Pefkos (griechisch Pefki, „Pinien“) liegt rund 55 Kilometer südlich von Rhodos-Stadt an der Südostküste, rund sechs Straßenkilometer hinter Lindos. Der Ort ist aus einer Handvoll Fischer- und Sommerhäuser gewachsen und hat sich seinen überschaubaren Maßstab bewahrt: Statt großer Hotelblöcke prägen Apartments, Studios und kleinere Hotels das Bild, dazwischen die namensgebenden Pinien und eine Hauptstraße, auf der abends gegessen, aber nicht gefeiert wird. Für alle, die Lindos als Kulisse wollen, ohne dort zu wohnen, ist Pefkos meist die erste Adresse.
Charakter und Geschichte: vom Sommerdorf der Lindier zum Ferienort
Bis in die 1970er-Jahre war Pefkos kaum mehr als ein Weiler an der Küstenstraße zwischen Lindos und Lardos: ein paar Fischerhütten und Sommerhäuser von Familien aus dem Hinterland, die hier ihre Wein-, Oliven- und Feigengärten bewirtschafteten. Der Tourismus kam über den Umweg Lindos. Weil das denkmalgeschützte Lindos keine neuen Hotels bauen darf, wichen Vermieter und Reiseveranstalter ab den frühen 1980er-Jahren auf das nur wenige Kilometer entfernte Pefkos aus: erst einzelne Zimmer, dann Studios, Tavernen, ein Supermarkt, schließlich ganze Apartmentanlagen. Bis heute ist der Ort stark britisch geprägt: Viele Gäste kommen seit Jahrzehnten, und die Speisekarten sind entsprechend zweisprachig.
Das Ergebnis ist ein Ferienort ohne gewachsenen Ortskern, aber mit klarer Struktur: Die Hauptstraße mit Tavernen, Bars, Minimärkten und Autovermietern zieht sich parallel zur Küste, die Unterkünfte liegen in den Hang- und Pinienlagen dahinter, die Strände unten in kleinen Abschnitten. Alles ist zu Fuß erreichbar; vom Apartment zum Supermarkt, vom Strand zur Taverne sind es selten mehr als zehn Minuten. Verglichen mit Faliraki ist Pefkos deutlich leiser, verglichen mit Lindos deutlich günstiger und weniger gedrängt.
Die Strände von Pefkos
Pefkos hat nicht den einen langen Strand, sondern eine Kette aus Buchten, die durch flache Felsnasen getrennt sind. Das hat einen Vorteil: Selbst im August verteilt sich das Publikum, und fast immer findet sich ein Abschnitt, an dem es ruhig ist. Was am Strand erlaubt ist und was nicht, fasst der Beitrag Strandregeln zusammen.
Hauptstrand (Lee Beach)
Der Hauptstrand liegt in der Ortsmitte, unterhalb der Hauptstraße, und ist als Lee Beach bekannt, benannt nach der angrenzenden Strandbar. Feiner goldener Sand, ein sehr flacher Einstieg und meist ruhiges Wasser, weil die Bucht nach Süden geschützt liegt: Das ist der Strand für Familien mit kleinen Kindern. Liegen und Schirme werden vermietet (nach Gästeberichten 25–30 € pro Paar), Duschen, Toiletten und ein Strandlokal sind vorhanden. Eine Blaue Flagge trägt 2026 keiner der Ortsstrände von Pefkos; 2024 war der Abschnitt Pefki–Lee noch ausgezeichnet.
Kavos und die kleinen Buchten
Wenige Gehminuten Richtung Lindos folgt die kleine Bucht von Kavos: Sand, klares Wasser, das gut 20 Meter weit flach bleibt, deutlich weniger Betrieb als am Hauptstrand. Dazwischen und dahinter liegen weitere kleine Abschnitte, die zum Teil nur über Treppen und Trampelpfade erreichbar sind. Die interessanteren Stellen zum Schnorcheln liegen an den Felsnasen zwischen den Buchten; mehr dazu unter Schnorcheln und Wassersport.
Lothiarika Richtung Lardos
Am Südwestende des Orts beginnt der rund einen Kilometer lange Strand von Lothiarika, der bis fast nach Lardos reicht: Kies und grober Sand, kaum Infrastruktur, dafür Platz. Das Wasser ist hier etwas offener und bei Südwind bewegter, schön für Schwimmer, weniger ideal für Planschkinder. Eine richtig ruhige Ecke findet man hier oder ein Stück weiter an der Glystra-Bucht, die als schönster kleiner Sandstrand des Südostens gilt.
Essen, Trinken und der Abend
Die Tavernen-Dichte ist für einen Ort dieser Größe erstaunlich hoch, weil fast alle Gäste in Apartments ohne Verpflegung wohnen. Das Angebot reicht von griechischer Küche mit Grill und Mezedes über Fischtavernen bis zu Bars mit Frühstück, Burgern und Sportübertragungen; die britische Prägung ist am Abend nicht zu übersehen. Preislich liegt Pefkos spürbar unter Lindos: Ein Hauptgericht kostet meist 12–18 €, ein halber Liter offener Wein 6–9 €. Orientierung bei der Suche nach typisch rhodischen Gerichten gibt der Beitrag Essen und Trinken auf Rhodos.
Nachtleben im engeren Sinn gibt es nicht. Ein paar Bars an der Hauptstraße haben bis nach Mitternacht offen, manche mit Live-Musik oder Quiz-Abenden, aber Clubs oder Strandpartys wie in Faliraki sucht man vergeblich. Gegen ein Uhr ist Ruhe, und für die meisten Gäste spricht das für den Ort, nicht gegen ihn.
Die Lindos-Kombination
Das stärkste Argument für Pefkos ist die Nähe zu Lindos. Die Akropolis von Lindos und die weiße Altstadt sind in rund zehn Autominuten erreichbar. Mit einem frühen Aufbruch ist das Sightseeing erledigt, bevor die Ausflugsbusse eintreffen, und nachmittags liegt man wieder am ruhigen Strand. Eintrittspreis und die nach Jahreszeit gestaffelten Öffnungszeiten stehen im verlinkten Beitrag zur Akropolis. Auch die Lindos-Bucht ist als Badeziel schnell erreicht; deutlich teurer als am Hauptstrand von Pefkos wird es an der kleinen St.-Pauls-Bucht, wo ein Liegenset ab etwa 60 € kostet. Der Ort ist damit die gelassene Alternative zur Übernachtung im touristisch dichten Lindos: gleiche Kulisse in Reichweite, entspannteres Preisniveau und abends Ruhe statt Gassengedränge. Für die Entscheidung zwischen den beiden großen Ostküsten-Zielen hilft der Vergleich Lindos oder Faliraki.
Anreise und Mobilität
Mietwagen: Vom Flughafen sind es rund 60 Kilometer, je nach Verkehr eine bis eineinviertel Stunden über die Ostküstenstraße; von Rhodos-Stadt gut eine Stunde. Ein Mietwagen ist vor allem für Ausflüge in den Süden sinnvoll, im Ort selbst braucht man ihn nicht. Parken ist in Pefkos unkompliziert und kostenlos: an der Hauptstraße, an den Stichstraßen zum Strand und bei fast allen Unterkünften. Der Engpass ist Lindos, nicht Pefkos.
Taxi ab Flughafen: Die Festpreisliste der Stadt Rhodos nennt für Pefki 79 € (1–4 Personen, 5–8 Personen 103 €). Zwischen 0 und 5 Uhr gilt ein Nachttarif; ob er auf den Festpreis aufgeschlagen wird, klärt man vorab am Taxistand. Bei Landung spät in der Nacht ist das Taxi die einzige Option ohne Vorbuchung, denn der letzte Bus nach Pefkos ist dann längst weg. Alle Wege vom Flughafen vergleicht der Beitrag Flughafen-Transfer.
Bus: Die KTEL-Ostküstenlinie fährt von der Station am Hafen von Rhodos-Stadt über Faliraki, Kolymbia und Archangelos nach Lindos und weiter bis Pefki. Die einfache Fahrt kostet 6,60 € (bis Lindos 6,00 €) und dauert etwa eineinhalb Stunden. In der Saison fahren rund 15 Busse täglich ab Rhodos-Stadt; die letzte Rückfahrt ab Pefkos liegt im Hochsommer gegen 21:25 Uhr, im Herbst gegen 20:25 Uhr. Im Winterfahrplan (zuletzt Anfang November bis Mitte April) fahren deutlich weniger Kurse. Aktuelle Fahrpläne hängen am Busbahnhof aus oder stehen auf der KTEL-Website; mehr unter Busse auf Rhodos.
Zu Fuß nach Lindos: Es gibt keinen offiziellen Küstenweg. Der ufernahe Pfad über die Halbinsel endet am Pefkos-Ende an einem militärischen Sperrgebiet mit Verbotsschildern. Bleibt die Straße: gut sechs Kilometer, zwei ordentliche Steigungen, Gehweg nur streckenweise. Das ist in rund anderthalb Stunden machbar, in der Mittagshitze und mit Kindern aber keine gute Idee. Praktischer sind der Bus (Pefki–Lindos 2,20 €, in der Saison bis in den späten Abend) oder ein Taxi, das für die Strecke einen Festpreis vom Aushang am Taxistand in Pefkos nimmt (um 10 €).
Infrastruktur: Mehrere Minimärkte, Bäckerei, Apotheke, Autovermieter und Geldautomaten liegen an der Hauptstraße; eine Bankfiliale gibt es erst in Lindos. Karte wird praktisch überall akzeptiert, kleine Beträge zahlt man besser bar.
Ausflüge in den Süden
Als letzter größerer Badeort vor dem ruhigen Süden ist Pefkos eine gute Basis, um ihn zu erkunden. Die Ziele von nah nach fern (Straßenkilometer):
- Lardos (gut 6 km): das gewachsene Dorf hinter Pefkos mit Platia, Kafeneion und Dorfleben, abends eine gute Adresse, wenn man mal nicht an der Tourismus-Straße essen will.
- Glystra (knapp 10 km): kleine, geschützte Sandbucht mit Tamarisken und flachem Wasser, morgens fast leer.
- Kiotari (rund 15 km): breiter, kilometerlanger Strand, gesäumt von Resorts; angenehm zum Laufen, weniger zum Verweilen.
- Asklipio (rund 18 km): Bergdorf mit Johanniterburg und der Kirche Kimisis Theotokou, deren Fresken zu den besten der Insel zählen. Von Pefkos aus der ergiebigste Kulturausflug.
- Gennadi (rund 18 km) mit dem langen Kiesstrand und weiter Lachania, Plimmiri und Prasonisi an der Südspitze.
Für die Ziele jenseits von Kiotari ist ein Mietwagen praktisch unverzichtbar: In den tiefen Süden fahren die Busse nur wenige Male am Tag, außerhalb des Sommers noch seltener. Zum Wandern gibt es ab Pefkos auch Pfade über die Hügel zwischen Lindos und Lardos; Details unter Wandern auf Rhodos.
Unterkünfte: Apartments statt Bettenburgen
Der Unterkunftsmarkt in Pefkos ist kleinteilig. Den größten Anteil haben Studios und Apartments mit Küchenzeile, oft in familiengeführten Anlagen mit Pool und zehn bis dreißig Einheiten, ideal für Selbstversorger. Dazu kommen einige Drei- und Vier-Sterne-Hotels, meist in den Hanglagen mit Blick zum Meer, und am Ortsrand Richtung Lindos einige größere Anlagen. All-inclusive-Anlagen in der Dimension von Kiotari oder Kolymbia fehlen. Preislich liegt Pefkos in der Hochsaison unter Lindos und etwa auf dem Niveau von Lardos; ab Mitte Oktober schließen viele Anlagen bis April. Einen Überblick über alle Regionen gibt der Beitrag Wo übernachten auf Rhodos.
Für wen Pefkos passt und für wen nicht
Passt für: Familien mit kleinen Kindern (flacher Hauptstrand, kurze Wege, Apartments mit Küche), Paare, die abends in Ruhe essen wollen, und alle, die Lindos lieben, aber nicht zu Lindos-Preisen und im Lindos-Trubel wohnen möchten. Mit Kindern ist Pefkos unkompliziert, sofern das Quartier nahe am Hauptstrand liegt; aus den Hanglagen werden die Wege mit Kinderwagen mühsam. Mit Hund findet man in den Apartmentanlagen eher eine Unterkunft als in Hotels; den Hauptstrand meidet man dann besser und weicht nach Lothiarika aus.
Passt nicht für: Nachtschwärmer, Shopping-Fans und alle, die städtisches Leben erwarten; dafür ist der Ort zu klein und zu ruhig. Bei Bedarf an barrierefreien Wegen lohnt genaues Hinschauen: Viele Unterkünfte liegen am Hang, die Zugänge zu den kleinen Buchten führen über Stufen, nur der Hauptstrand ist ebenerdig erreichbar.
Beste Zeit
Der Südosten hat das stabilste Wetter der Insel: Mai und Juni bringen 25 bis 30 Grad und Wasser, das schon zum Baden taugt; Juli und August sind heiß, aber am geschützten Hauptstrand gut auszuhalten; September und die erste Oktoberhälfte gelten vielen Stammgästen als die beste Zeit, mit warmem Meer, weniger Betrieb und milderen Abenden. Ab Mitte Oktober wird es ruhig: Es gibt kein festes Saisonende, aber die meisten Tavernen, Bars und Apartmentanlagen schließen zwischen Mitte und Ende Oktober, spätestens mit dem Winterfahrplan ab November fahren die Busse seltener, und im Winter ist Pefkos praktisch ein Dorf ohne Gäste. Auch im Frühjahr braucht es Geduld, denn viele Betriebe öffnen erst Ende April. Mehr in der Übersicht zur besten Reisezeit.










