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Weiße Kapelle Panagia Tsambika auf einer Felskuppe über der Ostküste
Sehenswürdigkeit · Kirche/Kloster

Kloster Panagia Tsambika

Eine winzige Kapelle auf einem 300 Meter hohen Felsspitz über der Ostküste — Ziel eines barfüßigen Pilgerwegs am 8. September.

Die Kapelle Panagia Tsambika sitzt auf einem freistehenden Felssporn rund 300 Meter über der Ostküste, etwa auf halber Strecke zwischen Archangelos und dem Strand von Tsambika. Sie ist nicht groß und auch nicht alt im Maßstab griechischer Klöster — der Bau stammt aus dem 18. Jahrhundert. Was sie besonders macht, ist ihre Lage und ihre Bedeutung.

Die Wallfahrt

Tsambika gilt unter orthodoxen Frauen als Wallfahrtsort für Kinderwunsch. Der Überlieferung nach soll eine in der Kapelle aufbewahrte Marienikone wundertätig sein. Am 8. September, dem Fest Mariä Geburt, steigen Pilgerinnen traditionell barfuß die rund 350 Stufen zur Kapelle hinauf. Wer einen Sohn empfängt, soll dem Kind den Namen Tsambikos geben — eine ausschließlich auf Rhodos verbreitete Namensform.

Der Aufstieg

Vom Parkplatz an der Hauptstraße führt eine asphaltierte Stichstraße rund einen Kilometer den Hang hinauf bis zu einem kleinen unteren Kloster mit Café. Von dort beginnt die eigentliche Treppe — rund 350 unregelmäßige Steinstufen, fast ohne Schatten, mit einem Geländer auf einer Seite. Der Aufstieg dauert zwanzig bis dreißig Minuten und ist im Hochsommer zwischen 11 und 16 Uhr nicht empfehlenswert.

Der Ausblick

Oben angekommen sieht man auf einen der spektakulärsten Küstenabschnitte der Insel: den langen Sandstrand von Tsambika direkt unter sich, dahinter Kolymbia und Ladiko, am Horizont Lindos. An klaren Tagen reicht der Blick bis zur türkischen Küste.

Die Ikone und die Geschichte

Im Inneren der Kapelle wird eine kleine Marienikone aufbewahrt, die der Legende nach im 16. Jahrhundert von einem Hirten auf dem Felsen gefunden wurde. Mehrfach soll sie versucht worden sein, in das untere Kloster (Moní Tsambíka Káto) zu bringen — doch jedes Mal sei sie unerklärlich auf den Felsen zurückgekehrt, woraufhin man die Kapelle direkt am Fundort errichtete. Ikonografisch zeigt die Tafel eine Hodegetria-Darstellung, byzantinischer Einfluss aus Kleinasien ist deutlich; gemalt ist sie vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert. Der Name Tsambika wird volksetymologisch von tsambí („Funke") abgeleitet — Hirten sollen über dem Felsen ein Lichtphänomen beobachtet haben, das sie zur Ikone führte.

Verbindung mit dem Strand

Direkt unterhalb des Klosters liegt der Strand von Tsambika — beide gehören zusammen, auch wenn sie über zwei verschiedene Stichstraßen erreicht werden. Wer das Kloster früh am Morgen besucht (8 bis 10 Uhr) und anschließend an den Strand fährt, hat eine ideale Tagesplanung: Aufstieg in der kühleren Morgenstunde, Schwimmen am Sandstrand danach. Umgekehrt funktioniert es im Sommer schlecht — nach drei Stunden Strand fehlt meist die Kraft für 350 Stufen in der Mittagshitze.

Festtag am 8. September

Am orthodoxen Marienfest steigen Pilgerinnen aus der ganzen Insel — und teilweise aus Athen — barfuß die Treppe hinauf. Der Aufstieg beginnt traditionell vor Sonnenaufgang, oben wird ein Gottesdienst gefeiert, anschließend gibt es im unteren Kloster ein gemeinsames Essen. Wer nicht selbst Pilger ist, hält sich an diesem Tag respektvoll im Hintergrund — touristische Kleidung und laute Gespräche passen nicht in diese Atmosphäre. Der reguläre Besuch ist an diesem Tag kaum möglich; besser auf einen anderen Tag ausweichen.

Liegt in
Archangelos

Das größte Dorf der Insel jenseits von Rhodos-Stadt — Töpfertradition, Zitrusgärten und eine Burgruine der Johanniter über den Dächern.