Zum Inhalt springen
Reisetipps

Busse auf Rhodos: KTEL und RODA verstehen

Zwei Betreiber, ein Abfahrtsort an der Néa Agorá: KTEL fährt die Ostküste bis Lindos und Prasonisi, RODA Stadt, Flughafen und Westküste. Wie Tickets, Takt und letzte Rückfahrten funktionieren — mit amtlichen Preisen, geprüft Juni 2026.

9 Min. LesezeitAktualisiert 13. Juni 2026

Öffentliche Busse sind auf Rhodos die mit Abstand günstigste Art, ohne Auto voranzukommen — und das Netz ist besser als sein Ruf. Verwirrend ist nur der Einstieg: Auf der Insel fahren zwei Betreiber mit getrennten Tickets, getrennten Fahrplänen und zwei Abfahrtsorten, die kaum hundert Meter auseinanderliegen. Wer einmal verstanden hat, welcher Bus von wo wohin fährt, kann Strandtage, den Lindos-Ausflug und sogar den Flughafentransfer komplett mit dem Linienbus bestreiten.

Beide Systeme treffen sich in Rhodos-Stadt an der Markthalle Néa Agorá am Mandráki-Hafen — dort liegen die zwei Busbahnhöfe der Insel kaum hundert Meter auseinander: Die Überlandbusse der Ostküste starten an der Haltestelle, die KTEL amtlich „Bus Station 1 – Mandraki“ nennt, die Stadt- und Westküstenbusse von RODA wenige Schritte weiter an der Averof-Straße. Dieser Beitrag sortiert, wer wohin fährt, was es kostet — und wo die Grenzen des Systems liegen.

Die zwei Bussysteme: KTEL und RODA

KTEL Rhodos ist der Überlandbetreiber der Ostseite. Die Stadtverwaltung von Rhodos listet als KTEL-Gebiet die komplette Achse von Faliraki über Afandou, Kolymbia, Archangelos und Lindos bis Gennadi, Lachania, Kattavia und Prasonisi — dazu Binnendörfer wie Psinthos oder Laerma. Auf dieser Achse liegen fast alle großen Badeorte der Insel, entsprechend dicht ist das Sommerangebot.

RODA (amtlich D.E.S. RODA) ist der städtische Verkehrsbetrieb. Er fährt die Linien im Stadtgebiet, die nahen Vororte — Koskinou, Ixia, Ialyssos mit Filerimos, Kremasti bis Paradisi — und als Überlandnetz die gesamte Westseite: Theologos, Soroni, Kalavarda, das antike Kamiros, Salakos, Embonas und hinunter bis Siana und Monolithos. Auch der Flughafen Diagoras hängt am RODA-Netz.

Praktisch heißt das: Lindos, Tsambika und der Süden sind KTEL-Ziele; Stadtfahrten, Flughafen und alles auf der Westseite gehören zu RODA. Eine nennenswerte Überschneidung gibt es nur im Norden um Faliraki, das beide Betreiber anfahren. Tickets gelten jeweils nur beim eigenen Unternehmen.

Tickets und Preise (Stand Juni 2026)

Bezahlt wird pro Strecke, gestaffelt nach Entfernung; Tages- oder Mehrfahrtenkarten gibt es nicht. KTEL legt Preise und Fahrplan für jede Saison neu fest und veröffentlicht beides je Linie. Aus dem zuletzt publizierten Sommerfahrplan (gültig 1. Juni bis 5. Oktober 2025, bei Prüfung im Juni 2026 weiterhin der aktuelle Stand auf ktelrodou.gr) stammen diese Preise ab Rhodos-Stadt:

Ziel ab Rhodos-Stadt Preis einfach Sommertakt
Faliraki (über Kallithea)2,50 €ca. alle 20 Minuten
Kallithea Springs2,50 €gleiche Linie
Tsambika-Strand (direkt)4,00 €3 Fahrten, nur vormittags
Lindos / St.-Pauls-Bucht5,50 €rund 19 Fahrten täglich
Prasonisi10,50 €2 Fahrten täglich

Bei RODA sind die Tarife nicht zentral online publiziert: Stadtfahrten kosten erfahrungsgemäß um die 1,50 bis 2 €, der Flughafenbus wenige Euro — beides bitte vor Ort aktuell prüfen. Auch für die langen Westküsten-Linien gilt das KTEL-Prinzip: je weiter, desto teurer, aber selbst die längste Busfahrt bleibt weit unter dem Preis einer Taxifahrt über die Insel.

Gekauft wird bei KTEL am Schalter am Busbahnhof, direkt beim Fahrer — laut Betreiber bar oder mit Karte — oder vorab als E-Ticket über den Online-Shop auf ktelrodou.gr. Die offiziellen Ermäßigungen von 25 beziehungsweise 50 Prozent gelten für bestimmte Gruppen wie Studierende griechischer Hochschulen oder kinderreiche Familien und spielen für Urlauber praktisch keine Rolle. Bei RODA kauft man üblicherweise beim Fahrer oder an Kiosken; passendes Kleingeld beschleunigt das Einsteigen spürbar. Warum auf Rhodos ohnehin immer etwas Bargeld in die Tasche gehört, steht im Beitrag Geld und Trinkgeld.

Wichtige Strecken an der Ostküste

Die Paradestrecke ist Rhodos-Stadt → Lindos: rund 19 Abfahrten täglich zwischen 6:15 und 21:15 Uhr, vormittags etwa halbstündlich, nachmittags stündlich oder etwas seltener. Die Fahrt dauert mit allen Zwischenhalten etwa eineinhalb Stunden. Zurück fuhr der letzte Bus im Sommerfahrplan um 21:45 Uhr ab der Haltestelle Krana oberhalb des Ortskerns — spät genug für einen vollen Tag mit Akropolis, Bucht und Abendessen. Einzelne Fahrten laufen weiter bis zur St.-Pauls-Bucht, zum selben Preis.

Nach Faliraki fährt KTEL über die Kallithea-Küste im Sommer etwa alle 20 Minuten von früh bis spät in den Abend — die dichteste Taktung der Insel und ideal für Strandtage am Faliraki Beach; die nummerierten Haltestellen reihen sich vom ruhigen Norden bis ins Ortszentrum. Zum Strand von Tsambika gibt es im Sommer drei direkte Vormittagsbusse bis ans Wasser (9:00, 10:30 und 11:00 Uhr ab Mandraki, zurück am Nachmittag); außerhalb dieser Zeiten halten die Lindos-Busse oben an der Hauptstraße, von dort sind es etwa 20 Minuten zu Fuß hinunter. Ganz in den Süden wird es dünn: Nach Prasonisi fuhren im Sommerfahrplan genau zwei Busse am Tag, um 9:00 und 13:00 Uhr.

Westküste: Stadtlinien, Flughafen, Bergdörfer

Im Stadtgebiet und in den Vororten Ixia, Ialyssos und Kremasti fahren die RODA-Busse tagsüber dicht — das Mittel der Wahl zwischen Hotelmeile, Altstadt und Aquarium-Spitze. Zum Flughafen Diagoras verbindet RODA die Stadt regelmäßig von früh bis spät; die Haltestelle am Airport liegt laut Flughafenbetreiber Fraport zwischen altem und neuem Terminal. Zusätzlich veröffentlicht KTEL inzwischen saisonweise einen Fahrplan für eine Direktverbindung Flughafen–Faliraki (zuletzt für Mai und Juni 2026) — praktisch für alle, die an der Ostküste wohnen und sich den Umweg über die Stadt sparen wollen.

Jenseits von Kremasti wird das Netz schnell dünn. Die RODA-Überlandlinien erreichen zwar fast alle Orte der Westseite bis Monolithos — auch das antike Kamiros, dessen Haltestelle an der Küstenstraße ein paar Hundert Meter vom Eingang entfernt liegt —, aber oft nur mit wenigen Fahrten am Tag. Für Embonas, Siana oder Monolithos taugt der Bus damit kaum als Tagesausflugsmittel; wer die Westseite ernsthaft sehen will, plant sie besser mit dem Mietwagen.

Praktische Tipps für die Fahrt

  • Handzeichen geben: An Unterwegshalten stoppt der Bus nur, wenn jemand deutlich winkt — wie fast überall in Griechenland. Rechtzeitig an der Haltestelle stehen, nicht im Schatten daneben.
  • Haltestellen-Nummern nutzen: KTEL hat die Halte der Ostküste durchnummeriert (Faliraki etwa F17 bis F30, Lindos Nr. 46) und mit QR-Codes versehen, über die sich der Fahrplan der jeweiligen Haltestelle abrufen lässt.
  • Echtzeit-App: Die Stadt Rhodos betreibt mit „Rhodes Public Transport“ (mobility.rhodes.gr, auch als App) einen offiziellen Routenplaner mit Live-Ankunftszeiten der Busse.
  • Gepäck: Die Überlandbusse haben Gepäckfächer — Koffer sind kein Problem; in vollen Strandbussen ist sperriges Gepäck mittags trotzdem unbeliebt.
  • Saison beachten: Sommer- und Winterfahrplan unterscheiden sich deutlich; außerhalb der Saison entfallen viele Fahrten, einzelne Strandlinien komplett.
  • Stoßzeiten einplanen: Vormittags stadtauswärts und am späten Nachmittag zurück sind die Strandlinien voll — wer sitzen will, nimmt den frühen Bus.

Wann der Bus reicht — und wann nicht

Der Bus reicht völlig, wenn das Quartier in Rhodos-Stadt oder an der Ostküstenachse liegt und der Urlaub aus Strandtagen, Altstadt und ein, zwei Klassikern wie Lindos besteht — genau dafür ist das KTEL-Netz gebaut, und die Ersparnis gegenüber einem Mietwagen für die ganze Woche ist erheblich. Schwierig wird alles, was quer zu den Achsen liegt: mehrere Stopps an einem Tag, Kombinationen aus Ost- und Westküste, abgelegene Buchten oder späte Abende abseits der Lindos-Linie. Querverbindungen gibt es kaum — fast jede Linie läuft sternförmig auf Rhodos-Stadt zu.

Die entspannteste Mischung für viele: Basis an der Ostküste, Strandtage und Lindos mit dem Bus, dazu für zwei, drei Tage ein Mietwagen für Westküste, Bergdörfer und den tiefen Süden. Wie sich daraus eine runde Woche bauen lässt, zeigt die 7-Tage-Route. Für einzelne Lücken bleibt das Taxi: An den offiziellen Ständen hängen Tariftafeln mit Festpreisen für Überlandfahrten aus — vor dem Einsteigen kurz darauf schauen, dann gibt es hinterher keine Diskussionen.