Griechenland ist Euroland — Wechselgebühren entfallen also komplett. Spannender ist, wie man auf Rhodos zahlt, an welchen Geldautomaten Gebühren lauern und wie viel Trinkgeld in welcher Situation als angemessen gilt.
Karte oder Bargeld?
In Rhodos-Stadt, Lindos, Faliraki, Ialyssos sowie in allen größeren Hotels und Tankstellen wird die Karte fast überall akzeptiert (Visa und Mastercard problemlos, American Express seltener). In kleinen Tavernen, auf Wochenmärkten, an Strandkiosken, in Bergdörfern und bei manchen Sonnenliegen-Vermietern gilt weiter: Bargeld bevorzugt.
Eine sinnvolle Mischung: Karte für größere Beträge (Hotel, Mietwagen, Tankstelle, gehobene Restaurants) und 100 bis 150 € Bargeld pro Person und Woche für Tavernen, Cafés, Strand und Souvenirs.
Geld abheben
Bankautomaten gibt es in jedem Ort von einer gewissen Größe. Verlässlich sind die Automaten der griechischen Banken: Alpha Bank, Eurobank, Piraeus Bank, Nationale Bank von Griechenland. Sie erheben in der Regel keine eigene Zusatzgebühr — es greift nur, was die Hausbank für Auslandsabhebungen verlangt.
Die knallgelben Automaten von Euronet oder Cardpoint in Touristenzentren funktionieren technisch problemlos, kosten aber 3 bis 5 € pro Abhebung und drängen DCC besonders aggressiv auf. Wenn möglich, lieber zur nächsten Bankfiliale gehen.
Trinkgeld in der Taverne
Trinkgeld ist auf Rhodos üblich, aber zurückhaltender als in den USA. Praktisch eingebürgert hat sich:
- Taverne / Restaurant: rund 5 bis 10 % bei normalem Service. Bei kleinen Familienlokalen reicht es, den Restbetrag liegen zu lassen.
- Café / Bar: Münzen auf den nächsten Euro aufrunden — kein Prozentrechnen.
- Strandbar mit Liegenservice: 1 € pro Bestellung ist üblich.
Die griechische Praxis: Man lässt sich das Wechselgeld geben und legt das Trinkgeld danach offen auf den Tisch oder unter den Teller. Der Klassiker „den Rest geben“ direkt beim Bezahlen ist eher uncharmant — er wirkt schnell wie ein Verzicht aus Verlegenheit. 15 bis 20 % wie in den USA werden auf Rhodos nicht erwartet und auch nicht als großzügig, sondern eher als unsicher gelesen.
Taxi, Hotel, Touren
Taxi: Aufrunden auf den nächsten ganzen Euro reicht. Bei längeren Strecken (Flughafen → Lindos) sind 2 bis 5 € freundlich, aber nicht zwingend.
Hotel: Kofferträger 1 € pro Stück, Zimmermädchen 1 bis 2 € pro Tag — am besten täglich auf dem Nachttisch, nicht en bloc am Reiseende. So landet das Geld zuverlässig bei der Person, die wirklich putzt.
Bootstour, Tauchen, Stadtführung: 5 bis 10 € pro Person bei einem ganztägigen Ausflug, wenn die Tour gut war.
Preisniveau im Überblick
Rhodos liegt im griechischen Vergleich im Mittelfeld — günstiger als Mykonos oder Santorini, etwas teurer als Karpathos oder das Festland. Realistische Tagesbudgets pro Person:
- Einfach: Selbstversorgung plus Bus — ab rund 50 €.
- Mittel: Hotel mit Frühstück, eine Taverne, ein Strand-Drink — etwa 90 bis 120 €.
- Gehoben: gutes Hotel, Mietwagen anteilig, abends auswärts — ab 180 €.
Stark abweichend ist die erste Reihe in Lindos und an einzelnen Beach-Clubs in der Hochsaison. Ergänzend gilt seit 2018 eine Übernachtungssteuer pro Zimmer und Nacht, gestaffelt nach Hotelkategorie (von rund 0,50 € im Apartment bis etwa 4 € im Fünf-Sterne-Haus).
Konkrete Preise zur Orientierung
Verlässliche Richtwerte aus jüngeren Saisons:
- Espresso oder Freddo Espresso: 2,50 – 3,50 €
- Frappé am Strand: 4 – 5 €
- Kleine Flasche Wasser im Supermarkt: 0,40 €, am Strand: 1,50 – 2 €
- Gyros Pita zum Mitnehmen: 3 – 4 €
- Mythos-Bier 0,5 l in der Taverne: 4 – 5 €
- Karaffe Hauswein 1 l: 8 – 12 €
- Mezedes-Teller: 5 – 9 € pro Stück
- Gegrillter Fisch: 50 – 80 € pro Kilo, eine ganze Dorade etwa 18 – 25 €
- Sonnenliege mit Schirm: 8 – 25 € pro Tag
- Tagesmiete Kleinwagen: 30 – 55 €, Hochsaison eher 60 – 80 €
- Tankfüllung Kleinwagen: 50 – 60 €
- Eintritt Akropolis Lindos: 12 €, Großmeisterpalast: 10 €
Mehrwertsteuer und Quittung
In Restaurants und Tavernen ist die Mehrwertsteuer (13 % auf Lebensmittel, 24 % auf Getränke) immer im Endpreis enthalten — eine separate Auflistung wie in Deutschland gibt es nicht. Eine offizielle Quittung („apodixi“) ist gesetzlich vorgeschrieben und wird in fast allen Lokalen automatisch ausgehändigt. Wenn keine kommt, freundlich nachfragen — das ist normal und wird nicht diskutiert.



