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Goldener Sandstrand mit Dünen und türkisem Meer am Agathi
Strand · Ostküste

Agathi

Kleine goldene Sandbucht unterhalb der Johanniterburg Feraklos: flaches, windgeschütztes Wasser und viel Ruhe — der stille Gegenentwurf zum großen Nachbarn Tsambika.

  • Sand
  • familienfreundlich
  • kein Schatten

Agathi — nach der Schutzheiligen auch Agia Agathi genannt — ist die kleine, stille Schwester der großen Sandstrände an der Ostküste. Die Bucht liegt knapp 40 Kilometer von Rhodos-Stadt entfernt zwischen dem Kap von Tsambika und dem Fischerort Charaki, auf dem Gemeindegebiet von Archangelos: ein paar hundert Meter goldener Sand, flaches türkises Wasser — und direkt darüber der Felsrücken mit der Ruine der Johanniterburg Feraklos.

Bekannt ist die Bucht vor allem Stammgästen der Gegend. Die offizielle griechische Tourismusseite Visit Greece führt Agathi ausdrücklich unter den ruhigen Stränden der Insel und beschreibt ihn als schönen Sandstrand, der der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sei; die Region Südliche Ägäis zählt ihn zu den schönsten Stränden der Ostseite. Genau dazwischen liegt der Reiz: viel Strand, wenig Betrieb.

Die Bucht

Agathi ist ein flacher Sandbogen von wenigen hundert Metern, an beiden Enden von Felsen gefasst und nach hinten von sandigen Hängen begrenzt — der Sand hört nicht am Wasser auf, sondern zieht sich die Senke hinauf. Er ist fein, warm getönt und setzt sich unter Wasser fort; über dem hellen Grund entsteht jenes Türkis, für das die Ostküste gerühmt wird. Den südlichen Abschluss bildet der Burgfels von Feraklos, dessen Mauerreste man schon beim Schwimmen im Blick hat.

Ihren Namen verdankt die Bucht der heiligen Agatha: Ihr ist eine kleine, weiß gefasste Kapelle geweiht, die in den Fels am Rand des Strands gebaut ist; daneben liegen weitere kleine Höhlen. Wer mit Maske und Schnorchel unterwegs ist, findet an den Felsen seitlich der Bucht lohnende Stellen.

Baden & für Familien

Agathi gehört zu den kindertauglichsten Buchten der Insel. Der Sandboden fällt sehr flach ab, das Wasser bleibt lange stehtief, und die Lage gilt als gut windgeschützt — auch das hebt Visit Greece eigens hervor, das den Strand als ideales Ziel für Familien mit kleinen Kindern beschreibt. An ruhigen Tagen ist die Bucht fast wellenlos und der Grund frei von Steinen. Mit einem Rettungsschwimmer sollte man allerdings nicht rechnen; die Aufsicht bleibt bei den Eltern. Das flache, tagsüber schnell aufgewärmte Wasser macht Agathi außerdem zu einem beliebten Platz für ein spätes Bad am frühen Abend. Mehr Ideen für den Urlaub mit Kindern sammelt der Beitrag Mit Kindern auf Rhodos.

Ausstattung: Liegen, Kantinen — und Schwankungen

Agathi ist halborganisiert. In der Saison stehen im vorderen Teil der Bucht Liegen und Schirme gegen Gebühr, dazu einfache Strandkantinen für Kaltgetränke, Kaffee und kleine Gerichte; Duschen und Toiletten gehören in guten Jahren dazu. Der hintere Sand bleibt frei — wer mag, legt das Handtuch einfach dorthin. Verlässlich ist diese Infrastruktur allerdings nicht: Ihr Umfang hat zuletzt von Jahr zu Jahr deutlich geschwankt, von dicht bestuhlten Sommern bis zu Saisons fast ohne Betrieb. Wer auf Liege, Essen oder WC angewiesen ist, sollte Verpflegung im Auto haben; die Tavernen von Charaki sind die sichere Rückfallebene. Auch Preise wechseln je nach Betreiber und Jahr — vor Ort prüfen. Zelten ist am Strand nicht erlaubt; was sonst an organisierten und freien Abschnitten gilt, steht im Beitrag zu den Strandregeln auf Rhodos.

Die Feraklos-Burg darüber

Der Felsrücken über der Bucht trägt die Reste des Kastro Feraklos — nach den Angaben des griechischen Kulturministeriums mit einem Mauerring von rund 680 Metern eine der größten Burganlagen der Insel. Der Platz war schon in byzantinischer Zeit befestigt und schrieb früh Geschichte: Am 20. September 1306 nahmen die Johanniter hier ihren ersten Stützpunkt auf Rhodos ein — Jahre bevor die Stadt selbst fiel. Um 1408 lag die Burg in Trümmern; in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts ließen die Großmeister Orsini und d’Aubusson sie wieder aufbauen, ausdrücklich als Wachposten über den Ankerplätzen von Charaki und Agathi. Wie ernst der Orden den Platz nahm, zeigen zwei Daten: Nach 1470 hielt er auf der ganzen Insel nur noch drei Festungen — die Stadt Rhodos, Lindos und Feraklos —, und ein Dekret von 1474 verpflichtete die Bewohner der umliegenden Dörfer, darunter Malona, sich im Gefahrenfall hinter diese Mauern zurückzuziehen. 1523 fiel die Burg nach langer Belagerung an die Osmanen, Monate nach der Stadt; genutzt wurde sie danach nie wieder. Erhalten sind der Mauerring, ein Tor, zwei Rundtürme und eine Zisterne.

Der Besuch ist frei — keine Kasse, keine Aufsicht, keine Absperrungen. Der Zustieg beginnt an der kleinen Anhöhe an der Straße zwischen Charaki und der Bucht: erst Stufen, dann ein steiniger Pfad, kurz, aber steil und stellenweise rutschig; nach etwa 15 bis 20 Minuten steht man oben. Festes Schuhwerk ist Pflicht, für Flipflops oder Kinderwagen ist der Weg nichts, und für sehr kleine Kinder taugt das Gelände oben kaum. Dafür entschädigt der Blick: unten die beiden Buchten von Agathi und Charaki, dahinter das Orangenland um Malona, am Horizont die kleinasiatische Küste. Zwischen den Mauerresten wuchert Macchia — Feraklos ist Ruine geblieben, kein hergerichtetes Denkmal, und gerade das macht den Reiz aus.

Anfahrt & Parken

Mit dem Mietwagen folgt man der Küstenstraße Rhodos–Lindos und nimmt zwischen Archangelos und Lindos den beschilderten Abzweig Richtung Charaki; kurz vor dem Ort zweigt die Stichstraße zur Bucht ab. Die letzten paar hundert Meter waren zuletzt in schlechtem Zustand — Schlaglöcher, teils ohne Belag —, also langsam rollen. Direkt hinter dem Strand liegt ein sandiger Parkplatz, der sich im Hochsommer ab dem späten Vormittag füllt. Von Rhodos-Stadt braucht man rund 45 Minuten, von Lindos etwa 20.

Ohne Auto wird es umständlich: Die Überlandbusse der Ostküste Richtung Lindos fahren oben auf der Hauptstraße vorbei, vom Abzweig bleibt ein Fußweg von gut zwei Kilometern hinunter zur Bucht — ohne Schatten, im Hochsommer kein Vergnügen. Fahrpläne werden jede Saison neu festgelegt und sind vor der Fahrt online zu prüfen. Wer auf den Bus angewiesen ist, erreicht Tsambika deutlich bequemer.

Beste Zeit & Andrang

Die entspannteste Zeit sind Mai, Juni und September: leerer Sand, mildes Licht, warmes Meer. Im Juli und August füllt sich die Bucht um die Mittagszeit — voll im Sinne von Tsambika wird es aber selten, dafür ist Agathi schlicht zu wenig bekannt. Wer im Hochsommer kommt, kommt am besten vor elf oder ab dem späten Nachmittag: Dann ist der Parkplatz entspannt, die Sonne erträglich, und das flache, tagsüber aufgeheizte Wasser macht den frühen Abend zum schönsten Teil des Tages. Einen Haken hat die Ruhe allerdings: Außerhalb der Hochsaison kann die Bucht ganz ohne Liegen- und Kantinenbetrieb sein — siehe Ausstattung.

Kombinieren: Archangelos, Tsambika, Lindos

Der nächste Ort ist Charaki, ein früherer Fischerort mit halbmondförmiger Bucht, kurzer Promenade und einer Reihe Tavernen direkt am Wasser — in Gehweite südlich des Strands und der natürliche Platz fürs Mittag- oder Abendessen, gerade wenn die Kantinen am Strand geschlossen sind. Eine bewährte Tagesdramaturgie: morgens auf die Burg, mittags in den Sand von Agathi, abends Fisch in Charaki.

Im Hinterland liegt Archangelos, gut zehn Autominuten entfernt — das große Alltagsdorf der Gegend, mit eigener, kleinerer Johanniterburg über den Dächern. Hinter dem Kap im Norden wartet Tsambika, der berühmte lange Sandstrand mit der Wallfahrtskapelle auf dem Felsen: golden und großartig, aber auch deutlich voller als Agathi. Richtung Süden ist Lindos mit Akropolis und weißem Dorf in rund zwanzig Minuten erreicht, samt der Lindos-Bucht darunter. Wer mag, macht daraus einen Johanniter-Tag: Von den drei Festungen, die der Orden nach 1470 noch hielt, liegen mit Feraklos und Lindos gleich zwei an diesem Küstenabschnitt.