Zum Inhalt springen
Das Bergdorf Lachania im Süden von Rhodos, wenige Kilometer von Asklipio entfernt
Sehenswürdigkeit · Kirche/Kloster

Asklipio: Fresken-Kirche und Burgruine

Ein weißes Bergdorf im Hinterland von Kiotari mit einer der eindrucksvollsten Kirchen der Insel: Die Koimisis tis Theotokou ist innen vollständig mit Fresken-Zyklen ausgemalt — darüber wacht eine Burgruine der Johanniter.

Wer in Kiotari oder Gennadi Strandurlaub macht, hat eines der lohnendsten Kulturziele des Südens direkt vor der Haustür — und übersieht es leicht. Asklipio liegt nur rund vier Kilometer landeinwärts der Küstenstraße, ein weißes Bergdorf am Hang, in dem noch echter Dorfalltag stattfindet: Kafenion an der Platia, Katzen im Schatten, kaum Souvenirstände. Der Grund, den Abstecher zu machen, steht mitten im Ort: die Kirche Koimisis tis Theotokou (Mariä Entschlafung, oft auch „Mariä Himmelfahrt“ übersetzt) — eine der ältesten und am vollständigsten ausgemalten Kirchen von Rhodos. Darüber, auf einem Felshügel, wachen die Mauerreste einer Johanniterburg.

Die Kirche: eine Bilderbibel an den Wänden

Von außen ist die Kirche unscheinbar: weiß gekalkt, gedrungen, mit Kieselhof davor. Innen ändert sich das schlagartig — praktisch jeder Quadratmeter von Wänden und Gewölben ist mit Fresken bedeckt. Die Bildprogramme laufen in durchgehenden Erzählzyklen über die Tonnengewölbe: Szenen des Alten Testaments von der Schöpfungsgeschichte an, das Leben Christi, dazu — ungewöhnlich für Dorfkirchen — ausführliche Bildfolgen nach der Offenbarung des Johannes. Wer ein paar Minuten bleibt und die Reihen Bild für Bild abliest, versteht schnell, warum solche Ausmalungen gern „Bilderbibeln“ genannt werden: Sie erzählten den Gläubigen die Heilsgeschichte, lange bevor die meisten lesen konnten.

Die Datierungen muss man sauber auseinanderhalten, denn in Reiseführern geht hier einiges durcheinander. Der Gründungsbau wird der Überlieferung nach auf das Jahr 1060 datiert — damit gehört die Kirche zu den ältesten der Insel. Das heutige kreuzförmige Erscheinungsbild ist das Ergebnis späterer Erweiterungen, und die erhaltenen Fresken stammen im Kern aus dem 17. Jahrhundert: Inschriften nennen die Jahre 1646 sowie 1676/77, als Maler ist für die jüngeren Zyklen der Mönch Michael von Chios überliefert. Einzelne Forscher sehen in Resten älterer Schichten auch frühere Malphasen — als Besucher erlebt man jedenfalls einen geschlossenen, dicht erzählten Bilderraum, wie es ihn auf Rhodos kein zweites Mal in dieser Vollständigkeit gibt.

Zwei kleine Museen nebenan

Direkt neben der Kirche liegen zwei kleine Museen in alten Dorfgebäuden, durch die in der Regel auch der Zugang zur Kirche organisiert ist. Das Kirchenmuseum zeigt in einem Raum Ikonen, alte liturgische Bücher, Handschriften und Gerät aus den Kirchen der Umgebung; das zweite Haus ist eine alte Ölmühle, heute Volkskundemuseum mit Olivenpresse, Ackergerät und Hausrat — ein kurzer, aber stimmiger Blick in den Alltag, von dem dieses Dorf jahrhundertelang gelebt hat. Für Kirche und Museen wird ein kleiner Eintrittsbetrag erhoben; die Beträge sind niedrig, ändern sich aber — wie auch die Öffnungszeiten (üblicherweise vormittags bis später Nachmittag, sonn- und feiertags eingeschränkt) — und sollten vor Ort geprüft werden. Wer sicher hineinmöchte, kommt am Vormittag.

Die Johanniterburg über dem Dorf

Über dem Dorf, auf einem steilen Felshügel, liegen die Reste einer Burg aus der Johanniterzeit. Der Ordensbau aus dem 14. Jahrhundert sicherte als Teil der Festungskette des Südens die Küstenebene und diente der Dorfbevölkerung bei Piratenalarm als Zuflucht; ursprünglich umschloss die Anlage mit mehreren Türmen eine Fläche von gut 750 Quadratmetern, im frühen 20. Jahrhundert haben die Italiener Teile gesichert. Heute stehen vor allem Umfassungsmauern und Turmreste — keine restaurierte Schauburg, sondern eine echte Ruine mit weitem Blick über die Dächer von Asklipio, das Hügelland und die Küste bei Kiotari. Der Zugang ist frei und jederzeit möglich; vom Dorf führt eine kurze, steile Strecke hinauf, die letzten Meter über felsigen, unbefestigten Grund. Festes Schuhwerk ist Pflicht, und an den Mauerkanten gibt es keinerlei Sicherung — Kinder an die Hand.

Anfahrt und Kombination

Asklipio erreicht man am einfachsten mit dem Mietwagen: Von der Küstenstraße bei Kiotari zweigt die ausgeschilderte Stichstraße ins Hinterland ab, nach gut fünf Fahrminuten ist man im Dorf; geparkt wird am Ortsrand oder unterhalb der Kirche. Öffentlich ist das Dorf kaum sinnvoll zu erreichen. Als Halbtagestour passt Asklipio perfekt in einen Strandurlaub an der südlichen Ostküste — und wer danach Geschmack am Hinterland gefunden hat, hängt das Bergdorf Lachania mit seiner Platia an oder fährt weiter in den stillen Süden. Übrigens: Wer die berühmtere Wallfahrtskirche der Insel sucht, findet sie weiter nördlich — das Kloster Tsambika ist der große Name, Asklipio ist der stillere, kunsthistorisch aber mindestens ebenso lohnende Gegenpol.

Liegt in
Kiotari

Ein junger, reiner Resort-Ort an der südlichen Ostküste — größere All-inclusive-Anlagen an einem langen Kies-Sand-Strand, ruhig und gepflegt, aber ohne gewachsenen Ortskern dahinter.