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Kleines Klostergebäude auf dem Filerimos-Hügel zwischen Zypressen
Sehenswürdigkeit · Kirche/Kloster

Filerimos

Ein stiller Klosterhügel über der Westküste — antikes Heiligtum, byzantinische Kirche, italienisches Restaurierungsprojekt und einer der schönsten Aussichtspunkte der Nordinsel in einem.

Filerimos — auf Griechisch Φιλέρημος, „der Einsamkeitsfreund" — ist ein flacher, von Zypressen gesäumter Hügel rund fünfzehn Kilometer westlich von Rhodos-Stadt. Schon in der Antike stand hier die Akropolis von Ialyssos, einer der drei dorischen Stadtstaaten der Insel; im Mittelalter errichteten die Johanniter darauf ein Kloster, das die Italiener in den 1930er-Jahren wiederaufbauten.

Was zu sehen ist

Auf dem Plateau überlagern sich mehrere Schichten. Sichtbar sind die Fundamente eines hellenistischen Athena-Tempels, eine kleine frühchristliche Taufkapelle, die wiederaufgebaute Klosterkirche der Madonna von Filerimos sowie die Klausurräume des Franziskanerklosters aus italienischer Zeit. Alles zusammen ergibt einen kompakten, ruhigen Rundgang in einer von hohen Zypressen geprägten Atmosphäre.

Der Kreuzweg und das Kreuz

Vom Klostervorplatz führt ein flacher Weg mit den vierzehn Stationen des Kreuzwegs in Bronze zu einem rund 18 Meter hohen Steinkreuz an der Westkante des Plateaus. Das Kreuz wurde 1934 unter italienischer Verwaltung errichtet, im Zweiten Weltkrieg gesprengt und in den 1990er-Jahren originalgetreu wiederaufgebaut.

Beste Besuchszeit

Der Hügel ist nach Westen orientiert — ideal am späten Nachmittag, wenn das Licht weicher wird und der Blick über die Westküste, die Bucht von Ialyssos und im Hintergrund die türkische Küste eindrucksvoll ist. Mittags ist es trotz der Höhe heiß; früh morgens ist die Atmosphäre besonders still, weil die Bustouren noch nicht da sind.

Geschichte in Schichten

Auf dem Plateau lassen sich rund 2.500 Jahre Religionsgeschichte ablesen. Phönizier sollen hier eine erste Kultstätte angelegt haben; im 3. Jahrhundert v. Chr. errichteten die dorischen Bewohner von Ialyssos den Tempel der Athena Polias. In früchristlicher Zeit entstand eine dreischiffige Basilika mit Taufkapelle, deren kreuzförmiges Tauchbecken bis heute erhalten ist. Im 13. Jahrhundert übernahmen byzantinische Mönche den Hügel, im 14. die Johanniter, im 16. die Osmanen — und in den 1930er-Jahren bauten italienische Franziskaner Kloster und Kreuz im romanisierenden Stil wieder auf, der bis heute das Erscheinungsbild prägt.

Anfahrt und Praktisches

Mit dem Mietwagen von Rhodos-Stadt etwa 25 Minuten über die Westküstenstraße, Abzweig in Trianta/Ialyssos. Großer Parkplatz am Eingang. Bus-Verbindung KTEL ab Rhodos-Stadt nach Ialyssos, von dort entweder zu Fuß bergauf (rund 4 km, deutlich) oder mit dem Taxi. Im Klosterbereich gilt verhüllter Schultercode; Eintrittstickets werden an einem kleinen Häuschen am Parkplatz verkauft. Cafe und Toiletten am Eingang.

Liegt in
Ialyssos

Eine der drei dorischen Stadtgründungen der Antike — heute ein ruhiger, grüner Vorort von Rhodos-Stadt mit dem Klosterberg Filerimos als stillem Wahrzeichen.