz — notfalls ein paar hundert Meter weiter an der nächsten Zufahrt.
Ohne Auto bringt einen die KTEL-Ostküstenlinie hierher: Die Busse Richtung Lindos halten im Ort Afandou und an der Station „Afantou Golf“ direkt an der Zufahrt zu Golfplatz und Strandstraße (Stand Juni 2026). Für den Strandtag ist die Golf-Haltestelle die richtige — von dort bleibt ein ebener, aber schattenloser Fußweg von etwa einem Kilometer bis ans Wasser. Wer im Ortskern aussteigt, läuft knapp zwei Kilometer. Fahrpläne und Preise werden jede Saison neu festgelegt und sind vor der Fahrt online zu prüfen.
Beste Zeit
Die entspannteste Zeit sind Mai, Juni und September: angenehme Temperaturen, weiches Licht, noch mehr Platz als ohnehin. Der eigentliche Trumpf des Strandes zeigt sich aber im Juli und August — während sich an den bekannten Sandbuchten die Liegen drängen, reicht hier ein kurzer Spaziergang ab der nächsten Zufahrt, und man liegt fast allein. Tagsüber gibt es keinerlei natürlichen Schatten, wer länger bleibt, braucht einen eigenen Schirm. Am späten Nachmittag kommen die Einheimischen zum Feierabendbad und zur Runde Beachvolleyball — die vielleicht schönste Stunde dieses Strandes.
Kombinieren: Golfplatz, Kolymbia, Traganou
Die naheliegendste Kombination liegt direkt hinter dem Strand: der 1973 nach Plänen von Donald Harradine angelegte Golfplatz, bis heute der einzige 18-Loch-Platz der Insel und laut griechischer Tourismuszentrale ganzjährig geöffnet — die ehrliche Einordnung samt Dorfleben und Tavernen-Tipps steht im Ortsporträt von Afandou. Am Südende ist man fast schon in Kolymbia: Der planvoll angelegte Ort mit seiner Eukalyptus-Allee und dem Kolymbia-Strand ist mit dem Auto in wenigen Minuten erreicht — gut für den Tavernen-Abend nach dem Strandtag. Und das Nordende um Traganou, offiziell Teil desselben Strandbogens, hat sein eigenes Stammpublikum; wer mag, wandert die Küste einfach in diese Richtung ab, bis der Strand schmaler und stiller wird.




