Die gute Nachricht zuerst: Rhodos gehört nicht zu den teuren griechischen Inseln. Anders als auf Mykonos oder Santorin konkurrieren hier hunderte Unterkünfte aller Preisklassen, die Insel ist groß genug für günstige Ecken, und das öffentliche Bussystem erreicht fast alle wichtigen Ziele. Die schlechte Nachricht: Wer im August pauschal in die erste Strandreihe bucht, jeden Tag zwei Liegen mietet und an der Promenade isst, zahlt Preise wie an der Côte d'Azur. Zwischen diesen beiden Polen liegen ein paar einfache Entscheidungen — hier sind sie, der Größe ihrer Wirkung nach sortiert, mit Zahlen vom Stand September 2026 statt mit Fantasiepreisen aus alten Blogartikeln.
Was ein Tag auf Rhodos wirklich kostet
Bevor es an die Spartipps geht, die nüchterne Kalkulation. Beide Beispiele gelten pro Person und Tag für zwei Personen, die sich ein Studio teilen — allein reisen ist auf Rhodos deutlich teurer, weil der Zimmerpreis nicht halbiert wird. Flug und Reiserücktrittsversicherung sind nicht enthalten.
- Sparsam, Nebensaison (Mai oder Oktober): Studio mit Kochnische 40 bis 55 € für zwei, also 20 bis 28 € pro Person · Übernachtungssteuer 1 bis 4 € pro Person · Frühstück aus Bäckerei und Supermarkt 3 bis 5 € · Gyros-Pita mittags 3,50 bis 5 € · Abendessen im Wechsel aus Selbstversorgung und einfacher Taverne 8 bis 15 € · Bus 3 bis 6 € · Wasser, Kaffee, Kleinkram 4 € · Eintritte im Schnitt 3 €. Macht rund 45 bis 65 € pro Person und Tag.
- Mittlere Linie, Hauptsaison: Studio oder einfaches Hotel 70 bis 100 € für zwei · Übernachtungssteuer 2 bis 8 € pro Person · Frühstück im Café 6 bis 9 € · Mittagssnack 6 bis 10 € · Tavernenabend inklusive Getränk 20 bis 30 € · anteiliger Mietwagen an drei von sieben Tagen samt Sprit 12 bis 15 € · Liegen an manchen Tagen 5 bis 8 € · Eintritte 5 bis 10 €. Macht rund 95 bis 135 € pro Person und Tag.
Der Abstand zwischen beiden Beispielen entsteht fast vollständig aus vier Entscheidungen: Reisezeit, Unterkunftstyp, Verkehrsmittel und wie oft man in der ersten Reihe isst. Alles andere sind Nachkommastellen.
Der größte Hebel: Reisezeit und Anreise
Nichts spart so viel wie der Kalender. Flüge und Unterkünfte kosten im Mai, in der ersten Junihälfte und im Oktober oft nur die Hälfte bis zwei Drittel der August-Preise — bei Wassertemperaturen, die im Oktober sogar höher liegen als im Juni. Wer nicht an Schulferien gebunden ist, bekommt mit Mai und Oktober die beste Kombination aus Preis und Wetter; die Abwägung im Detail steht im Artikel zur besten Reisezeit.
Die Preistreppe ist ziemlich stabil: Juli und August sind die Spitze, die zweite Junihälfte und die erste Septemberhälfte liegen leicht darunter, Mai, Anfang Juni und Oktober bilden die günstige Schulter. Wer noch weiter spart, landet im Winter — dann sind Flüge und Zimmer am billigsten, aber halb Faliraki und Lindos haben geschlossen, viele Busfahrpläne dünnen aus, und Baden fällt aus. Das ist keine Budget-Variante des Sommerurlaubs, sondern eine andere Reise.
Beim Flug gilt die übliche Mechanik: früh buchen oder sehr kurzfristig auf Restplätze setzen, Dienstag bis Donnerstag fliegen statt am Wochenende, und die Preise mehrerer Abflughäfen vergleichen — feste Regeln gibt es nicht, die Kurve schwankt von Jahr zu Jahr. Ein Detail wird oft übersehen: Bei Billigtarifen kostet das Aufgabegepäck hin und zurück schnell 60 bis 90 € pro Person, was den vermeintlich günstigen Flug einholt. Wer die Anreisevarianten samt Fähre vergleichen will, findet sie im Beitrag Anreise.
Unterkunft: Studios statt Resort, Süden statt Hotelmeile
Der zweite große Hebel ist die Art der Unterkunft. Neben den Hotelburgen gibt es auf Rhodos eine breite Schicht an Studios und Apartments — einfache Zimmer mit Kochnische, oft familiengeführt, in der Nebensaison als Größenordnung ab etwa 35 bis 50 € pro Nacht für zwei Personen, in der Hochsaison eher 60 bis 90 €. Die Kochnische ist dabei der eigentliche Sparfaktor: Frühstück und jedes zweite Abendessen aus dem Supermarkt halbieren das Essensbudget fast von allein. Als Faustregel gilt: Ein All-inclusive-Paket rechnet sich erst, wenn man tatsächlich drei Mahlzeiten und die Getränke im Haus konsumiert — wer die Insel sehen will, bezahlt das Buffet doppelt.
Auch die Lage entscheidet, und zwar in klaren Zonen:
- Teuer: Lindos mit seinen Kapitänshäusern, die Hotelmeile von Ixia und die Neustadt von Rhodos-Stadt rund um die Strandpromenade.
- Mittel: Faliraki, Kolymbia und Afandou — viel Auswahl, entsprechend große Preisspanne je nach Haus und Buchungszeitpunkt.
- Günstig: Gennadi und der Süden, das Dorf Theologos an der Westküste sowie Kremasti — allesamt Orte mit spürbar niedrigerem Preisniveau und deutlich leereren Stränden.
Der Preis für die günstigen Zonen ist ehrlich benannt: längere Wege, im Süden eine dünnere Busanbindung, in Kremasti und Theologos die Flugzeuge in der Einflugschneise. Wer abwägen will, welcher Ort zum eigenen Urlaubsstil passt, findet die Übersicht unter Wo übernachten auf Rhodos.
Die Übernachtungssteuer: der Posten, den alle vergessen
Seit 2024 erhebt Griechenland eine Abgabe für die Widerstandsfähigkeit gegen die Klimakrise, kurz TAKK. Sie ersetzt die frühere Übernachtungssteuer, wird pro Zimmer und Nacht berechnet und in der Unterkunft kassiert — Booking, Airbnb und Reiseveranstalter zeigen sie im Buchungspreis in aller Regel nicht an. Für Budget-Reisende ist sie deshalb genau die Art von Überraschung, die eine knappe Kalkulation kippt.
- April bis Oktober: von 2 € pro Nacht für einfache Häuser der unteren Kategorien bis 15 € für Fünf-Sterne-Hotels und große Ferienhäuser. Kurzzeitvermietungen unter 80 Quadratmetern liegen bei 8 € (Stand September 2026).
- November bis März: deutlich weniger, je nach Kategorie 0,50 bis 4 € pro Nacht.
Für zwei Wochen im Studio im Juni sind das grob 30 bis 110 € extra, je nach Haustyp — Geld, das im Budget eingeplant sein sollte statt am letzten Tag an der Rezeption zu überraschen. Zahlbar ist meist bar oder per Karte vor Ort; eine Quittung kann man verlangen. Ein Nebeneffekt für Sparfüchse: Da die Abgabe pro Zimmer und nicht pro Person anfällt, wird sie pro Kopf günstiger, je mehr Leute im Zimmer schlafen. Weitere Zahlungsdetails stehen im Beitrag Geld und Trinkgeld.
Essen: gut und günstig ist kein Widerspruch
Griechenland hat eine der besten Budget-Küchen Europas — man muss sie nur dort essen, wo die Einheimischen essen:
- Gyros-Pita: Das Souvlaki- oder Gyros-Pita vom Grillimbiss kostet 3,50 bis 5 € (Stand September 2026) und ist eine vollwertige Mahlzeit. An Strandpromenaden und in der Altstadt-Touristenzone wird daraus schnell das Doppelte — zwei Straßen weiter ins Wohnviertel gehen lohnt sich fast immer.
- Taverne: Hauptgerichte kosten in normalen Tavernen 10 bis 16 €, ein halber Liter Hauswein 4 bis 7 € — ein Abendessen zu zweit liegt damit bei 40 bis 60 €. Teilen ist üblich: zwei Hauptgerichte plus Salat reichen gut für drei Personen, und mittags sind viele Karten abseits der ersten Reihe etwas günstiger.
- Mezedes statt Hauptgang: Drei bis vier kleine Vorspeisen — Tzatziki, Fava, Gigantes, gebratene Zucchini — kosten zusammen weniger als zwei Hauptgerichte, sind sättigend und näher an der lokalen Esskultur. In vielen Häusern der günstigste Weg zu einem vollständigen Abendessen.
- Bäckerei-Frühstück: Tiropita (Käsetasche), Spanakopita oder ein Sesamring mit Kaffee — das griechische Bäckerei-Frühstück kostet wenige Euro und schlägt jedes Hotelbuffet an Lokalkolorit.
- Supermarkt: Joghurt, Obst, Oliven, Käse, Brot — wer ein Studio mit Kühlschrank hat, deckt Frühstück und Strandverpflegung für einen Bruchteil der Restaurantpreise. Die 1,5-Liter-Wasserflasche kostet im Supermarkt etwa 0,45 bis 0,60 €, am Strandkiosk oder im Hotelkühlschrank das Drei- bis Vierfache (Stand September 2026). Die großen Ketten liegen dabei durchweg unter den kleinen Touristenläden am Hotelausgang.
- Getränke: Der größte stille Kostenfaktor. Ein Bier in der Taverne kostet 4 bis 6 €, dieselbe Flasche im Supermarkt unter 1,50 €. Wer auf der Terrasse des Studios anstößt und in der Taverne beim Hauswein bleibt, spart über zwei Wochen leicht 100 €.
Alle Beträge sind Größenordnungen vom Stand September 2026 — die Preise sind zuletzt jährlich gestiegen, also vor Ort auf die Karte schauen statt alten Blogartikeln vertrauen. Was auf einer griechischen Speisekarte steht und was der Unterschied zwischen Taverne, Estiatorio und Ouzeri ist, erklärt der Beitrag Essen und Trinken.
Zwei Dinge kosten übrigens nichts und werden trotzdem oft bezahlt: Brot und Gedeck werden in einfachen Tavernen meist mit wenigen Cent berechnet oder gar nicht — wo dafür mehrere Euro erscheinen, ist man in der Touristenzone gelandet. Und Leitungswasser wird in vielen Häusern kostenlos in der Karaffe gebracht, wenn man danach fragt.
Mobilität: Bus statt Mietwagen — und wo die Rechnung kippt
Der öffentliche Bus ist das unterschätzte Sparinstrument der Insel. Die KTEL-Linien bedienen die ganze Ostküste von Rhodos-Stadt über Faliraki und Archangelos bis Lindos und weiter in den Süden, die städtischen RODA-Busse die Vororte und die Westküste. Die Einzelpreise ab Rhodos-Stadt (Stand September 2026):
- Faliraki 2,50 €
- Lindos 5,50 €
- Gennadi 7,10 €
- Prasonisi an der Inselsüdspitze 10,50 €
- RODA in die Vororte Ialyssos und Trianda 2,20 bis 2,30 €
- Flughafenbus in die Stadt 2,50 € im Vorverkauf; wer erst beim Fahrer löst, zahlt je nach Bus mehr, und ob Karte oder nur Bargeld akzeptiert wird, wechselt — kleine Scheine bereithalten
Gegenüber einer Mietwagen-Woche mit Sprit und Parkplatzsuche ist das ein Bruchteil. Linien, Taktung und die ehrlichen Grenzen des Systems stehen im Detail-Artikel Busse auf Rhodos.
Die Grenzen gehören dazu: Abends enden viele Verbindungen früh, sonntags ist der Takt dünn, Querverbindungen abseits der Küstenstraßen fehlen fast völlig, und Ziele wie das Landesinnere oder die Westküsten-Burgen sind per Bus kaum sinnvoll zu machen. Nach Prasonisi fährt zwar ein Bus, aber nur wenige Male am Tag — ein Tagesausflug will genau geplant sein.
Und es gibt einen Punkt, an dem die Sparrechnung kippt: Der Bus kostet pro Person, der Mietwagen pro Auto. Zu zweit nach Lindos und zurück sind 22 €, zu viert 44 € — mehr, als ein Kleinwagen an dem Tag kostet. Als Faustregel: Bis zwei Personen gewinnt fast immer der Bus, ab drei Personen mit mehreren Ausflügen rechnet sich das Auto. Die ehrliche Budget-Lösung heißt deshalb selten „nie Mietwagen“, sondern „Mietwagen für zwei, drei gezielte Tage“ — Inselsüden, Westküste, Bergdörfer — und den Rest mit dem Bus. Auch das ist bezahlbarer als sein Ruf: In der Nebensaison kostet der Kleinwagen 10 bis 20 € pro Tag, im Juli und August rund 40 € (Stand September 2026), dazu Sprit. Beim Vergleich lohnt der Blick auf die Selbstbeteiligung: Die vermeintlich billigsten Angebote werden am Schalter durch eine teure Zusatzversicherung wieder eingeholt.
Kostenlose Highlights: das Beste der Insel kostet nichts
Die vielleicht beste Nachricht für kleine Budgets: Ausgerechnet die größten Sehenswürdigkeiten von Rhodos sind gratis.
- Die Altstadt von Rhodos — UNESCO-Welterbe, mittelalterliche Gassen, Stadtmauern von außen — ist frei zugänglich und füllt allein ein bis zwei Tage. Eintritt kosten nur einzelne Bauwerke wie der Großmeisterpalast.
- Die Akropolis von Rhodos auf dem Monte Smith mit Stadion und Tempelresten ist kostenlos — und der Hügel liefert den besten Gratis-Sonnenuntergang der Stadt.
- Der Rodini-Park südlich der Stadt: schattige Bachläufe, Pfauen, ein antikes Felsengrab — freier Eintritt, zu Fuß oder mit dem Stadtbus erreichbar.
- Das Tal der Sieben Quellen mit seinem Platanenwald und dem Stausee kostet keinen Eintritt, nur der Weg dorthin fällt an.
- Die Burgruinen Monolithos und Kritinia an der Westküste — zwei der stimmungsvollsten Aussichtspunkte der Insel, beide frei zugänglich.
- Das Kloster Tsambika hoch über der Ostküste: Der Aufstieg über die Treppe kostet Schweiß, aber kein Geld. Ebenso die byzantinische Kirche in Asklipio mit ihrer Burgruine — die Kirche selbst bittet allenfalls um eine kleine Spende für das angeschlossene Museum.
- Strände kosten grundsätzlich nichts: Niemand muss Liegen mieten. An fast jedem Strand gibt es freie Abschnitte fürs eigene Handtuch — wo genau, regeln die Strandregeln.
- Bergdörfer wie Embonas oder Salakos, die Westküsten-Aussichten und die Dörfer im Süden kosten nur den Weg dorthin — ideale Ziele für die gezielten Mietwagen-Tage.
- Wandern ist auf Rhodos umsonst: Der Aufstieg auf den Profitis Ilias, die Wege am Attavyros oder Küstenpfade brauchen nur festes Schuhwerk und Wasser. Eine Auswahl steht unter Wandern auf Rhodos.
Freie Eintrittstage und Ermäßigungen
Wo doch Eintritt fällig wird, lässt er sich legal umgehen. Die staatlichen Stätten kosten regulär: Akropolis von Lindos und Großmeisterpalast je 20 €, Kamiros, Filerimos und das Archäologische Museum je 10 € (Stand September 2026). Privat oder kommunal betriebene Ziele wie Petaloudes und Kallithea liegen bei 5 € regulär und 3 € ermäßigt.
Für die staatlichen Stätten gelten zwei Regeln, die zusammen viel Geld sparen:
- Freie Tage für alle: 6. März, 18. April, 18. Mai, das letzte September-Wochenende, der 28. Oktober sowie von November bis März jeder erste Sonntag im Monat. Das letzte September-Wochenende fällt dabei mitten in eine noch badetaugliche Reisezeit — für Kulturinteressierte ein hervorragender Termin.
- EU-Bürgerinnen und -Bürger bis einschließlich 25 Jahre zahlen mit Personalausweis oder Reisepass grundsätzlich keinen Eintritt in staatlichen Stätten und Museen. Ein Ticket muss trotzdem am Schalter geholt werden, es lautet nur auf 0 €. Für junge Reisende ist die halbe Insel damit gratis.
Wichtig zur Einordnung: Diese Regeln gelten für Stätten in staatlicher Verwaltung, nicht für private Anbieter, Ausflugsboote oder Wasserparks. Und die freien Tage sind an den Hauptattraktionen entsprechend voll — wer den Großmeisterpalast am 18. Mai umsonst sehen will, sollte früh am Vormittag dort sein.
Strandtag ohne Liegengebühr
Der Strand ist in Griechenland öffentliches Gut, und das ist seit der Reform des Küstengesetzes 2024 auch praktisch durchgesetzt. Konzessionäre dürfen nur einen Teil der Fläche mit Liegen belegen — Faustregel: rund 70 Prozent eines Strandes müssen frei bleiben, in besonders geschützten Abschnitten sogar 85 Prozent. Zusätzlich gilt ein Streifen von mindestens vier Metern ab der Wasserlinie, der komplett liegenfrei sein muss und den freien Zugang zum Wasser sichert. Kontrolliert wird das inzwischen mit Drohnen und Meldungen über die staatliche App; die Zahl der Beanstandungen war in den letzten Sommern erheblich.
Für Reisende heißt das ganz nüchtern: Das eigene Handtuch auf einem freien Abschnitt auszubreiten ist erlaubt, und ein selbst mitgebrachter Sonnenschirm fällt nicht unter die Konzessionsregeln. Niemand darf zur Anmietung einer Liege gedrängt werden, nur weil man auf öffentlicher Fläche liegt. Umgekehrt gilt der Anstand: Wer sich mitten in eine kommerziell belegte Reihe legt, sucht sich Ärger, den es nicht braucht — zwanzig Meter weiter ist meist frei. Die Details zu Zugangswegen, Schirmabständen und Ruhezeiten stehen in den Strandregeln.
Ausflüge selbst organisieren statt buchen
Die Preisdifferenz zwischen einem gebuchten Ausflug und derselben Strecke in Eigenregie ist der zweitgrößte Einzelposten nach der Unterkunft. Ein Beispiel: Der Tagesausflug nach Lindos mit Bus, Reiseleitung und „freier Zeit“ kostet als Paket je nach Anbieter 35 bis 55 € pro Person. Mit dem KTEL-Bus sind es 11 € hin und zurück; der Eintritt auf die Akropolis von Lindos ist in beiden Fällen extra oder für unter 26-Jährige gratis. Man verliert die Erklärungen, gewinnt aber Zeit und drei Stunden Aufenthalt statt neunzig Minuten.
Dasselbe Muster funktioniert an vielen Stellen:
- Inselhopping in Eigenregie: Die Fähre nach Symi oder Chalki selbst am Hafen zu buchen ist meist günstiger als das Komplettpaket — und man bestimmt selbst, wie lange man bleibt.
- Bootstouren: Direkt am Mandraki-Hafen vergleichen statt an der Hotelrezeption buchen; die Spanne zwischen Anbietern ist groß, siehe Bootstouren ab Rhodos.
- Bergdorf-Runde: Ein Mietwagentag zu dritt oder zu viert kostet pro Kopf weniger als jede geführte Inselrundfahrt und geht dorthin, wo die Busse nicht halten.
Eine Warnung gehört dazu: Angebote, die auffällig billig sind und eine „Besichtigung“ eines Teppich-, Schmuck- oder Pelzgeschäfts enthalten, finanzieren sich über die Verkaufsveranstaltung. Das ist kein Betrug, kostet aber die halbe Ausflugszeit.
Was sich trotzdem lohnt zu bezahlen
Sparen ist kein Selbstzweck. Ein paar Ausgaben haben auf Rhodos ein so gutes Verhältnis von Preis zu Erlebnis, dass sie auch in ein knappes Budget gehören:
- Die Akropolis von Lindos. 20 € sind viel, aber der Felsen über der Bucht ist das Bild, das von dieser Insel bleibt. Wer sparen muss, streicht lieber zwei Tavernenabende.
- Ein bis zwei Mietwagentage. Der Westen, die Bergdörfer und der Süden erschließen sich anders nicht. Das ist keine Bequemlichkeit, sondern der Zugang zur halben Insel.
- Ein Ausflug nach Symi. Der Hafen von Gialos gehört zu den schönsten der Ägäis und ist mit der Linienfähre erschwinglich.
- Sonnenschutz und Wasser. Am falschen Ende gespart, endet der Urlaub mit Sonnenbrand oder Kreislaufproblemen — beides teurer als jede Flasche.
- Trinkgeld. 5 bis 10 Prozent in der Taverne sind üblich und gehören zum fairen Umgang mit Leuten, die in einer sehr saisonalen Branche arbeiten.
Spartipps, die nichts bringen
Ehrlichkeit gehört zu einem Budget-Ratgeber dazu — diese verbreiteten Ratschläge helfen auf Rhodos wenig bis gar nicht:
- „Nimm nie einen Mietwagen.“ Ab drei Personen und zwei Ausflügen ist das Auto rechnerisch im Vorteil. Dogmatisches Busfahren kostet dann Geld und Zeit.
- „Wohne ganz billig weit draußen.“ Wer täglich zweimal Taxi zahlt oder 40 Minuten Fußweg zum Strand hat, gibt das Ersparte zurück — an Geld oder an Urlaubstagen.
- „Buche All-inclusive, dann weißt du, was du zahlst.“ Stimmt nur, wenn man tatsächlich im Haus bleibt. Für eine Rundreise-Woche ist es der teuerste Weg, drei Mahlzeiten nicht zu essen.
- „Wechsle Geld an der Wechselstube.“ Der Euro gilt in Griechenland. Und beim Abheben nie die angebotene Umrechnung in die Heimatwährung annehmen — immer in Euro abrechnen lassen.
- „Im Winter ist alles billig.“ Ja, aber die Nebensaison-Ersparnis nützt nichts, wenn Strandbars, viele Tavernen und ein Teil der Busfahrpläne pausieren.
- Preisvergleich beim Wasser bis auf den Cent. Zehn Cent Unterschied pro Flasche machen im Urlaub keine drei Euro. Die Liegen, die Getränkekarte und die Unterkunft entscheiden das Budget, nicht der Supermarktzettel.
Kleine Hebel, die sich summieren
Zum Schluss die Kleinigkeiten, die zusammen ein spürbares Polster ergeben: Das Leitungswasser auf Rhodos erfüllt in Rhodos-Stadt und den großen Ferienorten die EU-Trinkwasserstandards, schmeckt aber vielerorts nach Kalk oder leicht salzig, und in älteren Häusern und abgelegenen Dörfern ist die Leitung das Problem, nicht das Wasser. Praktisch heißt das: in der Unterkunft nachfragen, zum Zähneputzen und Kochen bedenkenlos nutzen, zum Trinken im Zweifel die großen 6×1,5-Liter-Packungen aus dem Supermarkt kaufen statt Einzelflaschen am Kiosk. Eine wiederbefüllbare Flasche lohnt sich trotzdem — kalt aus dem Kühlschrank an den Strand, statt dreimal am Tag 2 € am Strandkiosk.
Kaffee im Stehen oder zum Mitnehmen kostet deutlich weniger als am Promenadentisch — der Freddo Espresso liegt beim Bäcker oder Kiosk bei 2,50 bis 4 € (Stand September 2026), an der Promenade darüber. Nachtleben geht ebenfalls günstig: Die Bars in den Seitengassen der Altstadt und in den Wohnvierteln nehmen einen Bruchteil der Clubpreise von Faliraki, und der Sonnenuntergang vom Monte Smith mit einer Flasche Wein aus dem Supermarkt ist ohnehin die bessere Abendunterhaltung. Und beim Geldabheben den Automaten einer griechischen Bank wählen: Die sind seit August 2025 für Euro-Karten gebührenfrei, während die bunten Euronet-Automaten weiterhin die erlaubten 1,50 € Gebühr nehmen und oft einen schlechten Wechselkurs andrehen wollen — die Details stehen im Beitrag Geld und Trinkgeld.
Als ehrliche Gesamtgrößenordnung: Zu zweit im Studio, mit Bus, Imbiss-Mittag, Tavernen-Abend im Wechsel mit Selbstversorgung und ohne Liegen-Abo sind in der Nebensaison etwa 45 bis 65 € pro Person und Tag inklusive Unterkunft und Übernachtungssteuer realistisch, in der Hochsaison mit gelegentlichem Mietwagen eher 95 bis 135 € — nach oben ist bekanntlich alles offen. Rhodos ist damit keine Billiginsel, aber eine, auf der man den Preis seines Urlaubs selbst bestimmt.
Häufige Fragen
- Wie viel Geld braucht man pro Tag auf Rhodos?
- Sparsam gerechnet — zu zweit im Studio mit Kochnische, Bus statt Mietwagen, Imbiss mittags und Selbstversorgung im Wechsel mit einfachen Tavernen — sind in der Nebensaison etwa 45 bis 65 € pro Person und Tag inklusive Unterkunft und Übernachtungssteuer realistisch. In der Hochsaison mit Hotel, täglichem Restaurantbesuch und anteiligem Mietwagen liegt die mittlere Linie eher bei 95 bis 135 €. Flug, Versicherung und Souvenirs sind dabei nicht eingerechnet (Stand September 2026).
- Welche Sehenswürdigkeiten auf Rhodos sind kostenlos?
- Kostenlos zugänglich sind unter anderem die Altstadt von Rhodos mit ihren Gassen und Stadtmauern von außen, die Akropolis von Rhodos auf dem Monte Smith, der Rodini-Park, das Tal der Sieben Quellen, die Burgruinen Kritinia und Monolithos, das Kloster Tsambika samt Aufstieg sowie die Kirche mit Burgruine in Asklipio. Auch alle Strände, Bergdörfer und Wanderwege kosten nichts — Eintritt fällt nur an den staatlichen Ausgrabungsstätten und in den Museen an.
- Kommt man auf Rhodos ohne Mietwagen aus?
- Für die Ostküste ja: KTEL-Busse fahren von Rhodos-Stadt nach Faliraki (2,50 €), Lindos (5,50 €), Gennadi (7,10 €) und bis Prasonisi (10,50 €), die RODA-Busse bedienen Stadt und Vororte ab 2,20 € (Stand September 2026). Abends und sonntags wird der Takt allerdings dünn, und Westküste, Bergdörfer und Querverbindungen sind kaum abgedeckt. Ab drei Reisenden kippt die Rechnung ohnehin: Der Bus kostet pro Person, das Auto pro Fahrzeug. Bewährt hat sich die Mischung aus Bus im Alltag und Mietwagen an zwei, drei gezielten Tagen.
- Wann ist Rhodos am günstigsten?
- Für einen Badeurlaub sind Mai, die erste Junihälfte und der Oktober am günstigsten: Flüge und Unterkünfte kosten dort oft nur die Hälfte bis zwei Drittel der August-Preise, das Meer ist im Oktober sogar wärmer als im Juni. Noch billiger wird es von November bis März, dann sinkt auch die Übernachtungssteuer auf 0,50 bis 4 € — dafür haben viele Hotels, Tavernen und Strandbars geschlossen und die Busfahrpläne dünnen aus.
- Muss man auf Rhodos für Sonnenliegen bezahlen?
- Nein. Zwei Liegen mit Schirm kosten je nach Strand 10 bis 30 € pro Tag, aber niemand muss sie mieten. Griechische Strände sind öffentliches Gut: Ein Streifen von mindestens vier Metern ab der Wasserlinie muss liegenfrei bleiben, und rund 70 Prozent der Strandfläche dürfen gar nicht kommerziell belegt werden — in Schutzgebieten sogar 85 Prozent. Das eigene Handtuch und ein mitgebrachter Sonnenschirm sind auf den freien Abschnitten ausdrücklich erlaubt.
- Welche Zusatzkosten werden auf Rhodos oft vergessen?
- Vor allem die Klimakrisen-Abgabe TAKK: Sie wird pro Zimmer und Nacht vor Ort kassiert, ist in Buchungsportalen meist nicht im Preis enthalten und liegt von April bis Oktober je nach Unterkunftskategorie zwischen 2 und 15 € pro Nacht. Dazu kommen typischerweise Aufgabegepäck bei Billigflügen, die Selbstbeteiligung beim Mietwagen, Automatengebühren an Euronet-Geräten und die Getränkerechnung, die in Tavernen schnell ein Drittel der Rechnung ausmacht.



