Der Mai ist auf Rhodos der Monat des Aufbruchs — die Insel ist noch grün vom Winterregen, Mohn und Wildblumen prägen das Inselinnere, und die Temperaturen sind genau in dem Bereich, in dem Besichtigungen und Wanderungen Spaß machen statt zu schlauchen. Gleichzeitig ist es der Monat des Übergangs: Das Meer ist noch frisch, und die Saison-Infrastruktur fährt erst Stück für Stück hoch. Wer das weiß und einplant, bekommt einen der charmantesten Monate des Jahres — oft zu deutlich besseren Preisen als im Hochsommer. Wie sich der Mai in die Reisezeiten des Jahres einordnet, hier im Überblick.
Wetter im Mai: Frühsommer ohne Härte
Tagsüber liegen die Temperaturen im Mai meist zwischen 22 und 26 °C — Anfang des Monats eher am unteren, Ende Mai am oberen Rand, an einzelnen Tagen auch darüber. Das sind gerundete langjährige Erfahrungswerte; einzelne Jahre weichen nach oben wie unten ab. Regen ist kaum noch ein Thema: Typisch sind ein bis zwei Regentage im ganzen Monat, die Sonne scheint zehn Stunden und mehr am Tag. Alle Werte im Jahresvergleich stehen in der Klimatabelle für Rhodos.
Eine Eigenheit des Mai wird gern unterschätzt: Die Abende sind noch deutlich kühler als im Hochsommer. Nach Sonnenuntergang fallen die Temperaturen Richtung 16 °C — wer draußen sitzt, braucht verlässlich eine Jacke oder einen Pullover. Tagsüber Sommer, abends Übergangszeit: So packt man für den Mai richtig.
Baden: möglich, aber ehrlich gesagt frisch
Hier muss man ehrlich sein: Das Meer hat im Mai erst 19 bis 20 °C — den Winter hat es noch nicht ganz abgeschüttelt. Abgehärtete und Kinder springen trotzdem hinein, und an windstillen Nachmittagen in geschützten Buchten wie Tsambika fühlt es sich wärmer an, als die Zahl vermuten lässt. Aber stundenlanges Planschen wie im August ist es nicht — wer den Urlaub primär im Wasser verbringen will, ist mit Juni bis Oktober besser bedient.
Dafür gehört der Strand im Mai fast einem allein: Der Sand ist nicht glühend heiß, Parkplätze sind frei, und die Buchten zeigen sich in einer Ruhe, die es ab Juni so nicht mehr gibt.
Sightseeing und Wandern: der beste Monat des Frühjahrs
Was im Juli zur Belastungsprobe wird, ist im Mai ein Vergnügen: Der Aufstieg zur Akropolis von Lindos funktioniert ohne Hitzeplanung, und Lindos selbst ist noch nicht von den Tagesausflugs-Wellen des Hochsommers geflutet. Auch die Altstadt von Rhodos lässt sich mittags begehen, ohne Schatten suchen zu müssen.
Vor allem aber ist der Mai — neben dem Oktober — der Wandermonat schlechthin: Das Inselinnere ist grün, die Wildblumen stehen, und Touren auf den Attavyros oder durch die Bergwälder am Profitis Ilias sind ohne Hitzerisiko machbar. Die besten Routen stehen im Beitrag Wandern auf Rhodos.
Saisonstart: was schon offen hat, was noch nicht
Der Mai ist der Monat, in dem die Insel hochfährt — nicht auf einen Schlag, sondern gestaffelt. Ab Anfang bis Mitte Mai öffnen Hotels, Strandbars und Liegen-Vermietungen Schritt für Schritt; gegen Ende des Monats ist praktisch alles in Betrieb. Wer in der ersten Maihälfte reist, sollte einplanen, dass an kleineren Stränden noch keine Infrastruktur steht und einzelne Tavernen außerhalb der Zentren noch geschlossen sind — je nach Betreiber und Wetterlage früher oder später. Rhodos-Stadt und Lindos sind davon kaum betroffen; dort läuft das Leben schon im April.
Auch Ausflugsboote und Busverbindungen takten im Mai noch nicht auf Hochsaison-Niveau — wer auf eine bestimmte Verbindung angewiesen ist, fragt am besten ein, zwei Tage vorher vor Ort nach. Dafür ist der Mai bei den Preisen einer der dankbarsten Monate: Flüge und Hotels liegen spürbar unter Hochsaison-Niveau, vor allem außerhalb der Feiertagswochen. Wie weit man das treiben kann, zeigt der Beitrag Rhodos mit kleinem Budget.
Für wen der Mai ideal ist
Wanderer und Aktive bekommen den grünsten, blühendsten Monat des Jahres ohne Hitzerisiko. Sightseeing-Reisende bekommen Altstadt, Akropolis und antike Stätten in angenehmem Klima und ohne Gedränge. Paare und Ruhesuchende bekommen leere Strände, freie Tische und Preise unter Hochsaison-Niveau. Und Fotografen bekommen eine Insel, die es so nur wenige Wochen gibt — danach brennt die Sommersonne das Grün braun.
Weniger geeignet ist der Mai für reine Badeurlauber: Das Meer ist mit 19 bis 20 °C schlicht noch frisch, und in der ersten Monatshälfte fehlt an manchen Stränden die Infrastruktur. Wer warmes Wasser bei voller Saison will, fährt im September — dem Spiegelmonat des Mai mit dem wärmsten Meer des Jahres — oder in den ruhigen Spätherbst-Auftakt des Oktobers.


