Die Anthony-Quinn-Bucht ist eine der bekanntesten kleinen Buchten der rhodischen Ostküste — und zugleich eine der schwierigsten, wenn man Sand und Schatten sucht. Sie liegt wenige Kilometer südlich von Faliraki, eingefasst von rotbraunen Felswänden und Pinien, mit Wasser, das schon nach wenigen Metern tief und glasklar wird. Wer zum Schnorcheln kommt, ist hier richtig; wer einen entspannten Familien-Strandtag plant, eher nicht.
Charakter & Lage
Die Bucht ist klein — die Küstenlinie misst nur etwa 250 Meter, und der schmale Uferstreifen verschwindet im Hochsommer fast vollständig unter Liegen und Badegästen. Direkt nördlich, durch einen Felsrücken getrennt, schließt die Ladiko-Bucht an; beide werden oft in einem Atemzug genannt und teilen sich die Zufahrt von oben. Der Untergrund ist Kies und Fels, nicht Sand: An den Rändern wurden hölzerne Liegeplattformen über die Felsterrassen gelegt, von denen aus man bequem ins tiefe Wasser steigt. Eingerahmt wird das Ganze von steilen, kiefernbewachsenen Hängen — ein Bild, das viele für eines der schönsten der Ostküste halten.
Schnorcheln & Baden
Das Wasser fällt küstennah rasch ab und ist außergewöhnlich klar — genau deshalb ist die Bucht ein Schnorchel- und Tauch-Klassiker. Entlang der Felskanten gibt es viel zu sehen, das Licht im Wasser ist auch im Hochsommer brillant. Weil der Einstieg über glatt geschliffene Felsen und groben Kies führt, sind Badeschuhe sehr zu empfehlen; barfuß ist der Weg ins Wasser unangenehm und auf nassem Fels rutschig. Eigene Maske und Schnorchel mitzubringen lohnt sich — Ausrüstung ist vor Ort nicht immer verfügbar und in der Regel teuer. Wegen der schnell zunehmenden Tiefe und des felsigen Einstiegs ist die Bucht für kleine Kinder und unsichere Schwimmer nur eingeschränkt geeignet.
Ausstattung
Die Bucht ist halb organisiert, nicht durchkommerzialisiert. Es gibt Sonnenliegen und Schirme auf den Holzplattformen und Felsterrassen, dazu eine kleine Kantine beziehungsweise eine Strandbar in der Saison; einen großen Tourismusapparat sucht man hier vergeblich, und das macht einen Teil des Reizes aus. Liegenpreise und Öffnungszeiten schwanken von Jahr zu Jahr und je nach Betreiber — verlässliche Festpreise lassen sich seriös nicht angeben. Wer flexibel bleiben will, legt einfach ein Handtuch auf eine freie Felsstufe. Natürlichen Schatten spenden nur die Pinien an den Rändern; ein Sonnenschirm oder ein Platz unter den Bäumen ist im Hochsommer Gold wert.
Anfahrt & Parken
Die Bucht liegt rund 16 Kilometer südlich von Rhodos-Stadt und nur etwa drei Kilometer von Faliraki entfernt. Am einfachsten kommt man mit dem Mietwagen: Von der Küstenstraße zweigt man Richtung Ladiko ab, danach geht es über eine enge, teils steile Stichstraße hinunter. Parkplätze gibt es oben an der Zufahrt und im Bereich oberhalb der Buchten — sie sind aber begrenzt und im Hochsommer früh belegt, sodass viele Autos entlang der schmalen Straße stehen bleiben. Von den oberen Parkflächen führt ein kurzer, aber steiler Weg hinunter ans Wasser. Ohne eigenes Fahrzeug nimmt man einen der Linienbusse bis Faliraki und von dort ein Taxi oder geht das letzte Stück zu Fuß; in der Hauptsaison hält teils auch ein Bus an der Straße oberhalb der Bucht (Stand Juni 2026, ohne Gewähr — Fahrpläne vor Ort prüfen).
Beste Zeit & Andrang
Wegen ihrer geringen Größe gilt für die Anthony-Quinn-Bucht noch stärker als für andere Strände der Insel: Im Juli und August ist sie ab dem späten Vormittag oft voll, sowohl im Wasser als auch auf dem Parkplatz. Die angenehmsten Tage liegen im Mai, Juni und September, wenn das Wasser bereits warm, der Andrang aber überschaubar ist. Innerhalb des Tages sind der frühe Morgen und der späte Nachmittag am ruhigsten. Wer auf Tagesausflugsboote trifft, weiß: Dann wird es eng. Eine Alternative für den Notfall liegt gleich nebenan.
Mit Ladiko kombinieren
Direkt nördlich, hinter dem trennenden Felsrücken, liegt die Ladiko-Bucht — etwas größer, mit mehr Sand und Kies und einem flacheren, familienfreundlicheren Einstieg. Beide Buchten sind über dieselbe Zufahrt und denselben Parkbereich erreichbar, sodass sich ein Wechsel anbietet: Findet man in der Anthony-Quinn-Bucht keinen Platz mehr, weicht man nach Ladiko aus. Zusammen ergeben die beiden einen runden Halbtag — schnorcheln im klaren, tiefen Wasser der Anthony-Quinn-Bucht, entspannen am ruhigeren Ufer von Ladiko.
In der Nähe
Für Essen, Einkäufe und mehr Trubel ist Faliraki nur wenige Minuten entfernt; dort findet sich auch der breite, voll organisierte Strand von Faliraki für alle, die einen klassischen Sandstrand vorziehen. Weiter nördlich Richtung Rhodos-Stadt liegt die Kallithea-Bucht mit ihren markanten Thermal-Bauten — ebenfalls felsig und ein guter Schnorchelplatz. Wer mehrere dieser Buchten an einem Tag verbinden will, ist mit dem Mietwagen am flexibelsten.
Woher der Name kommt
Ursprünglich hieß die Bucht Vagies. Ihren heutigen Namen verdankt sie dem Schauspieler Anthony Quinn, der Anfang der 1960er-Jahre im Zuge der Dreharbeiten zu „Die Kanonen von Navarone" in die Region kam und sich in die Landschaft verliebte. Quinn plante hier ein internationales Kulturzentrum für Künstler und Filmschaffende — und genau um dieses Grundstück entspann sich später ein jahrzehntelanger Rechtsstreit.
Gut zu wissen
Es gibt an der Bucht keinen Rettungsschwimmer; das Wasser ist meist ruhig, aber tief, und der felsige Einstieg verlangt etwas Trittsicherheit. Müll nimmt man wieder mit — die kleine, geschützte Bucht ist empfindlich. Wer die allgemeinen Regeln zu Liegen, Schatten und Naturschutz an Rhodos' Stränden nachlesen will, findet sie in unseren Strandregeln. Und noch einmal, weil es den Tag am meisten verbessert: Badeschuhe, Sonnenschutz, eigenes Wasser und ruhig auch eine Unterwasserkamera — das Licht hier ist es wert.




