Petaloudes — auf Griechisch Πεταλούδες, „Schmetterlinge" — ist eine schmale Schlucht im Inneren der Insel, etwa fünfundzwanzig Kilometer südwestlich von Rhodos-Stadt. Ein kleiner Bach hat sich hier in den Sandstein gegraben, an seinen Ufern wächst eine ungewöhnlich dichte Population von Liquidambar orientalis, dem Orientalischen Amberbaum.
Warum die Tiere kommen
Die Bäume scheiden ein Harz aus, das die Russischen Bären (Euplagia quadripunctaria) — eine geschützte Nachtfalterart — zur Paarungszeit anzieht. Zwischen Mitte Juni und Mitte September konzentrieren sich Millionen dieser Falter im Tal, ruhen tagsüber regungslos an den Baumstämmen und sind nur bei Bewegung — etwa wenn jemand klatscht — sichtbar als orangerote Schwärme.
Genau das soll man nicht tun: Die Falter fasten in dieser Phase und verlieren bei jeder Störung Energie, die sie zum Überleben brauchen.
Der Rundweg
Vom unteren Eingang führt ein schattiger Pfad mit Holzbrücken, kleinen Wasserfällen und mehreren Aussichtsplattformen rund 800 Höhenmeter (eher: Wegmeter) hinauf zum oberen Eingang und zum kleinen Kloster Kalopetra. Der Auf- und Abstieg dauert zusammen eine bis zwei Stunden, ist nicht steil, aber stellenweise feucht und rutschig.
Wann es sich nicht lohnt
Außerhalb der Saison ist das Tal landschaftlich schön, aber leer — die Falter sind dann nicht da. Wer Petaloudes vor Mitte Juni oder nach Mitte September besucht, bekommt im Wesentlichen einen ruhigen, schattigen Spaziergang durch eine angenehme Schlucht; den Namen löst die Anlage in dieser Zeit nicht ein.
Anfahrt und Praktisches
Mit dem Mietwagen von Rhodos-Stadt rund 35 Minuten über die Straße Richtung Kalavarda; ein großer Parkplatz liegt am unteren Eingang, ein zweiter am oberen. Bus-Verbindung KTEL ab Rhodos-Stadt existiert in der Saison, ist aber dünn. Wer den Aufstieg nicht zweimal gehen möchte, kann unten parken, hochlaufen und mit einem Shuttle (in der Saison) zurückfahren — oder umgekehrt am oberen Eingang starten und bergab gehen.
Empfohlene Ausstattung: feste Schuhe (die Holzbohlen sind glitschig), Wasser, Insektenschutz und ein leiser Auftritt.
In der Umgebung
Direkt am oberen Ausgang liegt das kleine Kloster Kalopetra aus dem 18. Jahrhundert, frei zugänglich, mit Blick über die Hügel. Wer das Tal mit weiteren Stopps verbinden will: Antikes Kamiros liegt rund 20 km nördlich an der Westküste, das Filerimos-Kloster etwa 25 km nordöstlich. Eine sinnvolle Tageskombination ist Filerimos vormittags, Petaloudes mittags (Schatten!), Kamiros am späten Nachmittag.
Ein winziger Weiler im bewaldeten Inselinneren — Namensgeber und Zugang zum berühmten Tal der Schmetterlinge, ohne nennenswerten eigenen Ortskern.




