Der Rodini-Park liegt rund drei Kilometer südlich des Zentrums von Rhodos-Stadt, in einem kleinen Bachtal direkt an der Ausfallstraße Richtung Lindos. Reiseführer nennen ihn gern „einen der ältesten angelegten Parks der Welt“ — schon in der Antike soll das Tal als Garten- und Erholungsgelände gedient haben, der Überlieferung nach lehrte hier ab 330 v. Chr. die Rhetorikschule des Atheners Aischines, an der später auch prominente Römer studierten. Die oft zitierte Zuschreibung als „ptolemäischer Park“ hängt vor allem am hellenistischen Felsgrab im Südteil; gesichert ist die antike Nutzung des Tals, nicht jede Anekdote dazu. Mehr zur Epoche in unserem Überblick zur Antike auf Rhodos.
Was man sieht: Platanen, Wasser, Pfauen
Das Tal ist eine kleine grüne Schlucht: Ein Bach zieht sich unter hohen Platanen und Zypressen hindurch, gesäumt von Oleander, überspannt von einfachen Brücken und Holzstegen. Dazwischen lebt eine halbwilde Menagerie — Pfauen sind die unbestrittenen Herren des Parks und stolzieren frei herum, dazu Enten, Hühner und Wasserschildkröten im Bach. An heißen Tagen ist Rodini einer der wenigen Orte nahe der Stadt, an denen es unter dichtem Laub spürbar kühler ist. Am Hang über dem Südteil liegt das sogenannte Ptolemäer-Grab, ein monumentales hellenistisches Felsgrab mit 21 dorischen Halbsäulen — die Zuschreibung an die Ptolemäer ist traditionell, nicht belegt. Im Tal finden sich außerdem Reste eines alten Aquädukts, das einst Wasser in die Stadt führte.
Ehrlich eingeordnet: der Zustand des Parks
So schön die Anlage sein könnte, so ehrlich muss man sein: Der Park wird seit Jahren nur notdürftig gepflegt. Besucher berichten von Müll, Graffiti und maroden Stegen; in der griechischen Lokalpresse ist die „Verwahrlosung von Rodini“ ein Dauerthema. Schwere Unwetter im Januar 2025 haben zusätzlich Wege und Brücken beschädigt und Hänge abrutschen lassen — eine umfassende Instandsetzung war bis zur Drucklegung dieses Textes (Juni 2026) nicht bestätigt. Wer mit der Erwartung eines gepflegten botanischen Gartens kommt, wird enttäuscht; wer ein verwunschenes, leicht verwildertes Stück Stadtgeschichte mit Pfauen mag, wird das Tal trotzdem mögen. In den 1950er- und 1960er-Jahren war das anders: Damals feierte die Insel hier ihr sommerliches Weinfest, an das sich ältere Rhodier bis heute erinnern.
Anreise: Stadtbus oder zu Fuß
Der Eintritt ist frei, das Gelände durchgehend zugänglich (Stand Juni 2026). Der Park liegt direkt an der Hauptstraße Richtung Lindos: Stadtbusse Richtung Rodini fahren ab dem Zentrum, auch die Überlandbusse entlang der Ostküste kommen vorbei — Linien und Takt ändern sich, daher vorher prüfen; wie das funktioniert, steht im Ratgeber Busse auf Rhodos. Zu Fuß braucht man vom Zentrum etwa 45 Minuten, allerdings entlang einer wenig reizvollen Ausfallstraße. Mit dem Mietwagen: Parken am Straßenrand beim Eingang.
Für wen sich der Abstecher lohnt
Rodini ist kein Pflichtprogramm, aber ein guter Halbtages-Baustein: ein bis zwei Stunden im Grünen, gut kombinierbar mit einem Altstadt-Vormittag oder als ruhiger Kontrast nach dem Trubel der Altstadt von Rhodos. Am schönsten ist das Tal im Frühling, wenn der Bach Wasser führt und alles blüht; im Hochsommer empfiehlt sich der frühe Morgen — wann die Insel insgesamt am angenehmsten ist, steht in unserem Artikel zur besten Reisezeit. Wer die große, gepflegtere Variante dieser Landschaft sucht, findet sie im Tal der Sieben Quellen an der Ostküste.
Zwei Städte in einer: die ummauerte mittelalterliche Altstadt — UNESCO-Welterbe und eine der besterhaltenen Mittelalterstädte Europas — und die italienisch geprägte Neustadt am Mandraki-Hafen. Zugleich der Verkehrs- und Lebensmittelpunkt der Insel.






