
Sehenswürdigkeiten auf Rhodos
Antike Stätten, mittelalterliche Festungen, byzantinische Klöster — was man auf Rhodos gesehen haben sollte.
Auf Rhodos liegen vier Epochen sichtbar übereinander: dorische Heiligtümer, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen Europas, osmanische Moscheen und Bäder und die Rekonstruktionen der italienischen Jahre. Diese Übersicht sortiert die Sehenswürdigkeiten nach Epoche, Eintritt und Aufwand — und sagt dazu, was sich für wen wirklich lohnt.

Altstadt von Rhodos
Eine der größten und am besten erhaltenen bewohnten mittelalterlichen Städte Europas — und eben kein Museum: vier Kilometer Mauerring, Ritterviertel, osmanisch geprägte Unterstadt, jüdisches Viertel, dazwischen Schulen, Werkstätten und Wäscheleinen. UNESCO-Welterbe seit 1988.

Großmeisterpalast
Der Sitz der Johanniter-Großmeister am oberen Ende der Ritterstraße — 1856 durch eine Pulverexplosion zerstört, 1937–1940 von der italienischen Verwaltung neu aufgebaut. Heute Museum mit antiken Mosaiken von Kos und zwei Ausstellungen zur Stadtgeschichte.

Koloss von Rhodos
Eines der Sieben Weltwunder der Antike: eine rund 33 Meter hohe Bronzestatue des Sonnengottes Helios, die nur 54 Jahre stand. Erhalten ist nichts, der Standort ist bis heute umstritten — und das berühmte Bild vom breitbeinigen Riesen über der Hafeneinfahrt ist eine Erfindung des Mittelalters. Was man auf Rhodos trotzdem sehen kann und wo sich der Weg lohnt, steht hier.

Archäologisches Museum Rhodos
Das Inselmuseum im ehemaligen Johanniter-Hospital aus dem 15. Jahrhundert: die Aphrodite von Rhodos, die Grabstele der Krito und Timarista, Funde aus Ialysos und Kamiros — und ein Innenhof mit Mosaiken hellenistischer Villen.

Akropolis von Rhodos (Monte Smith)
Die antike Oberstadt von Rhodos auf dem Monte Smith: Apollon-Tempel, restauriertes Stadion und Odeon — kostenlos, rund um die Uhr zugänglich und der beste Gratis-Sonnenuntergang der Stadt. Nicht zu verwechseln mit der Akropolis von Lindos.

Rodini-Park
Ein schattiges Bachtal mit Platanen, Pfauen und einem hellenistischen Felsgrab, drei Kilometer vor den Toren von Rhodos-Stadt — oft als einer der ältesten Parks der Welt bezeichnet, nach Jahren der Verwahrlosung seit 2025 in Etappen saniert und 2026 zum „Jahr des Rodini“ erklärt. Kostenlos und einen ehrlichen Blick wert.

Akropolis von Lindos
Der Tempel der Athena Lindia thront seit der Antike über dem türkisen Wasser der Bucht.

Kloster Panagia Tsambika
Eine weiße Kapelle auf einer knapp 300 Meter hohen Felskuppe über der Ostküste, erreichbar über eine lange Treppe; darunter an der Straße das jüngere Kloster mit der wundertätigen Ikone — eines der bekanntesten Wallfahrtsziele des Dodekanes.

Asklipio: Fresken-Kirche und Burgruine
Ein weißes Bergdorf im Hinterland von Kiotari mit einer der eindrucksvollsten Kirchen der Insel: Die Kimisis tis Theotokou ist innen vollständig ausgemalt — von der Schöpfung bis zur Apokalypse. Darüber wacht eine Burgruine der Johanniter, nebenan liegen zwei kleine Dorfmuseen.

Filerimos
Ein stiller Klosterhügel über der Westküste — antikes Heiligtum, byzantinische Kirche, italienisches Restaurierungsprojekt und einer der schönsten Aussichtspunkte der Nordinsel in einem.

Tal der Schmetterlinge
Eine schmale, schattige Schlucht im bewaldeten Inselinneren — im Hochsommer Sammelplatz von Hunderttausenden Russischen Bären (Spanische Flagge), einer geschützten Nachtfalter-Art. Was man dort wirklich sieht, wann es sich lohnt und warum man die Tiere unbedingt in Ruhe lassen muss.

Tal der sieben Quellen (Epta Piges)
Eine schattige, kühle Oase im bewaldeten Inselinneren — sieben Quellen, ein Bachlauf und ein 186 m langer, stockdunkler Wassertunnel hinauf zum Stausee. Eintritt frei, Parken kostenlos, Besuch in ein bis zwei Stunden. Mit ehrlichem Blick auf Andrang, Wasserstand und die Frage, ob der Tunnel sein muss.

Antikes Kamiros
Die besterhaltene antike Stadtanlage von Rhodos: eine der drei dorischen Poleis, terrassenförmig in einen Hang der Westküste gebaut — mit Agora, Wohnvierteln, Wasserreservoir und Tempelterrasse in einem zusammenhängenden Grundriss.

Berg Attavyros
Mit 1.215 Metern der höchste Berg von Rhodos — ein kahler Kalkrücken über dem Weindorf Embonas, auf dessen Gipfel die Reste eines antiken Zeus-Heiligtums liegen und bei klarer Sicht der Blick bis Karpathos und zur türkischen Küste reicht.

Profitis Ilias: Bergwald und italienische Alpenhotels
Ein dicht bewaldeter Bergrücken von 798 Metern im Inselinneren — mit Damhirschen im Kiefern- und Zypressenwald, einem alten Pflasterpfad ab Salakos, einem kleinen Kloster am Kamm und zwei italienischen Hotels aus den Jahren 1929/1930 im Chalet-Stil, die hier oben wie aus den Alpen abgestellt wirken.

Burg von Monolithos
Eine Johanniterruine auf einem 236 Meter hohen, fast freistehenden Felsen über der Südwestküste: oben wenig Mauerwerk und keine Geländer, dafür Blick bis Chalki und einer der bekanntesten Sonnenuntergangs-Plätze von Rhodos. Kein Eintritt, keine Öffnungszeiten, rund hundert Stufen Aufstieg.

Kritinia Castle (Kastellos)
Eine Johanniterburg über dem Bergdorf Kritinia an der Westküste — heute eine unbewachte Ruine ohne Dach, Beschilderung und Geländer, dafür frei zugänglich und mit einem der weitesten Ausblicke der Insel: bis Chalki und an klaren Tagen bis zur anatolischen Küste.
Vier Epochen, die man ansehen kann
Rhodos hat nicht die eine Sehenswürdigkeit, sondern vier historische Schichten, die sich stellenweise auf demselben Felsen stapeln. Wer dieses Ordnungsprinzip einmal verstanden hat, plant deutlich leichter.
Antike. Die drei dorischen Städte Lindos, Ialysos und Kamiros prägen bis heute die Karte der Insel. Die Akropolis von Lindos ist die berühmteste Stätte, das antike Kamiros die vollständigste Stadtanlage und die Akropolis von Rhodos auf dem Monte Smith der ruhigste — und kostenlose — Antikenpark. Den Hintergrund liefert das Kapitel Antike.
Johanniterzeit. Von 1309 bis 1522 bauten die Ritter die Altstadt von Rhodos zur Festungsstadt aus; der Großmeisterpalast steht an ihrem oberen Ende. Im Inselinneren markieren die Burg Monolithos und Kritinia die westliche Kette der Ordensburgen (mehr zur Johanniterzeit).
Osmanische Schicht. Nach 1522 blieben die Mauern stehen, aber die Stadt änderte ihr Gesicht: Moschee, Hamam und Bibliothek in der Altstadt stammen aus dieser Zeit und werden von den meisten Besuchern übersehen (siehe osmanische Zeit).
Italienische Zeit. Zwischen 1912 und 1943 rekonstruierte die italienische Verwaltung im großen Stil, baute die Therme über der Kallithea-Bucht und die Berghotels am Profitis Ilias (siehe italienische Zeit).
Dazwischen liegt, was sich nicht einordnen lässt: byzantinische Fresken in der Kirche von Asklipio, das Bergmassiv des Attavyros über Embonas — und der Koloss von Rhodos, von dem kein einziger Stein erhalten ist.
Was Eintritt kostet
Seit das Kulturministerium die Preise für stark besuchte Stätten neu gestaffelt hat, ist die Rechnung übersichtlich (Stand September 2026):
- Akropolis von Lindos — 20 €
- Großmeisterpalast — 20 €
- Archäologisches Museum — 10 €
- Antikes Kamiros — 10 €
- Filerimos — 10 €
- Tal der Schmetterlinge — 5 € von Juni bis September, sonst 3 €
- Kallithea-Bucht — 5 € von Mai bis Oktober, sonst 3 €
Kostenlos sind die Akropolis von Rhodos am Monte Smith, der Rodini-Park, das Tal der Sieben Quellen, das Kloster Tsambika sowie die Burgen Monolithos und Kritinia. Auch durch die Gassen der Altstadt zu laufen kostet nichts — Eintritt zahlt man dort nur in den Museen und im Palast.
Zwei Regeln senken die Summe erheblich. Erstens: EU-Bürgerinnen und EU-Bürger unter 25 Jahren zahlen an den staatlichen Stätten nichts — der Ausweis gehört also in die Tasche. Zweitens gibt es landesweite freie Eintrittstage: 6. März, 18. April, 18. Mai, das letzte September-Wochenende, 28. Oktober sowie jeder erste Sonntag von November bis März. Wer knapp kalkuliert, findet weitere Hebel unter Rhodos mit kleinem Budget.
Öffnungszeiten: die Saisonstufen kennen
Die griechischen Kulturstätten arbeiten nicht mit zwei, sondern mit mehreren Saisonstufen — und genau daran scheitern im Herbst die meisten Tagespläne. Ab dem 1. April gilt das Sommerregime, meist täglich 8 bis 20 Uhr. Danach wird schrittweise zurückgefahren: Die Akropolis von Lindos schließt ab 1. September um 19:30 Uhr, ab 16. September um 19 Uhr, ab 1. Oktober um 18:30 Uhr und ab 16. Oktober um 18 Uhr. Mit dem 1. November beginnt der Winterbetrieb mit deutlich kürzeren Zeiten und einem Ruhetag pro Woche.
Eine Ausnahme ist Filerimos: Der Klosterhügel macht die Herbststufen nicht mit und bleibt bis zum 31. Oktober bis 20 Uhr geöffnet — praktisch für alle, die dort den Sonnenuntergang über der Westküste einplanen. Der letzte Einlass liegt fast überall 20 bis 30 Minuten vor Schließung. Wer in der Nebensaison reist, prüft die Stufen besser vor der Fahrt; wie sich das konkret auswirkt, steht im Beitrag Rhodos im Oktober.
Was echt ist und was aus den 1930ern stammt
Ein Punkt, den Reiseführer gern überspringen: Vieles, was auf Rhodos monumental antik oder mittelalterlich wirkt, wurde erst in den 1930er-Jahren von der italienischen Verwaltung wieder aufgerichtet. Die vier Säulen des Apollon-Tempels auf dem Monte Smith sind eine Anastylose von 1937/38 — eine Wiederaufrichtung aus vorgefundenen Bauteilen, teils mit Ergänzungen. Der Großmeisterpalast wiederum lag nach der Pulverexplosion von 1856 in Trümmern; was heute steht, entstand zwischen 1937 und 1940 als Neubau über den Resten.
Das schmälert keinen Besuch. Beide Orte sind sehenswert — nur eben als Zeugnisse zweier Epochen gleichzeitig: der Antike beziehungsweise des Mittelalters und der italienischen Jahre, die diese Bilder überhaupt erst erzeugt haben. Wer das weiß, schaut genauer hin und erkennt die Nähte.
Was sich für wen lohnt
Nicht jede Stätte passt zu jedem Urlaub. Die ehrliche Zuordnung:
- Antike-Interessierte: Lindos, Kamiros und das Archäologische Museum ergeben zusammen ein rundes Bild — Kamiros zeigt den Stadtgrundriss, das Museum die Funde dazu.
- Familien mit Kindern: Der Rodini-Park, das Tal der Schmetterlinge bei Petaloudes und die Burgkulisse des Großmeisterpalasts funktionieren besser als weite Ausgrabungsfelder (mehr unter Rhodos mit Kindern).
- Bei Hitze: Schatten gibt es im Tal der Sieben Quellen, im Tal der Schmetterlinge, im Rodini-Park und in den kühlen Sälen des Archäologischen Museums.
- Mit wenig Zeit: die drei Pflichtziele — Altstadt von Rhodos, Akropolis von Lindos und Großmeisterpalast. Wie sich das in eine Woche einbauen lässt, zeigt die 7-Tage-Route.
- Bei kleinem Budget: Monte Smith, Kloster Tsambika, Kritinia, Monolithos und der Bummel durch die Altstadt kosten keinen Cent.
- Mit eingeschränkter Mobilität: ehrlicherweise schwierig. Kopfsteinpflaster, Naturfels und Stufen prägen fast alles. Der Großmeisterpalast hat immerhin Rampe und Aufzug, das Archäologische Museum keinen; was tatsächlich geht, steht unter Rhodos barrierefrei.
Wann man hingeht
Für die Tageszeit gilt eine einfache Regel: früh oder spät. Die Kreuzfahrtschiffe legen in Rhodos-Stadt am Vormittag an, die Reisebusse erreichen Lindos gegen 10 Uhr — zwischen 10 und 15 Uhr sind die bekannten Stätten am vollsten. Wer zur Öffnung um 8 Uhr da ist, hat die erste Stunde beinahe für sich; ab etwa 17 Uhr leert es sich wieder, und das Licht wird deutlich besser.
Dazu kommt die Hitze. Die schattenlosen Ausgrabungen von Kamiros, Lindos und dem Monte Smith sind im Hochsommer mittags schlicht eine Zumutung: heller Kalkstein, der die Wärme zurückwirft, kein Baum, oft kein Wasserverkauf auf dem Gelände. Wer im Juli oder August kommt, legt die Stätten auf den frühen Vormittag und den Nachmittag ans Meer. In der Nebensaison verschwindet das Problem fast vollständig — Frühjahr und Oktober sind für Sehenswürdigkeiten die angenehmsten Monate der Insel.
Häufige Fragen
- Was muss man auf Rhodos gesehen haben?
- Drei Ziele gelten als Pflichtprogramm: die mittelalterliche Altstadt von Rhodos, der Großmeisterpalast an ihrem oberen Ende und die Akropolis von Lindos an der Ostküste. Wer mehr Zeit hat, ergänzt das antike Kamiros für den Stadtgrundriss, das Archäologische Museum für die Funde und den Monte Smith für einen ruhigen, kostenlosen Antikenpark.
- Was kostet der Eintritt zur Akropolis von Lindos?
- 20 € pro Person (Stand September 2026). EU-Bürgerinnen und EU-Bürger unter 25 Jahren zahlen mit Ausweis nichts, für EU-Senioren ab 65 gibt es ein ermäßigtes Ticket. Der Großmeisterpalast kostet ebenfalls 20 €, das Archäologische Museum, das antike Kamiros und Filerimos je 10 €.
- Welche Sehenswürdigkeiten sind kostenlos?
- Die Akropolis von Rhodos am Monte Smith, der Rodini-Park, das Tal der Sieben Quellen, das Kloster Tsambika sowie die Burgruinen von Monolithos und Kritinia kosten keinen Eintritt. Auch der Gang durch die Altstadt von Rhodos ist frei — bezahlt wird dort nur in den Museen und im Großmeisterpalast.
- Gibt es freie Eintrittstage?
- Ja, landesweit an den staatlichen Stätten: 6. März, 18. April, 18. Mai, das letzte September-Wochenende und 28. Oktober, dazu jeder erste Sonntag von November bis März. An diesen Tagen ist der Andrang entsprechend groß — früh dort zu sein lohnt sich dann doppelt.
- Was lohnt sich bei Regen oder Hitze?
- Bei Hitze die schattigen Ziele im Inselinneren: Tal der Sieben Quellen, Tal der Schmetterlinge und Rodini-Park. Bei Regen oder in der Mittagsglut funktionieren die überdachten Häuser am besten, also das Archäologische Museum im alten Johanniter-Hospital und die Innenräume des Großmeisterpalasts. Die schattenlosen Ausgrabungen von Kamiros und Lindos verschiebt man auf den frühen Morgen.