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Säulen des Athena-Tempels über der Küste von Lindos
Sehenswürdigkeit · Antike Stätte

Akropolis von Lindos

Der Tempel der Athena Lindia thront seit der Antike über dem türkisen Wasser der Bucht.

Die Akropolis von Lindos sitzt auf einem fast senkrecht zum Meer abfallenden Felsmassiv über dem Ort. Schon in der Bronzezeit war hier ein Heiligtum, ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. entstand der monumentale Tempel der Athena Lindia, der bis in die Spätantike eine der wichtigsten Kultstätten der Ägäis blieb.

Was man oben sieht

Drei Schichten überlagern sich auf dem Felsen. Die hellenistische Schicht — der Tempel der Athena, die monumentale Treppe und die Reste einer Stoa. Die mittelalterliche Schicht — die Burg der Johanniter, die im 14. Jahrhundert die antiken Strukturen weiterverwendeten. Und die byzantinische Kapelle des Hl. Johannes aus dem 13. Jahrhundert, mitten im Burghof.

Praktischer Besuch

Der Aufstieg beginnt am oberen Rand des Dorfes. Es gibt keinen Schatten auf dem Weg und kaum Wasser oben — eine eigene Flasche (mind. 1 l pro Person) ist im Sommer Pflicht, ebenso Sonnenhut und Sonnencreme. Öffnungszeiten in der Hauptsaison meist 8 – 19:40 Uhr (April – Oktober), im Winter verkürzt auf ca. 8:30 – 15:30 Uhr und montags geschlossen. Der Besuch dauert mit Aufstieg, Rundgang und Abstieg etwa 90 Minuten. Wer es ruhig mag, sollte zur Öffnung gegen 8 Uhr kommen oder nach 17 Uhr, wenn die Tagesbusse abgereist sind und das Licht weicher wird.

Eselsritt — Pro und Contra

Vom Dorfplatz bietet eine Eselskarawane den Aufstieg gegen Bezahlung an — ein Bild, das auf Postkarten omnipräsent ist. Tierschutzorganisationen kritisieren die Haltung seit Jahren scharf: zu viele Stunden Arbeit in der Sonne, zu wenig Wasser, oft übergewichtige Reiter. Wer auf den Eselsritt verzichtet, tut den Tieren einen Gefallen — der Aufstieg zu Fuß ist nicht schwierig und in fünfzehn bis fünfundzwanzig Minuten machbar.

Was du oben siehst

Über die monumentale Treppe — entworfen wie eine Theaterbühne — gelangst du zunächst auf eine breite Terrasse mit den Resten einer hellenistischen Stoa aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. Eine zweite Treppe führt zur eigentlichen Tempelplattform: dorische Ringhalle des Athena-Tempels, byzantinische Kapelle des Hl. Johannes mit Resten von Fresken aus dem 13. Jahrhundert, gewölbtes Repräsentationsgebäude der Johanniter mit gotischen Spitzbögen. Am Nordrand des Plateaus liegt eine Felsritzung in Form eines Schiffsbugs aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. — ein Weihegeschenk des Bildhauers Pythokritos für einen siegreichen Flottenkommandanten, ähnlich der bekannten Nike von Samothrake im Louvre.

Der Mythos

Die Mythologie macht Lindos zu einem der ältesten Heiligtümer Griechenlands überhaupt. Nach dorischer Überlieferung soll Danaos auf seiner Flucht aus Ägypten hier zum ersten Mal Athena geopfert haben — noch bevor Athen gegründet war. Auch Herakles soll auf seiner Reise zu den Hesperiden Lindos besucht haben, allerdings auf eigene Weise: Er nahm einem Bauern dessen Pflugochsen ab und verzehrte ihn, woraufhin der Bauer ihn lautstark verwünschte. Aus dieser Episode entstand der ungewöhnliche Brauch, am Heiligtum der Athena Lindia mit Flüchen statt mit Lobreden zu opfern — ein ritueller Sonderfall, den schon antike Autoren mit Verwunderung registrierten.

Liegt in
Lindos

Weiße Würfelhäuser, eine Akropolis über dem Meer und enge Gassen, in denen die Zeit langsamer geht.