Kalithea — auf Griechisch Καλλιθέα, „die schöne Aussicht“ — liegt rund neun Kilometer südlich von Rhodos-Stadt an der Ostküste. Der Ort ist heute primär für seine restaurierte Thermalanlage bekannt, die in den späten 1920er-Jahren während der italienischen Besatzung als Kurbad errichtet wurde.
Die Therme von 1929
Die Anlage wurde von dem italienischen Architekten Pietro Lombardi entworfen und kombiniert Elemente der italienischen Moderne mit orientalischer Kuppelbauweise. Mittelpunkt ist die große Rotunde direkt am Meer, ergänzt durch Kolonnaden, Mosaikböden und einen halbkreisförmigen Strandbereich aus Kieseln.
Bis in die 1960er-Jahre wurde hier tatsächlich Heilwasser ausgeschenkt; danach verfiel die Anlage und wurde erst Anfang der 2000er-Jahre umfassend restauriert. Heute funktioniert sie als Kombination aus Bademuseum, Veranstaltungsort und Strandzugang — die Quellen selbst sind nicht mehr in Betrieb.
Wofür Kalithea heute steht
Anders als Faliraki oder Lindos ist Kalithea kein eigenständiger Ferienort, sondern ein Tagesziel. Wer dort hin will, fährt von Rhodos-Stadt, Faliraki oder Lindos aus an — entweder mit dem Auto, mit dem KTEL-Bus oder mit einem der Ausflugsboote, die regelmäßig vor der Bucht ankern.
Die Lage zwischen den großen Hotelzonen macht Kalithea zu einem nützlichen Zwischenstopp: ein bisschen Architektur, ein bisschen Schwimmen, ein klarer Bezug zur italienischen Kolonialgeschichte der Insel — alles in zwei bis drei Stunden machbar.
Schnorcheln und Tauchen
Die Felsbucht direkt vor der Anlage ist einer der besten Schnorchelplätze der Nordküste — geschützt, klar, mit reichem Fischbestand entlang der Felskanten. Tagsüber operieren mehrere Tauchschulen aus Faliraki und Rhodos-Stadt von hier aus; sie tauchen die nahegelegenen Wracks und Höhlen entlang der Ostküste an. Wer nur schnorcheln möchte, sollte eigene Ausrüstung mitbringen — Verleih am Eingang ist begrenzt.
Essen und Trinken
Innerhalb der Anlage gibt es ein Cafe-Restaurant in den restaurierten Kolonnaden — geschmackvoll, aber preislich deutlich über Inseldurchschnitt. Wer ehrlich essen möchte, fährt 2 km nach Süden in den Nachbarort Koskinou, dessen Altdorf für hausgemachte rhodische Küche und besonders für die Pitaroudia (Kichererbsenbällchen) bekannt ist.
Anreise und Praktisches
Mit dem Mietwagen aus Rhodos-Stadt rund 15 Minuten, kostenpflichtige Parkplätze direkt am Eingang. Stadtbus (RODA) Linie 5 und KTEL-Linien Richtung Faliraki halten an der Abzweigung — von dort etwa 800 m zu Fuß bergab. Öffnungszeiten der Anlage in der Hochsaison meist 8 – 20 Uhr; im Winter deutlich verkürzt. Eintritt rund 5 € (Stand 2025), Liegen und Sonnenschirme separat zu mieten (ca. 8 – 12 € pro Set). Schnorchelausrüstung am besten selbst mitbringen.









