Rhodos ist eine ausgesprochen familienfreundliche Insel, sofern man gegen Hitze und Wind plant und nicht gegen die Kinder. Die Ostküste ist flach, sandig und über weite Strecken windgeschützt, die Wege zwischen Strand, Hotel und Taverne sind kurz, und in den großen Badeorten gehört der Nachwuchs selbstverständlich dazu.
Dieser Beitrag sortiert das Wichtigste: die passende Region und die wirklich flachen Strände, die Ziele, die man sich mit kleinen Kindern sparen kann, die großen Familienausflüge mit aktuellen Preisen, Altstadt und Akropolis mit Kinderwagen, den Umgang mit Hitze und Sonne und schließlich das Praktische von der Apotheke über den Kindersitz bis zum Regentag.
Warum Rhodos mit Kindern funktioniert
Vier Dinge machen die Insel für Familien einfacher als viele andere Mittelmeerziele. Erstens die Strände: Die Ostküste hat mehrere lange Sandstrände mit sehr langsam abfallendem Grund, an denen Kinder minutenlang waten, ohne dass ihnen das Wasser über die Hüfte steigt. Zweitens die kurzen Wege: Die typischen Familienorte liegen im nördlichen und mittleren Drittel der rund 80 km langen Insel. Vom Flughafen bis Faliraki sind es 25 bis 35 Minuten, bis Kolymbia etwa eine Dreiviertelstunde, bis Lindos gut eine Stunde; ein zermürbender Transfertag nach der Landung entfällt.
Drittens die Versorgung: Supermärkte in allen Badeorten führen Windeln und Babynahrung, Apotheken sind dicht gesät, Arztpraxen und Privatkliniken gibt es in den größeren Orten. Viertens die Haltung: Kinder gehören in Griechenland selbstverständlich zum öffentlichen Leben. In der Taverne stört sich niemand an einem herumlaufenden Zweijährigen, und das Personal begegnet Familien eher herzlicher als reserviert.
Stress entsteht selten durch die Kinder, sondern durch drei vermeidbare Fehler: zu viel Programm an einem Tag, einen Strand mit tiefem oder steinigem Einstieg und die falsche Tageszeit unter der Mittagssonne.
Wo man mit Kindern wohnt
Mit kleinen Kindern entscheidet die Lage des Quartiers mehr über den Urlaub als jede Sternezahl. Erste Wahl ist die Ostküste mit ihren langen, flachen Sandstränden. Vier Zonen kommen in die engere Wahl:
- Faliraki: die lebhafteste Option mit langem, flachem Sandstrand, Wasserpark am Ortsrand, dichter Versorgung und vielen Familienhotels. Entscheidend ist die Lage im Ort: Das Zentrum um die Bar-Straße ist nachts laut, Nord- und Südende sind ruhig.
- Kolymbia: der ruhigere Kompromiss. Ein überschaubarer Ort mit Eukalyptusallee, geschützter Hafenbucht und Tavernen in Laufweite, der Tsambika-Strand liegt wenige Autominuten südlich. Für kleine Kinder oft die beste Mischung aus Ruhe und kurzen Wegen.
- Lardos, Pefkos und Kiotari im Südosten: dörflicher und stiller, mit Glystra und dem Lardos-Strand in Reichweite, dafür weite Fahrten zu den Ausflugszielen im Norden.
- Ixia und Ialyssos an der Westküste: sehr nah an Stadt und Flughafen, aber kiesig, windig und wellig. Ideal für Surfer, für Sandburgen und Kleinkinder die schwächste Wahl.
In den großen Resorts der Ostküste sind Pool, Rutschen und Mini-Club Standard. All-inclusive hat mit Kindern einen handfesten Vorteil: Getränke, Snacks und Mittagessen ohne Rechnung und ohne Suche in der Mittagshitze. Dafür geht man abends seltener ins Dorf; mit Halbpension sieht man mehr von der Insel. Hotelnamen und Preise nennt dieser Beitrag bewusst nicht. Die Orte nach Charakter ordnet Wo übernachten auf Rhodos, den direkten Vergleich der beiden bekanntesten Ziele liefert Lindos oder Faliraki.
Die besten Strände, sortiert nach Alter
Ob ein Strand für Kleinkinder taugt, entscheiden Einstieg und Untergrund. Sechs Strände der Ostküste lassen sich Familien mit kleinen Kindern fast bedenkenlos empfehlen:
- Tsambika: der Bilderbuch-Familienstrand (ab Krabbelalter). Feiner goldener Sand ohne Steine und ein ausgesprochen flacher Einstieg: Über eine lange Strecke reicht das Wasser kaum über die Knie, Schwimmtiefe beginnt erst nach rund fünfzig Metern. Parken ist kostenlos; ein Liegenpaar mit Schirm kostet in den hinteren Reihen rund 20 bis 25 €, in der ersten Reihe 30 bis 40 € (Stand September 2026). Eine eigene Strandmuschel spart das Geld und liefert den nötigen Schatten gleich mit.
- Faliraki Beach: der versorgte Allrounder (jedes Alter). Rund vier Kilometer Sand mit flachem, langsam abfallendem Einstieg, selten Wellen und voller Infrastruktur. Am organisierten Hauptabschnitt sind in der Saison (etwa Juni bis Ende September, meist 10 bis 18 Uhr) Rettungsschwimmer im Einsatz. Liegenpaare kosten je nach Abschnitt 15 bis 30 €. Mit Kindern besser die ruhigen Enden ansteuern: im Norden Richtung Kathara-Bucht, im Süden beim Fischerhafen.
- Kolymbia: die geschützte Hafenbucht (Kleinkinder). Der Strand am Ende der Eukalyptusallee teilt sich in drei Badeplätze mit Kies-Sand-Mix und sehr klarem Wasser. Für kleine Kinder zählt die winzige Hafenbucht am Kap Vagia: die sandigste und flachste Stelle von Kolymbia, kaum Wellen, eine Strandbar direkt dahinter. Sie ist allerdings eng und am Nachmittag voll; einen Platz findet man am ehesten bis 10 Uhr. Nordstrand und Südbucht sind grobkiesiger, die Südbucht fällt rasch ab; Wasserschuhe erleichtern dort das Hineingehen.
- Glystra: die Miniaturbucht (Kleinkinder und Schnorchelanfänger). Die nur rund 200 Meter lange, halbkreisförmige Sandbucht zwischen Lardos und Kiotari ist geschützt, glasklar und lange stehtief. Entsprechend schnell ist sie im Hochsommer voll; nach 11 Uhr wird der Platz knapp. Seit dem Waldbrand 2023 stehen dort mal Liegen und ein Snackwagen, mal nichts; verlässliche Toiletten und einen Rettungsschwimmer gibt es nicht.
- Lindos-Hauptbucht: Sandburgen unter der Akropolis (jedes Alter). Die fast rundum geschlossene Bucht unter dem Burgberg hat einen langen, flach abfallenden Sandstrand, kaum Wellengang und Tavernen direkt dahinter. Im Sommer ist sie allerdings dicht mit Liegen belegt und fast ohne natürlichen Schatten: früh kommen oder erst am späten Nachmittag.
- Vlicha: die ruhige Bucht bei Lindos (Kleinkinder). Die knapp einen Kilometer lange Bucht zwischen Kalathos und Lindos fällt ausgesprochen flach ab: Oft watet man zwanzig bis dreißig Meter, ehe das Wasser hüfttief wird, und die Felsrücken an beiden Seiten halten es auch bei kräftigerem Wind glatt. Geparkt wird kostenlos auf Strandhöhe, vom Auto zum Handtuch sind es wenige Schritte. Der Untergrund mischt Sand und feinen Kies, zum Wasser hin gröber, deshalb sind Badeschuhe angenehm. Natürlichen Schatten gibt es kaum, Rettungsschwimmer nur an den bewachten Hotelabschnitten.
Eine stille Alternative abseits der Hotels ist Agathi (Agia Agathi) bei Haraki: eine kleine goldene Sandbucht mit sehr flach abfallendem, steinfreiem Grund in windgeschützter Lage. Seit 2024 gibt es dort keine Liegen und keine Bewirtschaftung mehr, Schatten und Proviant bringt man also selbst mit. Das tagsüber aufgewärmte Wasser macht die Bucht zum schönen Platz für ein Bad am frühen Abend.
Anderswo ist es weniger harmlos. Am langen Afandou-Strand ist der Grund kies-sandig und fällt deutlich schneller ab: schön für Schwimmer, unbequem für Watende. Ähnlich Gennadi im Süden, viele Kilometer Kies mit Sandanteilen, zügig tieferem Einstieg und Brandung bei Wind; mit Kleinkindern bleibt man dort an den organisierten Abschnitten beim Ort. Die Kallithea-Bucht nördlich von Faliraki ist felsig-kiesig, ein Schnorchelrevier und kein Sandburgenplatz. In Felsbuchten wie der Anthony-Quinn-Bucht oder bei Ladiko ist der Einstieg steil und steinig; für Schnorchelausflüge mit sicheren Schwimmern ab etwa acht Jahren sind sie großartig, fürs Kleinkind nicht. Prasonisi an der Südspitze ist mit Wind und Wellen Kitesurfer-Revier und für kleine Kinder ungeeignet. Was an organisierten und freien Abschnitten erlaubt ist, von Schirmen über Hunde bis zu FKK-Bereichen, steht in den Strandregeln auf Rhodos.
Was man sich mit kleinen Kindern sparen kann
Mit einem Drei- oder Fünfjährigen sind einige der beliebtesten Inselziele vor allem anstrengend, ohne dass die Kinder etwas davon hätten:
- Kloster Tsambika (der Aufstieg). Vom kostenlosen Parkplatz führen rund 300 Stufen ungeschützt in der Sonne zur kleinen Wallfahrtskapelle. Der Eintritt ist frei, der Blick über die Tsambika-Bucht grandios, doch Kinder unter etwa sechs Jahren muss man streckenweise tragen. Wenn überhaupt, dann früh am Morgen, mit Wasser und mit Kindern eher 25 bis 30 Minuten pro Richtung.
- Der Tunnel im Tal der Sieben Quellen. Stockdunkel, schulterbreit und stellenweise keine 1,80 Meter hoch: für Zehnjährige ein Abenteuer, für kleine Kinder und alle mit Platzangst eine Qual. Ein Weg oberhalb führt zum selben Stausee (mehr dazu unten).
- Kamiros, Filerimos und andere Ruinen um die Mittagszeit. Schattenlose Grabungsfelder bei 34 °C ergeben selten gute Familienerinnerungen: vor 10 Uhr oder gar nicht.
- Ganztägige Bootstouren und Tagesausflüge nach Symi oder Marmaris. Acht bis zehn Stunden an Bord mit wenig Schatten, langem Rückweg und Seegang am Nachmittag sind mit kleinen Kindern ein Risiko. Kurze Küstenfahrten von ein bis zwei Stunden ab Lindos, Faliraki oder Mandraki funktionieren dagegen gut, besonders im Glasbodenboot. Die Ausflugsboote fahren bis etwa Ende Oktober.
- Die Bergstraßen um Attavyros und Embonas. Kurvig, warm und ohne Ziel, das Kinder interessiert; Reisekrankheit ist hier eher die Regel als die Ausnahme.
Attraktionen mit Preisen: Wasserpark, Aquarium, Natur
Vier Ziele funktionieren mit Kindern dagegen fast immer und decken bei Hitze, Wind oder Strandmüdigkeit das ganze Spektrum ab: Action im Wasserpark, Kühle im Aquarium, ein schattiger Spaziergang im Schmetterlingstal und Wasser zum Hineinstellen im Tal der Sieben Quellen.
Der Wasserpark bei Faliraki
Am nördlichen Ortsrand von Faliraki, an der Hauptstraße Richtung Rhodos-Stadt, liegt der Water Park Faliraki, laut Betreiber einer der größten Wasserparks Europas: Wellenbecken, Lazy River, eigene flache Kinderbereiche und Rutschen aller Schwierigkeitsgrade. Für Familien mit älteren Kindern ist der Park oft das Highlight des Urlaubs, einzuplanen ist ein voller Tag.
Saison 2026: 4. Mai bis 26. Oktober. Geöffnet ist täglich ab 10 Uhr, in den Randmonaten bis 18 Uhr, im Hochsommer bis 18:30 Uhr. Das Tagesticket kostet 30 € ab zwölf Jahren und 20 € für Kinder von drei bis zwölf, unter drei ist der Eintritt frei. Mit dem 2-Tages-Ticket sind es 27 € bzw. 17 € pro Tag, die Tage müssen nicht aufeinanderfolgen. Die fünf als „extrem“ eingestuften Rutschen sind erst ab zwölf Jahren freigegeben. In der Saison fahren kostenlose Transferbusse des Parks aus fast allen Urlaubsorten, von Rhodos-Stadt und Ixia bis Kolymbia und in den Süden, meist vormittags hin und am späten Nachmittag zurück. Abfahrtspunkte und Online-Tickets stehen auf water-park.gr (Stand September 2026).
Richtig lohnend ist der Park ab etwa sechs Jahren. Mit Kindern unter drei zahlen die Eltern 60 € für ein Planschbecken, wie es das Hotel meist auch hat; Grundschulkinder und Teenager erzählen dagegen oft noch zu Hause davon.
Das Aquarium von Rhodos
An der Nordspitze von Rhodos-Stadt, wo die beiden Küsten zusammenlaufen, steht das Aquarium von Rhodos, offiziell die Hydrobiologische Station des Hellenischen Zentrums für Meeresforschung (ELKETHE/HCMR). Es sitzt in einem markanten Art-déco-Rundbau aus den 1930er-Jahren, entworfen vom italienischen Architekten Armando Bernabiti. Im Untergeschoss führt ein Rundgang durch nachgebaute Meeresgrotten, vorbei an Becken mit Mittelmeerfischen, Muränen, Kraken, Rochen und Meeresschildkröten; oben zeigt ein kleines naturkundliches Museum Präparate. Knapp eine Stunde reicht meist, doch an heißen oder windigen Tagen ist das Haus ein willkommen kühles Ziel mitten in der Stadt.
Anders als die meisten Sehenswürdigkeiten ist das Aquarium ganzjährig geöffnet: vom 1. April bis 31. Oktober täglich 9 bis 20 Uhr, vom 1. November bis 31. März 9 bis 16 Uhr, letzter Einlass jeweils 40 Minuten vor Schluss. Geschlossen ist nur an Neujahr, am orthodoxen Ostersonntag und am 25. Dezember. Seit Juni 2026 kostet der Eintritt 7 €, ermäßigt 5 € (unter anderem für Kinder und Jugendliche von 5 bis 18 Jahren und Studierende); Kinder bis vier Jahre sind frei. Kinder bis 14 Jahre müssen laut Preisliste von einem Erwachsenen begleitet werden (Stand September 2026). Eine Familie mit zwei Schulkindern zahlt damit 24 €, mit zwei Kleinkindern 14 €.
Das Tal der Schmetterlinge
Das Tal der Schmetterlinge (Petaloudes) im bewaldeten Inselinneren ist der ruhigste der vier Ausflüge und einer der wenigen, die auch mittags funktionieren, weil die schmale Schlucht durchgehend beschattet ist. Ein ausgebauter Weg aus Holzstegen und Treppen führt am Bach entlang sanft bergauf, vorbei an kleinen Wasserfällen und Teichen; hin und zurück sind anderthalb bis zwei Stunden zu rechnen. Die Bohlen sind oft feucht und glitschig, rutschfeste Schuhe sind hier wichtiger als am Strand. Mit dem Buggy kommt man über die Treppen nicht weit, eine Trage ist die bessere Wahl.
Fürs Timing entscheidend sind die namensgebenden Falter, der Russische Bär, ein tagsüber ruhender Nachtfalter. Normalerweise hängen sie etwa von Mitte Juni bis Mitte September in Trauben an den Stämmen, am dichtesten im Juli und August; 2026 zogen sie wegen anhaltender Hitze und Trockenheit mehrere Wochen früher ab. Ohne Falter bleibt ein hübscher, kühler Waldspaziergang. Der Eintritt betrug in der Falter-Hochsaison 2026 6 €, sonst 3 €. Weil die Tiere früh verschwunden waren, senkte der Betreiber den Preis schon am 25. September auf 3 €; Kinder unter zwölf sind frei. Geöffnet ist etwa von Mitte April bis 31. Oktober, ab 1. November bleibt das Tal bis zum Frühjahr geschlossen (Stand September 2026).
Die wichtigste Regel gilt für Kinder wie Erwachsene: nicht klatschen, pfeifen oder an Stämmen rütteln, um die Tiere aufzuscheuchen. Jedes erzwungene Auffliegen kostet die fastenden Falter Energie, die sie nicht ersetzen können, und hat nachweislich zum Rückgang der Population beigetragen. Mit Kindern, denen Stillsein schwerfällt, ist der frühe Morgen die beste Zeit, dann sind kaum Gruppen im Tal.
Das Tal der Sieben Quellen
Das Tal der Sieben Quellen (Epta Piges) im Hinterland von Kolymbia ist das kühlste Ziel der Insel: ein dicht beschatteter Platanenwald mit Bächen, Enten, Pfauen und einer Taverne unter den Bäumen. Eintritt und Parken sind frei, man zahlt nur, was man isst und trinkt. Mit kleinen Kindern ist das oft der beste Mittagsausflug überhaupt: Die Kinder stehen im knöcheltiefen Bach, die Erwachsenen sitzen im Schatten.
Zum Stausee führen zwei Wege. Der 186 Meter lange Tunnel ist dunkel, eng und knöcheltief durchflossen, für größere Kinder eine Mutprobe mit Taschenlampe oder Handylicht und Badeschuhen. Der Fußweg oberhalb erreicht denselben Punkt in etwa zehn Minuten, trocken und ohne Enge. Mit Buggy geht keiner von beiden: Rund um die Taverne ist der Wald weitgehend eben, der Weg zum See nicht. Baden im Stausee ist verboten.
Sightseeing mit Kindern: Altstadt und Akropolis
Die mittelalterliche Altstadt von Rhodos lässt sich Kindern gut als Abenteuer verkaufen: eine echte Ritterstadt mit Wassergraben, Stadttoren und Wehrtürmen, dazu Katzen an jeder Ecke, Eisläden und Souvlaki. Als Torsuche erzählt, mit einem Gang durch den trockenen Wallgraben und der Ritterstraße mit ihren Wappen, hält der Rundgang auch Sechsjährige eine gute Stunde bei Laune. Der Großmeisterpalast mit seinen riesigen Sälen und Mosaikböden ist der passende Abschluss. Mit Buggy ist die Altstadt nur eingeschränkt machbar: Kopfsteinpflaster, glatt polierte Kieselmosaike, schmale Treppen und Schwellen (welche Modelle besser durchkommen, steht unten im Abschnitt zu Baby und Kleinkind).
Die Akropolis von Lindos ist mit Kindern ein Ziel für Frühaufsteher. Der Aufstieg vom Dorf führt über steile, glatt getretene Gassen und Treppen, oben gibt es kaum Schatten, und ab etwa 11 Uhr staut sich der Besucherstrom auf der schmalen Treppe zu den Propyläen. Das Eseltaxi fährt nur vom Dorf zur Akropolis, nicht vom Parkplatz ins Dorf. Die Tiere dürfen laut Regelung höchstens rund 100 kg tragen, Kinder unter etwa acht Jahren sollten nicht allein aufsitzen, und aus Tierschutzsicht ist der Ritt umstritten (Hitze, schwere Lasten, lange Standzeiten). Die Alternative ist der Aufstieg zu Fuß in der kühlen Morgenstunde. Das Dorf Lindos selbst ist für Kinderwagen praktisch ungeeignet, die Gassen sind eng, steil und teils Eselpfade. Im Herbst schließt die Akropolis früher (ab 1. Oktober um 18:30 Uhr, ab 16. Oktober um 18 Uhr), im Winter gilt 8:30 bis 15:10 Uhr, dienstags ist geschlossen.
Fürs Familienbudget wichtig: An den staatlichen Stätten (Akropolis von Lindos 20 €, Großmeisterpalast 20 €, Kamiros 10 €) haben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren freien Eintritt, unabhängig von der Staatsangehörigkeit, EU-Bürger bis 25 Jahre ebenfalls; ein Ausweis gehört deshalb in die Tasche. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt für Akropolis und Großmeisterpalast zusammen 80 € statt 160 €. Von November bis März ist der Eintritt außerdem am ersten und dritten Sonntag jedes Monats für alle frei (Stand September 2026).
Hitze, Sonne, Sicherheit
Im Juli und August liegen die Mittagstemperaturen oft bei 32 bis 36 °C, bei Hitzewellen darüber. Der UV-Index erreicht zwischen Mitte Juni und Mitte September regelmäßig Werte von 9 bis 10, die Stufe „sehr hoch“ der WHO-Skala, bei der ungeschützte Kinderhaut in rund einer Viertelstunde verbrennen kann. Mit kleinen Kindern bewährt sich deshalb der Mittelmeer-Rhythmus: morgens etwa von 8 bis 11 Uhr an den Strand oder zur Sehenswürdigkeit, mittags ins Hotel oder in eine schattige Taverne, am späten Nachmittag von etwa 16 bis 19 Uhr noch einmal hinaus. So leben auch griechische Familien, entsprechend füllen sich die Restaurants erst ab 20 Uhr. Schattenlose Stätten wie die Akropolis und Kamiros gehören in die frühen oder späten Stunden. Welche Kleidung und welcher Sonnenschutz wirklich helfen, von UV-Shirt bis UV-400-Brille, steht in der Packliste.
Apotheke und Arzt: Apotheken (griechisch Φαρμακείο, grünes Kreuz) gibt es in allen größeren Orten, in Faliraki und Rhodos-Stadt sind sie dicht gesät. Die Öffnungszeiten sind mediterran, mittags ist oft geschlossen, doch ein rollierender Notdienst (Διανυκτερεύοντα Φαρμακεία) deckt Nächte und Sonntage ab; welche Apotheke Dienst hat, steht am Aushang jeder Apotheke und weiß die Rezeption. Fiebersaft, Elektrolytpulver und die gewohnten Mittel für die Kleinen bringt man am besten von zu Hause mit, denn Markennamen unterscheiden sich, und im akuten Fall will niemand erst suchen. Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gehört ins Portemonnaie. Ernstere Fälle versorgt das staatliche Allgemeine Krankenhaus in Rhodos-Stadt, der Notruf ist europaweit die 112.
Mietwagen, Kindersitze und Busse
Mit kleinen Kindern ist ein Mietwagen meist die bequemere Lösung: Buggy, Sonnenschirm, Wechselkleidung und Picknick passen schlecht in einen vollen Linienbus an einem Hochsommervormittag, und das Auto wird nach dem Mittag zur klimatisierten Pause. Die KTEL-Busse sind günstig und decken die Ostküste gut ab, halten aber meist an der Hauptstraße statt unten in der Bucht und lassen sich schwer mit dem Mittagsschlaf vereinbaren. Ab Mitte September wird der Sommerfahrplan ausgedünnt, im Winter (zuletzt ab Anfang November bis Mitte April) fahren deutlich weniger Kurse, und die Strandlinien entfallen.
Entscheidend ist der Kindersitz. In Griechenland dürfen Kinder unter drei Jahren nur in einer geeigneten Rückhalteeinrichtung mitfahren; Kinder von drei bis elf Jahren, die kleiner als 1,35 m sind, brauchen einen Kindersitz oder eine Sitzerhöhung. Erst ab zwölf Jahren oder über 1,35 m genügt der normale Gurt, und für Mietwagen gilt dasselbe wie für Privatautos. Auf einem Beifahrersitz mit aktivem Airbag darf kein rückwärts gerichteter Kindersitz montiert werden; der Airbag muss sich abschalten lassen, was bei kleinen Mietwagen nicht immer möglich ist.
Mietwagen-Kindersitze müssen bei der Buchung ausdrücklich mitbestellt werden. Die Aufpreise sind spürbar (häufig einige Euro pro Tag, teils mit Deckelung pro Miete), und kurzfristig vor Ort sind sie nicht immer verfügbar, schon gar nicht in der passenden Größe. Der eigene Sitz ist die sichere Variante, viele Airlines befördern Kindersitze kostenlos. Mit mehreren Kindern empfiehlt sich eine Fahrzeugklasse größer als gewohnt: Zwei Sitze, Buggy und Strandtaschen sprengen die knappen Kofferräume typischer Kleinwagen zuverlässig. Versicherung, Verkehrsregeln und Übernahme behandelt der Mietwagen-Beitrag.
Essen mit Kindern
Essen gehen ist mit Kindern auf Rhodos unkompliziert: Tavernen sind fast überall entspannt, und an Kinderlärm stört sich niemand. Kinderkarten im mitteleuropäischen Sinn gibt es selten, dafür passt das griechische Prinzip der geteilten Vorspeisen (Mezedes) hervorragend: Tzatziki mit Brot, Pommes, gegrilltes Hähnchen, Souvlaki, Käsetaschen, Reis, Nudeln mit Tomatensauce. Kaum ein Kind findet da nichts. Kleine Portionen und leere Extrateller bekommt man auf Nachfrage selbstverständlich.
Die griechische Spätessenskultur (Hauptbetrieb ab 20, in Rhodos-Stadt eher ab 21 Uhr) passt gut zum Mittagsschlaf-Rhythmus. Früher geht es auch: Gegen 18:30 Uhr ist es leerer, das Personal hat Zeit, und Kinder bekommen den besten Platz. Hochstühle stehen in Badeorten meist bereit, in kleinen Dorftavernen nicht immer; ein Sitzverkleinerer im Koffer ist mit Kleinkind eine kleine Investition mit großer Wirkung. Leitungswasser gilt auf Rhodos als trinkbar, schmeckt aber oft nach Chlor; viele Familien greifen deshalb zu Flaschenwasser, das überall günstig zu haben ist. Mehr zu Gerichten, Preisen und Trinkgeld steht unter Essen und Trinken.
Die beste Reisezeit mit Kindern
Ohne Bindung an die Schulferien ist der Hochsommer die schwächste Wahl. Die entspanntesten Familienmonate sind Ende Mai bis Ende Juni und der September:
- Juni: 27 bis 30 °C, Wasser um 23 bis 24 °C, lange Tage, alles geöffnet, aber noch keine August-Preise und -Massen. Die Falter im Schmetterlingstal kommen erst um die Monatsmitte.
- September: für viele Familien der beste Monat. Das Meer hat 25 bis 26 °C (am wärmsten ist es von Mitte August bis Mitte September), die Luft ist mit 27 bis 29 °C angenehm, die Sonne nicht mehr so brutal, und ab der zweiten Monatshälfte leeren sich Strände und Hotels spürbar. Zu bedenken: Ab Mitte September fahren weniger Busse, und die Bewachung der Strände endet mit dem Monat.
- Mai und Oktober: angenehm für Ausflüge. Im Mai ist das Meer mit rund 19 bis 21 °C für kleine Kinder oft noch zu kühl, im Oktober mit 22 bis 24 °C noch gut zum Baden. Dafür läuft die Saison im Oktober aus: Erste Hotels und Strandbars schließen, der Wasserpark macht Ende Oktober zu (Saison 2026: bis 26. Oktober), Ausflugsboote fahren bis etwa Monatsende, Rettungsschwimmer sind in der Regel nicht mehr im Einsatz. Nach der Zeitumstellung am letzten Oktobersonntag (2026: 25. Oktober) geht die Sonne gegen 17:15 Uhr unter, dunkel wird es rund eine halbe Stunde später.
- Juli und August: heiß (oft über 34 °C), teuer und voll. Machbar mit konsequentem Morgen-Siesta-Abend-Rhythmus und einem Quartier mit Pool und Schatten, aber die anstrengendste Variante.
Die Monatsdetails samt Wasser- und Lufttemperaturen stehen in der Klimatabelle und im Überblick zur besten Reisezeit.
Mit Baby und Kleinkind: Buggy, Windeln, Schatten
Buggy oder Trage? Am besten beides. Gut befahrbar sind die breite Hafenpromenade von Mandraki in Rhodos-Stadt, Strandweg und Hauptstraße von Faliraki, die Eukalyptusallee in Kolymbia und die Promenaden der großen Resorts. Nicht kinderwagentauglich sind die Altstadt mit Kopfsteinpflaster und Kieselmosaik, Lindos, der Aufstieg zum Kloster Tsambika, die Stege im Schmetterlingstal und der Weg zum Stausee im Tal der Sieben Quellen. Ein robustes Modell mit großen, luftgefüllten Rädern kommt überall weiter als ein Reisebuggy mit Hartplastikrollen; darf nur eines mit, ist die Trage die flexiblere Wahl.
Windeln, Nahrung, Ausrüstung: Große Supermärkte in Faliraki, Kolymbia, Lindos, Ialyssos und Rhodos-Stadt führen Windeln, Feuchttücher, Folgemilch und Gläschen gängiger europäischer Marken, teurer als zu Hause, aber problemlos. Spezialnahrung gehört ins eigene Gepäck. Apotheken verkaufen zusätzlich Säuglingsmilch und Baby-Sonnencreme. Reisebetten stellen Hotels fast immer kostenlos, Wasserkocher und Kühlschrank im Zimmer sind dagegen keine Selbstverständlichkeit, also vorab fragen.
Schatten ist das eigentliche Thema. Babys unter einem Jahr gehören nach ärztlicher Empfehlung gar nicht in die direkte Sonne. Die praktische Lösung ist eine eigene Strandmuschel oder ein UV-Pop-up-Zelt, leicht, klein verpackt und an jedem Strand erlaubt, dazu UV-Shirt und Hut. Mit Baby bringt ein Quartier mit schattigem Innenhof oder überdachtem Balkon mehr als eines mit Meerblick.
Regentage und Schlechtwetterplan
Von Juni bis September regnet es auf Rhodos so gut wie nie; schlechte Tage sind eher windige Tage mit zu unruhigem Meer. Für diese Fälle hilft eine kurze Liste: das Aquarium in Rhodos-Stadt (kühl, überdacht, rund eine Stunde), das Archäologische Museum im alten Ritterhospital mit großen Innenhöfen und kurzen Wegen, der Großmeisterpalast, das schattige Tal der Sieben Quellen mit seiner Taverne, der Rodini-Park und bei starkem Wind ein Wechsel an die geschützte Gegenseite der Insel. Von November bis März, wenn Wasserpark und Schmetterlingstal geschlossen haben und die Museen kürzer öffnen, hilft der Beitrag zu Rhodos im Winter.
Häufige Fragen
- Welcher Strand ist der beste für kleine Kinder?
- Tsambika an der Ostküste. Feiner Sand, keine Steine, und das Wasser bleibt über rund fünfzig Meter knie- bis hüfttief, erst dann beginnt Schwimmtiefe. Parken ist kostenlos, ein Liegenpaar kostet in den hinteren Reihen 20 bis 25 €, in der ersten Reihe 30 bis 40 € (Stand September 2026). Ähnlich flach und deutlich kleiner sind die Bucht von Glystra zwischen Lardos und Kiotari und der geschützte Winkel an der Hafenmole von Kolymbia. Rettungsschwimmer gibt es am organisierten Hauptabschnitt von Faliraki, dort ist der Strand bis Ende September tagsüber bewacht. Natürlichen Schatten bietet keiner dieser Strände: Schirm mieten oder Strandmuschel mitbringen.
- Lohnt sich der Wasserpark in Faliraki?
- Ab etwa sechs Jahren ja, darunter meist nicht. Der Park ist einer der größten Europas, hat Wellenbecken, Lazy River und Rutschen aller Schwierigkeitsgrade; die fünf als extrem eingestuften sind erst ab zwölf Jahren freigegeben. Saison 2026: 4. Mai bis 26. Oktober. Das Tagesticket kostet 30 € ab zwölf Jahren und 20 € für Kinder von drei bis zwölf, unter drei ist der Eintritt frei, und kostenlose Transferbusse fahren aus fast allen Urlaubsorten. Mit Kleinkindern zahlen die Eltern dagegen viel für ein Planschbecken, wie es das Hotel meist auch hat.
- Wann ist die beste Reisezeit mit Kindern?
- September, dicht gefolgt vom Juni. Im September hat das Meer 25 bis 26 °C, am wärmsten ist es von Mitte August bis Mitte September; die Luft liegt bei 27 bis 29 °C, und ab der Monatsmitte leeren sich Strände und Hotels. Der Juni bietet ähnliche Bedingungen bei etwas kühlerem Wasser und langen Tagen. Juli und August sind mit oft über 34 °C, vollen Stränden und Höchstpreisen die anstrengendste Variante und nur mit konsequentem Morgen-Siesta-Abend-Rhythmus entspannt. Im Mai ist das Meer für kleine Kinder oft noch zu kühl. Der Oktober ist mit 22 bis 24 °C Wassertemperatur noch gut zum Baden, doch die Saison läuft aus: Rettungsschwimmer sind ab Oktober in der Regel nicht mehr im Einsatz, der Wasserpark schließt Ende Oktober (Saison 2026: bis 26. Oktober).
- Braucht man mit Kindern einen Mietwagen?
- Nicht zwingend, aber es erleichtert vieles. Mit einem Hotel an einem guten Strand und nur zwei, drei Ausflügen reichen KTEL-Busse, der kostenlose Wasserpark-Transfer und gelegentlich ein Taxi. Mit Buggy, Strandausrüstung und Mittagsschlaf ist das Auto jedoch deutlich entspannter. Kinder unter drei Jahren brauchen in Griechenland eine Rückhalteeinrichtung, Kinder von drei bis elf Jahren unter 1,35 m einen Kindersitz oder eine Sitzerhöhung. Mietwagen-Kindersitze müssen bei der Buchung ausdrücklich mitbestellt werden.
- Welche Ausflüge sollte man sich mit kleinen Kindern sparen?
- Den Aufstieg zum Kloster Tsambika über rund 300 ungeschützte Stufen, den engen, stockdunklen 186-Meter-Tunnel im Tal der Sieben Quellen (ein bequemer Weg oberhalb führt zum selben Ziel), schattenlose Ausgrabungen wie Kamiros um die Mittagszeit und ganztägige Bootstouren nach Symi oder Marmaris. Kurze Küstenfahrten von ein bis zwei Stunden, am besten im Glasbodenboot, funktionieren dagegen gut. Auch die kurvigen Bergstraßen ins Inselinnere enden mit Kindern häufig in Reisekrankheit.











