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Symbolbild · KI-generiertLange Eukalyptus-Allee mit hohen Bäumen beidseits der Straße, die zum Meer führt
Ort · Ostküste

Kolymbia

Ein am Reißbrett entstandener Ferienort an der Ostküste, erkennbar an der schnurgeraden Eukalyptus-Allee zum Meer: ruhig, gepflegt und günstig gelegen zwischen Faliraki und Lindos.

Kolymbia liegt an der Ostküste von Rhodos, rund 25 Kilometer südlich von Rhodos-Stadt und rund 25 Straßenkilometer nördlich von Lindos, mitten im touristischen Ostküsten-Korridor. Anders als fast alle anderen Orte der Insel ist Kolymbia kein gewachsenes Dorf, sondern eine Reißbrett-Siedlung aus der italienischen Zeit: Um 1935 gründete die Kolonialverwaltung hier die landwirtschaftliche Mustersiedlung San Benedetto, wie im selben Jahr Campochiaro, das heutige Eleousa im Bergwald des Inselinneren. Aus dieser Phase stammt das Erkennungszeichen des Ortes, die schnurgerade, rund zwei Kilometer lange Eukalyptus-Allee vom alten Siedlungskern hinunter zum Meer. Heute zählt Kolymbia zu den wichtigsten Pauschal- und Familienorten der Ostküste: ruhig, gepflegt, stark von großen Hotelanlagen geprägt und als Ausflugsbasis kaum zu schlagen.

Charakter und Geschichte: die Italiener-Kolonie

Schon beim ersten Gang durch Kolymbia fällt auf, dass hier nichts zufällig steht. Die Italiener legten die Siedlung als rechtwinkliges Straßenraster von etwa 250 mal 200 Metern an und bauten rund 50 ein- und zweigeschossige Bauernhäuser mit Nebengebäuden für Siedlerfamilien, die vor allem aus der Toskana und aus Sardinien kamen. Dazu kamen eine katholische Kirche, Gemeinschaftsbauten und ein gemauerter Bewässerungskanal, der Wasser aus dem Quellteich im Tal der Sieben Quellen zu den Feldern der Ebene führte. Reste dieses Kanals laufen bis heute an der Südseite der Allee entlang. Man übersieht sie leicht, wenn man nicht weiß, wonach man sucht.

Nach dem Anschluss des Dodekanes an Griechenland wurde die katholische Kirche orthodox umgewidmet, und aus San Benedetto wurde offiziell Kolymbia (der Name gilt seit dem Zensus 1961). Bis in die 1980er-Jahre blieb der Ort ein verschlafenes Bauerndorf; erst dann begann der Hotelbau, der bis heute anhält und den Ort nach und nach von der Allee her aufgefüllt hat. Einige der alten Kolonistenhäuser stehen noch, manche als Ferienunterkunft umgebaut; zu finden sind sie in den Querstraßen abseits der Allee, nicht an der Hauptachse.

Die Eukalyptus-Allee selbst ist längst Kolymbias Hauptstraße: Hotels, Tavernen, Minimärkte, Autovermietungen und Souvenirläden reihen sich unter den hohen Bäumen auf. Dass die Bäume im Hochsommer echten Schatten spenden, ist kein Nebendetail, sondern der Grund, warum man hier auch mittags zu Fuß unterwegs sein kann. Zugegeben: Durch seine planmäßige Entstehung wirkt der Ort etwas retortenhaft. Eine Platia, schiefe Gassen und Kafenion-Leben gibt es nicht, dafür kurze Wege, breite Gehwege und verlässliche Hotelqualität.

Lage und Orientierung

Kolymbia ist in fünf Minuten verstanden. Die Allee zweigt von der Küstenstraße Rhodos–Lindos ab und läuft gut zwei Kilometer nach Osten bis zum Strand. Am Westende, nahe der Hauptstraße, liegt der alte Siedlungskern mit Kirche, dazwischen die Hotelzone, am Ostende der Strand mit seinem Felskap. Nördlich öffnet sich die weite Bucht von Afandou, südlich steigt der Felsen mit dem Kloster Tsambika auf. Auf Karten und in Buchungsportalen taucht der Ort mal als Kolymbia, mal als Kolympia oder Kolimbia auf; gemeint ist immer derselbe Ort.

Strände: Kolymbia, Tsambika und Afandou

Der Strand von Kolymbia liegt am Ende der Allee: zwei Abschnitte aus einem Kies-Sand-Mix, feiner Kies mit sandigen Passagen, im Wasser stellenweise Steine, Badeschuhe helfen. Dafür ist das Wasser klar, die Bucht meist ruhig, und mit Liegen, Duschen und Strandbars ist alles gut organisiert; drei Hotelabschnitte tragen 2026 die Blaue Flagge. Kein Bilderbuch-Sandstrand, aber ein sehr angenehmer Alltagsstrand ohne Gedränge. Details und Einschränkungen stehen auf der eigenen Strandseite.

Der Bilderbuch-Strand liegt Luftlinie zwei Kilometer weiter südlich, über die Straße sind es rund sechs: Tsambika, feiner goldener Sand, flach abfallend und damit ideal für Kinder. Parken ist kostenlos, Liegenpreise und Andrang beschreibt die Tsambika-Seite. Im Sommer fährt ein KTEL-Bus direkt von den Kolymbia-Hotels dorthin (siehe Anreise). Mehr Platz bietet der Norden: Der Afandou-Strand ist kilometerlang, kiesig und selbst im August erstaunlich leer.

Essen und Abend

Kolymbia ist ein Hotelort, und das prägt das Essen. Die meisten Gäste sind All-inclusive untergebracht, entsprechend überschaubar und touristisch zugeschnitten ist das Angebot außerhalb der Hotels: solide Tavernenküche entlang der Allee mit Gyros, Souvlaki, Grillfisch und Moussaka, dazu Pizza und internationale Karten. Man isst hier nicht schlecht, aber selten richtig dörflich. Dafür lohnt die kurze Fahrt nach Archangelos oder in die Fischtavernen von Stegna und Haraki, zehn bis 20 Autominuten entfernt. Mehr dazu unter Essen und Trinken auf Rhodos.

Das Abendleben ist ruhig: ein paar Bars an der Allee, ein Sonnenuntergangsdrink an der Strandbar, Hotelanimation, danach Ruhe. Bar Street, Clubs und Partys gibt es nicht; dafür ist Faliraki zwölf Kilometer weiter nördlich zuständig. Für den täglichen Bedarf gibt es mehrere Minimärkte an der Allee (mit entsprechenden Preisen) und einen größeren griechischen Supermarkt an der Hauptstraße nahe der Abzweigung, dazu Apotheke, Autovermietungen und Geldautomaten im Ort.

Anreise und Mobilität

Mit dem Mietwagen sind es rund 30 Minuten von Rhodos-Stadt über die Ostküstenstraße, vom Flughafen rund 32 Kilometer und ohne Verkehr etwa 40 Minuten. Die meisten Pauschalgäste kommen ohnehin mit dem Transferbus des Veranstalters an. Das Taxi ab Flughafen kostet laut städtischer Preisliste 45 € für ein bis vier Personen (Abruf Oktober 2026), zwischen 0 und 5 Uhr gilt der doppelte Tarif; Zuschläge und Busalternativen erklärt der Beitrag Flughafen-Transfer.

Mit dem Bus gibt es zwei Möglichkeiten. Die reguläre KTEL-Linie Rhodos–Lindos hält ganzjährig an der Abzweigung an der Hauptstraße; von dort sind es 20 bis 25 Minuten zu Fuß die Allee hinunter. In der Saison fährt zusätzlich die Linie „Kolymbia Beach“ direkt durch den Ort, mit eigenen Haltestellen an den Hotels (Kennung K1 bis K18, etwa K3 „Kolymbia Loutanis“): ab Rhodos-Stadt 15- bis 16-mal täglich zwischen 9 Uhr und dem späten Abend, einfache Fahrt 4,00 €. Dieselbe Liniengruppe verbindet Kolymbia mit Lindos, dem Tal der Sieben Quellen und dem Tsambika-Strand. Nach Tsambika geht es dreimal täglich, je nach Haltestelle gegen 9:45, 12:45 und 15:45 Uhr, zurück ab Haltestelle T1 „Tsambika Beach“ um 16:20 und 18:00 Uhr, für 2,30 €. An jeder Haltestelle hängt ein QR-Code zum aktuellen Plan.

Die Strandlinien fahren in der Saison (2026 mindestens bis Mitte Oktober); spätestens mit dem Winterfahrplan (zuletzt ab Anfang November bis Mitte April) entfallen sie, und auch die Überlandbusse fahren deutlich seltener. Dann bleibt nur der Halt an der Hauptstraße. Aktuelle Fahrpläne gibt es am Busbahnhof und auf ktelrodou.gr.

Innerhalb des Ortes reicht das Fahrrad, denn die Allee ist flach, und Räder gibt es zu leihen. Für alles jenseits von Tsambika ist ein Mietwagen sinnvoll: Der Ort selbst ist klein, das Umland ist das eigentliche Programm.

Ausflüge und Umgebung

Kolymbias stärkstes Argument ist die Lage. Direkt im Hinterland, rund fünf Kilometer landeinwärts, liegt das Tal der Sieben Quellen: eine schattige Schlucht mit Wasserläufen, Platanen und dem berühmten 186 Meter langen Tunnel, durch den man knöcheltief im Wasser watet. Eintritt und Parkplatz sind frei, der kleine Parkplatz ist aber schnell voll: früh hinfahren.

Auf dem Felsen südlich des Ortes thront das Kloster Tsambika. Vom Parkplatz auf halber Höhe führen rund 300 Stufen hinauf; oben wartet der beste Blick der Ostküste über beide Strände. Am 8. September, dem Fest der Geburt Mariens, pilgern Gläubige aus der ganzen Insel hinauf, und die Zufahrt ist entsprechend voll. Archangelos, das größte Dorf der Ostküste, liegt zehn Minuten südlich: Johanniterburg, gewachsener Dorfkern und eine alte Töpfertradition, von der allerdings nur noch zwei Werkstätten übrig sind. Dahinter folgen Stegna und Haraki, zwei kleine Küstenorte mit Fischtavernen; über Haraki wacht die Burg Feraklos.

Nach Norden sind es zwölf Kilometer nach Faliraki mit der Anthony-Quinn-Bucht und Ladiko, nach Süden rund 25 Kilometer nach Lindos mit der Akropolis. Von Kolymbia aus ist man früh genug dort, bevor die Ausflugsbusse aus Rhodos-Stadt eintreffen. Rhodos-Stadt selbst mit der Altstadt ist ein bequemer Tagesausflug, mit Bus oder Auto.

Kombination für einen Tag
Morgens ins Tal der Sieben Quellen, solange es kühl und leer ist, mittags zurück nach Kolymbia und nachmittags mit dem Saisonbus an den Tsambika-Strand: die kürzeste runde Tagestour, die der Ort hergibt. Außerhalb der Saison geht die Runde nur mit dem Auto.

Für wen Kolymbia passt und für wen nicht

Kolymbia passt für Familien, die einen ruhigen Hotelort mit Kinderpools und kurzen Wegen suchen (siehe Rhodos mit Kindern), für Paare mit Komfortanspruch, für ältere Reisende, denen flache Wege und ein überschaubarer Ort wichtig sind, und für alle, die viel von der Insel sehen wollen und dafür eine zentrale Basis an der Ostküste brauchen. Mit Rollstuhl oder Rollator sind die Voraussetzungen besser als in den gewachsenen Dörfern: ebene Wege, breite Gehwege, viele neuere Anlagen mit barrierearmen Zimmern. Details klärt man am besten vorab mit dem Hotel, mehr im Beitrag Rhodos barrierefrei.

Nicht der richtige Ort ist Kolymbia für Nachtleben-Suchende und für Individualisten, die ein Dorf mit eigenem Leben jenseits des Tourismus erwarten; sie sind in Stegna, Haraki oder in Archangelos besser aufgehoben. Ohne Auto und mit dem Wunsch nach echtem Sandstrand vor der Tür empfiehlt sich ein genauer Blick auf Fußwege und Busfahrplan, zumal der Tsambika-Bus nur in der Saison fährt. Einen Überblick über alle Ostküsten-Orte gibt der Beitrag Wo übernachten auf Rhodos, den Vergleich der Küsten Ost- oder Westküste.

Beste Reisezeit

Kolymbia lebt fast ausschließlich vom Saisonbetrieb: Die Hotels öffnen meist Ende April und schließen Ende Oktober, im Winter ist der Ort praktisch zu. Die angenehmsten Wochen sind Mai und Juni sowie September und Oktober: keine Hitze, freie Liegen, im September dazu das wärmste Meer des Jahres. Im Juli und August wird es heiß, aber die Allee ist einer der wenigen Orte der Ostküste, an denen man mittags im Schatten laufen kann, und wenn der Meltemi weht, liegt die Ostküste weitgehend im Windschatten. Im Oktober hat das Wasser noch 22 bis 24 Grad, Strandbetrieb und Strandbusse laufen aber nach und nach aus, und nach der Zeitumstellung am letzten Oktobersonntag (2026: 25. Oktober) geht die Sonne schon gegen 17:15 Uhr unter, dunkel wird es rund eine halbe Stunde später. Mehr dazu unter Beste Reisezeit und Rhodos im September.

Quellen & Stand
Geprüft September 2026. Geschichte nach Wikipedia (Kolymbia) und rhodos-entdecker.com (San Benedetto); Busverbindungen, Abfahrtszeiten und Tarife nach dem KTEL-Gesamtfahrplan Sommer 2026 (gültig ab 6. Juli 2026: Kolymbia Beach 16 Kurse ab Rhodos), dem Gesamtplan 1.–18.10.2026 (Fassung 16.10.2026: 15 Kurse ab Rhodos 9:00–22:15) und den Linienplänen „Kolymbia Beach“ 6.7.–10.9. und 1.–15.10.2026 (Tsambika je drei Kurse, 2,30 €; Seven Springs 11:25, zurück 14:00) auf ktelrodou.gr, geprüft Oktober 2026; ein Plan ab 19.10.2026 lag am 17.10. noch nicht vor; Tal der Sieben Quellen (freier Eintritt, Parkplatz) nach der Betreiberseite 7springs.gr; Blaue Flagge 2026 nach der Preisträgerliste auf blueflag.gr. Taxi-Festpreis ab Flughafen nach der Liste der Stadt Rhodos (rhodes.gr/taxi-stathmi, ohne Gültigkeitsdatum), Straßenentfernungen nach OSRM-Routing, beides geprüft Oktober 2026. Busfahrpläne und Tarife ändern sich jährlich, außerhalb des Sommerfahrplans fahren deutlich weniger Busse.