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Schattiger Park mit hohen Platanen über einem Bachlauf und einer kleinen Steinbrücke
Sehenswürdigkeit · Natur

Rodini-Park

Ein schattiges Bachtal mit Platanen, Pfauen und einem hellenistischen Felsgrab, drei Kilometer vor den Toren von Rhodos-Stadt — oft als einer der ältesten Parks der Welt bezeichnet, nach Jahren der Verwahrlosung seit 2025 in Sanierung. Kostenlos und einen ehrlichen Blick wert.

Der Rodini-Park liegt rund drei Kilometer südlich des Zentrums von Rhodos-Stadt, in einem kleinen Bachtal direkt an der Ausfallstraße Richtung Lindos. Reiseführer nennen ihn gern „einen der ältesten angelegten Parks der Welt“ — schon in der Antike soll das Tal als Garten- und Erholungsgelände gedient haben, der Überlieferung nach lehrte hier ab 330 v. Chr. die Rhetorikschule des Atheners Aischines, an der später auch prominente Römer studierten. Die oft zitierte Zuschreibung als „ptolemäischer Park“ hängt vor allem am hellenistischen Felsgrab im Südteil; gesichert ist die antike Nutzung des Tals, nicht jede Anekdote dazu. Mehr zur Epoche in unserem Überblick zur Antike auf Rhodos.

Was man sieht: Platanen, Wasser, Pfauen

Das Tal ist eine kleine grüne Schlucht: Ein Bach zieht sich unter hohen Platanen und Zypressen hindurch, gesäumt von Oleander, überspannt von einfachen Brücken und Holzstegen. Dazwischen lebt eine halbwilde Menagerie — Pfauen sind die unbestrittenen Herren des Parks und stolzieren frei herum, dazu Enten, Hühner und Wasserschildkröten im Bach. An heißen Tagen ist Rodini einer der wenigen Orte nahe der Stadt, an denen es unter dichtem Laub spürbar kühler ist. Am Hang über dem Südteil liegt das sogenannte Ptolemäer-Grab, ein monumentales hellenistisches Felsgrab mit 21 dorischen Halbsäulen — die Zuschreibung an die Ptolemäer ist traditionell, nicht belegt. Im Tal finden sich außerdem Reste eines alten Aquädukts, das einst Wasser in die Stadt führte.

Ehrlich eingeordnet: der Zustand des Parks

Ehrlich muss man sein: Über Jahre wurde der Park nur notdürftig gepflegt. Besucher berichteten von Müll, Graffiti und maroden Stegen; in der griechischen Lokalpresse war die „Verwahrlosung von Rodini“ ein Dauerthema. Der Sturm „Bora“ im November 2024 beschädigte zusätzlich Wege, Böschungen und die kleinen Seen. Seitdem hat sich aber etwas getan: Im April 2025 begann die erste umfassende Instandsetzung seit Jahren — Stadt Rhodos und die kommunale Gesellschaft DERMAE haben für rund 260.000 Euro Wege repariert, Hänge geräumt, umgestürzte Bäume entfernt und die Entwässerung erneuert. Diese erste Etappe wurde im Frühjahr 2026 abgeschlossen, weitere Arbeiten und Kulturprojekte im Park sind angekündigt (Stand Juli 2026). Ein gepflegter botanischer Garten ist Rodini damit noch nicht; wer ein verwunschenes, leicht verwildertes Stück Stadtgeschichte mit Pfauen mag, wird das Tal trotzdem mögen. In den 1950er- und 1960er-Jahren war es der Treffpunkt der Insel: Damals feierte Rhodos hier sein sommerliches Weinfest, an das sich ältere Rhodier bis heute erinnern.

Anreise: Stadtbus oder zu Fuß

Der Eintritt ist frei, das Gelände durchgehend zugänglich (Stand Juli 2026). Der Park liegt direkt an der Hauptstraße Richtung Lindos: Stadtbusse Richtung Rodini fahren ab dem Zentrum, auch die Überlandbusse entlang der Ostküste kommen vorbei — Linien und Takt ändern sich, daher vorher prüfen; wie das funktioniert, steht im Ratgeber Busse auf Rhodos. Zu Fuß braucht man vom Zentrum etwa 45 Minuten, allerdings entlang einer wenig reizvollen Ausfallstraße. Mit dem Mietwagen: Parken am Straßenrand beim Eingang.

Für wen sich der Abstecher lohnt

Rodini ist kein Pflichtprogramm, aber ein guter Halbtages-Baustein: ein bis zwei Stunden im Grünen, gut kombinierbar mit einem Altstadt-Vormittag oder als ruhiger Kontrast nach dem Trubel der Altstadt von Rhodos. Wer ein Antike-Halbtagsprogramm daraus machen will, verbindet Rodini mit der Akropolis von Rhodos auf dem Monte Smith — beide liegen am südlichen Stadtrand, mit dem Auto trennt sie nur eine kurze Fahrt. Am schönsten ist das Tal im Frühling, wenn der Bach Wasser führt und alles blüht; im Hochsommer empfiehlt sich der frühe Morgen — wann die Insel insgesamt am angenehmsten ist, steht in unserem Artikel zur besten Reisezeit. Wer die große, gepflegtere Variante dieser Landschaft sucht, findet sie im Tal der Sieben Quellen an der Ostküste.

Liegt in
Rhodos-Stadt

Zwei Städte in einer: die ummauerte mittelalterliche Altstadt — UNESCO-Welterbe und eine der besterhaltenen Mittelalterstädte Europas — und die italienisch geprägte Neustadt am Mandraki-Hafen. Zugleich der Verkehrs- und Lebensmittelpunkt der Insel.