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Landebahn des Flughafens von Rhodos im Abendlicht — der Flughafen Diagoras liegt direkt neben Kremasti
Ort · Norden

Kremasti & Trianda

Die Orte an der Flughafen-Bucht: Kremasti ist ein echter griechischer Wohnort mit großer Wallfahrtskirche und einem der größten Feste der Dodekanes — kein Postkarten-Ziel, aber praktisch für die erste oder letzte Nacht. Mit Einflugschneise, ehrlich gesagt.

Zwischen Rhodos-Stadt und dem Flughafen Diagoras zieht sich an der Nordwestküste ein durchgehendes Siedlungsband: erst die Hotelzone Ixia, dann Ialyssos, dann Kremasti, dahinter Paradisi mit dem Flughafen. Kremasti ist davon der Ort, der am wenigsten Urlaubsort sein will — ein gewachsener griechischer Wohnort mit gut 5.600 Einwohnern, Schulen, Geschäften und einer Hauptstraße, auf der das lokale Leben stattfindet, nicht der Tourismus.

Genau das macht ihn interessant — für zwei sehr unterschiedliche Anlässe: für die praktische erste oder letzte Nacht vor dem Flug und, einmal im Jahr, für eines der größten Kirchenfeste der Dodekanes.

Erst die Namen: Wo Trianda hingehört

Wer nach den „Orten am Flughafen“ sucht, stößt fast immer auf das Paar Kremasti und Trianda — und sollte wissen: Trianda ist kein eigener Ort. Es ist der alte, im Alltag weiterhin gebräuchliche Name von Ialyssos, dem großen Nachbarort Richtung Stadt; auch die gemeinsame Bucht heißt nach ihm Trianda-Bucht. Alles zu Trianda/Ialyssos — Windsurf-Revier, Strand, die Namensgeschichte — steht deshalb im eigenen Beitrag zu Ialyssos. Diese Seite gehört dem Ort, der sonst keinen Platz hätte: Kremasti, dem letzten Ort vor dem Flughafen.

Kremasti: Wohnort mit großer Kirche

Das Zentrum von Kremasti überrascht mit Maßstab: Die Kirche Panagia Katholiki ist eine der größten der Insel, daneben steht die Gemeindebibliothek mit klassizistischer Säulenfront, auf einem Hügel nahe dem Zentrum liegen die Reste einer kleinen mittelalterlichen Burg. Dazu kommt, was ein echter Wohnort eben hat: Bäckereien, Supermärkte, Kafenia und Tavernen, die fürs lokale Publikum kochen — oft besser und günstiger als in den Hotelzonen. Ein Bummelziel im klassischen Sinn ist Kremasti trotzdem nicht; wer Altstadtgassen sucht, fährt die Viertelstunde nach Rhodos-Stadt.

Das Panigiri am 15. August

Einmal im Jahr steht Kremasti im Mittelpunkt der ganzen Insel. Rund um Mariä Himmelfahrt am 15. August — und in den Tagen danach, traditionell bis zum 23. August — feiert der Ort das Fest seiner wundertätigen Marienikone: eine der größten Wallfahrten der Dodekanes, mit Pilgern aus ganz Griechenland, Straßenmarkt im ganzen Ort, Musik und Tanz bis in den Morgen. Parallel findet traditionell eine große Handwerks- und Landwirtschaftsausstellung statt. Für Reisende, die Mitte August auf der Insel sind, ist das die seltene Gelegenheit, ein echtes griechisches Großfest zu erleben — Programm und genaue Tage schwanken von Jahr zu Jahr und sind vor Ort zu erfragen.

Auch unterm Jahr gibt es Markttreiben in der Gegend: Für die Bucht wird regelmäßig ein Wochenmarkt genannt — die verlässlichste Angabe gilt für das benachbarte Trianda/Ialyssos am Mittwochvormittag. Solche Termine ändern sich allerdings; wer gezielt hin will, fragt in der Unterkunft nach dem aktuellen Tag.

Strand und Wind

Der Strand von Kremasti setzt das Band der Westküste fort: Kies und grober Sand, Richtung Theologos zunehmend leer, mit klarem Wasser, das schnell tief wird — für kleine Kinder eher ungeeignet. Und es ist die windige Seite der Insel: Nachmittags steht hier im Sommer der Meltemi, das Meer ist dann Sportrevier, nicht Planschbecken; an den breiten Abschnitten Richtung Flughafen starten Kite- und Windsurfer. Wer verlässlich ruhiges Badewasser will, ist an der Ostküste besser aufgehoben. Was die Westküste dafür kann: An klaren Abenden geht die Sonne direkt vor dem Strand ins Meer — die Sonnenuntergänge gehören zu den besten Argumenten dieser Küste.

Die Flughafen-Logik: erste und letzte Nacht

Der eigentliche Grund, aus dem Kremasti in Reiseplänen auftaucht, ist seine Lage: rund vier Kilometer vom Flughafen Diagoras, zwölf von Rhodos-Stadt. Für die Nacht vor einem frühen Abflug oder nach einer späten Landung ist das die bequemste Ecke der Insel — fünf Minuten Transfer statt einer Stunde von der Südostküste (alle Wege vom und zum Flughafen im Beitrag zur Anreise). Auch am Abflugtag selbst funktioniert die Logik: vormittags noch an den Strand oder hinauf zum Filerimos, der nur ein paar Kilometer landeinwärts über der Bucht liegt, dann ohne Zeitdruck zum Terminal.

Ehrlich dazu gehört der Preis dieser Lage: die Einflugschneise. Sie verläuft über der Küste, und in der Hochsaison starten und landen Maschinen bis spät in den Abend und ab dem frühen Morgen — wer empfindlich schläft, nimmt Ohrstöpsel mit oder wählt ein Zimmer zur Landseite. Als Basis für einen ganzen Urlaub eignet sich Kremasti deshalb nur, wenn einem Wohnort-Atmosphäre wichtiger ist als Kulisse; für ein, zwei Nächte am Anfang oder Ende der Reise ist es genau richtig.

Für wen Kremasti passt — und für wen nicht

Kremasti passt für Reisende mit frühem Abflug oder später Ankunft, für alle, die echten griechischen Alltag einer Hotelkulisse vorziehen, und — Mitte August — für Festbesucher. Es passt nicht für den klassischen Badeurlaub: Der Strand ist windig und kiesig, die Einflugschneise hörbar, das Abendprogramm überschaubar. Wer dieselbe Küste mit mehr Urlaubs-Infrastruktur will, wohnt in Ialyssos oder Ixia; wer ruhiges, flaches Badewasser sucht, wechselt auf die Ostseite der Insel. Praktisch ist die Anbindung in jedem Fall — die Busse der RODA verbinden Kremasti im dichten Takt mit Stadt und Flughafen.