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Reisetipps

Busse auf Rhodos: KTEL und RODA verstehen

Zwei Gesellschaften, zwei Busbahnhöfe, hundert Meter Abstand: KTEL fährt die Ostküste bis Lindos, Gennadi und Prasonisi, RODA Stadt, Flughafen und Westküste. Preise, Takt, Strandlinien, Sonntagslücken und die letzte Rückfahrt — geprüft im September 2026.

14 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert: 4. September 2026

Öffentliche Busse sind auf Rhodos die mit Abstand günstigste Art, ohne Auto voranzukommen — und das Netz ist besser als sein Ruf. Verwirrend ist nur der Einstieg: Auf der Insel fahren zwei Gesellschaften mit getrennten Tickets, getrennten Fahrplänen und zwei Abfahrtsorten, die kaum hundert Meter auseinanderliegen. Wer einmal verstanden hat, welcher Bus von wo wohin fährt, kann Strandtage, den Lindos-Ausflug und sogar den Flughafentransfer komplett mit dem Linienbus bestreiten — für einen Bruchteil dessen, was Mietwagen oder Taxi kosten.

Genauso wichtig ist die andere Hälfte der Wahrheit: Das Netz ist sternförmig auf Rhodos-Stadt ausgerichtet, Querverbindungen gibt es kaum, und je weiter man nach Süden oder Westen kommt, desto mehr schrumpft der Fahrplan auf einzelne Wochentage zusammen. Dieser Beitrag sortiert beides: wer wohin fährt, was es kostet, wann die letzte Rückfahrt geht — und ab welchem Punkt der Bus schlicht nicht mehr reicht.

Zwei Gesellschaften, zwei Netze

KTEL Rodou ist der Überlandbetreiber der Ostseite — moderne Reisebusse, meist weiß-blau beschriftet. Die Stadtverwaltung von Rhodos listet als KTEL-Gebiet die komplette Achse von Faliraki über Afandou, Kolymbia, Archangelos und Lindos bis Lardos, Kiotari, Gennadi, Lachania, Kattavia und Prasonisi — dazu Binnendörfer wie Psinthos, Laerma oder Asklipio. Auf dieser Achse liegen fast alle großen Badeorte der Insel, entsprechend dicht ist das Sommerangebot.

RODA (amtlich D.E.S. RODA) ist der städtische Verkehrsbetrieb mit den blau-weißen Bussen. Er fährt die Linien im Stadtgebiet, die nahen Vororte — Koskinou, Ixia, Ialyssos mit Filerimos, Kremasti bis Paradisi — und als Überlandnetz die gesamte Westseite: Theologos, Soroni, Kalavarda, das antike Kamiros, Salakos, Embonas und hinunter bis Siana, Monolithos und Apolakkia. Auch der Flughafen Diagoras hängt am RODA-Netz.

Praktisch heißt das: Lindos, Tsambika und der Südosten sind KTEL-Ziele; Stadtfahrten, Flughafen und alles auf der Westseite gehören zu RODA. Eine nennenswerte Überschneidung gibt es nur im Norden um Faliraki, das beide Gesellschaften anfahren. Tickets gelten jeweils nur beim eigenen Unternehmen — einen gemeinsamen Verbundtarif, ein Kombiticket oder eine Inselkarte gibt es nicht.

Wo die Busse abfahren

Beide Systeme treffen sich in Rhodos-Stadt an der Markthalle Néa Agorá am Mandráki-Hafen — dort liegen die zwei Busbahnhöfe der Insel kaum hundert Meter auseinander. Die Überlandbusse der Ostküste starten an der Anlage, die KTEL amtlich „Bus Station 1 – Mandraki“ nennt: ein überdachter Busbahnhof direkt hinter der Markthalle, mit Fahrkartenschalter, Aushängen je Linie und Abfahrtsbuchten, an denen das Ziel auf Griechisch und Englisch steht. Die Stadt- und Westküstenbusse von RODA fahren wenige Schritte weiter an der Averof-Straße, ebenfalls mit eigenem Schalter.

Diese Nachbarschaft ist der Grund, warum das Umsteigen funktioniert, obwohl es keinen gemeinsamen Tarif gibt: Wer vom Flughafen an die Ostküste will, fährt mit RODA bis zur Néa Agorá, geht hundert Meter und löst dort ein zweites Ticket bei KTEL. Zwischen den beiden Bahnhöfen sollte man großzügig zwanzig Minuten Puffer einplanen — mit Koffer, im Sommerverkehr und bei einer Anschlussfahrt, die nur alle ein bis zwei Stunden geht, sind knappe Übergänge die häufigste Ursache für einen verlorenen halben Tag. Ausführlich zur Ankunft und den Wegen ab Flughafen und Hafen steht es im Guide Anreise nach Rhodos.

Außerhalb der Stadt gibt es keine Busbahnhöfe, sondern nummerierte Haltestellen entlang der Hauptstraßen. KTEL hat sie durchnummeriert und mit Buchstaben nach Ort sortiert: Faliraki liegt etwa im Bereich F17 bis F30, Kolymbia reicht von K1 bis K18, der Strandhalt in Tsambika heißt T1, die Bucht von Ladiko mit der Anthony-Quinn-Bucht firmiert als L3, und die Zufahrt zum Strand Glystra ist als Halt „Kiotari Glystra“ an der Küstenstraße ausgeschildert. Diese Nummern sind kein Schmuck: Sie stehen im Fahrplan, sie stehen auf den QR-Schildern, und mit ihnen lässt sich am Telefon eindeutig klären, wo man aussteigen muss.

Tickets und Preise (Stand September 2026)

Bezahlt wird pro Strecke, gestaffelt nach Entfernung; Tages-, Wochen- oder Mehrfahrtenkarten für Urlauber gibt es bei keiner der beiden Gesellschaften. Beide legen Preise und Fahrplan für jede Saison neu fest und veröffentlichen sie je Linie. Die wichtigsten KTEL-Preise ab Rhodos-Stadt, eine Richtung:

Ziel ab Rhodos-Stadt Preis einfach Sommertakt
Faliraki (über Kallithea)2,50 €ca. alle 20 Minuten, 6:30–0:00 Uhr
Kallithea Springs2,50 €gleiche Linie
Archangelos3,30 €mehrmals täglich
Tsambika-Strand (direkt, Halt T1)4,00 €3 Fahrten, nur vormittags
Lindos / St.-Pauls-Bucht5,50 €rund 19 Fahrten täglich
Pefki6,00 €mehrmals täglich
Gennadi7,10 €wenige Fahrten
Kattavia8,20 €nur Di und Do
Prasonisi10,50 €2 Fahrten täglich

Für kurze Wege innerhalb der Ostküstenachse gilt derselbe Entfernungstarif: Von Kolymbia zum Tsambika-Strand kostete die Fahrt zuletzt 2,30 €, also weniger als ein Kaffee. Selbst die teuerste Busfahrt der Insel — Rhodos-Stadt bis Prasonisi, gut 90 Kilometer — bleibt mit 10,50 € weit unter jedem Taxipreis für dieselbe Strecke.

Bei RODA ist der Tarif nach Zonen gestaffelt, und es gibt einen kleinen, aber systematischen Unterschied zwischen Vorverkauf und Kauf beim Fahrer: Für die Stadt- und Vorortlinien bis Ixia und Ialyssos werden rund 2,20 € im Vorverkauf und 2,30 € beim Fahrer genannt, für die Zone bis Kremasti und Paradisi rund 2,30 € beziehungsweise 2,40 €. Beim Flughafenbus ist der Abstand größer (siehe unten). RODA publiziert seine Tarifliste nicht durchgängig online — die Zahlen stammen aus den Aushängen und aus deutschsprachigen Inselportalen, deshalb hier ausdrücklich als Größenordnung und nicht als amtlicher Tarif zu lesen (Stand September 2026).

Gekauft wird bei KTEL am Schalter am Busbahnhof, direkt beim Fahrer — laut Betreiber bar oder mit Karte — oder vorab als E-Ticket über den Online-Shop auf ktelrodou.gr. Die offiziellen Ermäßigungen von 25 beziehungsweise 50 Prozent gelten für bestimmte Gruppen wie Studierende griechischer Hochschulen oder kinderreiche Familien und spielen für Urlauber praktisch keine Rolle. Bei RODA kauft man an den Schaltern, an Kiosken (griechisch periptero) in Haltestellennähe oder beim Fahrer; unterwegs an der Landstraße bleibt oft nur der Fahrer, und dort zählt Bargeld: Scheine über 20 € sind unbeliebt, passendes Kleingeld beschleunigt das Einsteigen spürbar. Warum auf Rhodos ohnehin immer etwas Bargeld in die Tasche gehört, steht im Beitrag Geld und Trinkgeld.

Ein Detail, das viele erst beim Aussteigen merken: Der Fahrschein gilt für eine Fahrt, nicht für eine Zeitspanne. Wer unterwegs aussteigt, um ein Kloster oder eine Bucht anzusehen, löst für die Weiterfahrt neu — auch bei derselben Linie am selben Tag.

Der Flughafenbus

Der Flughafen Diagoras liegt bei Paradisi an der Westküste und hängt am RODA-Netz. Die Linie fährt Flughafen – Paradisi – Kremasti – Ialyssos – Ixia – Rhodos-Stadt (Néa Agorá) und zurück, im Sommer mindestens stündlich, tagsüber oft dichter. Die Haltestelle am Terminal liegt laut Flughafenbetreiber Fraport zwischen altem und neuem Terminal — man geht aus der Ankunftshalle nach links, wenige Meter zur Straße. Die Fahrt in die Stadt dauert je nach Verkehr 30 bis 45 Minuten; morgens und am späten Nachmittag steht der Bus im Berufsverkehr von Ixia.

Beim Preis lohnt der Blick auf den Verkaufsweg: Am Schalter beziehungsweise im Vorverkauf werden 2,50 € genannt, beim Fahrer kursieren je nach Quelle 3,00 bis 3,50 € (Stand September 2026). Bezahlt wird bar. Der erste Bus fährt gegen 6:50 Uhr, der letzte gegen 23:45 Uhr — und genau hier liegt die Nachtlücke, die vielen Pauschalreisenden den Start verdirbt: Zwischen kurz vor Mitternacht und dem frühen Morgen fährt gar nichts. Wer nach 23:30 Uhr landet oder vor 6 Uhr abfliegt, braucht Taxi, vorgebuchten Transfer oder den Hotelshuttle. Gepäck ist im Flughafenbus kein Problem, große Koffer kommen in den Seitenstauraum.

Zwei weitere Wege sind erwähnenswert. Erstens veröffentlicht KTEL saisonweise einen Fahrplan für eine Direktverbindung Flughafen–Faliraki — praktisch für alle, die an der Ostküste wohnen und sich den Umweg über die Stadt sparen wollen; sie fährt aber nur in einem begrenzten Zeitfenster der Saison und mit wenigen Kursen. Zweitens gilt für alle anderen Ostküstenziele der doppelte Weg: RODA bis zur Néa Agorá, umsteigen, KTEL weiter. Nach Lindos summiert sich das auf gut 8 € und zweieinhalb bis drei Stunden — machbar, aber mit Kindern und viel Gepäck ist der Transfer die freundlichere Lösung.

Sommer- und Winterfahrplan

Rhodos fährt zwei Fahrpläne, und der Unterschied ist größer, als es klingt. Der Sommerfahrplan läuft grob von Mitte/Ende Mai bis in den Oktober; erst dann gibt es die dichten Takte, die Strandlinien und die späten Rückfahrten. Der Winterfahrplan ist ein anderes Netz: Die Strandkurse entfallen komplett, die Überlandlinien schrumpfen auf wenige Kurse am Tag, die letzten Rückfahrten rücken um Stunden nach vorn, und einzelne Verbindungen fahren nur noch als Schul- und Versorgungsfahrt am frühen Morgen und am frühen Nachmittag.

Praktisch heißt das für die Reiseplanung: In Juli und August ist der Bus ein vollwertiges Verkehrsmittel, im April und im Oktober ein brauchbares für die Hauptachsen, und im Winter reicht er für Stadt, Vororte und die großen Orte, aber kaum noch für Ausflüge nach eigenem Rhythmus. Die Umstellungstermine stehen nicht Monate im Voraus fest; wer in den Randmonaten reist, prüft den Fahrplan deshalb frühestens ein bis zwei Wochen vor der Reise und noch einmal vor Ort.

Die Hauptachse: Faliraki und Lindos

Nach Faliraki fährt KTEL über die Kallithea-Küste im Sommer etwa alle 20 Minuten zwischen 6:30 und 0:00 Uhr — die dichteste Taktung der Insel, 2,50 € pro Fahrt, ideal für Strandtage am Faliraki Beach. Die nummerierten Haltestellen F17 bis F30 reihen sich vom ruhigen Norden bis ins Ortszentrum; wer weiß, welche Nummer vor seinem Hotel liegt, spart sich jedes Rätselraten. Dieselbe Linie taugt auch in die Gegenrichtung: Aus Faliraki ist ein Abend in der Altstadt von Rhodos dank des Mitternachtskurses problemlos möglich — die einzige Verbindung der Insel, bei der das gilt.

Die Paradestrecke ist Rhodos-Stadt nach Lindos: rund 19 Abfahrten täglich zwischen 6:15 und 21:15 Uhr, vormittags etwa halbstündlich, nachmittags stündlich oder etwas seltener, 5,50 € pro Richtung. Die Fahrt dauert mit allen Zwischenhalten etwa eineinhalb Stunden — der Bus fährt die Küstenorte ab und ist deshalb spürbar langsamer als das Auto auf der Hauptachse. Gehalten wird oberhalb des Ortes am Plateau von Krana, von dort führt der Weg zu Fuß hinunter ins autofreie Dorf. Zurück fuhr der letzte Bus zuletzt um 21:45 Uhr ab Krana — spät genug für einen vollen Tag mit Akropolis, Bucht und Abendessen. Einzelne Fahrten laufen weiter bis zur St.-Pauls-Bucht, zum selben Preis. Südlich davon bedient dieselbe Achse Pefki (6,00 €), Lardos, Kiotari und Gennadi (7,10 €), allerdings schon mit deutlich weniger Kursen.

Die Strandlinien im Sommer

Der eigentliche Trick des KTEL-Netzes sind die Sommerkurse, die nicht an der Hauptstraße halten, sondern die Stichstraßen bis ans Wasser hinunterfahren. Sie existieren nur in der Hochsaison, stehen als eigene Linien im Fahrplan und sind der Unterschied zwischen einem Strandtag und einem Fußmarsch in der Mittagshitze:

  • Tsambika: drei direkte Vormittagsbusse ab Mandraki bis zum Halt T1 direkt am Strand (zuletzt 9:00, 10:30 und 11:00 Uhr), 4,00 €, zurück am Nachmittag. Außerhalb dieser Kurse halten die Lindos-Busse oben an der Hauptstraße — von dort sind es rund 20 Minuten steil bergab und entsprechend zäh wieder hinauf.
  • Kolymbia: die Halte K1 bis K18 ziehen sich von der Hauptstraße die Eukalyptusallee hinunter bis zum Strand. Von hier gibt es zusätzlich eine kurze Verbindung direkt zum Tsambika-Strand für rund 2,30 € — für Familien die entspannteste Art, den Strand zu wechseln.
  • Ladiko und die Anthony-Quinn-Bucht: eigener Halt L3 an der Stichstraße, von dort noch ein paar Minuten zu Fuß hinunter.
  • Stegna: eine eigene Sommerlinie hinunter zur Bucht, sonst nur der Halt oben in Archangelos (3,30 €) und drei Kilometer Serpentinen zu Fuß.
  • Haraki: eigene Kurse, ebenfalls nur im Sommer und nur wenige am Tag.
  • Lardos–Kiotari: die Küstenstrecke im Südosten mit dem ausgeschilderten Halt „Kiotari Glystra“ für den Strand Glystra.

Zwei Dinge sind bei diesen Linien wichtig. Erstens fahren sie fast alle nur vormittags hin und nachmittags zurück, meist mit zwei bis vier Kursen — verpasst man den letzten, gibt es keinen späteren. Zweitens sind sie mittags voll: Wer sitzen will, nimmt den frühen Bus stadtauswärts und den ersten Rückkurs am Nachmittag statt den letzten. Für Reisen mit Kindern lohnt es sich, die Strandwahl an diesen Kursen auszurichten — mehr dazu im Guide Rhodos mit Kindern.

Der Süden und der Westen: wo es dünn wird

Im Stadtgebiet und in den Vororten Ixia, Ialyssos und Kremasti fahren die RODA-Busse tagsüber dicht — das Mittel der Wahl zwischen Hotelmeile, Altstadt und Aquarium-Spitze, und mit zwei Zonen zu 2,20 bis 2,40 € auch für mehrmalige Fahrten am Tag bezahlbar. Jenseits von Kremasti kippt das Bild jedoch abrupt.

Die RODA-Überlandlinien erreichen zwar fast alle Orte der Westseite — Theologos, Soroni, Kalavarda, das antike Kamiros, dessen Haltestelle an der Küstenstraße ein paar Hundert Meter vom Eingang entfernt liegt, Salakos, Embonas, Siana, Monolithos und Apolakkia —, aber nicht täglich. Ein typisches Muster im Sommer 2026: Die Linie nach Apolakkia fährt an drei Werktagen (zuletzt Montag, Mittwoch, Freitag), die Kurse nach Siana und Monolithos in manchen Fahrplänen nur an einem einzigen Wochentag, und am Wochenende ruht beides. Dazu kommt: Es ist meist ein Kurs am frühen Morgen hin und einer am frühen Nachmittag zurück — für eine Burgbesichtigung reicht das, für einen selbstbestimmten Tag nicht.

Im tiefen Süden sieht es ähnlich aus, nur mit KTEL statt RODA. Die Linie Rhodos-Stadt – Asklipio – Lachania – Kattavia verkehrt nur dienstags und donnerstags (Kattavia 8,20 €), nach Prasonisi an der Inselspitze fahren im Sommer genau zwei Busse am Tag, zuletzt um 9:00 und 13:00 Uhr, für 10,50 €. Wer dort aussteigt und den späteren Rückkurs verpasst, sitzt fest — Taxis stehen in Prasonisi nicht bereit, und die nächste Ortschaft mit Verkehr liegt Kilometer entfernt.

Das Fazit dieses Abschnitts ist unbequem, aber ehrlich: Für den Westen und den tiefen Süden ist der Linienbus kein Ausflugsmittel, sondern eine Versorgungsverbindung für Einheimische. Wer Bergdörfer, Burgen und die einsamen Buchten sehen will, plant dafür einen Mietwagen ein — in der Hochsaison rund 40 € pro Tag, was sich schon für zwei Personen an einem Tourentag gegenüber Bus plus Wartezeit rechnet. Umgekehrt gilt: Wer sein Quartier bewusst an der Buslinie wählt, braucht gar keinen. Welche Orte das sind, sortiert der Guide Wo übernachten auf Rhodos Revier für Revier.

Sonntag und Feiertage

Der Sonntag ist die größte Falle im Rhodos-Busnetz, weil er sich nicht gleichmäßig auswirkt. Auf den Hauptachsen fahren die Busse weiter: Stadtlinien, Faliraki und Lindos sind auch am Wochenende bedient, wenn auch mit weniger Kursen und tendenziell früherer letzter Rückfahrt. In der zweiten und dritten Reihe dagegen fällt vieles ersatzlos aus — die Wochentagslinien in den Westen und den Süden fahren am Wochenende schlicht nicht, und einzelne Kurse auf sonst täglichen Linien sind im Fahrplan mit einem Stern oder einer Fußnote markiert: Diese entfallen an Sonn- und Feiertagen.

Dazu kommen die griechischen Feiertage, die wie ein Sonntag wirken und im Reisezeitraum leicht übersehen werden — allen voran das orthodoxe Osterwochenende, der 1. Mai, Mariä Entschlafung am 15. August und der Ochi-Tag am 28. Oktober. An diesen Tagen fährt vielerorts der Sonntagsfahrplan, und in kleineren Orten pausiert der Verkehr über Stunden ganz. Wer an einem Feiertag einen Ausflug plant, prüft den Fahrplan am Vortag am Schalter — die Aushänge werden dort zuverlässiger aktualisiert als jede Website.

Praxis: Haltestellen, QR-Codes, Bargeld

  • Handzeichen geben: An Unterwegshalten stoppt der Bus nur, wenn jemand deutlich winkt — wie fast überall in Griechenland. Rechtzeitig an der Haltestelle stehen, nicht im Schatten daneben, und dem Fahrer beim Näherkommen den Arm zeigen.
  • Haltestellen-Nummern nutzen: Die Halte der Ostküste sind durchnummeriert (Faliraki F17–F30, Kolymbia K1–K18, Tsambika-Strand T1, Ladiko L3, Lindos Nr. 46). Diese Nummer ist die eindeutige Adresse — sie steht im Fahrplan, auf dem Schild und auf dem Ticket.
  • QR-Codes lesen: An den KTEL-Haltestellen hängen Schilder mit QR-Code, der direkt zum Fahrplan genau dieser Haltestelle führt — inklusive der Kurse in beide Richtungen. Das ist die schnellste und aktuellste Auskunft, die es vor Ort gibt; ein Foto davon ersetzt jeden abgeschriebenen Zettel.
  • Echtzeit-App: Die Stadt Rhodos betreibt mit „Rhodes Public Transport“ (mobility.rhodes.gr, auch als App) einen offiziellen Routenplaner mit Live-Ankunftszeiten. Er deckt vor allem das Stadtnetz gut ab; für die Überlandlinien bleibt der Aushang die verlässlichere Quelle.
  • Bargeld dabeihaben: Beim Fahrer wird bar bezahlt, kleine Scheine und Münzen sind erwünscht. Kartenzahlung ist bei KTEL laut Betreiber möglich, aber unterwegs nicht garantiert — wer ohne Bargeld an der Landstraße steht, hat ein Problem.
  • Gepäck: Die Überlandbusse haben Gepäckfächer, Koffer sind kein Problem und kosten nichts extra. In den vollen Strandbussen mittags ist sperriges Gepäck trotzdem unbeliebt, und in den Stadtbussen gibt es keinen Stauraum.
  • Fahrräder: Eine allgemeine Fahrradmitnahme gibt es nicht; die Busse haben keine Radträger, und ob ein Rad im Gepäckraum mitfährt, entscheidet der Fahrer im Einzelfall — verlassen kann man sich darauf nicht. Ein Faltrad in der Tasche wird dagegen wie Gepäck behandelt.
  • Stoßzeiten einplanen: Vormittags stadtauswärts und am späten Nachmittag zurück sind die Strandlinien voll, und ein voller Bus lässt an Unterwegshalten schon einmal jemanden stehen. Wer sitzen will, nimmt den frühen Kurs.

Wann sich der Bus lohnt — und wann der Mietwagen

Der Bus reicht völlig, wenn das Quartier in Rhodos-Stadt oder an der Ostküstenachse liegt und der Urlaub aus Strandtagen, Altstadt und ein, zwei Klassikern wie Lindos besteht — genau dafür ist das KTEL-Netz gebaut. Die Rechnung ist eindeutig: Ein Tagesausflug nach Lindos kostet zwei Personen 22 € hin und zurück, ein Miettag in der Hochsaison rund 40 € plus Sprit und Parkgebühr. Für preisbewusste Reisen ist der Linienbus damit ohne Konkurrenz.

Schwierig wird alles, was quer zu den Achsen liegt: mehrere Stopps an einem Tag, Kombinationen aus Ost- und Westküste, abgelegene Buchten, ein früher Start vor dem Andrang oder späte Abende abseits der Lindos- und Faliraki-Linie. Querverbindungen gibt es kaum — fast jede Linie läuft sternförmig auf Rhodos-Stadt zu, sodass eine Fahrt von der Ostküste an die Westküste über die Stadt führt und einen halben Tag kostet. Auch die Zeitrechnung fällt zugunsten des Autos aus: Der Bus nach Lindos braucht mit allen Halten rund eineinhalb Stunden, das Auto knapp eine.

Die entspannteste Mischung für viele: Basis an der Ostküste, Strandtage und Lindos mit dem Bus, dazu für zwei, drei Tage ein Mietwagen für Westküste, Bergdörfer und den tiefen Süden. Wie sich daraus eine runde Woche bauen lässt, zeigt die 7-Tage-Route. Für einzelne Lücken bleibt das Taxi: An den offiziellen Ständen hängen Tariftafeln mit Festpreisen für Überlandfahrten aus — vor dem Einsteigen kurz darauf schauen, dann gibt es hinterher keine Diskussionen. Abends und in abgelegenen Orten muss man allerdings vorbestellen; spontan verfügbar sind Taxis dort selten.

Barrierefreiheit — ehrlich betrachtet

Hier lohnt sich Klartext statt Werbesprache. Ein Teil der RODA-Stadtbusse ist als Niederflurfahrzeug mit Rampe unterwegs, aber es ist nicht die gesamte Flotte, und welcher Wagen kommt, lässt sich vorher nicht sicher sagen. Die KTEL-Überlandbusse sind klassische Reisebusse mit hohem Einstieg und drei bis vier Stufen — mit Rollstuhl ist das ohne kräftige Hilfe nicht zu bewältigen, und Stellplätze für Rollstühle gibt es in diesen Fahrzeugen nicht.

Noch entscheidender als der Bus ist oft die Haltestelle: Außerhalb der Stadt sind das schlichte Schilder am Straßenrand, häufig ohne Bordstein, ohne Wartefläche und ohne Beleuchtung, teilweise auf Schotter. Die Strandzugänge an den nummerierten Halten führen fast überall über Gefälle, Stufen oder Sand. Für Reisende mit Gehbehinderung, mit Kinderwagen oder mit schwerem Gepäck heißt das praktisch: Die Stadt- und Vorortlinien sind machbar, alles darüber hinaus nur mit Begleitung — oder mit einem Fahrzeug. Was auf Rhodos sonst gut oder schlecht zugänglich ist, sammelt der Guide Rhodos barrierefrei. Kinderwagen lassen sich in den Überlandbussen zusammengeklappt im Gepäckraum verstauen; ungeklappt im Gang sind sie in vollen Sommerkursen keine Option.

Häufige Fragen

Was kostet der Bus vom Flughafen nach Rhodos-Stadt?
Der RODA-Flughafenbus kostet im Vorverkauf 2,50 Euro; wer erst beim Fahrer löst, zahlt je nach Quelle 3,00 bis 3,50 Euro. Bezahlt wird bar, die Fahrt dauert je nach Verkehr 30 bis 45 Minuten, und die Haltestelle liegt am Flughafen zwischen altem und neuem Terminal. Wichtig ist die Nachtlücke: Zwischen der letzten Abfahrt gegen 23:45 Uhr und dem ersten Bus am frühen Morgen fährt gar nichts — späte Flüge brauchen Taxi oder Transfer (Stand September 2026).
Kommt man ohne Auto nach Lindos?
Ja, und zwar bequem. Die KTEL-Linie Rhodos-Stadt–Lindos ist die am dichtesten bediente Überlandstrecke der Insel: rund 19 Abfahrten täglich im Sommer, etwa alle 30 bis 60 Minuten, 5,50 Euro pro Richtung und rund eineinhalb Stunden Fahrzeit mit allen Zwischenhalten. Der Bus hält oberhalb des Ortes am Plateau von Krana, von dort geht es zu Fuß hinunter. Entscheidend ist die letzte Rückfahrt: Sie lag zuletzt bei etwa 21:45 Uhr, im Winterfahrplan deutlich früher.
Fahren die Busse auf Rhodos auch sonntags?
Auf den Hauptachsen ja, im Rest der Insel oft nicht. Die Stadtlinien und die Strecken nach Faliraki und Lindos fahren auch am Wochenende, wenn auch ausgedünnt. Viele Süd- und Westlinien pausieren dagegen komplett: Die Verbindungen nach Monolithos, Apolakkia oder Kattavia fahren ohnehin nur an einzelnen Werktagen und am Wochenende gar nicht. Im Fahrplan mit Stern markierte Fahrten entfallen an Sonn- und Feiertagen ersatzlos.
Wo kauft man Bustickets auf Rhodos?
Am günstigsten am Schalter des jeweiligen Busbahnhofs oder an einem Kiosk in Haltestellennähe — der Vorverkauf ist bei RODA rund zehn Cent billiger als der Kauf beim Fahrer, beim Flughafenbus deutlich mehr. Beim Fahrer geht es ebenfalls, dann am besten mit passendem Kleingeld. KTEL verkauft zusätzlich E-Tickets über ktelrodou.gr. Tages- oder Mehrfahrtenkarten für Urlauber gibt es bei keinem der beiden Betreiber.
Gelten KTEL-Tickets auch in den RODA-Bussen?
Nein. Die beiden Gesellschaften haben getrennte Tarife, getrennte Fahrpläne und getrennte Fahrscheine; einen gemeinsamen Verbundtarif gibt es nicht. Wer etwa vom Flughafen an die Ostküste will, löst zweimal — einmal RODA bis zur Néa Agorá, einmal KTEL weiter. Umsteigen ist deshalb nie kostenlos, und Aushänge im Hotel sollte man immer daraufhin lesen, für welchen der beiden Betreiber sie gelten.