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Reisetipps

Mit Kindern auf Rhodos

Welche Strände wirklich familienfreundlich sind, wie man Hitze plant und wann ein Mietwagen den Bus schlägt — eine ehrliche Übersicht für Familien.

7 Min. LesezeitAktualisiert 22. April 2025

Rhodos ist eine sehr familienfreundliche Insel — vorausgesetzt, man plant gegen die Hitze und gegen den Wind, nicht gegen die Kinder. Die Ostküste ist flach, sandig und meist windgeschützt. Wege sind kurz, Tavernen sind entspannt mit Kindern, und in den meisten Hotels sind Familien mit kleinen Kindern selbstverständlich. Was viel mehr Stress macht, sind die typischen Anfängerfehler: zu viel an einem Tag, falsche Strände, falsche Tageszeiten.

Welche Strände wirklich familienfreundlich sind

Drei Strände lassen sich für Familien fast bedenkenlos empfehlen. Tsambika hat feinen, hellen Sand und einen sehr flachen Wassereinstieg — Kinder können dutzende Meter weit waten, das Wasser ist warm und ruhig. Lindos-Bucht (St.-Pauls-Bucht und Hauptbucht) ist windgeschützt, sandig und gut versorgt mit Tavernen und Toiletten. Kallithea-Bucht ist kleiner, malerisch zwischen Felsen gelegen, mit ruhigem Wasser, aber teils kiesigem Einstieg — Badeschuhe helfen.

Faliraki hat einen langen, breiten Sandstrand mit voller Infrastruktur (Wasserrutschen, Tretboote, Restaurants) — laut, aber für aktive Familien ideal. Was eher schwierig ist: Anthony-Quinn-Bucht (steiler, steiniger Einstieg), Prasonisi (zu windig, hohe Wellen) und die großen Westküstenstrände wie Fourni.

Hitze: gegen den Tag planen, nicht mit ihm

Im Juli und August liegen die Mittagstemperaturen oft bei 32 – 36 °C, vereinzelt erreichen Hitzewellen über 38 °C; der UV-Index erreicht den Maximalwert von 11. Mit kleinen Kindern lohnt sich der klassische Mittelmeer-Rhythmus: morgens (8 – 11 Uhr) an den Strand oder zur Sehenswürdigkeit, mittags zurück ins Hotel oder in eine schattige Taverne, später Nachmittag (16 – 19 Uhr) noch einmal raus. Dieser Rhythmus passt fast 1:1 zu griechischen Familien — Restaurants füllen sich entsprechend ab 20 Uhr.

Die Akropolis von Lindos und das antike Kamiros sind ohne jeden Schatten. Mit kleinen Kindern lohnt sich der Besuch fast nur früh am Morgen (Öffnung meist 8 Uhr) oder spät am Nachmittag. Das Tal der Schmetterlinge dagegen ist beschattet, am bachbegleitenden Holzweg leicht zu begehen und auch mittags eine gute Option — die Schmetterlinge (Russischer Bär) sind nur von Juni bis September dort, am dichtesten im Juli/August.

Bus oder Mietwagen?

Mit kleinen Kindern ist ein Mietwagen meistens die ehrlichere Antwort. Die regulären Linienbusse sind günstig und verlässlich, aber Buggy, Sonnenschirm, Wechselkleidung und Picknick passen schwer in den vollen Bus an einem Hochsommer-Vormittag. Mit dem Mietwagen lassen sich Strände flexibel kombinieren, das Auto wird nach dem Mittag zur klimatisierten Pause, und Bergdörfer wie Embonas oder Lachania sind ohnehin nur sinnvoll mit eigenem Wagen erreichbar.

Kindersitze sind in Griechenland für Kinder unter 1,35 m vorgeschrieben und müssen bei der Buchung explizit mitbestellt werden — die Aufpreise sind happig (oft 5 – 8 € pro Tag), aber die mitgebrachten Sitze aus Deutschland passen nicht immer zuverlässig in Kleinwagen mit kurzen Gurten. Wer mehrere Kinder hat, sollte eine Klasse größer buchen als gewohnt; Kofferräume in der typischen Mietwagenklasse (Fiat Panda, Hyundai i10) sind sehr knapp.

Kinderwagen-Tauglichkeit

Die Altstadt von Rhodos ist mit klassischem Buggy nur eingeschränkt befahrbar: viel Kopfsteinpflaster, glatte Steine, schmale Treppen. Eine leichte Trage oder ein robustes Modell mit großen Rädern ist dort die bessere Wahl. Lindos ist für Kinderwagen praktisch nicht geeignet — die Gassen sind eng, steil und teils nur als Eselpfad nutzbar; den Aufstieg zur Akropolis schaffen klassische Buggys gar nicht.

Gut buggy-tauglich sind dagegen die Promenade von Mandraki in Rhodos-Stadt, der breite Strandweg von Faliraki und das Tal der Schmetterlinge mit seinen befestigten Wegen.

Was Kindern auf Rhodos meistens gefällt

Eseltaxi am Hang von Lindos (für viele ein Höhepunkt, ethisch allerdings umstritten — Alternativen: zu Fuß oder Buggy-frei tragen). Schwimmen im sehr flachen Wasser von Tsambika. Spaziergang durch die Altstadt von Rhodos mit Eis am Mandraki-Hafen. Schmetterlinge im Tal der Schmetterlinge (im Juli/August am dichtesten). Eine kurze Bootsfahrt von Mandraki entlang der Küste. In den großen Hotelresorts an der Ostküste sind Pools, Wasserrutschen und Mini-Clubs Standard — wer das vorab vermeiden will, sollte gezielt kleinere Häuser im Süden oder in den Bergdörfern wählen.

Wo familienfreundliche Hotels liegen

Klassisches Familien-Terrain ist die Ostküste zwischen Ialyssos und Faliraki sowie der Bereich um Kallithea und Afandou: viele große Resorts mit Pool, Buffet und kurzen Wegen zum Strand. Wer es ruhiger mag, bleibt rund um Lindos oder weiter südlich (Pefki, Lardos, Gennadi). Die Westküste und das Bergland sind landschaftlich schöner, aber für Familien mit Kleinkindern logistisch deutlich anstrengender.