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Symbolbild · KI-generiertAntike Mauerfundamente und Säulenbasen im rechtwinkligen Straßenraster über dem Meer
Sehenswürdigkeit · Antike Stätte

Antikes Kamiros

Die besterhaltene antike Stadtanlage von Rhodos: eine der drei dorischen Poleis, terrassenförmig in einen Hang der Westküste gebaut, mit Agora, Wohnvierteln, Wasserreservoir und Tempelterrasse in einem zusammenhängenden Grundriss.

Kamiros war neben Lindos und Ialysos eine der drei dorischen Städte von Rhodos. Anders als die beiden anderen verlor es nach der Vereinigung der Insel an Gewicht und wurde über die Jahrhunderte allmählich verlassen. Gerade das macht den Ort heute besonders. Keine mittelalterliche Festung, kein späteres Dorf, keine moderne Bebauung legte sich über die antiken Mauern. Was man von der oberen Hangkante überblickt, ist der zusammenhängende Grundriss einer hellenistischen Stadt: unten die Agora mit ihren Heiligtümern, am Hang die Wohnviertel, oben die Tempelterrasse.

Was Kamiros ist und was nicht

Mit den Erwartungen, die die Akropolis von Lindos weckt, wirkt Kamiros zunächst irritierend. In Lindos steht ein aufragendes Monument: Tempelsäulen, eine Johanniterburg, ein Felsen über dem Meer. Kamiros hat nichts davon. Es gibt hier keinen wieder aufgebauten Tempel, keine Burg, kein einzelnes Postkartenmotiv, das die ganze Anlage auf ein Bild bringt.

Was Kamiros stattdessen hat, findet man auf Rhodos sonst nirgends: eine ganze antike Stadt, deren Grundriss man in anderthalb Stunden abgehen kann. Straßen, Häuserblocks, Türschwellen, Abwasserrinnen, Ladenlokale, ein Bad, ein Wasserreservoir, ein Marktplatz: die profane Infrastruktur einer griechischen Polis, die andernorts unter späteren Städten verschwunden ist. Kamiros ist damit die besterhaltene antike Stadtanlage der Insel, nicht ihre eindrucksvollste Tempelruine. An dieser Unterscheidung hängt, ob der Besuch begeistert oder enttäuscht. Als begehbarer Stadtplan gelesen statt als Ruinenkulisse, bietet der Ort deutlich mehr als Lindos.

Geschichte: dorische Polis, Synoikismos, Erdbeben

Besiedelt war die Gegend schon in mykenischer Zeit: Westlich der Ausgrabung, bei Kalavarda, wurden bronzezeitliche Gräberfelder freigelegt. Die Stadt selbst geht auf die Dorier zurück, die sich nach der mykenischen Epoche auf Rhodos festsetzten. Funde aus geometrischer Zeit (8. Jahrhundert v. Chr.) belegen ein frühes Heiligtum der Athena auf der Akropolis. Gemeinsam mit Lindos und Ialysos sowie den kleinasiatischen Städten Knidos, Halikarnassos und Kos gehörte Kamiros zur dorischen Hexapolis, einem Bund von sechs dorischen Gemeinwesen.

Auf Rhodos selbst war Kamiros eine der drei eigenständigen Poleis, die eigene Münzen prägten und Seehandel trieben; aus der Stadt stammt der frühe Epiker Peisandros. 408 v. Chr. schlossen sich die drei Städte im sogenannten Synoikismos zusammen und gründeten an der Nordspitze der Insel die neue gemeinsame Hauptstadt Rhodos (mehr dazu im Überblick zur Antike auf Rhodos). Für Kamiros war das der Anfang vom Ende seiner Eigenständigkeit: Die politische Bedeutung wanderte in die neue Metropole ab, und die alte Stadt schrumpfte über die folgenden Jahrhunderte zu einer Landgemeinde.

Warum Kamiros so vollständig erhalten ist

Zwei schwere Erdbeben prägten das Schicksal der Stadt. Das erste, um 226 v. Chr., zerstörte die klassische Stadt samt dem älteren Athena-Tempel; dasselbe Beben brachte auch den Koloss von Rhodos zu Fall. Kamiros wurde danach im hellenistischen Stil wieder aufgebaut, und diesen Wiederaufbau begeht man heute: Der sichtbare Stadtkern stammt fast durchgängig aus dem 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. Ein zweites schweres Beben im Jahr 142 n. Chr. traf die Stadt erneut. Von dieser Zerstörung erholte sie sich nicht mehr; in spätrömischer Zeit lebte hier nur noch eine kleine Gemeinde, danach wurde der Platz ganz aufgegeben.

Weil sich anschließend keine größere Siedlung mehr über die Ruinen schob, blieb der hellenistische Stadtplan unter Erde und Geröll konserviert. Erst die Ausgrabungen des 19. und 20. Jahrhunderts legten ihn wieder frei: Auf erste Funde stießen Alfred Biliotti und Auguste Salzmann ab den 1850er-Jahren, ehe 1859 die eigentliche Stadtanlage entdeckt wurde; ihre Grabungen an den Nekropolen und auf der Akropolis liefen bis 1864, die Funde gingen unter anderem ins British Museum und in den Louvre. Die systematische Freilegung der Stadt selbst übernahm ab 1928 die Italienische Archäologische Schule, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs auch einzelne Mauern und Säulen wieder aufrichtete. Kamiros gehört damit zu den Orten, an denen die italienische Zeit auf Rhodos bis heute unmittelbar sichtbar ist. Die aufgerichteten Säulen der Stoa sind Ergebnis dieser Kampagnen, nicht antiker Bestand in situ.

„Pompeji Griechenlands“ — eine Marketingformel
Reiseanbieter nennen Kamiros gern das „Pompeji Griechenlands“ oder „Pompeji der Ägäis“. Der Vergleich hinkt: Kamiros wurde nicht bei einem Vulkanausbruch verschüttet, sondern über Jahrhunderte allmählich verlassen. Treffend ist allein der Kern des Bildes: dass sich hier der Grundriss einer ganzen antiken Stadt zusammenhängend ablesen lässt, weil keine spätere Bebauung ihn überdeckte.

Rundgang: von der unteren Agora hinauf zur Akropolis

Der Rundgang beginnt unten am Eingang, auf der untersten der drei Terrassen. Hier lag das öffentliche und religiöse Zentrum. Ein hellenistischer Tempel, ein kleiner Bau aus Poros-Stein mit zwei Säulen in der Vorhalle, war wahrscheinlich dem Pythischen Apollon geweiht; in der Cella ist noch die Basis des Kultbildes erhalten, dahinter eine in den Boden eingelassene Schatzgrube für das Tempelgeld. Daneben steht das Brunnenhaus aus der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr., dessen dorische Halbsäulen später mit den Namen der Jahresbeamten beschriftet wurden, und der Peribolos der Altäre, ein Bezirk mit zahlreichen Weihaltären und Statuensockeln.

Von hier führt eine breite, gepflasterte Hauptstraße den Hang hinauf durch das Wohnviertel. Es ist nach dem hippodamischen Schema angelegt, einem Raster paralleler Straßen und gleich großer Häuserblocks (insulae). Viele Häuser hatten einen von Säulen umstandenen Innenhof, bei dem eine Seite höher war als die übrigen; diese Bauform gilt als rhodisches Peristyl. Erhalten sind Reste von Mosaikböden und von Fassaden mit bemaltem Putz, dazu eine öffentliche Badeanlage mit Warm- und Kalträumen und einer Fußbodenheizung (Hypokaustum). Beim Aufstieg über die Straße wird der Aufbau der Stadt körperlich erfahrbar, vom Markt unten bis zum Heiligtum oben.

Ganz oben liegt die Akropolis. Vom dorischen Tempel der Athena Kameiras, der den um 226 v. Chr. zerstörten Vorgängerbau ersetzte, ist im Wesentlichen das Fundament erhalten. Den eindrucksvollsten Bestand bildet die lange hellenistische Stoa aus dem 3. bis 2. Jahrhundert v. Chr.: eine zweischiffige Säulenhalle mit dahinterliegenden Räumen für Geschäfte oder Unterkünfte, von der ein Teil der dorischen Säulen wieder aufgerichtet ist. Sie maß gut 200 Meter und schloss die Stadt nach oben ab wie eine Wand aus Säulen. Von der Hangkante reicht der Blick über die Dächer der antiken Stadt hinweg bis zum Meer.

Eine Stadt ohne Stadtmauer

Erst auf den zweiten Blick zeigt sich eine archäologisch bemerkenswerte Besonderheit: In Kamiros wurden bislang keine nennenswerten Befestigungsanlagen gefunden, weder Stadtmauer noch Tore oder Türme. Für eine antike griechische Polis ist das die Ausnahme, nicht die Regel. Auch ein Theater ist bis heute nicht lokalisiert.

Die naheliegende Erklärung liegt in der Geografie und in der Geschichte der Insel: Kamiros lag im Landesinneren oberhalb der Küste, geschützt durch die Hanglage und durch die Seemacht des rhodischen Staates, dem die Stadt nach dem Synoikismos angehörte. Solange die Flotte von Rhodos die Ägäis sicherte, brauchte eine Landgemeinde im Westen keine eigene Wehranlage. Für Besucherinnen und Besucher hat das einen angenehmen Nebeneffekt: Anders als bei fast jeder befestigten Ruine der Insel verstellt nichts die Sicht vom Hang auf die Terrassen und aufs Meer.

Wasser für eine Stadt ohne Quelle

Kamiros lag auf einem Hügel ohne eigene Quelle. Die Versorgung mit Wasser war deshalb eine bauliche Daueraufgabe und ist an der Anlage bis heute gut ablesbar. Ältestes Element ist eine große, rechteckige und innen verputzte Zisterne aus dem 6. bis 5. Jahrhundert v. Chr. auf der Akropolis. Sie fasste rund 600 Kubikmeter, genug für etwa 300 bis 400 Familien, war überdeckt und über seitliche Stufen zur Reinigung zugänglich; tönerne Leitungen und zwei mit Steinplatten verschlossene Öffnungen führten das Wasser in die Stadt hinab.

Im Hellenismus wurde über dieser Zisterne die Stoa errichtet, womit sie außer Betrieb ging. An ihre Stelle trat ein System unter dem Hallenboden aus Brunnen (laut Inschrift mit Deckeln), unterirdischen Becken und Tonrohren. Unten in der Stadt sammelte zusätzlich das Brunnenhaus Wasser für den Alltag. Zusammengenommen zeigt Kamiros anschaulich, wie eine antike Stadt allein mit Regen- und Sammelwasser über Jahrhunderte funktionierte.

Praktischer Besuch: Dauer, Hitze, Ausrüstung

Der vollständige Rundgang über Agora, Hauptstraße, Wohnviertel, Reservoir, Tempelterrasse und zurück dauert ein bis anderthalb Stunden. Mit gründlicher Lektüre der Tafeln und einer Pause oben werden es zwei. Der Höhenunterschied vom Eingang bis zur oberen Terrasse beträgt einige Dutzend Meter, verteilt auf Treppenstufen und die ansteigende Pflasterstraße; sportlich ist das nicht, aber es ist ein durchgehender Anstieg.

Das eigentliche Thema ist die Sonne. Die Anlage ist ein nach Norden offener, baumloser Hang ohne nennenswerten Schatten, und der helle Stein reflektiert die Hitze zusätzlich. Feste Schuhe mit Profil sind hier wichtiger als an den meisten anderen Ausgrabungen der Insel, weil der Belag aus antikem Pflaster, losen Steinen und Erde besteht und bei Nässe rutschig wird. Zwischen Juni und September ist der frühe Morgen die mit Abstand angenehmste Zeit: Kurz nach der Öffnung um 8 Uhr ist die Luft kühler, das Licht flach und die Anlage weitgehend leer, bevor gegen zehn die ersten Busgruppen eintreffen. Am schönsten ist Kamiros in den Schultermonaten. Im April ist der Hang grün statt ausgedörrt; im Oktober ist die Hitze vorbei und die Sommerzeiten bis 20 Uhr gelten bis Monatsende, nur am Nationalfeiertag (28. Oktober) nicht. Ab November schließt die Stätte bereits um 15:30 Uhr.

Wenig Schatten, keine Versorgung
Auf dem Hang gibt es kaum Schatten, und vor Ort findet sich nur ein Ticketschalter, kein Café und kein Automat. Wasser, Sonnenschutz, Hut und feste Schuhe gehören im Sommer zur Grundausstattung; die Mittagsstunden zwischen etwa 12 und 16 Uhr sind wegen der Hitze wenig angenehm. Verpflegung nimmt man am besten anschließend unten am Hafen von Skala Kameirou ein.

Eintritt und Öffnungszeiten

Der Eintritt kostet 10 Euro (Vollpreis, Stand Oktober 2026). Geöffnet ist in der Sommersaison vom 1. April bis 31. Oktober täglich von 8 bis 20 Uhr. Gestufte Herbstzeiten wie an der Akropolis von Lindos gibt es für Kamiros nicht; die Sommerzeiten gelten wie bei Filerimos durchgehend bis Ende Oktober. Einzige Ausnahme ist der Nationalfeiertag am 28. Oktober: An diesem Tag ist nur von 8:30 bis 15 Uhr geöffnet. Vom 1. November bis 31. März gilt die Winterregelung: täglich 8:30 bis 15:30 Uhr, dienstags geschlossen. Letzter Einlass ist 20 Minuten vor Schließung. Für den ganzen Hang braucht es deutlich mehr Vorlauf, im Winter also Ankunft spätestens gegen 14 Uhr.

Ermäßigungen und Freistellungen folgen der landesweiten Regelung des Kulturministeriums: EU-Bürgerinnen und -Bürger bis 25 Jahre zahlen mit Ausweis nichts, Kinder und Jugendliche unter 18 ohnehin nicht. Eintrittsfrei ist die Anlage außerdem am 6. März, am 18. April, am 18. Mai, am letzten Septemberwochenende, am 28. Oktober sowie von November bis März am ersten und dritten Sonntag jedes Monats. Ein Kombiticket mit anderen Stätten der Insel ist für Kamiros nicht gelistet. Gezahlt wird am Häuschen neben dem Eingang; Karte wird in der Regel akzeptiert, etwas Bargeld als Rückfallebene schadet trotzdem nicht.

Anfahrt und Parken

Die Ausgrabung liegt an der Westküste, rund 32 Kilometer von Rhodos-Stadt entfernt. Am bequemsten kommt man mit dem Mietwagen über die westliche Küstenstraße: von Rhodos-Stadt etwa 45 Minuten, von Ixia oder Kremasti entsprechend weniger. Direkt am Eingang liegt ein kostenloser, unbefestigter Parkplatz; er füllt sich am Vormittag mit Reisebussen, reicht aber in der Regel aus. Die Zufahrt ist ausgeschildert und zweigt von der Küstenstraße nach Süden ab.

Mit dem Bus ist Kamiros machbar, aber unbequem. Die Überlandbusse entlang der Westküste halten an der Abzweigung an der Küstenstraße, von dort sind es noch einige Hundert Meter bergauf bis zur Kasse. Der Takt ist dünn, oft nur wenige Kurse am Tag und am Wochenende noch weniger, sodass ein verpasster Rückweg schnell zwei Stunden Wartezeit bedeutet. Ab Mitte September wird ausgedünnt, im Winter fahren nochmals deutlich weniger Kurse. Ohne Auto gilt daher: die Rückfahrt vor dem Hinweg prüfen (aktueller Aushang am Busbahnhof) und Puffer einplanen. Die Grundlagen stehen im Überblick zu den Bussen auf Rhodos.

Mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen

Kamiros ist eine Hanggrabung, daran ändert kein guter Wille etwas. Vom Eingang führen Stufen zur unteren Terrasse, die Hauptstraße steigt über unebenes antikes Pflaster an, und zwischen den Terrassen liegen weitere Treppen ohne durchgehende Handläufe. Für Rollstuhlfahrende ist die Anlage nicht erschlossen; auch mit Rollator, Gehstock oder einem Kinderwagen mit kleinen Rädern ist der Rundgang oberhalb der ersten Terrasse kaum sinnvoll zu bewältigen. Ein Aufzug oder eine Rampenführung existiert nicht.

Realistisch ist folgender Kompromiss: Der Eingangsbereich mit dem Blick über die untere Stadt und die Agora ist auch mit eingeschränkter Mobilität erreichbar und vermittelt bereits einen guten Eindruck vom Aufbau der Anlage; die Übersicht gibt es hier auch ohne den vollen Rundgang. Toiletten befinden sich am Eingang. Welche antiken Stätten der Insel besser erschlossen sind, steht im Ratgeber Rhodos barrierefrei.

Kamiros oder Skala Kameirou? Die häufigste Verwechslung

Das antike Kamiros ist die Ausgrabung der dorischen Stadt am Hang; Skala Kameirou (oft nur „Kamiros Skala“ geschrieben) ist ein eigener kleiner Hafenort weiter südlich an derselben Küste. Beide tragen denselben Namen, liegen aber rund zwölf Straßenkilometer auseinander: Von Rhodos-Stadt sind es etwa 32 Kilometer zur Ausgrabung und rund 45 Kilometer zum Hafen.

Das führt regelmäßig zu Fehlfahrten. Mit der bloßen Eingabe „Kamiros“ führt das Navigationsgerät je nach Kartenmaterial zum Hafen statt zur Grabung, und umgekehrt suchen Reisende die Chalki-Fähre an der Ausgrabung. Sicherer ist es, ausdrücklich „Archäologische Stätte Kamiros“ beziehungsweise „Kamiros Skala“ als Ziel zu wählen oder gleich die Koordinaten zu übernehmen. Beim Tagesausflug ist die Verwechslung kein Drama, zwölf Kilometer Küstenstraße sind in einer Viertelstunde gefahren. Vor einem Fährtermin nach Chalki kann sie dagegen teuer werden.

Mit der Westküste kombinieren

Kamiros allein trägt keinen ganzen Tag, fügt sich aber gut in eine Runde entlang der Westküste. Der naheliegendste Anschluss ist Skala Kameirou: kleiner Hafen, ein paar einfache Fischtavernen für den Mittagsstopp und der Abfahrtsort der Fähre zur autofreien Insel Chalki. Gleich oberhalb, südwestlich von Skala Kameirou, thront die Johanniterruine Kastellos auf einem 131 Meter hohen Hügel über der Küste; Eintritt frei, Blick über das Meer bis nach Chalki.

Weiter im Süden wartet die Burg über Monolithos, spektakulär auf einen Felsen gesetzt; landeinwärts liegt das Weindorf Embonas am Fuß des Attavyros, wo sich der Tag mit einer Weinprobe beenden lässt. Auf dem Rückweg nach Rhodos-Stadt bietet sich von etwa Mitte Juni bis Mitte September, solange die Falter da sind, ein Abstecher ins Tal der Schmetterlinge bei Petaloudes an. Für die antike Seite der Insel ergänzen Filerimos (das antike Ialysos) und die Akropolis von Lindos das Bild: zusammen die drei dorischen Poleis, ein historisch schlüssiges Trio, allerdings nicht an einem Tag zu schaffen.

Für wen sich Kamiros eignet

Uneingeschränkt empfehlenswert ist der Besuch für alle, die sich für antike Alltagsgeschichte interessieren: für Stadtplanung, Wasserbau, Wohnformen. Kamiros ist die einzige Stätte auf Rhodos, an der sich diese Themen am Original ablesen lassen, und sie ist dafür ungewöhnlich gut beschriftet. Auch Fotografierende kommen auf ihre Kosten, denn die gestaffelten Terrassen vor dem Meer sind am frühen Morgen ein dankbares Motiv.

Für zwei Gruppen passt die Stätte weniger gut. Kleine Kinder finden auf einem baumlosen Hang voller Fundamentmauern wenig, was sie hält; ein Vormittag hier will mit einem Strand- oder Badestopp kombiniert sein (Anregungen im Ratgeber Rhodos mit Kindern). Und für eine kurze Reise mit Zeit für nur eine antike Stätte, die vor allem beeindrucken soll, ist Lindos die bessere Wahl. Kamiros belohnt Neugier mehr als Staunen, dafür aber gründlich und meist ohne das Gedränge der Ostküste. Wie sich die beiden Inselhälften sonst unterscheiden, steht im Vergleich Ost- oder Westküste.

Quellen & Stand
Geprüft September 2026; Öffnungszeiten, Eintritt und Sonderzeit am 28. Oktober geprüft Oktober 2026. Öffnungszeiten, Eintritt und letzter Einlass nach dem Odysseus-Portal des griechischen Kulturministeriums (odysseus.culture.gr, Eintrag „Kamiros“); Ermäßigungen und eintrittsfreie Tage nach der landesweiten Tarifregelung (ΚΥΑ 117624/2024, gültig seit 1.4.2025). Stadtgeschichte, Bauten und Wasserversorgung ebenfalls nach dem Kulturministerium (Abschnitte History und Description), ergänzend der Eintrag „Camirus“ der englischsprachigen Wikipedia. Das zweite Erdbeben datieren wir mit der überwiegenden Forschung auf 142 n. Chr. Fehlende Befestigungsanlagen und fehlendes Theater sind Befundstand der bisherigen Grabungen, kein Beweis ihrer Nichtexistenz. Zeiten und Preise können sich ändern.
Liegt in
Skala Kameirou →

Eine Mole, ein paar Fischerboote, eine Handvoll Tavernen: Der kleine Hafen an der Westküste ist das Tor zur Nachbarinsel Chalki und ein idealer Mittagsstopp zwischen dem antiken Kamiros und der Burg Kastellos gleich südlich. Für die Fähre lohnt ein Blick darauf, wie ihr Fahrplan funktioniert.