
Strände auf Rhodos
Sandbuchten, Felsküsten, Surf-Spots — die Strände der Insel nach Charakter sortiert, nicht nach Hype.
Die Ostküste von Rhodos ist geschützt und familienfreundlich, mit den wenigen echten Sandstränden der Insel und vielen Kiesbuchten; die Westküste ist kiesig, windig und leer. Im Süden treffen beide Charaktere an einer Sandzunge zwischen zwei Meeren aufeinander. Hier sind alle Strände nach Charakter sortiert, mit dem Nötigen zu Untergrund, Wind, Schatten und Preisen.
Alle 17 Strände
17 Strände

Elli Beach
Der Stadtstrand von Rhodos: feiner Kies vor einer breiten Promenade, das historische Sprungbrett aus den 1930er-Jahren (seit Ende Juni 2026 gesperrt) und eine Einstiegshilfe für Rollstuhlnutzer, die 2026 zeitweise defekt war. Gebadet wird in Sichtweite der Altstadt, allerdings in rasch tiefer werdendem Wasser.
- Kies oder gemischt
- wenig Schatten

Ixia-Strand
Ein langer Kiesstrand entlang der Hotelzone an der Nordwestküste, nachmittags verlässlich windig und damit das stadtnahe Windsurf- und Wingfoil-Revier von Rhodos. Zum Baden eignen sich vor allem die ruhigeren Vormittage.
- Kies oder gemischt
- wenig Schatten

Kallithea-Bucht
Badeplattformen statt Sand, tiefes klares Wasser und eine Art-déco-Kulisse: Die kleine Felsbucht unterhalb der Kallithea-Therme ist einer der ungewöhnlichsten Badeplätze der Insel und nur über das Monument erreichbar.
- Kies oder gemischt
- wenig Schatten

Anthony-Quinn-Bucht
Eine kleine Felsbucht mit kristallklarem Wasser, eingerahmt von rotbraunen Felsen und Pinien: einer der besten Schnorchelplätze der Insel, wenige Kilometer südlich von Faliraki.
- Kies oder gemischt
- wenig Schatten

Ladiko-Bucht
Die kleine, geschützte Doppelbucht gleich südwestlich der Anthony-Quinn-Bucht: der ruhigere Zwilling mit Sand-Kies-Mix, glasklarem Wasser und guten Schnorchel-Ecken an den Felsrändern.
- Kies oder gemischt
- familienfreundlich
- wenig Schatten

Faliraki Strand
Rund vier Kilometer feiner Sand mit durchgehender Infrastruktur: der längste organisierte Strand der Ostküste, flach abfallend, im Sommer bewacht, mit lebhafter Mitte und ruhigen Enden.
- Sand
- familienfreundlich
- wenig Schatten

Afandou Beach
Je nach Zählung vier bis sechs Kilometer Kies und grober Sand, dahinter Golfgrün statt Hotelfront — der lange, ruhige Strand der mittleren Ostküste, mit Platz selbst im Hochsommer.
- Kies oder gemischt
- kein Schatten

Kolymbia-Strand
Zwei Buchten und ein Mini-Hafen am Ende der Eukalyptus-Allee: Kies-Sand-Mix, sehr klares Wasser, Blaue Flagge an drei Hotelabschnitten und ein Felskap zum Schnorcheln. Kein Bilderbuchstrand, dafür ruhig, gepflegt und gut angebunden.
- Kies oder gemischt
- familienfreundlich
- wenig Schatten

Tsambika
Fast ein Kilometer goldener Sand am Fuß des Tsambika-Felsens, sehr flach abfallendes Wasser und komplette Strandausstattung. Im Hochsommer entsprechend gut besucht.
- Sand
- familienfreundlich
- wenig Schatten

Agathi
Einer der wenigen echten Sandstrände der Ostküste: rund 300 Meter feiner Sand unter der Johanniterburg Feraklos, flach abfallendes Wasser und eine Höhlenkapelle, dafür seit 2024 weder Liegen noch Strandbar.
- Sand
- familienfreundlich
- kein Schatten

Vlicha-Bucht
Die weite, windgeschützte Bucht zwischen Kalathos und Lindos: knapp ein Kilometer Sand-Kies-Mischung, sehr flach abfallendes Wasser, kostenlose Parkplätze auf Strandhöhe und 2026 gleich zwei Hotelabschnitte mit der Blauen Flagge.
- Kies oder gemischt
- familienfreundlich
- wenig Schatten

Lindos-Bucht & St.-Pauls-Bucht
Zwei sehr unterschiedliche Buchten am Fuß der Akropolis von Lindos: die flache, sandige Hauptbucht Megali Paralia und die fast geschlossene Lagune der St.-Pauls-Bucht, dazu Vlicha als ruhigere Alternative.
- Sand
- familienfreundlich
- wenig Schatten

Glystra
Die Bilderbuch-Bucht zwischen Lindos/Pefkos und Kiotari: ein kleiner Sandbogen mit flachem, türkisem Wasser direkt an der Küstenstraße. Einer der meistfotografierten Strände des Südens, aber mit knappem Schatten und schmaler Ausstattung.
- Sand
- familienfreundlich
- wenig Schatten

Gennadi-Strand
Kilometerlange, offene Kies-Sand-Linie im stillen Süden, mit so viel Platz, dass selbst der August hier nach Nebensaison aussieht. Klares, schnell tiefes Wasser und je nach Wetter leichte Brandung.
- Kies oder gemischt
- wenig Schatten

Plimmiri
Eine weite, ruhige Bucht im tiefen Süden: heller Sand mit Kiesabschnitten, klares und lange flaches Wasser, eine Kirche über antiken Säulen, ein alter Fischerhafen und eine Fischtaverne. Deutlich stiller als jeder Strand im Norden und windgeschützter, als der Süden vermuten lässt.
- Kies oder gemischt
- familienfreundlich
- wenig Schatten

Prasonisi
Eine Sandzunge zwischen zwei Meeren am äußersten Südzipfel von Rhodos: auf der Westseite die windige, wellige Ägäis, auf der Ostseite das flache, glatte Mittelmeer. Der Kite- und Windsurf-Hotspot der Insel: abgelegen, schattenlos und rau.
- Sand
- kein Schatten

Fourni
Drei abgelegene Kiesbuchten zwischen rotbraunen Felsklippen am Ende der Stichstraße unterhalb der Burg Monolithos: klares, schnell tiefes Wasser, fast keine Infrastruktur und abends die Sonne, die direkt vor dem Strand im Meer versinkt.
- Kies oder gemischt
- kein Schatten
Ost- oder Westküste? Die eine Entscheidung, die alles bestimmt
Rhodos hat zwei Küsten, und zwischen ihnen liegt mehr als nur ein Gebirgsrücken. Die Ostküste ist die geschützte Seite: Hier liegen fast alle Sandstrände der Insel, das Wasser fällt meist flach ab, und die Buchten sind aus dem Hauptwind gedreht. Die Westküste zwischen Ixia und Monolithos ist das Gegenteil: grober Kies statt Sand, Wellen, ein spürbar rauerer Ton, dafür leere Strände und die Sonnenuntergänge, die man auf der Ostseite vergeblich sucht.
Der Grund heißt Meltemi. Der Sommerwind aus Nord bis Nordwest weht von Juni bis September, am kräftigsten im Juli und August, und drückt fast täglich auf die West- und Nordseite; nachmittags legt er regelmäßig zu. Windsurfer kommen deshalb gezielt her. Mit kleinen Kindern oder einer Luftmatratze fährt man an solchen Tagen besser über die Berge nach Osten, wo nur an offenen Abschnitten bei starkem Wind Wellen auflaufen. Ausführlich abgewogen wird der Unterschied im Vergleich Ost- oder Westküste.
Der Süden ist der Sonderfall: An der Sandzunge von Prasonisi treffen beide Meere aufeinander: auf der Westseite Welle, auf der Ostseite Flachwasser, dazwischen eine Minute zu Fuß.
Sand oder Kies — was einen wirklich erwartet
Die verbreitetste Enttäuschung auf Rhodos ist der Untergrund. Echte, durchgehende Sandstrände sind hier die Ausnahme, nicht die Regel: Tsambika, Faliraki, Agathi, Glystra, die beiden Buchten von Lindos, die Landzunge von Prasonisi und der Lee Beach unterhalb von Pefkos — damit ist die Liste im Wesentlichen erschöpft. Überwiegend sandig ist noch Plimmiri im Süden, allerdings mit Kies- und Geröllabschnitten. Alles andere ist Kies, Kiesel oder ein Gemisch aus grobem Sand und Steinen, das aus der Ferne wie Sand aussieht und sich unter den Füßen anders anfühlt. Auch beliebte Buchten wie Vlicha bei Lindos (Sand mit feinem Kies, zum Wasser hin gröber) oder der Kolymbia-Strand gehören zu diesen Mischformen.
Kies hat seine eigenen Vorzüge: klareres Wasser, weniger Aufwirbelung, kaum Sand im Gepäck. Er bedeutet aber auch, dass der Einstieg wehtun kann und Kieselhänge beim Aussteigen rutschen. Badeschuhe sind an vielen rhodischen Stränden keine Übertreibung, sondern der Unterschied zwischen einem entspannten und einem vorsichtigen Tag, etwa an Elli Beach, an der Kallithea-Bucht, an Fourni und praktisch überall an der Westküste.
Welcher Strand für wen
Die brauchbarste Sortierung geht nicht nach Schönheit, sondern nach Zweck:
- Familien mit Kleinkindern: Tsambika fällt so flach ab, dass Schwimmtiefe erst nach rund 50 Metern beginnt. Faliraki ist ähnlich flach, und an den bewirtschafteten Abschnitten sind vom 1. Juni bis 30. September Rettungsschwimmer im Dienst. In der Vlicha-Bucht watet man oft zwanzig, dreißig Meter, bevor das Wasser hüfttief wird. Glystra ist klein, flach und überschaubar, aber nur früh am Tag entspannt. Was mit Kindern sonst zählt, steht unter Mit Kindern auf Rhodos.
- Schwimmer: Afandou, der Strand von Gennadi und die Südbucht am Kolymbia-Strand fallen schnell tief ab; nach wenigen Metern lassen sich ungestört Bahnen ziehen.
- Schnorchler: Fels statt Sand. Die Kallithea-Bucht, die Anthony-Quinn-Bucht, Ladiko und die Felsabschnitte bei Traganou nördlich von Afandou. Ausrüstung und Reviere: Schnorcheln und Wassersport.
- Windsurfer und Kiter: Vor Ixia und dem angrenzenden Trianda wird ausschließlich gewindsurft, Kiten ist dort untersagt. Die Kite-Reviere der Insel sind die Bucht bei Theologos an der Westküste und Prasonisi im Süden, dort allerdings nur auf der Wellenseite im Westen; in der Lagune ist Kiten untersagt.
- Ruhesuchende: Plimmiri ganz im Süden, Fourni an der Westküste und die vielen freien Kilometer beidseits von Gennadi.
- Barrierefreiheit: Elli Beach, Faliraki, Afandou und Lindos haben Einstiegshilfen der Gemeinde („Sea Access“): solarbetriebene Schienen, auf denen Rollstuhlfahrende selbstständig ins Wasser fahren. Sie laufen nur in der Badesaison und fallen gelegentlich aus: 2026 stand zum Saisonstart die Anlage an Elli wegen eines Defekts still, im Sommer meldete der Behindertenverband erneut Ausfälle. Vorab bei der Gemeinde oder dem Hotel nachfragen. Ebenerdig erreichbar ist auch die Vlicha-Bucht: Der kostenlose Parkplatz liegt auf Strandhöhe, bis zum Wasser sind es rund zwanzig Schritte ohne Treppen. Mehr dazu unter Rhodos barrierefrei.
Was Liegen kosten
Ein Liegen-Set — meist zwei Liegen mit Schirm — kostet je nach Strand und Reihe sehr unterschiedlich. Als Größenordnung für die Saison 2026:
- Afandou: rund 10 bis 15 €
- Faliraki: 15 bis 30 €, je nach Abschnitt und Betreiber
- Tsambika: 20 bis 25 € in den hinteren Reihen, 30 bis 40 € vorn am Wasser
- Lindos, Hauptbucht: 20 bis 35 €
- St.-Pauls-Bucht unterhalb der Akropolis von Lindos: ab etwa 60 € — der teuerste Platz der Insel
Mindestens ebenso wichtig: Man muss keine Liege mieten. Das Strandgesetz 5092/2024 schreibt vor, dass mindestens vier Meter ab der Wasserlinie frei von Liegen bleiben, und Betreiber dürfen nur die genehmigte Fläche belegen. Das eigene Handtuch am Wassersaum ist also zulässig, ebenso ein eigener Schirm abseits der Reihen. In der Praxis wird das nicht überall gleich streng gehandhabt, im Zweifel ist es aber ein gutes Argument. Was sonst an griechischen Stränden gilt, fasst der Beitrag zu den Strandregeln zusammen.
Blaue Flagge: was die Auszeichnung aussagt und was nicht
Rhodos kommt in der Saison 2026 auf 28 ausgezeichnete Abschnitte, nach 38 im Vorjahr und 54 in 2024. Der Rückgang liest sich dramatischer, als er ist, denn die Blaue Flagge bewertet keine Strände, sondern Betriebe: Ausgezeichnet wird ein einzelner bewirtschafteter Abschnitt, fast immer vor einem Hotel, und die Auszeichnung muss jede Saison neu beantragt werden. Geprüft werden neben der Wasserqualität vor allem Aufsicht, Sanitäranlagen, Abfallentsorgung und Beschilderung.
So fehlen 2026 prominente Namen wie Tsambika und Elli Beach vollständig, während die Vlicha-Bucht bei Lindos gleich zwei ausgezeichnete Abschnitte hat und der Kolymbia-Strand drei. Das sagt nichts über die Wasserqualität aus, sondern etwas über Betrieb und Antragslage. Umgekehrt kann eine unbewirtschaftete Naturbucht die Kriterien gar nicht erfüllen, weil niemand da ist, der Rettungsschwimmer stellen oder Duschen betreiben könnte; deshalb tragen Agathi, Fourni und die Anthony-Quinn-Bucht keine Flagge. Als Auswahlkriterium für den schönsten Strand taugt sie also nicht, als Hinweis auf vorhandene Infrastruktur schon.
Wann man an den Strand fährt
Das Meer erreicht seine Höchstwerte erst spät im Sommer: Von Mitte August bis Mitte September liegt die Wassertemperatur bei 25 bis 26 °C, und im September sind die Strände spürbar leerer als im August. Im September und im Juni bekommt man denselben Strand zum halben Andrang; welche Monate wofür taugen, ordnet der Beitrag zur besten Reisezeit ein.
Auch der Oktober ist mit 22 bis 24 °C Wassertemperatur noch ein Badefall, nur ändert sich der Rahmen. Die Pflicht zur Bewachung organisierter Strände endet am 30. September, danach sitzt meist niemand mehr auf den Rettungstürmen. Ab Mitte, spätestens Ende Oktober werden Liegen, Schirme und Strandbars abgebaut, und das eigene Handtuch ist dann keine Sparvariante mehr, sondern die Regel.
Innerhalb des Tages gilt eine einfache Regel: vormittags. Vor elf Uhr sind Parkplätze frei, Liegen verfügbar und der Wind schwach. Zwischen Mittag und dem frühen Nachmittag laufen die Ausflugsboote die kleinen Buchten an. Anthony Quinn, Ladiko und die Kallithea-Bucht sind dann am vollsten, und weil sie klein sind, merkt man jeden zusätzlichen Bootskörper. Ab dem späten Nachmittag leert es sich wieder, der Sand kühlt ab, und an der Westküste beginnt die beste Stunde des Tages.
Häufige Fragen
- Welcher Strand auf Rhodos hat den besten Sand?
- Tsambika. Fast ein Kilometer feiner, goldener Sand am Fuß des Tsambika-Felsens, dazu ein flach abfallender Sandboden ohne Steine. Ähnlich sandig sind Faliraki, Agathi, Glystra, die Buchten von Lindos, Prasonisi und der Lee Beach bei Pefkos. Damit sind die echten Sandstrände der Insel aber weitgehend aufgezählt; der Rest der rhodischen Küste besteht aus Kies oder einem Kies-Sand-Gemisch, wie etwa die Vlicha-Bucht und der Kolymbia-Strand.
- Wo kann man mit kleinen Kindern baden?
- Am unkompliziertesten an der Ostküste. Tsambika fällt so flach ab, dass Schwimmtiefe erst nach rund 50 Metern erreicht wird. Faliraki ist ebenfalls flach und wird an den bewirtschafteten Abschnitten vom 1. Juni bis 30. September von Rettungsschwimmern bewacht. Sehr flach ist auch die Vlicha-Bucht bei Lindos, mit Parkplatz auf Strandhöhe. Glystra ist klein, flach und übersichtlich, aber schnell voll. Die Westküste ist mit Kleinkindern wegen Kies, Wind und Wellen keine gute Wahl.
- Braucht man Badeschuhe?
- An vielen Stränden ja. Echte Sandstrände sind auf Rhodos die Ausnahme; die meisten Abschnitte bestehen aus Kies oder Kieseln, an denen der Einstieg ins Wasser unangenehm bis rutschig ist. Das gilt für Elli Beach, die Kallithea-Bucht, Fourni und praktisch die gesamte Westküste. An den Sandstränden schützen Badeschuhe zusätzlich vor dem mittags sehr heißen Sand.
- Was kostet eine Liege?
- Ein Set aus zwei Liegen und Schirm kostet 2026 je nach Strand und Reihe etwa 10 bis 15 € in Afandou, 15 bis 30 € in Faliraki, 20 bis 25 € in den hinteren und 30 bis 40 € in den vorderen Reihen von Tsambika sowie 20 bis 35 € in der Hauptbucht von Lindos. Am teuersten ist die St.-Pauls-Bucht mit ab etwa 60 €. Mieten muss man nicht: Die ersten vier Meter ab der Wasserlinie müssen frei von Liegen bleiben. Ab Mitte bis Ende Oktober werden die Liegen ohnehin abgebaut.
- Welche Küste ist windgeschützter?
- Die Ostküste. Der Meltemi weht von Juni bis September aus Nord bis Nordwest, am kräftigsten im Juli und August, und trifft vor allem die West- und Nordseite der Insel; nachmittags frischt er zusätzlich auf. Die nach Osten und Südosten geöffneten Buchten liegen im Windschatten des Gebirgszugs und bleiben deutlich ruhiger, nur an offenen Abschnitten laufen bei starkem Meltemi Wellen auf. Windsurfer zieht es umgekehrt nach Ixia oder Prasonisi.