Zum Inhalt springen
Reisetipps

Tagesausflug nach Symi — so funktioniert er wirklich

Symi gilt als der schönste Tagesausflug ab Rhodos: neoklassizistische Hafenkulisse, Treppengassen, ein Kloster im Süden. Wie Ausflugsboot und Linienfähre sich unterscheiden, was ein Tag kostet, was realistisch in ihn hineinpasst, wann sich das Übernachten mehr lohnt und was sich ab November ändert.

11 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2026

Für einen einzigen Inselausflug ab Rhodos fällt die Wahl meist auf Symi, und das aus gutem Grund. Die kleine Nachbarinsel liegt rund 20 Seemeilen nordwestlich von Rhodos-Stadt, und ihre Hafeneinfahrt gehört zu den schönsten der Ägäis: Der Hauptort Gialos steigt als Amphitheater aus pastellfarbenen, neoklassizistischen Kapitänshäusern aus dem Wasser auf. Die Kulisse stammt aus der Blütezeit des Schwammtauchens im 19. Jahrhundert, als Symi wohlhabender war als Rhodos.

Vorweg ein Punkt, der regelmäßig für vergebliche Wege sorgt: Alle Boote nach Symi starten in Rhodos-Stadt, an den Hafenbecken nördlich und östlich der Altstadt. Ab Lindos, Faliraki oder den Südstränden gibt es keine Symi-Verbindung. Von dort bleibt eine Tour mit Hotelabholung oder die eigene Fahrt in die Stadt; aus Lindos und dem Süden bedeutet das einen sehr frühen Start. Im Herbst 2026 fuhr der erste Bus von Lindos nach Rhodos-Stadt um 6:45 Uhr und kam gegen 8 Uhr an: knapp, aber machbar für die Boote ab 8:30 Uhr. Zurück nach Lindos ging der letzte Bus um 21:30 Uhr; im Winterfahrplan fahren deutlich weniger Kurse. Aus dem tiefen Süden ist die Abholung oft die bessere Wahl als das billigere Fährticket. Die Wege in die Stadt beschreibt der Artikel zur Anreise.

Ansonsten ist der Ausflug unkompliziert. Er hat allerdings zwei sehr unterschiedliche Varianten, die oft in einen Topf geworfen werden, und die Wahl zwischen ihnen prägt den ganzen Tag.

Die Überfahrt: Ausflugsboot oder Linienfähre

Beide Varianten starten in Rhodos-Stadt: die Ausflugsboote am Mandraki-Hafen mit den drei Windmühlen, die regulären Fähren und Katamarane in der Regel am benachbarten Kolona-Hafen direkt vor der Altstadtmauer. Die Anleger liegen nur wenige Gehminuten auseinander. Ein genauer Blick aufs Ticket spart trotzdem Nerven, denn am Mandraki reihen sich morgens ein Dutzend Boote aneinander, und ohne Bootsnamen wird die Suche mühsam.

  • Organisiertes Ausflugsboot (mehrere Ausflugsreedereien am Mandraki): Tagestour mit festem Programm, Abfahrt am Mandraki meist zwischen 8:30 und 9:00 Uhr, Rückkehr zwischen 17:00 und 18:00 Uhr. Die Fahrt selbst gehört zum Erlebnis: Deckplätze, Küstenpanorama und bei den meisten Anbietern ein Zwischenstopp am Panormitis-Kloster im Süden der Insel. Die Tagestour hin und zurück kostet je nach Boot, Wochentag und Buchungsweg etwa 30 bis 55 Euro pro Person, Kinder meist die Hälfte (Stand September 2026). Einfache Holzboote liegen am unteren, schnelle Katamaran-Touren mit Doppelstopp am oberen Ende. Gebucht wird über Veranstalter, Hotel oder direkt an den Ständen am Mandraki. Weitere Touren stellt der Artikel zu Bootstouren ab Rhodos vor.
  • Reguläre Fähre oder Katamaran (Dodekanisos Seaways, Blue Star, Sebeco): Die Linienverbindung der Inselbewohner. Die Hochgeschwindigkeits-Katamarane von Dodekanisos Seaways schaffen die Strecke in rund 50 bis 80 Minuten, konventionelle Auto- und Passagierfähren brauchen bis zu zwei Stunden. Einfache Tickets kosten je nach Reederei, Klasse und Saison etwa 7 bis 30 Euro pro Person (Stand September 2026), Deckstickets der langsamen Schiffe am unteren, die schnellen Katamarane am oberen Ende. Ein Programm gibt es nicht: Gebucht wird online bei den Reedereien oder in den Agenturen am Hafen, den Tag stellt man sich selbst zusammen.

Die Entscheidung hängt an einer einfachen Frage. Stehen Bootsfahrt und Kloster im Vordergrund, ist das Ausflugsboot mit Panormitis-Stopp das rundere Paket, und der Aufpreis gegenüber zwei Einzeltickets bleibt überschaubar. Soll möglichst viel Zeit für Gialos und Chorio bleiben, bringt eine frühe Katamaran-Verbindung hin und eine späte zurück den längsten Aufenthalt auf der Insel. Dafür muss der Rückfahrplan vorher sitzen: An manchen Wochentagen fährt das letzte schnelle Schiff schon am frühen Nachmittag.

Seegang: Nach der Nordspitze von Rhodos verlässt die Strecke den Küstenschutz und quert weitgehend offenes Wasser. Von Juni bis September kann der Meltemi aus Nord bis Nordwest die Rückfahrt unangenehm ruppig machen, denn er weht typischerweise nachmittags am stärksten. Bei kräftigem Wind fallen einzelne Ausflugsboote aus oder kehren früher zurück; die großen Fähren fahren dann meist trotzdem. Wie sich das Wetter im Spätsommer verhält, ordnet der Artikel zu Rhodos im September ein.

Der typische Tagesablauf

Die organisierten Touren folgen fast alle demselben Rhythmus, der sich über Jahre eingespielt hat:

  • Gegen 8:15 Uhr: Einchecken am Mandraki, Ticket vorzeigen, Platz suchen. Schattenplätze an Deck sind schnell vergeben.
  • 8:30 bis 9:00 Uhr: Ablegen. Die Ausfahrt an der Altstadt und den Windmühlen vorbei ist der beste Fotomoment des Tages.
  • Ca. 10:15 bis 11:00 Uhr: Erster Stopp in der Bucht von Panormitis, meist rund eine Stunde Aufenthalt.
  • Ca. 12:00 Uhr: Weiterfahrt an der Westküste entlang nach Gialos. Hier bleiben je nach Anbieter dreieinhalb bis fünf Stunden.
  • 16:00 bis 17:00 Uhr: Rückfahrt, Ankunft in Rhodos-Stadt meist zwischen 17:00 und 18:00 Uhr.

Unterm Strich bleiben auf Symi selbst etwa dreieinhalb bis sechs Stunden. Das klingt knapp, reicht aber für das Wesentliche: Die Insel ist klein, und das Wichtigste liegt fußläufig beieinander. Mehr sollte man sich für einen Tag nicht vornehmen: Symi belohnt eher das langsame Schauen als das Abhaken.

Panormitis: das Kloster des Erzengels Michael

Im Süden von Symi, in einer fast kreisrunden, windgeschützten Bucht, liegt das Kloster Panormitis. Es ist dem Erzengel Michael geweiht, dem Schutzpatron der Seefahrer, und gilt als wichtigstes Pilgerziel des Dodekanes. Für viele orthodoxe Griechen ist der Ort kein Ausflugsziel, sondern ein Gelübde: Nach einer glücklich überstandenen Seereise pilgern sie hierher. Die Anlage in ihrer heutigen Form stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert, der markante Glockenturm kam im frühen 20. Jahrhundert hinzu.

Der Eintritt in Kirche und Innenhof ist frei. Für die beiden kleinen Museen, eines mit Silberikonen und kirchlichem Gerät, eines mit volkskundlichen Stücken aus Fischerei und Landwirtschaft, wird ein geringer Obolus von wenigen Euro erhoben (Stand September 2026). Kleingeld einstecken, Karten werden hier nicht überall akzeptiert. Die knappe Stunde, die die Ausflugsboote einplanen, reicht gut für die Klosterkirche mit ihrer dunklen, silberüberzogenen Ikonostase, den Kieselmosaik-Hof und einen kurzen Museumsblick.

Der Dresscode wird ernst genommen: bedeckte Schultern und Knie, für Frauen kein kurzer Rock, für Männer keine Badeshorts. Ein leichtes Tuch oder ein Hemd in der Tasche löst das Problem. Dazu gehören gedämpfte Stimmen; fotografiert wird im Kirchenraum nur dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist, denn im Sommer sind hier regelmäßig Pilger im Gottesdienst.

Mit der Linienfähre direkt nach Gialos bleibt Panormitis in der Regel außen vor. Zwar führt eine Straße quer über die Insel, und im Sommer fahren einzelne Busse, für einen Tagesausflug ist der Weg aber zu zeitaufwendig. Einzelne Linienverbindungen laufen Panormitis ebenfalls an; beide Orte an einem Tag zu schaffen, verlangt dann genaues Fahrplanstudium. Im Kern läuft die Wahl zwischen den beiden Bootsvarianten also auf die Frage hinaus: Kloster oder mehr Zeit in Gialos.

Gialos, Chorio und die Kali Strata

Gialos, der Hafenort, ist das Herz des Tages. Eine Runde am Kai entlang, die Seite mit dem Uhrturm, die Brücke über das innere Hafenbecken, dazu Tavernen, Schwammläden und Gewürzstände: Allein dafür vergehen gut zwei Stunden, ohne dass es sich gestreckt anfühlt. Die Kapitänshäuser stehen unter Ensembleschutz, Neubauten in anderer Formensprache sind nicht erlaubt. Daher wirkt der Ort so geschlossen, und daher stehen neben frisch restaurierten Fassaden auch Ruinen mit leeren Fensterhöhlen.

Vom Hafen führt die Kali Strata hinauf in den Oberort Chorio, ein historischer Treppenweg aus gepflasterten Stufen, gesäumt von Kapitänshäusern in allen Erhaltungszuständen. Der Weg hat es in sich: rund 500 Stufen, hoch, unregelmäßig und stellenweise glatt getreten, dazu fast kein Schatten. Im Juli und August wird der Aufstieg in der Mittagssonne für ungeübte Beine zur schweißtreibenden halben Stunde. Am besten nimmt man ihn gleich nach der Ankunft oder erst am späteren Nachmittag in Angriff, mit Wasser und Pausen; unterwegs bieten sich zwei, drei Cafés mit Blick dafür an.

Oben belohnt Chorio mit engen, stillen Gassen, in denen kaum Tagesgäste unterwegs sind, mit dem weiten Blick über den Hafen und, noch einmal höher, mit dem Kastro: der Johanniterburg auf der antiken Akropolis, in deren Mauern antike Spolien verbaut sind. Auch ohne die Stufen ist Chorio erreichbar, denn vom Kai fahren Taxis und im Sommer ein kleiner Bus die Straße hinauf. Bergauf fahren und bergab die Kali Strata nehmen ist ohnehin die klügere Kombination.

Baden auf Symi

Symi ist keine Strandinsel: Die Küste ist steil, die Buchten sind klein und kiesig, das Wasser dafür außergewöhnlich klar. Mit Badesachen im Gepäck klappt trotzdem ein Bad:

  • Nos: Die Stadtbucht, etwa zehn Gehminuten am Kai nordwärts an der Werft vorbei. Kiesel, Steg, Liegen und eine Strandbar; die einzige Option, die sich auch bei knappem Zeitbudget ausgeht.
  • Pedi: Das kleine Fischerdorf in der Nachbarbucht, per Bus oder Taxi in wenigen Minuten erreichbar. Flacher, sandiger Einstieg und damit die familienfreundlichste Variante.
  • Agios Nikolaos: Am Ostufer der Bucht von Pedi, mit Wassertaxi ab Gialos oder Pedi zu erreichen, zu Fuß von Pedi aus in gut einer halben Stunde. Schattenspendende Bäume, Sand-Kies-Mischung, kleine Taverne: für viele die schönste Badebucht im Tagesausflugs-Radius.

Wassertaxis fahren nach festem Fahrplan und meist nur wenige Male am Tag. Die Rückfahrzeit deshalb vor dem Einsteigen prüfen und großzügig rechnen, denn ein verpasstes Wassertaxi kostet am Ende das Schiff nach Rhodos.

Essen: die kleinen Garnelen von Symi

Die Spezialität der Insel sind die Symi-Garnelen (griechisch garides Symis): winzige, rötlich schimmernde Tiefwassergarnelen von vier bis fünf Zentimetern, die in der Pfanne knusprig gebraten und mitsamt Schale, Kopf und Schwanz gegessen werden. Sie schmecken leicht süßlich und salzig zugleich und gelten als Ouzo-Meze, nicht als Hauptspeise. Dazu passen die ebenfalls typischen kleinen Tintenfische und ein Salat.

Die Tavernen an der Hafenfront sind die naheliegende, aber nicht die günstigste Wahl. Ein paar Schritte in die Gassen hinter dem Kai oder hinauf Richtung Chorio, und dieselben Gerichte kosten spürbar weniger. Eine Warnung, die auf Symi so häufig ist wie andernorts beim Fisch: Nicht jede als „Symi-Garnele“ verkaufte Portion stammt von hier; die echten sind sehr klein und werden nach Gewicht abgerechnet. Vor dem Bestellen nach Herkunft und Preis pro Portion zu fragen, erspart Überraschungen. Grundsätzliches zur griechischen Küche steht im Artikel Essen und Trinken auf Rhodos.

Praktische Hinweise für den Tag

  • Kein Reisepass nötig: Symi ist griechisch, es gibt keine Grenzkontrolle, keine Passabgabe und kein verfrühtes Check-in. Darin liegt der große Unterschied zum Ausflug nach Marmaris in die Türkei, für den ein gültiger Reisepass faktisch unverzichtbar ist. Einen Ausweis sollte man trotzdem dabeihaben: Fährtickets werden in Griechenland auf den Namen ausgestellt und beim Einsteigen stichprobenartig kontrolliert.
  • Früh buchen: In der Hochsaison (Juli/August) sind die beliebten Verbindungen oft Tage im Voraus voll; für ein bestimmtes Boot also nicht erst am Vorabend buchen. Wann auf Rhodos wie viel los ist, ordnet der Artikel zur besten Reisezeit ein.
  • Sonnenschutz und Wasser: Auf den Bootsdecks, am Kai und auf der Kali Strata gibt es kaum Schatten, und Gialos liegt in einem Talkessel, in dem sich die Hitze staut. Hut, Sonnencreme und eine gefüllte Flasche gehören in die Tasche, für Panormitis außerdem ein Tuch oder leichtes Hemd.
  • Bequeme Schuhe: Kopfsteinpflaster in Gialos, hohe und glatt getretene Stufen auf der Kali Strata: Flipflops sind die falsche Wahl.
  • Bargeld: Auf Symi kann man vieles mit Karte zahlen, aber die Museen im Kloster, Wassertaxis, kleine Kioske und manche Taverne wollen Bargeld. Geldautomaten gibt es nur in Gialos, und in der Hochsaison sind sie nachmittags gelegentlich leer. Mehr dazu im Artikel Geld und Trinkgeld.
  • Rückfahrtzeit notieren: Das eigene Boot wartet nicht, und in Gialos liegen mehrere ähnlich aussehende Schiffe nebeneinander. Bootsnamen, Anlegestelle und Abfahrtszeit beim Aussteigen fotografieren und eine halbe Stunde vorher zurück am Kai sein.
Bei Wind: empfindliche Mägen vorbereiten
An windigen Tagen schaukelt es auf den langsameren Booten spürbar mehr als auf den Katamaranen. Bei Neigung zur Seekrankheit helfen eine Reisetablette rechtzeitig vor der Abfahrt und ein Platz in der Bootsmitte mit Blick auf den Horizont.

Symi im Herbst und Winter

Die Ausflugsboote am Mandraki fahren bis etwa Ende Oktober, danach bleibt nur der Linienverkehr. Dodekanisos Seaways und die übrigen Linienreedereien bedienen Symi zwar ganzjährig, im Winter aber mit deutlich weniger Fahrten. Ob Hin- und Rückfahrt an einem Tag möglich sind, hängt vom jeweiligen Winterfahrplan ab; oft geht es nur mit Übernachtung. Auf der Insel selbst schließen über den Winter viele Tavernen, Läden und Unterkünfte, Wassertaxis und Sommerbusse entfallen.

Der Oktober ist dagegen eine sehr gute Zeit für den Ausflug: Das Meer ist mit 22 bis 24 Grad noch warm, Kali Strata und Kloster sind ohne Hochsommerhitze zu schaffen, und im Hafen drängen sich weniger Boote. Nach der Zeitumstellung am letzten Oktobersonntag (2026: 25. Oktober) geht die Sonne allerdings schon gegen 17:15 Uhr unter. Was sich auf Rhodos selbst im Spätherbst ändert, beschreiben die Artikel zu Rhodos im Oktober und Rhodos im Winter.

Für wen der Ausflug passt und für wen nicht

Für die meisten passt er sehr gut. Symi ist kein konstruiertes Ausflugsziel, sondern eine eigenständige Insel mit eigener Geschichte, und gerade weil sie so kompakt ist, lässt sie sich an einem Tag gut erfassen. Als Kontrast zum Strandprogramm bietet sie Architektur, Hafenleben, eine schöne Seefahrt und mit der Kali Strata ein Stück Bewegung. Für Fotografen und alle, die gern durch alte Orte laufen, ist es der stärkste Tagesausflug, den Rhodos zu bieten hat.

Weniger geeignet ist der Tag in drei Fällen. Mit Kleinkindern und Kinderwagen wird es mühsam: lange Sitzzeiten an Bord, Treppen überall, wenig Schatten. Mit eingeschränkter Mobilität lässt sich Gialos am flachen Kai problemlos erleben, Chorio und Kastro dagegen nur per Taxi oder gar nicht. Und bei starker Seekrankheit ist ein kurzfristig gewählter Tag mit ruhiger See besser als ein fix gebuchter Termin.

Auch bei der Ruhe helfen realistische Erwartungen: Zwischen etwa 11 und 15 Uhr liegen mehrere Ausflugsboote gleichzeitig im Hafen, und Gialos ist dann gut gefüllt. Leerer erlebt man den Ort mit einer frühen Verbindung. Alternativ geht es in den Stunden des größten Andrangs die Treppen hinauf nach Chorio, wo sich die Tagesgäste schnell verlaufen.

Übernachten statt Tagesausflug, und die Alternative Chalki

Symi zeigt sein anderes Gesicht erst, wenn die Tagesboote weg sind. Am frühen Abend leert sich der Kai, die Fassaden bekommen warmes Licht, und in den Tavernen sitzen wieder Einheimische. Mit echtem Interesse an der Insel sind deshalb ein bis zwei Nächte die bessere Wahl als ein Tag: Der Aufpreis gegenüber der Tagestour ist überschaubar, die Auswahl an kleinen Hotels und restaurierten Kapitänshäusern in Gialos und Chorio ist gut, und man gewinnt einen ganzen zusätzlichen Vormittag für Kastro, Wassertaxi und Badebucht. Praktisch geht das mit einem einfachen Fährticket hin und einem zweiten zurück; das erlauben die Linienfahrpläne problemlos, Ausflugstouren nicht.

Ein zweites Inselziel liegt weiter westlich: Chalki ist stiller, kleiner und deutlich weniger besucht, die Fähre ab Skala Kameirou kostet rund 15 Euro für die einfache Fahrt (Stand September 2026). Symi hat die spektakulärere Kulisse, Chalki die entspanntere. Beide Inseln in einem Urlaub zeigen den Kontrast zwischen dem reichen Schwammtaucherhafen und dem verschlafenen Fischerdorf und damit ein ziemlich vollständiges Bild vom kleinen Dodekanes.

Quellen & Stand
Geprüft September 2026. Fahrzeiten, Abfahrtsfenster und Preisspannen nach den Betreiberseiten von Dodekanisos Seaways (12ne.gr) und Blue Star Ferries sowie den Programmen der Ausflugsboote am Mandraki, plausibilisiert über Fährportale; ganzjähriger Linienbetrieb nach Dodekanisos Seaways. Busanschluss ab Lindos nach dem KTEL-Plan 1.–15. Oktober 2026 (ktelrodou.gr: erster Bus Lindos–Rhodos 6:45 Uhr, letzter Rhodos–Lindos 21:30 Uhr), geprüft Oktober 2026. Panormitis nach Angaben der Klosterverwaltung: Kirche und Innenhof ohne Eintritt, Museen gegen einen kleinen Obolus. Abfahrtszeiten, Frequenz und Tarife ändern sich saisonal und von Jahr zu Jahr; vor der Buchung den aktuellen Fahrplan online oder am Hafen prüfen.