Rhodos liegt im äußersten Südosten der Ägäis, keine 20 Kilometer vor der türkischen Küste, und ist trotzdem aus Mitteleuropa erstaunlich unkompliziert zu erreichen. In der Sommersaison ist der Direktflug der Normalfall, ab dem Winterflugplan läuft fast alles über Athen. Für Inselhopping, das eigene Auto oder bewusst langsames Reisen ist die Nachtfähre ab Piräus eine echte Alternative. Dieser Beitrag sortiert die Wege auf die Insel und alles, was nach der Landung am Flughafen Diagoras wichtig wird: Bus, Taxi, Mietwagen, Dokumente und die Nebenkosten, die im Reisepreis nicht auftauchen.
Mit dem Flugzeug: Direktflug in der Saison
Der Sommerflugplan läuft nach der internationalen Konvention vom letzten Märzwochenende bis zum letzten Oktoberwochenende, 2026 also bis zum 24. Oktober. In diesem Fenster wird Rhodos aus dem deutschsprachigen Raum breit direkt angeflogen. Typische Abflughäfen sind, je nach Jahr und Veranstalter wechselnd, Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Stuttgart, Köln/Bonn, Hannover, Nürnberg und Leipzig, dazu Wien, Zürich und Basel. Welche Strecke in welcher Woche tatsächlich fliegt, entscheidet sich saisonal; verlässlich ist das Muster, nicht die einzelne Verbindung. Die reine Flugzeit liegt ab Deutschland bei rund drei bis dreieinhalb Stunden für gut 2.000 Kilometer, ab Wien etwas darunter. Das Randprogramm des Flugplans, also die ersten Wochen im April und die letzten im Oktober, ist dünner besetzt: Dort fliegen oft nur noch einzelne Wochentage, was die Wahl der Reisetage stärker einschränkt als in der Hauptsaison.
Das Angebot ist stark touristisch geprägt: Neben Linienflügen bedienen viele Ferienflieger die Insel im Auftrag der Veranstalter. Charter- und Pauschalkontingente sind oft günstiger und auf Hotelpakete zugeschnitten, Linientickets flexibler bei Reisetagen, Gepäck und Umbuchung. Für Flug plus Mietwagen empfiehlt sich der Vergleich beider Varianten, denn Direktflüge mit angenehmen Ankunftszeiten sind in der Hochsaison zuerst ausgebucht. Die Ankunftszeit ist auf Rhodos ohnehin keine Nebensache: Zwischen einer Landung um 11 Uhr und einer um 23 Uhr liegen praktisch zwei verschiedene Anreisetage, weil Busse, Mietwagenschalter und die letzten Restaurantküchen im Zielort daran hängen.
Beim Gepäck gelten die üblichen EU-Regeln: Flüssigkeiten im Handgepäck in Behältnissen bis 100 Milliliter, gesammelt in einem durchsichtigen Ein-Liter-Beutel. Einige europäische Flughäfen haben inzwischen moderne CT-Scanner, an denen größere Mengen erlaubt sein können. Verlassen sollte man sich darauf nicht, denn es kommt auf den jeweiligen Flughafen an, und für den Rückflug zählt die Regelung in Rhodos. Praktisch relevant wird das vor allem auf dem Heimweg: Olivenöl, Honig, Ouzo und die großen Sonnencremes gehören ins Aufgabegepäck, sonst landen sie in der Tonne vor der Kontrolle.
Winterflugplan ab Ende Oktober: Umstieg in Athen
Mit dem Wechsel auf den Winterflugplan am 25. Oktober 2026 dünnt das Direktangebot schlagartig aus. Zwischen November und März bleiben aus dem deutschsprachigen Raum bestenfalls einzelne Verbindungen pro Woche, viele Abflughäfen fallen ganz weg. Verlässlich ist dann der Umstieg in Athen: Den Inlandsflug nach Rhodos bedienen ganzjährig vor allem Aegean Airlines, Olympic Air und Sky Express, mehrmals täglich und mit knapp einer Stunde Flugzeit. Mit dem Winterflugplan beginnt auch auf der Insel die Nebensaison: Die Uhren werden am selben Wochenende zurückgestellt, danach geht die Sonne gegen 17:15 Uhr unter, im November schon vor 17 Uhr. Busse fahren seltener, die Ausflugsboote beenden etwa Ende Oktober ihre Saison, und viele Hotels schließen. Was einen Winteraufenthalt sonst ausmacht, von offenen und geschlossenen Orten bis zu Wetter und Preisen, steht im Beitrag zu Rhodos im Winter.
Auf einem durchgehend gebuchten Ticket ist das Gepäck normalerweise bis Rhodos durchgecheckt, und die Airline kümmert sich bei Verspätungen um den Anschluss. Bei zwei getrennt gekauften Tickets gilt das nicht: Gepäck in Athen abholen, neu aufgeben, erneut durch die Sicherheitskontrolle, und das Verspätungsrisiko liegt komplett bei den Reisenden. Der Wechsel zwischen internationalem und innergriechischem Bereich findet in Athen im selben Terminalgebäude statt, die Sicherheitskontrolle ist trotzdem erneut zu passieren.
Der Flughafen Diagoras (RHO)
Der Flughafen Rhodos-Diagoras, benannt nach Diagoras von Rhodos, dem berühmtesten Faustkämpfer der griechischen Antike, liegt an der Westküste beim Dorf Paradisi, rund 14 bis 15 Kilometer südwestlich von Rhodos-Stadt. Betrieben wird er seit 2017 von Fraport Greece und gehört mit über sieben Millionen Passagieren im Jahr zu den größten Ferienflughäfen des Landes. Die Lage an der Westküste erklärt zwei Dinge: den kurzen Weg in die Hotelorte im Nordwesten und den oft kräftigen Wind, der Landeanflüge holprig machen kann, ohne dass gleich etwas nicht stimmt.
Der Betrieb ist extrem saisonal: Im Sommer landen die Charterwellen gebündelt, das Terminal läuft dann praktisch rund um die Uhr, im Winter ist es über weite Strecken des Tages ruhig. An Spitzentagen können Passkontrolle für Flüge von außerhalb des Schengen-Raums, Gepäckausgabe, Mietwagenschalter und Taxistand spürbar voll werden. Bei einer Ankunft mittags in der Hochsaison mit Weiterfahrt in den Süden sollten die ersten zwei Stunden daher nicht eng verplant sein. Die Orientierung selbst ist einfach: Taxistand und Bushaltestelle liegen direkt vor dem Gebäude, die Bushaltestelle zwischen altem und neuem Terminal. Schalter der Mietwagenfirmen, Geldautomaten und ein kleines Gastronomieangebot finden sich im Ankunftsbereich; die Auswahl ist überschaubar, für eine lange Wartezeit sollte man sich nicht auf das Terminal verlassen.
Beim Abflug gilt die umgekehrte Rechnung: In der Hochsaison sind zwei Stunden vor Abflug das Minimum, bei mehreren gleichzeitig abfliegenden Ferienfliegern eher zweieinhalb. Der Sicherheitsbereich ist kompakt, und die Schlange vor der Kontrolle wächst in Wellen.
Vom Flughafen zur Unterkunft
Die praktikablen Wege vom Terminal zur Unterkunft:
- Linienbus: Die Linie der städtischen Verkehrsbetriebe, vor Ort als „RODA“ ausgeschildert, verbindet den Flughafen über Paradisi, Kremasti, Ialyssos und Ixia mit Rhodos-Stadt und endet an der Nea Agora. Im Spätsommerfahrplan 2026 fuhr sie etwa halbstündlich, ab Flughafen werktags von 6:50 Uhr (sonntags 5:45 Uhr) bis 0:45 Uhr; außerhalb der Hochsaison ist mit weniger Kursen zu rechnen. Die Fahrt dauert wegen der vielen Zwischenhalte 30 bis 45 Minuten, das Einzelticket kostet 2,50 € und wird beim Fahrer bezahlt; kontaktlose Zahlung ist laut Stadt Rhodos in den Bussen möglich, Bargeld bleibt die sichere Wahl. Die Haltestelle liegt zwischen altem und neuem Terminal, wenige Schritte vor dem Ausgang. Mit Abstand die günstigste Option, Details im Beitrag zu den Bussen auf Rhodos.
- Direktbus nach Faliraki: Als Saisonlinie fährt die KTEL-Linie 25 vom Flughafen direkt nach Faliraki. Der Sommerplan 2026 (6. Juli bis 30. September) führte sie etwa stündlich zwischen 7:30 und 23:30 Uhr ab Flughafen, für 3,50 €; laut Übergangsplan fährt sie vom 1. bis 15. Oktober 2026 unverändert weiter. Ihr Ende wird mit dem Winterfahrplan erwartet, danach führt der Weg an die Ostküste über Rhodos-Stadt mit Umstieg in den KTEL-Bus.
- Taxi: Für Fahrten ab Flughafen veröffentlicht die Stadt Rhodos eine Liste mit Festpreisen je Ziel, die auch am Taxistand aushängt. Für ein bis vier Personen nennt sie nach Rhodos-Stadt 27 bis 29 €, nach Faliraki 31 € und an die Zufahrt nach Lindos 69 bis 74 €; einen eigenen Eintrag für den Ort Lindos hat die Liste nicht. Sie führt außerdem Zuschläge auf, darunter 4 € für Fahrten vom Flughafen, 0,40 € je Gepäckstück über 10 Kilogramm und den Nachttarif von 0 bis 5 Uhr mit doppeltem Kilometerpreis; ob diese in den Festpreisen schon enthalten sind, geht aus ihr nicht hervor. Verbindlich ist der aktuelle Aushang, den Gesamtpreis deshalb vor dem Einsteigen bestätigen lassen. Für Stadt und Nordküste ist das Taxi die schnellste Lösung, für den Süden die teuerste. Alle Festpreise und Fahrzeiten je Zielort stehen im Beitrag zum Weg vom Terminal in den Urlaubsort.
- Mietwagen: Die internationalen Ketten sitzen mit Schaltern im Terminal, lokale Anbieter holen teils per Shuttle zur nahen Außenstation ab. Bei einer Übernahme direkt nach der Landung empfiehlt es sich, das Fahrzeug vor der Abfahrt in Ruhe zu fotografieren; der Parkplatz ist gut ausgeleuchtet, und spätere Diskussionen über Kratzer erledigen sich damit. Worauf es bei Versicherung, Kaution und Übergabe sonst ankommt, steht im Mietwagen-Artikel.
- Vorgebuchter Transfer: Bei Pauschalreisen meist inklusive, sonst online oder über die Unterkunft buchbar. Hotel-Sammeltransfers sind günstig, fahren dafür aber oft mehrere Häuser nacheinander an, was bis zu einer Stunde zusätzlich kosten kann. Für späte Ankünfte und weit entfernte Ziele wie Lindos oder den tiefen Süden trotzdem die stressfreieste Variante.
Wie aufwendig der Weg vom Terminal wird, hängt fast nur von der Entfernung ab. Fahrzeiten mit dem Auto ohne Stau:
- Theologos: rund 8 Kilometer, gut 10 Minuten; einer der flughafennächsten Badeorte, dafür mit Fluglärm.
- Ixia, Ialyssos und Kremasti: 10 bis 15 Minuten, die kürzesten Transfers der Insel und zusätzlich gut mit dem Linienbus erreichbar.
- Rhodos-Stadt: rund 20 Minuten mit dem Auto, 30 bis 45 Minuten mit dem Bus; der beste Standort ohne Mietwagen.
- Faliraki und Kalithea: 25 bis 35 Minuten; Faliraki ist in der Saison auch per Direktbus ab Flughafen erreichbar.
- Kolymbia und die mittlere Ostküste: 35 bis 45 Minuten.
- Lindos und Pefkos: 65 bis 75 Minuten; vorgebuchter Transfer oder Mietwagen sind hier die realistischen Optionen.
- Der tiefe Süden (Gennadi, Lachania, Prasonisi): ab etwa anderthalb Stunden, ohne eigenes Auto nur mit vorab organisiertem Transfer sinnvoll.
Welcher Ort zu welchem Reisestil passt und wo sich das Auto wirklich erübrigt, vergleicht der Beitrag Wo auf Rhodos übernachten.
Mit der Fähre aus Piräus
Die Hauptfährverbindung führt vom Athener Hafen Piräus nach Rhodos, bedient vor allem von Blue Star Ferries. Die Schiffe legen überwiegend am Abend ab und laufen unterwegs mehrere Dodekanes-Inseln an, je nach Route etwa Kalymnos, Kos, Leros oder Patmos. Die Überfahrt dauert deshalb gut 15 bis 20 Stunden und funktioniert als Nachtfahrt; Blue Star nennt als kürzeste Fahrzeit 15 Stunden und 40 Minuten. Das Angebot schwankt stark mit der Saison: Von Juni bis September gibt es in Spitzenwochen bis zu zehn Abfahrten pro Woche, in den ruhigen Monaten oft nur zwei bis drei (Stand September 2026). Tickets beginnen bei etwa 45 bis 60 € pro Person für den Sitzplatz; Kabine und Fahrzeug kosten deutlich mehr. Angelegt wird am Hafen Akandia südöstlich der Altstadt.
Für eine normale Urlaubsreise ist die Fähre keine Konkurrenz zum Flug: Anreise nach Athen, Wartezeit und Überfahrt zusammen kosten einen vollen Reisetag. Sinnvoll wird sie beim Inselhopping, mit eigenem Fahrzeug oder als bewusst langsame Anreise. Praktisch wichtig ist die Kabinenfrage. Für die Nacht an Bord ist eine Kabine fast immer die bessere Wahl; die günstigeren Pullman-Sessel sind für eine einzelne Nacht machbar, aber unbequem. In der Hochsaison Kabinen und Fahrzeugplätze möglichst früh buchen. Eine Eigenheit der Ägäis bleibt: Bei starkem Meltemi, der von Juni bis September weht, und bei Winterstürmen können Abfahrten kurzfristig gestrichen werden. Eine Fähre am Tag vor dem Rückflug ist deshalb riskant.
Die Anreise mit dem eigenen Auto ist machbar, aber eine Reise für sich: Adria-Fähre von Ancona, Bari oder Brindisi nach Igoumenitsa oder Patras, Landetappe nach Piräus, dann die Autofähre nach Rhodos, insgesamt zwei bis drei Reisetage pro Richtung. Für ein bis zwei Wochen Inselurlaub steht das selten im Verhältnis; ein Mietwagen vor Ort ist fast immer die bessere Rechnung.
Von und zu den Nachbarinseln
Rhodos ist der wichtigste Fährknoten des Dodekanes: Große Fähren und schnelle Katamarane verbinden die Insel unter anderem mit Kos, Symi, Chalki, Tilos, Nisyros, Karpathos und Kastellorizo. Häfen, Linien, Saisonzeiten und realistische Inselhopping-Routen sammelt der Beitrag Fähren ab Rhodos im Überblick; ob sich Kos als Alternative oder als zweite Station lohnt, klärt der Vergleich Rhodos oder Kos?. Als Tagesziele eignen sich vor allem der Tagesausflug nach Symi und, ab Skala Kameirou an der Westküste, der Tagesausflug nach Chalki.
Fähre in die Türkei nach Marmaris
Vom Hafen von Rhodos-Stadt fahren Katamarane in rund einer Stunde nach Marmaris in der Türkei, in der Saison ein- bis mehrmals täglich, im Winter deutlich seltener (Stand September 2026). Weil dabei die Schengen-Außengrenze überquert wird, gehört der Reisepass ins Gepäck: Die Reedereien verlangen für die vorab übermittelte Passagierliste eine Passnummer, meist schon am Vortag. Ablauf, Kosten, Dokumente und Zeitverschiebung behandelt der Beitrag zum Ausflug nach Marmaris.
Einreise und Dokumente
Griechenland gehört zur EU und zum Schengen-Raum: Für Reisende aus Deutschland und Österreich genügt ein gültiger Personalausweis, für Schweizerinnen und Schweizer die Identitätskarte; ein Reisepass geht natürlich ebenso. Kinder brauchen ein eigenes Dokument (Personalausweis oder Reisepass; der frühere deutsche Kinderreisepass wird seit 2024 nicht mehr neu ausgestellt, vorhandene Exemplare gelten bis zum Ablauf). Für allein oder mit nur einem Elternteil reisende Minderjährige empfiehlt sich eine schriftliche, möglichst beglaubigte Einverständniserklärung.
Die neuen EU-Grenzsysteme betreffen nur Drittstaatsangehörige, etwa Mitreisende mit britischem oder US-Pass; Bürger von EU, EWR und Schweiz sind ausgenommen: Das Entry/Exit-System (EES) ersetzt den Passstempel durch eine biometrische Registrierung mit Gesichtsbild und Fingerabdrücken; eingeführt ab Oktober 2025, läuft es seit dem 10. April 2026 im Vollbetrieb und kann die Passkontrolle bei Ankunftswellen verlängern. Die Reisegenehmigung ETIAS ist dagegen noch nicht in Kraft. Ein Starttermin steht nicht fest, erwartet wird er frühestens 2027, und die EU kündigt ihn Monate vorher an (Stand September 2026). Für Bürger von EU, EWR und Schweiz ändert sich durch beides nichts. Ebenfalls ins Gepäck gehört die Europäische Krankenversicherungskarte auf der Rückseite der Versichertenkarte: Sie deckt die Behandlung in öffentlichen Einrichtungen ab, ersetzt aber keine Auslandsreisekrankenversicherung mit Rücktransport.
Für den Mietwagen genügt der nationale Führerschein. Das Mindestalter liegt bei 21 Jahren, viele Vermieter verlangen für bestimmte Fahrzeugklassen 23 oder 25 Jahre und mindestens ein Jahr Fahrpraxis; eine Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers ist Standard. Für Hund oder Katze sind innerhalb der EU der EU-Heimtierausweis, ein Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung nötig. Den Tierplatz am besten direkt mit dem Flug anmelden, denn Kabinen- und Frachtraumplätze sind im Sommer schnell vergeben.
Was die Reise zusätzlich kostet
Der Reisepreis ist auf Rhodos nicht der Endpreis. Der größte Posten ist die Klimakrisen-Abgabe TAKK, die seit 2024 die frühere Übernachtungssteuer ersetzt. Sie wird pro Zimmer und Nacht erhoben, unabhängig von der Personenzahl, und richtet sich nach Kategorie und Saison: von April bis Oktober 2 € bei Ein- und Zwei-Sterne-Häusern, 5 € bei drei Sternen, 10 € bei vier und 15 € bei fünf Sternen; von November bis März sinken die Sätze auf 0,50 bis 4 €. Ferienwohnungen und andere Kurzzeitvermietungen zahlen keineswegs weniger: 8 € pro Nacht von April bis Oktober und 2 € von November bis März, bei Häusern über 80 Quadratmeter 15 beziehungsweise 4 €. Die niedrigeren Sätze gelten also erst ab November, nicht schon im Mai oder Oktober. Im Buchungspreis ist die Abgabe fast nie enthalten; sie wird beim Ein- oder Auschecken fällig, häufig bar (Stand September 2026). Zwei Wochen im Vier-Sterne-Haus im September bedeuten damit 140 € extra, zwei Wochen in einer Ferienwohnung 112 €.
Dazu kommen die Wege: Transfer oder Taxi bei An- und Abreise, beim Mietwagen die Kaution auf der Kreditkarte, Tanken zu Beginn und am Ende, gelegentlich Parkgebühren in Rhodos-Stadt. Die laufenden Kosten vor Ort, von Kartenzahlung über Bargeldbedarf bis zur Trinkgeldhöhe, behandelt der Beitrag Geld und Trinkgeld. Beim Handy gilt für EU-Verträge „Roam like at home“; Schweizer Tarife regeln EU-Roaming je nach Anbieter unterschiedlich, deshalb vor der Abreise in den Vertrag schauen.
Wann man buchen sollte
Für Juli und August zahlt sich frühes Buchen aus, weil Direktflüge mit guten Zeiten, Familienzimmer und günstige Mietwagen zuerst knapp werden; ein halbes Jahr Vorlauf ist hier keine Übertreibung. Mai, Juni, September und Oktober sind preislich wie klimatisch entspannter; hier reichen oft zwei bis drei Monate, und in den Randwochen finden sich noch kurzfristig Restplätze. Die ausführliche Abwägung steht im Artikel zur besten Reisezeit.
Pauschalpakete aus Flug, Hotel und Transfer sind auf Rhodos häufig günstiger als die Summe der Einzelbuchungen, vor allem für die großen Anlagen an Ost- und Nordwestküste. Der Mietwagen ist die Ausnahme von der Regel „später wird billiger“: In der Hochsaison sind gerade die kleinen, sparsamen Fahrzeuge zuerst weg, und die Restpreise vor Ort liegen deutlich über den Vorabtarifen. Flexibel bleibt, wer früh ein stornierbares Fahrzeug bucht und später noch einmal vergleicht.
Anreise mit Handicap
Der Flughafen Diagoras ist stufenlos angelegt, Aufzüge verbinden die Ebenen. Assistenz für mobilitätseingeschränkte Reisende ist in der EU durch die Verordnung (EG) Nr. 1107/2006 geregelt: Sie ist kostenlos, und der Bedarf wird nicht beim Flughafen, sondern bei der Fluggesellschaft oder dem Reiseveranstalter angemeldet, am besten schon bei der Buchung, spätestens aber 48 Stunden vor Abflug. Nach versäumter Frist gibt es in der Regel trotzdem Hilfe, aber ohne garantierte Wartezeit. Am Terminal gibt es ausgewiesene Treffpunkte für die Assistenz an den Haupteingängen und an den Check-in-Schaltern; von dort begleitet das Personal bis zum Sitzplatz im Flugzeug.
Eigene Rollstühle und Mobilitätshilfen werden kostenfrei befördert, müssen aber angemeldet werden. Bei Akkus gelten je nach Bauart eigene Regeln, weshalb die technischen Daten frühzeitig an die Airline gehen sollten. Vor Ort ist der entscheidende Punkt der Transfer: Linienbusse sind nicht durchgängig barrierefrei, und Rollstuhltaxis gibt es nur in geringer Zahl, sodass ein vorab gebuchter Transfer mit passendem Fahrzeug fast immer die bessere Lösung ist. Was das für Orte, Strände und Sehenswürdigkeiten bedeutet, steht im Beitrag Rhodos barrierefrei.
Häufige Fehler bei der Planung
Vier Muster tauchen immer wieder auf:
- Später Flug plus Unterkunft im Süden ohne Auto. Nach einer Landung um 23 Uhr liegen bis Gennadi oder Lachania anderthalb Stunden Fahrt, und kein Bus fährt mehr. Entweder Transfer vorab buchen oder die erste Nacht in Flughafennähe einplanen.
- Getrennte Tickets über Athen ohne Puffer. Zwei separat gebuchte Flüge sind keine Umsteigeverbindung. Verpasst man den Anschluss, ist das Ticket verfallen; bei durchgebuchtem Ticket haftet die Airline.
- Mietwagen erst vor Ort suchen. Im Juli und August ist das die teuerste aller Varianten, und in der Nebensaison sind abends oft keine Schalter mehr besetzt.
- Fähre auf den letzten Reisetag legen. Ausfälle wegen Wind sind in der Ägäis normal. Zwischen letzter Überfahrt und Rückflug gehört mindestens ein Puffertag.
Ist all das geklärt, bleibt die Mobilitätsfrage vor Ort. Das Busnetz hat zwei Säulen: KTEL bedient ab Rhodos-Stadt die Ostküste und den Süden bis Lindos und Prasonisi, die städtischen Busse fahren Stadtgebiet, Flughafen und Westküste. Wie das im Detail funktioniert und was sich ab Mitte September und im Winter ändert, steht im Beitrag zu den Bussen auf Rhodos. Lindos, Faliraki und die großen Strände sind so gut erreichbar; für die Kombination aus Bergdörfern, Westküste und tiefem Süden führt dagegen kaum ein Weg am Mietwagen vorbei.
Häufige Fragen
- Wie lange fliegt man nach Rhodos?
- Ab Deutschland dauert der Direktflug rund drei bis dreieinhalb Stunden, ab Wien und Zürich etwas weniger. Direktverbindungen gibt es im Sommerflugplan von Ende März bis Ende Oktober; danach führt der Weg fast immer über Athen, wo ein knapp einstündiger Inlandsflug anschließt.
- Wie komme ich vom Flughafen nach Rhodos-Stadt?
- Am günstigsten mit dem städtischen Linienbus für 2,50 Euro, beim Fahrer bezahlt; kontaktlose Zahlung ist laut Stadt Rhodos möglich, Bargeld bleibt die sichere Wahl. Im Spätsommerfahrplan 2026 fuhr er etwa halbstündlich, ab Flughafen von 6:50 Uhr (sonntags 5:45 Uhr) bis 0:45 Uhr, und braucht wegen der Zwischenhalte 30 bis 45 Minuten. Außerhalb der Hochsaison fahren erfahrungsgemäß weniger Kurse. Das Taxi ist in 20 bis 25 Minuten in der Stadt und kostet laut Festpreisliste der Stadt Rhodos 27 bis 29 Euro für ein bis vier Personen; ob Zuschläge wie der für Fahrten vom Flughafen hinzukommen, geht aus der Liste nicht hervor. Verbindlich ist die Tafel am Taxistand (Stand Oktober 2026).
- Gibt es im Winter Direktflüge nach Rhodos?
- Kaum. Mit dem Winterflugplan, 2026 ab dem 25. Oktober, fallen fast alle Direktverbindungen aus dem deutschsprachigen Raum weg. Übrig bleibt der Umstieg in Athen: Aegean Airlines, Olympic Air und Sky Express fliegen ganzjährig mehrmals täglich nach Rhodos.
- Wie lange dauert die Fähre aus Piräus?
- Je nach Route und Zwischenstopps gut 15 bis 20 Stunden; Blue Star nennt als kürzeste Fahrzeit 15 Stunden und 40 Minuten. Die Schiffe fahren überwiegend als Nachtfähre. Im Hochsommer gibt es bis zu zehn Abfahrten pro Woche, in den ruhigen Monaten oft nur zwei bis drei. Tickets beginnen bei etwa 45 bis 60 Euro, eine Kabine kostet extra (Stand September 2026).
- Braucht man für Rhodos einen Reisepass?
- Für Griechenland genügt Reisenden aus Deutschland und Österreich der gültige Personalausweis, aus der Schweiz die Identitätskarte. Praktisch nötig wird der Reisepass erst bei einem Ausflug in die Türkei. Die Regeln dort hängen von der Staatsangehörigkeit ab: Deutschen genügt rechtlich auch der Personalausweis, Österreicher brauchen einen Reisepass, der bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig ist, für Schweizer gelten die Reisehinweise des EDA. Die Reedereien verlangen für die Passagierliste ohnehin eine Passnummer.
- Welche Kosten kommen nach der Buchung noch dazu?
- Vor allem die Klimakrisen-Abgabe TAKK pro Zimmer oder Wohnung und Nacht. In Hotels sind es von April bis Oktober je nach Kategorie 2 bis 15 Euro, von November bis März 0,50 bis 4 Euro. Für Ferienwohnungen und andere Kurzzeitvermietungen gelten 8 beziehungsweise 2 Euro, für Häuser über 80 Quadratmeter 15 beziehungsweise 4 Euro. Die Abgabe ist im Reisepreis meist nicht enthalten und wird vor Ort fällig. Dazu kommen Transfer oder Mietwagen samt Kaution und Parkgebühren (Stand September 2026).



