Prasonisi — übersetzt „grüne Insel" — ist die Südspitze von Rhodos: ein kleiner Felshügel, der nur durch eine etwa 500 Meter breite Sandzunge mit dem Festland verbunden ist. Im Sommer ist die Zunge begehbar; im Winter, wenn der Wasserstand höher liegt, wird daraus tatsächlich eine Insel.
Zwei Meere, zwei Charaktere
Die Westseite der Sandzunge gehört dem Wind: Ägäis trifft auf flaches Wasser, beständige Thermik macht Prasonisi zu einem der bekanntesten Kite- und Windsurf-Spots Europas. Auf der Ostseite (Mittelmeer) ist das Wasser meist deutlich ruhiger, fast lagunenartig — gut zum Schwimmen mit Kindern, sofern der Wind nicht zu stark ist. Der Wechsel über die Sandzunge dauert keine 30 Sekunden.
Anfahrt
Rund 90 Kilometer von Rhodos-Stadt entfernt — das ist eine echte Tagestour. Die Straße ab Kattavia ist die letzten Kilometer schmal, aber gut befahrbar. Großer kostenloser Sandparkplatz oben am Plateau, von dort sind es wenige Minuten Fußmarsch zum Strand. Mit öffentlichem Bus nur sehr eingeschränkt erreichbar — Mietwagen klar empfohlen.
Surfen — was man wissen sollte
Vier oder fünf Surfschulen sind direkt am Plateau angesiedelt — internationale Marken (ProCenter, Polish Yachting Association u.a.) und kleinere lokale Anbieter. Material-Verleih tageweise (ca. 50 – 70 € Kite, 30 – 50 € Windsurf), Kurse in mehreren Sprachen. Wind in der Hauptsaison fast täglich 4 – 6 Bft, im Juli und August oft 6 – 7 Bft. Auf der Westseite ideal für Fortgeschrittene und Speed; die Ostseite ist wegen des flachen, fast windstillen Wassers das beliebteste Anfänger-Revier der Ägäis.
Was es vor Ort gibt
Drei oder vier Sommer-Tavernen mit einfacher Karte — Burger, Salat, gegrillter Fisch, kalte Getränke. Eine kleine Strandbar mit DJ am Wochenende. Keine Hotels direkt am Strand; ein Bungalow-Camp und mehrere kleine Pensionen liegen 5 – 8 km zurück Richtung Kattavia. Toiletten am Plateau, kostenpflichtig.
In der Umgebung
Auf dem Rückweg zwei Stopps, die sich lohnen: Kloster Skiadi (Bergkloster mit Aussicht über den ganzen Süden, frei zugänglich) und das verlassene Bergdorf Mesanagros mit byzantinischer Kirche. Wer Lachania, Plimmiri und Prasonisi an einem Tag fährt, hat den Süden komplett.


