Ixia liegt an der Nordwestküste, je nach Hotel rund vier bis sechs Kilometer südwestlich der Altstadt von Rhodos-Stadt und unmittelbar vor Ialyssos. Wichtig für die Erwartungen: Ixia ist keine gewachsene Ortschaft mit Platia, Kirche und Gassen, sondern eine Reihe größerer Hotels entlang der Küstenstraße, die vom Flughafen in die Stadt führt. Einen Ortskern zum Entdecken gibt es nicht; man wohnt im Hotel und nutzt die Lage. Die allerdings überzeugt: die Hauptstadt in Busreichweite und ein Wind, auf den im Sommer Verlass ist.
Lage und Charakter: ein Resort-Streifen ohne Dorf
Der Hotelstreifen zieht sich über gut drei Kilometer an der Trianda-Bucht entlang, von den letzten Stadtvierteln von Rhodos-Stadt bis zum Übergang nach Ialyssos, wobei die Grenze zwischen beiden Orten auf der Straße kaum erkennbar ist. Zwischen den Hotels liegen Tavernen, Bars, Minimärkte, Apotheken und Mietwagenschalter: alles, was ein Pauschalurlaub braucht, aber nichts, was zum Flanieren einlädt. Das Publikum ist gemischt, Paare in Adults-only-Häusern, Familien im All-inclusive-Resort, dazu Surfer, die wegen des Winds kommen und abends in die Stadt fahren. Ein Dorf mit Abendleben auf der Platia findet sich weiter südlich an der Westküste, etwa in Theologos, oder gleich an der Ostküste.
Stärke eins: die Stadtnähe
Kaum eine Hotelzone der Insel liegt näher an der Hauptstadt. Der RODA-Bus fährt die Küstenstraße entlang und ist in etwa 10 bis 20 Minuten am Neuen Markt in Mandraki, von wo es zu Fuß fünf Minuten in die Altstadt sind; ein Taxi ist noch schneller. Ein Abendessen in der Altstadt, der Großmeisterpalast ohne Mietwagen, kurze An- und Abreisetage: Das alles geht von Ixia aus so bequem wie sonst kaum. Auch zu den Ganztagesausflügen nach Symi oder ins türkische Marmaris ist der Weg zum Hafen kurz, was bei frühen Abfahrten zählt. Die Ausflugsboote nach Symi fahren bis etwa Ende Oktober, danach bleiben nur die Linienfähren.
Stärke zwei: der Wind
Ixia gehört mit Ialyssos zu den bekannten Windsurf- und Wingfoil-Revieren der Insel. Der Grund ist der Meltemi, der trockene Nordwind der Ägäis. Von Juni bis September kommt er an dieser Küste meist aus Nordwest bis West und steht sideshore bis side-onshore in der Trianda-Bucht; über der aufgeheizten Insel wird er thermisch verstärkt und ist nachmittags am stärksten, im Juli und August fast täglich mit 4 bis 6 Beaufort. Der Vormittag bleibt meist ruhiger und gehört den Einsteigern. Entlang des Strands liegen mehrere Stationen mit Verleih und Kursen für alle Niveaus, die etwa von Mai bis Ende Oktober öffnen, darunter eine Anfängerstation an der alten Windmühle Richtung Ialyssos, wo der Wind an starken Tagen etwas schwächer ankommt. Kitesurfen ist in Ixia und am Ortsstrand von Trianda untersagt, weil der schmale, dicht belegte Kiesstrand keinen Platz zum Starten und Landen lässt. Gekitet wird ganz im Süden bei Prasonisi und ein Stück die Westküste hinunter bei Theologos. Warum derselbe Wind die Ostküste ruhig lässt, erklärt der Beitrag Ost- oder Westküste, weitere Reviere der Überblick Schnorcheln und Wassersport.
Der Strand: Kies, Wind und Wellen
Der Strand von Ixia ist lang, aber kein Badeparadies: 20 bis 30 Meter breiter Kies, der recht steil ins Wasser abfällt, und ein Meer, das durch die exponierte Lage oft rau ist, besonders nachmittags. Morgens lässt es sich gut schwimmen, danach gehört das Wasser eher den Surfern. Viele Abschnitte bewirtschaften die angrenzenden Hotels mit Liegen und Beachbars, zwei Hotelabschnitte an der Küste von Ixia und Ialyssos tragen 2026 die Blaue Flagge; dazwischen bleiben freie Abschnitte. Badeschuhe sind wegen der Kiesel sinnvoll. Für einen Sandstrand-Badeurlaub mit ruhigem Meer ist die Ostküste klar die bessere Wahl, und das gehört vor die Buchung, nicht an den ersten Strandtag. Was am Strand erlaubt ist und was nicht, fasst der Beitrag zu den Strandregeln zusammen.
Essen und Abend
Restaurants und Bars verteilen sich in mehreren Gruppen über den ganzen Streifen, meist an der Küstenstraße. Das Angebot reicht von Tavernen mit griechischer Hausmannskost über internationale Küche bis zu Sportbars, in denen abends Fußball läuft; Clubs gibt es nicht, das Abendleben endet eher früh und familienfreundlich. Zum Feiern geht es in die Neustadt von Rhodos-Stadt oder nach Faliraki. Auch mit Halbpension lohnt ein Abend in der Altstadt: In Ixia isst man solide, in den Gassen hinter den Stadtmauern deutlich abwechslungsreicher. Was auf den Tisch kommt und was es kostet, steht im Beitrag Essen und Trinken.
Anreise und Mobilität
Vom Flughafen Diagoras bei Paradisi sind es etwa 10 Kilometer, mit Taxi oder Hoteltransfer rund 15 Minuten. Der RODA-Flughafenbus (2,50 €, auch bar beim Fahrer) hält auf dem Weg in die Stadt an der Küstenstraße, was mit Gepäck aber nur klappt, wenn das Hotel nahe einer Haltestelle liegt.
Innerhalb der Nordspitze ist der RODA-Stadtbus der Linie Rhodos–Ixia–Ialyssos das Verkehrsmittel der Wahl: Er fährt ungefähr halbstündlich von morgens bis nach 23 Uhr, Takt und Betriebszeiten ändern sich mit der Saison. Den aktuellen Fahrpreis nennen Kiosk und Aushang an der Haltestelle. Haltestellen liegen alle paar hundert Meter direkt an der Straße. Abfahrt in der Stadt ist am Neuen Markt an der Averof-Straße, nicht am KTEL-Terminal für die Ostküste; für Tsambika oder Lindos heißt es dort umsteigen. Linien und Tickets im Detail: Busse auf Rhodos.
Zu Fuß in die Stadt ist möglich, aber kein Genuss: Je nach Hotel sind es vier bis sechs Kilometer, teils auf der Promenade, stadtnah aber an der Straße vorbei an den Felsen von Kritika. Zu rechnen ist mit gut einer Stunde, im Hochsommer besser am Abend. Schöner ist der Umweg über den Monte Smith mit der Akropolis von Rhodos. Für die reine Kombination aus Stadt und Strand ist ein Mietwagen nicht nötig, für Ausflüge in den Süden schon; Anbieter gibt es direkt an der Straße, Details im Beitrag Mietwagen auf Rhodos.
Ausflüge von Ixia aus
Der große Vorteil der Lage: Fast alles im Norden ist ohne Auto erreichbar. Naheliegend ist Rhodos-Stadt mit Archäologischem Museum und Mandraki-Hafen. Der Elli Beach an der Nordspitze ist ein feiner Kiesstrand mit oft ruhigerem Wasser, keine Viertelstunde mit dem Bus; der historische Sprungturm dort ist seit Ende Juni 2026 aus Sicherheitsgründen gesperrt. Auf dem Hügel hinter Ialyssos liegt Filerimos mit Kloster, Kreuzweg und Blick über die ganze Bucht (10 €, bis 31. Oktober täglich 8–20 Uhr, im Winter kürzer und dienstags geschlossen). Ohne Auto ist die Auffahrt ein Taxi- oder Wanderziel: Von der Küstenstraße in Ialyssos sind es rund fünf Kilometer bergauf. Ein Vormittag reicht auch für das Tal der Schmetterlinge bei Petaloudes, dessen Falter normalerweise von Mitte Juni bis Mitte September dort sind; ab November ist das Tal geschlossen. Auf der Ostseite liegen die Kallithea-Bucht mit den italienischen Thermen und Kalithea für einen Badetag mit ruhigem Meer; beides ist per Taxi oder mit Umsteigen in der Stadt erreichbar. Eine Woche mit Ixia als Basis skizziert die 7-Tage-Route.
Unterkünfte: groß, gehoben, oft All-inclusive
Ixia ist die Adresse für große Häuser: Vier- und Fünf-Sterne-Resorts mit Poollandschaften, mehrere Adults-only-Hotels und All-inclusive-Anlagen, dazwischen ältere Apartmentblocks und einige Drei-Sterne-Häuser für kleinere Budgets. Kleine Familienpensionen sind selten. Die Häuser auf der Meerseite haben direkten Strandzugang, die auf der Landseite oft die ruhigeren Zimmer und dafür den Zebrastreifen als Strandweg. Weil viele Anlagen ebenerdig weitläufig gebaut sind und der Bus die Küstenstraße bedient, ist Ixia für Gäste mit eingeschränkter Mobilität einer der praktischeren Orte der Insel; die Einschränkungen des Kiesstrands bleiben, siehe Rhodos barrierefrei. Wie Ixia im Vergleich zu anderen Standorten abschneidet, ordnet der Beitrag Wo übernachten auf Rhodos ein.
Beste Zeit
Für Surfer sind Juni bis September die Monate mit dem verlässlichsten Wind, Juli und August der Höhepunkt, dann allerdings auch am vollsten und am teuersten, siehe Rhodos im Juli und August. Als angenehme Abkühlung statt als Sportgerät erlebt man den Wind im Mai oder Oktober: ruhigeres Meer am Vormittag, freie Liegen, offene Stadtcafés, im Oktober noch 22 bis 24 Grad Wassertemperatur. Der September ist der Kompromiss aus warmem Wasser und noch spürbarem Meltemi. Gegen Ende Oktober schließen die Surfstationen und viele Hotels des Streifens; im Winter ist Rhodos-Stadt selbst die bessere Basis.
Für wen Ixia passt — und für wen nicht
Ixia passt für Windsurfer und Wingfoiler, die ein verlässliches, stadtnahes Revier mit Infrastruktur suchen, für alle, die Stadt und Strand kombinieren wollen, und für Reisende mit Komfortanspruch, die kurze Wege und ein gutes Hotel über den Ortscharakter stellen. Nicht der richtige Ort ist es für einen Badeurlaub mit Sandstrand und ruhigem Meer, für Familien mit kleinen Kindern, die morgens und nachmittags gleichermaßen ins Wasser wollen, und für alle, die Ruhe abseits der Straße oder ein echtes Dorf suchen: All das bietet die Ostküste deutlich besser. Bei Unsicherheit helfen vorab die Klimatabelle und der Küstenvergleich.









