Der Strand von Gennadi ist weniger eine Bucht als eine Linie: Mehrere Kilometer offene Küste ziehen sich am Ortsrand entlang nach Süden, ohne Felskap, ohne natürliche Begrenzung. Genau das ist seine Qualität — hier verteilt sich alles, was im Norden der Insel dicht an dicht liegt. Selbst im August findet man nach wenigen Minuten Fußweg Abschnitte, auf denen die nächste Handtuchnachbarschaft fünfzig Meter entfernt liegt.
Charakter und Abschnitte
Auf Höhe des Ortes ist der Strand organisiert: Liegenreihen, ein paar Beach-Bars und Strandtavernen, dazwischen Duschen und Zugänge. Wer Musik, kalte Getränke und Service möchte, bleibt hier. Nach Süden und Norden schließen lange freie Strecken an — keine Liegen, keine Bar, nur Kies, Meer und gelegentlich ein Tamariskenbusch. Der Wechsel zwischen beiden Welten ist ein Spaziergang von wenigen Minuten, und genau diese Mischung macht den Strand aus.
Wasser und Untergrund — ehrlich
Der Untergrund ist überwiegend Kies mit Sandanteilen, am Wassersaum oft gröber — Badeschuhe sind keine Übertreibung, sondern eine gute Idee. Das Wasser ist bemerkenswert klar und fällt schnell tief ab: Nach wenigen Schritten verliert man den Boden. Für geübte Schwimmer ist das herrlich, für kleine Kinder heißt es Aufsicht und am besten die flacheren, organisierten Abschnitte beim Ort. Bei Südwind baut sich leichte bis spürbare Brandung auf; an solchen Tagen ist der Strand eher etwas zum Spazieren als zum Planschen.
Anfahrt
Gennadi liegt etwa 65 Kilometer südlich von Rhodos-Stadt an der Ostküstenstraße — mit dem Mietwagen rund eineinviertel Stunden. Geparkt wird am Ortsrand oder an den Stichwegen zum Strand, kostenlos und meist problemlos. Mit dem Bus ist der Ort erreichbar, aber die Verbindungen sind dünn; wer den Strand als Tagesziel plant, fährt besser selbst.
Kombinieren im Süden
Der Gennadi-Strand ist eine gute Etappe in einer Süd-Tour: Rund 15 Kilometer weiter südlich liegt Prasonisi mit seiner Sandzunge und der Kite-Szene — morgens dort zuschauen oder baden, nachmittags zurück auf die ruhige Kieslinie. Zum Abendessen bleibt man in einer der Tavernen von Gennadi oder fährt die kurze Strecke hinauf ins Bergdorf Lachania, wo auf der Platia unter alten Platanen gegessen wird.
Wer länger im Süden bleibt, wird diesen Strand vermutlich öfter besuchen als jeden anderen — nicht weil er der spektakulärste der Insel wäre, sondern weil er verlässlich Platz, klares Wasser und Ruhe liefert. Die wichtigsten Grundregeln für freie und organisierte Abschnitte fasst der Beitrag zu den Strandregeln auf Rhodos zusammen.


