Rhodos ist im Sommer heißer, sonnenintensiver und windiger, als die meisten Packlisten vermuten lassen. Für Juli oder August packt man nicht für „Strandurlaub“ im Allgemeinen, sondern für mehrere sehr unterschiedliche Situationen am selben Tag: stehende Hitze in der Altstadt, kräftiger Wind an der Westküste, kühlere Abende in den Bergen, schattenlose Stunden auf den antiken Stätten. Im April, Mai und Oktober verschiebt sich das Bild noch einmal, dann gehört eine leichte Jacke verlässlich in den Koffer, und ab Ende Oktober auch etwas Wärmeres für die frühen Abende.
Dieser Beitrag geht die Packliste nicht als bloße Aufzählung durch, sondern entlang dessen, was die Insel verlangt: Klima und UV-Index, Kleidung Monat für Monat, das richtige Schuhwerk für Kiesstrand und antike Stätte, die Kleiderordnung an Klöstern, Dokumente und Geld, Technik samt Adapterfrage, Reisen mit Kindern und mit Hund. Am Ende steht, was getrost zu Hause bleiben darf.
Die kurze Antwort: was immer mitmuss
Die Kurzfassung: Diese acht Dinge gehören in jeden Rhodos-Koffer, ob die Reise im April oder im August stattfindet.
- Badeschuhe. Der meistunterschätzte Gegenstand auf dieser Insel. Viele der schönsten Buchten sind Kies, Geröll oder Fels, und an steinigen Stellen sitzen Seeigel.
- Sonnencreme mit LSF 30 bis 50, dazu ein breitkrempiger Hut und eine Sonnenbrille mit UV-400-Kennzeichnung. Der UV-Index erreicht im Hochsommer mittags Werte um 9 bis 10.
- Ein leichtes Tuch oder dünnes Langarmteil im Tagesrucksack, für bedeckte Schultern und Knie in Klöstern und Kirchen und gegen die Mittagssonne.
- Feste, geschlossene Schuhe oder griffige Sandalen für Altstadtpflaster und antike Stätten. Flip-Flops allein reichen für einen ganzen Besichtigungstag nicht.
- Eine dünne, winddichte Jacke, auch im Hochsommer, wegen des Meltemi und der kühleren Abende im Bergland.
- Eine wiederbefüllbare, möglichst isolierte Trinkflasche für heiße Besichtigungstage.
- Eine kleine Reiseapotheke mit den persönlichen Medikamenten im Handgepäck, dazu die Europäische Krankenversicherungskarte.
- Bargeld in kleinen Scheinen für Bergtavernen, Klosterspenden, Parkplatzwächter und Marktstände.
Alles Weitere hängt von Reisezeit, Programm und Reisegruppe ab. Darum geht es in den folgenden Abschnitten.
Was das Klima vorgibt
Rhodos hat ein typisch mediterranes Klima: heiße, trockene Sommer und milde, feuchte Winter. Zwischen Mai und September fällt praktisch kein Regen, im Hochsommer liegen die Tageswerte stabil über 30 °C. Das Entscheidende fürs Packen ist aber nicht die Durchschnittstemperatur, sondern die Kombination aus drei Dingen: praller Sonne, dem trockenen Nordwind Meltemi und einem deutlichen Gefälle zwischen Küste und Bergland. Die genauen Monatswerte für Luft, Wasser, Sonnenstunden und Regentage stehen in der Klimatabelle für Rhodos; hier zählt, was sie für den Koffer bedeuten.
Konkret sieht das Jahr im Mittel so aus, jeweils Tageshöchst- und Nachttiefstwert: Januar 15/9 °C, Februar 15/9, März 17/10, April 21/13, Mai 24/16, Juni 28/20, Juli 32/23, August 33/24, September 28/21, Oktober 24/18, November 20/14, Dezember 16/11. Zwei Muster darin sind fürs Packen entscheidend. Erstens liegt der Abstand zwischen Tag und Nacht ganzjährig bei rund 8 bis 10 Grad, abends wird es also immer spürbar kühler als am Nachmittag, auch mitten im August. Zweitens fällt die Nacht schon im Oktober auf 18 °C und im November auf 14 °C. Nur mit Sommersachen im Koffer sitzt man in diesen Monaten fröstelnd auf der Terrasse.
Der Meltemi weht von Juni bis September aus Nord bis Nordwest, am kräftigsten im Juli und August. Er baut sich meist im Tagesverlauf auf und ist nachmittags am stärksten. Die Westküste und besonders die Südspitze um Prasonisi bekommen ihn mit voller Kraft ab, die Ostküste liegt weitgehend im Windschatten. Selbst im Hochsommer gehört deshalb eine dünne, winddichte Schicht in den Tagesrucksack, und an exponierten Stellen ist eine Brille der Kontaktlinse überlegen, weil feiner Sand und Staub waagerecht fliegen.
Sonnenschutz und Hitze
Die Ägäis liegt weit südlich, und das merkt die Haut. Von Mai bis September erreicht der UV-Index auf Rhodos regelmäßig Werte ab 8, die Stufe „sehr hoch“ auf der WHO-Skala, und im Hochsommer steht er um die Mittagszeit oft bei 9 bis 10, an Spitzentagen auch bei 11, ab dem die WHO von „extrem“ spricht. Bei diesen Werten reicht eine unbedeckte helle Haut für einen Sonnenbrand in einer Viertelstunde. Auch im Frühjahr und Herbst ist die Strahlung mit Index 6 bis 7 noch hoch; der Aprilhimmel täuscht über die Kraft der Sonne hinweg.
Für den Koffer folgt daraus eine kleine, aber konsequente Sonnenausrüstung. Eine Kopfbedeckung, Kappe oder besser ein breitkrempiger Hut, ist wichtiger als ein zweites T-Shirt; eine Sonnenbrille mit echtem UV-Schutz (Kennzeichnung UV 400) wichtiger als modisch getönte Gläser ohne Filter. Bei der Sonnencreme empfehlen Verbraucher- und Wetterportale für diese Breiten Lichtschutzfaktor 30 als Untergrenze, besser 50; entscheidend ist ohnehin weniger der genaue Faktor als die Menge und das regelmäßige Nachcremen, vor allem nach jedem Baden. Für empfindliche Haut und für Kinder kommt ein dünnes UV-Shirt fürs Wasser dazu. Oft übersehen: UV-Strahlung durchdringt dünne Wolken und den Stoff von Sonnenschirmen, Schatten ist also kein vollständiger Schutz.
Praktisch im Alltag sind dünne, hellfarbige Langarmoberteile aus Leinen oder Baumwolle. Sie kühlen besser als ein nackter Rücken in der Mittagssonne und schützen zugleich auf längeren Mietwagentouren und beim Gang über die ungeschatteten antiken Stätten. Sonnencreme mit riff- und hautfreundlicher Formulierung ohne die besonders kritisierten UV-Filter schont beim Baden die empfindlichen Lebensräume direkt vor der Küste.
Zur Hitze gehört das Trinken. Das Leitungswasser gilt auf Rhodos als trinkbar, schmeckt aber oft nach Chlor, weshalb viele Gäste zu Flaschenwasser greifen. Eine wiederbefüllbare, idealerweise isolierte Flasche spart trotzdem Geld, Plastik und Wege: Sie lässt sich mit gekühltem Wasser füllen und bleibt im heißen Mietwagen wenigstens ein paar Stunden kühl. Faustregel für einen Besichtigungstag im Juli oder August: mindestens zwei Liter pro Person, plus etwas Salziges als Snack. Ein kleiner Handventilator oder ein Kühltuch, das man nass um den Nacken legt, klingt nach Gadget, macht auf der schattenlosen Akropolis aber einen spürbaren Unterschied. Ebenso wirksam ist es, die Mittagsstunden wie die Einheimischen im Schatten oder im Zimmer zu verbringen.
Kleidung nach Reisezeit
Frühjahr (April und Mai): Der April liegt im Mittel bei 21 °C am Tag und 13 °C in der Nacht, der Mai bei 24 und 16 °C. Das ist ausgezeichnetes Wander- und Besichtigungswetter, aber noch kein verlässliches Badewetter. In den Koffer gehören lange und kurze Hosen zu etwa gleichen Teilen, T-Shirts plus zwei Langarmteile, ein Pullover oder eine Fleecejacke für die Abende, eine leichte Regenjacke für die letzten Störungen und feste Schuhe, denn die Insel ist jetzt grün und die Wanderwege sind im Frühjahr am schönsten. Badesachen kommen trotzdem mit: Das Meer ist noch frisch, manche Hotelpools sind aber beheizt. Ausführlich im Beitrag zum April auf Rhodos und zum Mai auf Rhodos.
Hochsommer (Juni bis August): Juni 28/20 °C, Juli 32/23 °C, August 33/24 °C, in Hitzewellen auch über 38 °C. Jetzt gilt: so leicht und so hell wie möglich, Leinen und Baumwolle statt Synthetik, eher mehr Oberteile als sonst (man wechselt an heißen Tagen zweimal) und zwei Garnituren Badesachen, damit nie etwas Nasses angezogen werden muss. Dazu ein bis zwei dünne Langarmteile für Sonne und Klöster. Ein dicker Pullover ist überflüssig, eine dünne, möglichst winddichte Jacke oder ein festes Hemd gehört aber trotzdem mit, für windige Abende an der Westküste, für Bootsausflüge und für die Berge, wo es spürbar kühler ist. Auf dem Attavyros etwa, dem höchsten Berg der Insel, ist es auf gut 1.200 Metern deutlich frischer und windiger als unten am Strand. Wie sich die Hitze im Alltag anfühlt, steht im Beitrag zu Juli und August auf Rhodos; der Juni ist die mildere Variante davon.
Herbst (September und Oktober): Der September ist mit 28/21 °C fast noch Hochsommer, dabei aber mit warmem Meer und erträglicherer Luft, für viele die beste Kombination des Jahres. Der Oktober fällt auf 24/18 °C: tagsüber T-Shirt, abends lange Hose. In diesem Monat passieren die meisten Packfehler. In den Koffer gehören eine lange Hose, eine Strickjacke oder ein Pullover, ein dünner Schal, geschlossene Schuhe und ab Monatsmitte eine leichte Regenjacke, denn die ersten Herbstregen setzen ein. Nach der Zeitumstellung am letzten Oktobersonntag (2026: 25. Oktober) geht die Sonne gegen 17:15 Uhr unter, eine halbe Stunde später ist es dunkel; die Abende draußen beginnen damit früher und werden kühler, eine warme Schicht für Terrasse und Abendspaziergang ist dann unverzichtbar. Badesachen bleiben dabei, das Meer hat im Oktober noch 22 bis 24 °C. Details im September und im Oktober auf Rhodos.
Winter (November bis März): November 20/14 °C, Dezember 16/11, Januar und Februar je 15/9, März 17/10, also mild, aber wechselhaft, nass und windig. Der November ist ein Übergangsmonat: tagsüber oft noch angenehm, das Meer um 20 bis 21 °C, aber mit den ersten kräftigen Regenfällen und kurzen Tagen. Für Stadt, Kultur und grüne Wanderungen in dieser Zeit packt man wie für einen kühlen mitteleuropäischen Frühling: wasserfeste Jacke, warme Schichten, Mütze und Schal gegen den Wind, wasserdichte feste Schuhe. Ein Detail, das viele überrascht: Ältere griechische Häuser und viele Hotelzimmer sind kaum isoliert und werden über die Klimaanlage geheizt. Drinnen fühlt es sich abends oft kühler an als draußen, warme Socken sind daher kein Scherz. Badeurlaub ist das nicht; die Einordnung der Monate steht im Beitrag zur besten Reisezeit für Rhodos und im Beitrag zum Winter auf Rhodos.
Für den Strand: Badeschuhe sind der wichtigste Posten
Nicht jeder Strand auf Rhodos ist Sand. Die Ostküste rund um Tsambika und Faliraki ist sandig, aber viele der schönsten Buchten bestehen aus Kies, grobem Geröll oder Fels: der lange Afandou Beach mischt Kies und groben Sand, die wilden Buchten von Fourni an der Westküste sind grober Kies zwischen Felsrippen, und an der Südspitze trifft an Prasonisi Sand auf steinige Abschnitte. Badeschuhe mit fester Sohle sind dort kein Luxus, sondern Standard.
Drei Punkte machen aus Badeschuhen den wichtigsten Posten der Liste. Erstens die Seeigel: Sie sitzen an felsigen Ein- und Ausstiegen, sind dunkel und im bewegten Wasser schlecht zu sehen; die Stacheln brechen in der Haut ab und sind unangenehm zu entfernen. Zweitens die Hitze: Dunkler Kies heizt sich in der Mittagssonne so stark auf, dass der Weg vom Handtuch ins Wasser barfuß zur Sprintübung wird. Drittens der Halt: Grober Kies rollt unter den Füßen weg, und an mehreren Buchten fällt der Grund steil ab. Wichtig ist eine feste, geschlossene Sohle; die dünnen Neopren-Söckchen aus dem Supermarkt schützen kaum gegen spitze Steine. Vor Ort gibt es Badeschuhe zwar an fast jedem Strandkiosk, aber in wenigen Größen und selten in guter Qualität; mitgebrachte sind billiger und passen besser.
Dazu kommt die restliche Strandausrüstung. Eine eigene Schnorchelmaske ist fast immer sinnvoll: Das Wasser ist an vielen Stellen klar, die Felsküsten um Ladiko, die Anthony-Quinn-Bucht und Fourni sind gute Reviere, und Leihmasken sitzen selten dicht. Maske und Schnorchel wiegen wenig und passen in jede Ecke des Koffers; Flossen braucht es nur für längere Strecken. Details im Beitrag zum Schnorcheln und Wassersport. Beim Strandtuch reicht wenig: Die meisten Hotels verleihen Badetücher, oft gegen Karte oder eine kleine Kaution, und an bewirtschafteten Stränden liegen auf den Liegen Auflagen. Wenn doch ein eigenes mitsoll, dann ein dünnes Mikrofaser- oder Hammam-Tuch statt eines dicken Frottee-Handtuchs: kleiner, schneller trocken und leichter zu tragen, wenn man an einem Tag zwei Buchten kombiniert. An den unbewirtschafteten Naturstränden wie Fourni oder Teilen von Plimmiri gibt es weder Schatten noch Verleih noch Kiosk; Schirm, Wasser und Proviant gehören dann selbst ins Gepäck. Was am Strand sonst gilt, von Liegengebühren über Flaggen bis FKK, steht in den Strandregeln für Rhodos.
Für Ausflüge und Sehenswürdigkeiten
Für die antiken Stätten gilt eine eigene Schuhfrage. Die Akropolis von Lindos und das antike Kamiros sind glatt getreten und uneben, die berühmten Kieselmosaik-Pflaster der Altstadt von Rhodos sind teils spiegelglatt poliert. Feste, geschlossene Schuhe oder griffige Sandalen mit ordentlicher Sohle sind hier klar im Vorteil; dünne Flip-Flops ermüden auf einem ganzen Stadttag und rutschen auf den glatten Steinen. Für echte Wanderungen auf den Attavyros, durch das Tal der Schmetterlinge oder auf längeren Routen im Inselinneren gehören feste Wanderschuhe und ein zweites Oberteil ins Gepäck; Routen und Tipps stehen im Beitrag zum Wandern auf Rhodos. Für reinen Strand- und Stadturlaub bleiben schwere Wanderstiefel dagegen getrost zu Hause.
Der zweite Punkt ist Wasser. Auf der Akropolis von Lindos, im antiken Kamiros und auf der Burg Kritinia gibt es oben keine Versorgung; der Aufstieg dauert je nach Tempo 15 bis 30 Minuten, in der prallen Sonne. Eine gefüllte Flasche pro Person ist das Minimum, im Hochsommer besser eineinhalb Liter. Dazu Kleingeld für die Eintritte und für die Toiletten mancher Anlagen, und ein leichtes Tuch, das gleichzeitig als Sonnenschutz, Sitzunterlage und Kloster-Überwurf funktioniert.
Für Bootstouren, die bis etwa Ende Oktober fahren, gilt eine eigene kleine Liste: rutschfeste Schuhe oder blanke Füße statt Ledersohlen, eine Windjacke (auf dem Wasser ist es deutlich kühler und der Fahrtwind konstant), wasserfeste Sonnencreme, ein Beutel für Handy und Kamera, Reisetabletten gegen Übelkeit und ein Handtuch, weil die meisten Boote Badestopps einlegen. Auf dem offenen Meer wirkt die Sonne durch Reflexion noch einmal deutlich stärker als an Land.
Klöster & Kirchen: die Kleiderordnung
An den religiösen Orten der Insel gilt eine einfache, aber ernst gemeinte Kleiderordnung: am Kloster Tsambika, auf dem Klosterhügel Filerimos, in der freskengeschmückten Kirche von Asklipio, in der Panagia-Kirche mitten in Lindos und in den Klöstern des Südens wie dem Kloster Thari bei Laerma. Die Grundregel ist überall dieselbe: Schultern und Knie bedeckt, für Männer wie für Frauen. In der Praxis heißt das langärmlig oder zumindest schulterbedeckt und mit langer Hose oder einem Rock über dem Knie; an strenger gehandhabten Klöstern wird Frauen in kurzer Hose teils der Zutritt verweigert, und ein Rock ist dann die sichere Wahl.
An manchen Anlagen liegen am Eingang Wickeltücher zum Ausleihen bereit. Verlassen sollte man sich darauf nicht, denn das ist weder überall der Fall noch immer ausreichend. Am einfachsten ist ein leichter Sarong oder ein dünnes Tuch, das ohnehin im Tagesrucksack mitfährt: Es schützt unterwegs vor Sonne und macht aus kurzer Strand- in Sekunden klostertaugliche Kleidung. Wie streng kontrolliert wird, hängt vom Ort ab; in den stark besuchten Wallfahrtszielen der Insel ist man mit der bedeckten Variante immer auf der sicheren Seite. Badekleidung hat in Kirche und Kloster nichts verloren, auch wenn der Strand nur einen Felshang entfernt liegt.
Technik: Adapter, Powerbank und Offline-Karten
Zuerst zu einem hartnäckigen Packlisten-Reflex: Griechenland nutzt die Steckdosentypen C und F bei einer Netzspannung von 230 Volt / 50 Hertz, exakt derselbe Standard wie in Deutschland und Österreich. Aus Deutschland oder Österreich braucht es für Rhodos also keinen Reisestecker-Adapter: Schuko- und Eurostecker passen direkt in die griechischen Dosen. Der pauschale Rat „Adapter einpacken“, der in vielen Listen steht, geht für diese Reisenden ins Leere.
Eine wichtige Ausnahme gibt es allerdings: Reisende aus der Schweiz. Der dreipolige Schweizer Stecker (Typ J) passt nicht zuverlässig in die griechischen Dosen, hier ist ein kleiner Reiseadapter auf Typ C/F nötig. Ein Spannungswandler ist dagegen auch für Schweizer überflüssig, weil die Netzspannung mit 230 Volt identisch ist; es geht allein um die Steckerform.
Was dagegen wirklich oft fehlt, ist banaler: eine kleine Mehrfachsteckdose oder ein USB-Ladeklotz mit mehreren Anschlüssen, weil viele Hotelzimmer nur eine bequem erreichbare Steckdose haben, meist hinter dem Bett oder am Schreibtisch und nie dort, wo man sie braucht. Dazu ein Ladegerät fürs Auto, wenn das Smartphone navigiert, und ein längeres Ladekabel, weil die Steckdose selten neben dem Nachttisch sitzt.
Bei der Powerbank haben sich die Regeln verschärft. Sie darf ausschließlich ins Handgepäck, nie in den aufgegebenen Koffer; bis 100 Wattstunden ist sie ohne Anmeldung erlaubt, zwischen 100 und 160 Wh nur mit Zustimmung der Airline, darüber gar nicht. Die Lufthansa Group, zu der auch Eurowings, Austrian, Swiss, Edelweiss, Brussels Airlines, ITA Airways und Air Dolomiti gehören, verbietet seit dem 15. Januar 2026 zusätzlich, Powerbanks an Bord zu benutzen oder zu laden; erlaubt sind höchstens zwei Stück pro Person, verstaut am Körper, in der Sitztasche oder im Handgepäck unter dem Vordersitz, nicht im Gepäckfach (Stand September 2026). Andere Fluggesellschaften haben eigene, teils mildere Regeln, deshalb vor dem Flug die Bestimmungen der eigenen Airline prüfen.
Der letzte Technikpunkt ist unsichtbar, aber der nützlichste: Offline-Karten. Roaming funktioniert innerhalb der EU zwar zum Inlandstarif, aber im Inselinneren, in den Schluchten des Südens und auf der Strecke Richtung Kattavia und Prasonisi reißt das Netz regelmäßig ab. Ein vor der Reise heruntergeladenes Kartenpaket für Rhodos, in Google Maps, Organic Maps oder einer Wander-App, löst das Problem in fünf Minuten. Genauso gehören die Bordkarten, die Mietwagen-Reservierung, die Hotelbuchung und ein Foto von Ausweis und Führerschein offline auf das Handy, nicht nur in eine E-Mail, die ohne Netz nicht lädt.
Reiseapotheke
Apotheken gibt es in den Orten reichlich, aber eine kleine eigene Reiseapotheke erspart Wege und Sprachhürden. Sinnvoll sind: persönliche Medikamente in ausreichender Menge, etwas gegen Magen-Darm-Beschwerden und Durchfall, Schmerz- und Fiebermittel, Pflaster und Blasenpflaster (für die Stätten und Wanderungen), ein Mittel gegen Sonnenbrand sowie Reisetabletten gegen Übelkeit, denn die kurvigen Bergstraßen Richtung Embonas oder Monolithos haben schon manchem den Magen verdreht. Verschreibungspflichtige Medikamente gehören ins Handgepäck, nicht in den aufgegebenen Koffer; bei Dauermedikation ist ein kurzer Medikamentenplan oder das ärztliche Rezept hilfreich.
Mückenschutz ist vor allem an warmen Abenden und in Küstennähe sinnvoll: Ein Repellent für die Haut und gegebenenfalls ein Stecker oder Verdampfer fürs Zimmer halten die Stechmücken in Schach. Bei empfindlicher Haut kommt ein juckreizstillendes Gel dazu.
Was man nicht in Reisemengen mitschleppen muss: Standardpräparate. Apotheken, am grünen Kreuz und dem Schriftzug ΦΑΡΜΑΚΕΙΟ zu erkennen, gibt es in Rhodos-Stadt, Faliraki, Lindos, Archangelos, Afandou und allen größeren Orten, und viele rezeptfreie Mittel sind dort günstiger als zu Hause. Das Personal spricht in den Touristenorten meist Englisch, in der Nebensaison und in den Bergdörfern nicht immer; die Wirkstoffbezeichnung auf einem Zettel hilft dann mehr als der deutsche Handelsname. In den Orten wechselt ein Notdienst, dessen Aushang an jeder Apothekentür hängt. Nur bei persönlicher Dauermedikation gilt: alles selbst mitbringen, mit Reserve für einige Tage, falls die Rückreise sich verschiebt.
Dokumente und Geld
Für EU-Bürger genügt der Personalausweis oder Reisepass. Gesetzlich Versicherte nehmen die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mit, die bei deutschen Kassen auf der Rückseite der Versichertenkarte aufgedruckt ist. Sie deckt die medizinisch notwendige Akutbehandlung im staatlichen System, aber weder Privatbehandlungen noch einen Rücktransport in die Heimat; eine private Auslandsreise-Krankenversicherung mit Rücktransport gehört deshalb dazu. Für den Mietwagen genügt der EU-Führerschein, dazu Mietvertrag und Kontaktdaten des Vermieters griffbereit.
Eine Ausnahme sorgt regelmäßig für Ärger: der Tagesausflug nach Marmaris. Rechtlich genügt für die Türkei zwar der Personalausweis, die Reedereien verlangen bei der Buchung aber die Passnummer. Faktisch gehört für diesen Ausflug also ein gültiger Reisepass ins Gepäck, auch für mitreisende Kinder; die Einzelheiten stehen im Marmaris-Beitrag. Für Symi und Chalki reicht der Personalausweis.
Beim Geld gilt: Karte für das Große, Bargeld für das Kleine. Bergtavernen, Klosterspenden, Parkplatzwächter, Marktstände und kleine Kioske laufen oft bar. Im Portemonnaie reichen 50 bis 80 € in Fünfern, Zehnern und Zwanzigern als laufender Vorrat, der zwischendurch am Bankautomaten aufgefüllt wird. Über eine Woche kommen pro Person etwa 100 bis 150 € an Barausgaben zusammen; das ist der Wochenbedarf, nicht die Summe, die auf einmal mitmuss. Automaten gibt es in allen größeren Orten, in den Bergdörfern des Inneren nicht. Welche Automaten keine Gebühr verlangen und wie viel Trinkgeld üblich ist, steht im Beitrag Geld und Trinkgeld auf Rhodos.
Mit Kindern: was zusätzlich in den Koffer gehört
Mit Kindern verschiebt sich die Liste an drei Stellen. Der wichtigste Punkt ist der Kindersitz. In Griechenland gilt Sicherungspflicht für alle Kinder unter 1,35 Metern Körpergröße beziehungsweise bis etwa zwölf Jahren; Kinder unter drei Jahren müssen in einer Rückhalteeinrichtung sitzen, und ein Verstoß gegen die Gurt- und Kindersitzpflicht wird mit 350 Euro geahndet (Stand September 2026). Mietwagenfirmen bieten Sitze gegen Aufpreis an, aber die Auswahl auf der Insel ist begrenzt, der Zustand schwankt, und in der Hochsaison sind sie oft ausgebucht. Am sichersten ist es, den Sitz verbindlich mit der Reservierung zu buchen oder eine leichte Sitzerhöhung beziehungsweise einen zusammenklappbaren Reisesitz selbst mitzunehmen; die meisten Airlines befördern Kindersitze kostenlos zusätzlich zum Freigepäck.
Zweitens der Sonnenschutz. Kinderhaut verbrennt bei UV-Index 9 in Minuten. Ein langärmliges UV-Shirt zum Baden ist praktischer als jedes Nachcremen, dazu ein Hut mit Nackenschutz, eine Kindersonnenbrille und Sonnencreme mit hohem Faktor in ausreichender Menge, denn vor Ort kostet sie ein Vielfaches. Drittens der Strand: Badeschuhe in Kindergröße sind noch wichtiger als für Erwachsene, weil Kinder unbedacht über Kies und Felsen laufen. Sandspielzeug lässt sich vor Ort günstig kaufen und muss nicht mitfliegen. Dazu Schwimmhilfen, an die man sich gewöhnt hat, ein Nachtlicht für unbekannte Zimmer, ein Fieberthermometer und Elektrolytpulver gegen die Folgen von zu viel Sonne und zu wenig Trinken. Welche Orte und Strände sich eignen, steht im Beitrag Rhodos mit Kindern.
Mit Hund: Papiere und Ausrüstung
Für den Hund ist die Packliste vor allem eine Dokumentenliste: EU-Heimtierausweis, gültige Tollwutimpfung und ein Mikrochip sind Voraussetzung für die Einreise, und die Fluggesellschaft hat eigene Regeln zu Box, Gewicht und Kabine, die früh geklärt sein wollen. An Ausrüstung gehören dazu: eine faltbare Wassernapfschale und deutlich mehr Wasser, als man selbst braucht, eine Kühlmatte oder ein nasses Tuch für den Wagen, Schuhe oder zumindest Pfotenbalsam gegen heißen Asphalt und heißen Kies, ein Zeckenschutz mit Wirkung gegen Sandmücken (Leishmaniose ist im Mittelmeerraum ein reales Thema) und Kotbeutel, die vor Ort nicht überall zu bekommen sind. Praktisch entscheidend ist die Reisezeit: Im Juli und August ist der Boden tagsüber zu heiß für Pfoten, und viele Strände und Tavernen sind voll; Frühjahr und Herbst sind für Hunde die deutlich bessere Wahl. Was auf der Insel erlaubt ist und welche Unterkünfte Hunde nehmen, steht im Beitrag Rhodos mit Hund.
Handgepäck: Flüssigkeiten, Akkus, Medikamente
Drei Regeln entscheiden darüber, ob man an der Sicherheitskontrolle stehenbleibt. Erstens Flüssigkeiten: EU-weit gilt weiterhin die 100-Milliliter-Regel: einzelne Behälter mit höchstens 100 ml, alle zusammen in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel von einem Liter, ein Beutel pro Person. Einzelne Flughäfen mit den neu zugelassenen CT-Scannern haben die Grenze inzwischen auf zwei Liter angehoben, darunter Köln/Bonn, Nürnberg und Wien; die Umstellung läuft aber uneinheitlich, teilweise sogar von Kontrollspur zu Kontrollspur, und für den Rückflug ab Rhodos gilt die 100-Milliliter-Regel ohnehin (Stand September 2026). Die große Sonnencreme reist deshalb am sichersten im aufgegebenen Koffer.
Zweitens Akkus: Powerbanks und Ersatzakkus gehören zwingend ins Handgepäck und niemals in den Koffer; dazu kommen die oben beschriebenen Wattstunden-Grenzen und Nutzungsverbote an Bord. Drittens Medikamente: Verschreibungspflichtige und lebenswichtige Präparate reisen im Handgepäck mit, weil Koffer verspätet ankommen können. Flüssige Medikamente sind von der 100-Milliliter-Regel ausgenommen, müssen aber angemeldet und auf Nachfrage mit Rezept oder ärztlicher Bescheinigung belegt werden. Ins Handgepäck gehören außerdem: Reisedokumente, Wertsachen, Brille oder Kontaktlinsen, Ladekabel und, sehr zu empfehlen, ein Satz Wechselkleidung samt Badesachen, damit der erste Urlaubstag auch dann funktioniert, wenn der Koffer einen Flug später kommt.
Was man nicht braucht
Eine gute Packliste sagt auch, was zu Hause bleiben darf. Auf Rhodos ist das mehr, als die meisten Listen zugeben:
- Der Reiseadapter, bei Anreise aus Deutschland oder Österreich überflüssig. Nur der dreipolige Schweizer Stecker braucht einen.
- Das große Frottee-Badetuch. Die meisten Hotels verleihen Badetücher, oft gegen Kaution; ein dünnes Mikrofasertuch reicht als Ergänzung völlig.
- Ein Stapel Bücher. Ein E-Reader wiegt 200 Gramm, ein Urlaubsstapel Taschenbücher zwei Kilo, und in den größeren Orten gibt es Tauschregale in Hotels und Cafés.
- Wanderstöcke und schwere Bergstiefel, sofern nicht wirklich eine Attavyros-Besteigung oder eine mehrtägige Tour geplant ist. Für die üblichen Wege genügen feste Turnschuhe.
- Föhn und Bügeleisen: in praktisch jedem Hotel und jeder Ferienwohnung vorhanden.
- Ein dicker Pullover im Hochsommer. Zwei dünne Schichten sind bei 33 °C am Tag und 24 °C in der Nacht sinnvoller.
- Wasservorräte und Grundnahrungsmittel. Supermärkte gibt es in allen Urlaubsorten, und die Preise liegen nur leicht über dem deutschen Niveau.
- Ein internationaler Führerschein: für EU-Bürger nicht erforderlich.
- Schnorchelflossen, wenn es nur um gelegentliches Schauen geht: Maske und Schnorchel allein reichen und passen in jede Kofferecke.
Die Kurz-Checkliste
Zum Abhaken, quer durch die Saison; Details stehen in den Abschnitten oben:
- Sonnenschutz: Sonnencreme LSF 30–50, breitkrempiger Hut, Sonnenbrille mit UV 400, ggf. UV-Shirt; Sonnencreme nach jedem Baden erneuern.
- Kleidung: leichte, helle Sachen; ein bis zwei dünne Langarmteile; eine winddichte Jacke; in Frühjahr/Herbst zusätzlich lange Hose, Pullover und leichte Regenjacke, ab Ende Oktober eine warme Schicht für die frühen Abende.
- Schuhe: Badeschuhe für Kies- und Felsstrände, feste/griffige Schuhe für Altstadt und antike Stätten, Wanderschuhe nur bei echten Touren.
- Strand: Schnorchelmaske, schnelltrocknendes Mikrofaser- oder Hammam-Tuch, eigener Sonnenschirm und Wasser für unbewirtschaftete Buchten.
- Klöster: leichtes Tuch oder Sarong für bedeckte Schultern und Knie.
- Trinken: wiederbefüllbare, möglichst isolierte Flasche; das Leitungswasser gilt als trinkbar, schmeckt aber oft nach Chlor.
- Strom: kein Adapter aus DE/AT nötig (Typ C/F, 230 V); aus der Schweiz Adapter Typ J → C/F; Mehrfachstecker oder USB-Hub, Autoladegerät und Powerbank (nur ins Handgepäck, Bordregeln der Airline beachten).
- Digital: Offline-Karten für Rhodos, Bordkarten, Buchungen und Dokumentenfotos offline auf dem Handy.
- Gesundheit: Reiseapotheke, persönliche Medikamente im Handgepäck, Mückenschutz, EHIC plus private Auslandsreise-Krankenversicherung.
- Dokumente & Geld: Ausweis, Führerschein und Mietunterlagen, 50 bis 80 € in kleinen Scheinen als laufender Vorrat, dazu den Reisepass, falls der Ausflug nach Marmaris auf dem Programm steht.
- Mit Kindern: Kindersitz vorab reservieren oder mitnehmen, UV-Shirt, Hut mit Nackenschutz, Badeschuhe in Kindergröße.
Häufige Fragen
- Braucht man auf Rhodos einen Reiseadapter?
- Aus Deutschland und Österreich nicht. Griechenland nutzt die Steckdosentypen C und F bei 230 Volt und 50 Hertz, Schuko- und Eurostecker passen direkt. Reisende aus der Schweiz brauchen dagegen einen kleinen Adapter, weil der dreipolige Typ-J-Stecker nicht in griechische Dosen passt; zweipolige Schweizer Eurostecker passen dagegen. Einen Spannungswandler braucht niemand, die Netzspannung ist überall dieselbe.
- Sind Badeschuhe auf Rhodos wirklich nötig?
- Ja, sie sind der wichtigste Posten der Packliste. Viele der schönsten Buchten bestehen aus Kies, Geröll oder Fels statt aus Sand, an felsigen Ein- und Ausstiegen sitzen Seeigel, und dunkler Kies wird in der Mittagssonne so heiß, dass barfuß laufen unangenehm wird. Wichtig ist eine feste Sohle, denn dünne Neoprensöckchen schützen kaum gegen spitze Steine. Nur bei reinen Sandstrand-Tagen in Tsambika oder Faliraki geht es auch ohne.
- Was zieht man auf Rhodos im Oktober an?
- Der Oktober liegt im Mittel bei 24 °C am Tag und 18 °C in der Nacht, also Sommerkleidung für den Tag und Übergangskleidung für den Abend. In den Koffer gehören T-Shirts und kurze Hosen, dazu eine lange Hose, ein Pullover oder eine Strickjacke, ein dünner Schal, geschlossene Schuhe und ab Monatsmitte eine leichte Regenjacke, weil die ersten Herbstregen einsetzen. Nach der Zeitumstellung am letzten Oktobersonntag (2026: 25. Oktober) geht die Sonne gegen 17:15 Uhr unter, die Abende draußen sind dann spürbar kühler. Badesachen bleiben dabei: Das Meer hat im Oktober noch 22 bis 24 °C.
- Reicht der Personalausweis für eine Reise nach Rhodos?
- Für EU-Bürger ja. Rhodos gehört zu Griechenland und damit zur EU, ein gültiger Personalausweis genügt für Einreise, Hotel und Mietwagen. Nur für den Tagesausflug nach Marmaris in die Türkei ist faktisch ein Reisepass nötig, auch für Kinder, weil die Reedereien bei der Buchung die Passnummer verlangen.
- Wie viel Bargeld sollte man auf Rhodos dabeihaben?
- Als laufender Vorrat im Portemonnaie reichen 50 bis 80 € in kleinen Scheinen, nachgefüllt am Bankautomaten. Über eine Woche gerechnet kommen pro Person etwa 100 bis 150 € an Barausgaben zusammen, etwa für Bergtavernen, Klosterspenden, Parkplatzwächter, Marktstände, Kioske und Trinkgeld. Hotels, Supermärkte, Tankstellen und Restaurants in den Urlaubsorten nehmen Karte problemlos. Geldautomaten gibt es in allen größeren Orten, in den Bergdörfern des Inselinneren jedoch nicht.











