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Reisetipps

Anreise nach Rhodos

Direktflug, Umstieg über Athen, Fähre ab Piräus oder Auto über Italien — die realistischen Wege nach Rhodos und alles, was nach der Landung am Flughafen Diagoras zählt.

8 Min. LesezeitAktualisiert 4. Mai 2026

Rhodos liegt im Südosten der Ägäis, nur wenige Kilometer vor der türkischen Küste — und ist trotzdem aus Mitteleuropa unkompliziert erreichbar. Zwischen Mitte April und Ende Oktober ist der Direktflug der Normalfall. Im Winter läuft fast alles über Athen. Wer Inselhopping plant oder bewusst langsam reist, kann auch die Fähre ab Piräus nehmen.

Direktflug nach Rhodos

Der Flughafen Rhodos-Diagoras (RHO) wird von April bis Oktober von praktisch allen größeren europäischen Flughäfen direkt bedient. Aus dem deutschsprachigen Raum sind je nach Saison Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart, Hannover, Wien, Zürich und Basel realistische Abflugorte. Die reine Flugzeit ab Deutschland liegt bei rund drei Stunden.

Das Angebot ist stark touristisch geprägt: Neben Linienflügen fliegen viele Charterketten die Insel an. Charterflüge sind oft günstiger und auf Hotelpakete zugeschnitten, Linienflüge sind flexibler bei Umbuchung, Tagen und Gepäck. Wer nur Flug und Mietwagen sucht, vergleicht beides — gute Direktflüge nach 18 Uhr werden in der Hochsaison schnell knapp.

Umstieg über Athen

Zwischen November und März dünnt das Direktflugangebot deutlich aus. Verlässlich bleibt der Umstieg in Athen mit anschließendem Inlandsflug. Diesen bedienen ganzjährig vor allem Aegean Airlines und Olympic Air, die Flugzeit beträgt knapp eine Stunde, getaktet wird mehrmals täglich.

Auf einem durchgängigen Ticket ist das Gepäck normalerweise bis Rhodos durchgecheckt und Anschlussverbindungen sind im Verspätungsfall geregelt. Bei zwei separat gebuchten Tickets muss das Gepäck in Athen abgeholt, neu aufgegeben und die Sicherheitskontrolle erneut passiert werden — dafür sollten mindestens 2,5 Stunden Puffer eingeplant werden.

Fähre ab Piräus

Die klassische Fährverbindung führt vom Athener Hafen Piräus nach Rhodos. Die Überfahrt dauert je nach Route etwa 15 Stunden, weil unterwegs meist mehrere Dodekanes-Inseln wie Kos, Kalymnos, Leros oder Patmos angelaufen werden. Auf der Route fahren vor allem Blue Star Ferries; für die Verbindung nach Kreta ist ANEK Lines zuständig.

Für eine reine Pauschalreise lohnt sich die Fähre praktisch nie. Sinnvoll wird sie, wenn mehrere Inseln kombiniert werden, das eigene Auto mitkommt oder bewusst entschleunigt gereist wird. In der Hochsaison Kabinen und Fahrzeugplätze möglichst früh buchen — Deckpassagen sind günstig, bei Nachtfahrten aber unbequem.

Mit dem eigenen Auto

Die Anreise mit dem eigenen Pkw ist machbar, aber sehr lang. Üblich ist die Route über Italien (Venedig, Ancona oder Bari) per Autofähre nach Igoumenitsa oder Patras, dann auf der Straße weiter nach Piräus und von dort mit der Autofähre nach Rhodos. Bari–Patras dauert rund 17,5 Stunden, Piräus–Rhodos noch einmal etwa 15 Stunden. Für ein bis zwei Wochen Inselurlaub ist das selten verhältnismäßig — ein Mietwagen vor Ort ist fast immer die bessere Wahl.

Flughafen Diagoras: Lage und erste Orientierung

Der Flughafen liegt an der Westküste bei Paradisi, rund 14 Kilometer südlich von Rhodos-Stadt. Mit dem Auto erreicht man das Stadtzentrum in 20 bis 30 Minuten, Faliraki in etwa 30 bis 40, Lindos je nach Verkehr in rund einer Stunde.

Der Betrieb ist stark saisonal. An Tagen mit vielen Charterankünften können Gepäckausgabe, Mietwagenschalter und Taxistand erkennbar voll werden. Wer mittags in der Hochsaison landet und direkt in den Süden weiterwill, sollte für die ersten zwei Stunden nichts eng takten.

Vom Flughafen weiter

Drei praktikable Optionen für die Weiterfahrt:

  • Linienbus: Die RODA-Busse verbinden den Flughafen mehrmals täglich mit Rhodos-Stadt, etwa von 6 bis 24 Uhr. Tickets gibt es am Flughafen-Schalter, im Kiosk oder beim Fahrer; deutlich günstiger als das Taxi, dafür mit längerer Fahrzeit. Die Haltestelle liegt direkt vor dem Terminal.
  • Taxi: Die offiziellen Tarife für Fahrten ab Flughafen hängen am Taxistand aus. Schnellste Lösung nach Rhodos-Stadt, Ialyssos, Faliraki oder zur Kallithea-Bucht. Bei längeren Strecken den Preis vor dem Einsteigen bestätigen lassen.
  • Mietwagen: Sinnvoll, wenn nicht nur Hotelstrand und Stadt auf dem Programm stehen. Für Lindos, Monolithos, Embonas, Lachania, Prasonisi oder Petaloudes ist ein Auto die mit Abstand flexibelste Lösung.

Bus oder Mietwagen?

Rhodos-Stadt ist der beste Ausgangspunkt für Reisende ohne Auto. Beide Buslinien starten hinter der Markthalle Néa Agorá: RODA bedient die G. Averof als Abfahrtspunkt und fährt das Stadtgebiet, den Norden (Ixia, Ialyssos, Filerimos), Kallithea, Faliraki, den Flughafen und die Westküste bis Monolithos an. KTEL startet an der Platía Rímini und fährt die Ostküste und den Süden — bis Lindos, Lachania und Prasonisi.

Klassiker wie Lindos, Faliraki, Kallithea, das Tal der Schmetterlinge oder Tsambika sind per Bus gut machbar. Wer mehrere Stopps an einem Tag verbinden will — etwa Kamiros, Embonas und Monolithos oder Lindos kombiniert mit Lachania und Prasonisi — kommt mit Mietwagen erheblich weiter.

Mietwagen direkt am Flughafen

Im Terminal sitzen die internationalen Ketten (Hertz, Sixt, Avis, Europcar, Enterprise), lokale Anbieter wie Kosmos, Drive oder Auto Union arbeiten teils mit Shuttle zu nahen Außenstationen. Beides funktioniert; entscheidend ist nicht der Name, sondern die konkrete Versicherung.

Vor der Unterschrift auf Selbstbeteiligung sowie auf Reifen-, Glas- und Unterbodenschutz achten — diese Schäden sind in den Standardpolicen meist nicht abgedeckt. Auf engen Bergstraßen, Bordsteinen, Schotterzufahrten und steilen Parkplätzen sind sie aber typisch. Bei der Übergabe einmal mit dem Smartphone rund ums Auto filmen.

Anreise zu den wichtigsten Urlaubsorten

  • Rhodos-Stadt: per Taxi oder RODA-Bus; ideal ohne Mietwagen.
  • Ialyssos / Ixia: nahe am Flughafen, kurze Transfers, viele Strandhotels.
  • Faliraki / Kallithea: mit Bus gut erreichbar, ohne Auto entspannt.
  • Afandou / Kolymbia / Archangelos: per Bus möglich, mit Mietwagen flexibler.
  • Lindos: rund eine Stunde Fahrt; Direkttransfer oder Mietwagen.
  • Lachania / Prasonisi: tief im Süden — vorab gebuchter Transfer oder Auto.
  • Monolithos / Embonas / Skala Kameirou: West- und Bergland, hier ist ein Auto klar die beste Wahl.

Einreise, Ausweis und Führerschein

Griechenland gehört zur EU und zum Schengen-Raum. Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reicht ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Kinder benötigen ein eigenes Ausweisdokument (Kinderreisepass, biometrischer Pass oder Personalausweis); für alleinreisende Minderjährige ist eine amtlich beglaubigte Einverständniserklärung der Eltern erforderlich.

Für Mietwagen genügt der nationale Führerschein. Er muss in der Regel mindestens ein Jahr alt sein, das Mindestalter liegt bei 21 Jahren — viele Anbieter setzen für bestimmte Fahrzeugklassen 23 oder 25 Jahre an. Eine Kreditkarte auf den Hauptfahrer ist Standard.

Handy, Roaming und Internet

Innerhalb der EU gilt „Roam like at home“: Telefonie, SMS und mobile Daten werden wie zu Hause abgerechnet. Die griechischen Netze (Cosmote, Vodafone GR, Wind) decken Rhodos-Stadt, die Ostküste und alle Urlaubsorte gut ab. Im Bergland und an einsamen Westküstenabschnitten kann der Empfang punktuell schwächer werden.

Mit Hund oder Katze nach Rhodos

Wer mit Hund, Katze oder Frettchen innerhalb der EU reist, braucht EU-Heimtierausweis, Mikrochip und gültige Tollwutimpfung. Airlines haben zusätzlich eigene Regeln zu Kabine, Frachtraum, Box und Gewicht. Tierplätze sind im Sommer rasch ausgebucht — die Anmeldung am besten direkt mit der Flugbuchung erledigen.

Wann buchen?

Für Juli und August lohnt sich frühe Buchung. Direktflüge mit angenehmen Ankunftszeiten, Familienzimmer und günstige Mietwagen werden in der Hauptsaison schnell knapp. Mai, Juni, September und Oktober sind preislich entspannter und meist deutlich angenehmer: weniger Hitze, weniger Gedränge.

Pauschalpakete aus Flug, Hotel und Transfer sind auf Rhodos häufig günstiger als die Einzelbuchung — vor allem für die großen Hotelanlagen an der Ost- und Nordwestküste.