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Reisetipps

Tagesausflug nach Symi — so funktioniert er wirklich

Symi gilt als einer der schönsten Tagesausflüge ab Rhodos: neoklassizistische Hafenkulisse, Treppengassen, ein Kloster im Süden. Wie Ausflugsboot und Linienfähre sich unterscheiden, was an einem Tag realistisch ist und worauf man vorab achten sollte.

8 Min. LesezeitAktualisiert 6. Juli 2026

Wer von Rhodos aus einen einzigen Inselausflug macht, landet meist auf Symi — und das aus gutem Grund. Die kleine Nachbarinsel liegt nur wenige Seemeilen nördlich, und ihre Hafeneinfahrt gehört zu den schönsten der Ägäis: Der Hauptort Gialos steigt als Amphitheater aus pastellfarbenen, neoklassizistischen Kapitänshäusern aus dem Wasser auf. Die Kulisse stammt aus der Blütezeit des Schwammtauchens im 19. Jahrhundert, als Symi wohlhabender war als Rhodos, und steht heute weitgehend unter Ensembleschutz — deshalb wirkt der Ort so geschlossen.

Der Ausflug ist unkompliziert, aber er hat zwei sehr unterschiedliche Varianten, die oft in einen Topf geworfen werden. Wer die Unterschiede kennt, holt deutlich mehr aus dem Tag heraus.

Zwei Wege nach Symi: Ausflugsboot oder Fähre

Beide Varianten starten in Rhodos-Stadt — die Ausflugsboote meist am Mandraki- bzw. Touristenhafen, die regulären Fähren und Katamarane in der Regel am benachbarten Kolona-Hafen direkt vor der Altstadtmauer. Die Anleger liegen nur wenige Gehminuten auseinander, trotzdem lohnt es sich, am Ticket genau zu prüfen, wo das eigene Boot ablegt.

  • Organisiertes Ausflugsboot (z. B. Sea Dreams): Klassische Tagestour mit festem Programm, morgens gegen 9 Uhr hin, am späten Nachmittag zurück. Die Fahrt selbst gehört zum Erlebnis — Deckplätze, Küstenpanorama, je nach Programm ein Zwischenstopp am Panormitis-Kloster im Süden von Symi. Hin und zurück kosten je nach Abfahrtstag rund 40 bis 50 Euro pro Person, Kinder etwa die Hälfte (Stand Juli 2026). Buchung über Veranstalter, Hotel oder direkt an den Ständen am Mandraki. Einen Überblick über weitere Touren gibt der Artikel zu Bootstouren ab Rhodos.
  • Reguläre Fähre oder Katamaran (Dodekanisos Seaways, Blue Star, Sebeco): Die Linienverbindung der Inselbewohner. Die Katamarane von Dodekanisos Seaways schaffen die Strecke in rund 50 Minuten bis eineinviertel Stunden, die konventionellen Fähren brauchen bis zu zwei Stunden. Einfache Tickets kosten je nach Reederei und Tarif etwa 8 bis 25 Euro pro Person (Stand Juli 2026) — die langsamen Fähren am unteren, die schnellen Katamarane am oberen Ende. Kein Programm, kein Klosterstopp; man bucht online bei den Reedereien oder in den Agenturen am Hafen und stellt sich den Tag selbst zusammen.

Eine ehrliche Faustregel: Wer vor allem die Bootsfahrt und das Kloster will, nimmt das Ausflugsboot. Wer möglichst viel Zeit in Gialos und Chorio verbringen möchte, nimmt eine frühe Katamaran-Verbindung hin und eine späte zurück — das ergibt den längsten Aufenthalt auf der Insel.

Was an einem Tag auf Symi realistisch ist

Je nach Verbindung bleiben auf der Insel etwa dreieinhalb bis sechs Stunden — die Ausflugsboote liegen mit gut dreieinhalb Stunden in Gialos am unteren Ende, wer Katamaran-Verbindungen geschickt kombiniert, kommt auf mehr. Das klingt knapp, reicht aber für die Essenz — Symi ist klein, und das Wichtigste liegt fußläufig beieinander:

  • Gialos: Der Hafenort selbst ist das Hauptziel. Eine Runde am Kai entlang, die Uhrturm-Seite, die Brücke über das Hafenbecken, dazu Tavernen und kleine Läden. Allein hier kann man gut zwei Stunden verbringen, ohne dass es sich gestreckt anfühlt.
  • Kali Strata: Der historische Treppenweg hinauf in den Oberort Chorio — etwa 400 bis 500 Stufen, gesäumt von Kapitänshäusern in allen Erhaltungszuständen. Oben warten ruhige Gassen und ein weiter Blick über den Hafen. Der Aufstieg ist keine Bergtour, aber in der Mittagshitze anstrengend; früh oder spät gehen und Wasser mitnehmen.
  • Baden: Wer Zeit übrig hat, findet die kleine Stadtbucht Nos wenige Gehminuten nördlich von Gialos. Bei längeren Aufenthalten bringen Wassertaxis vom Hafen aus zu Buchten wie Agios Georgios — für einen knappen Tagesausflug ist das aber meist zu eng kalkuliert.

Mehr sollte man sich für einen Tag nicht vornehmen. Symi belohnt eher das langsame Schauen als das Abhaken — die Insel ist selbst das Programm.

Das Panormitis-Kloster einordnen

Im Süden von Symi, in einer fast kreisrunden Bucht, liegt das Kloster Panormitis, dem Erzengel Michael geweiht — das wichtigste Pilgerziel des Dodekanes und für viele orthodoxe Griechen ein Ort von großer Bedeutung. Viele Ausflugsprogramme legen hier auf der Hinfahrt als ersten Stopp an, üblicherweise für eine knappe Stunde — aber nicht alle: Vor der Buchung prüfen, ob Panormitis im Programm steht. Die knappe Stunde reicht für die Klosterkirche mit ihrer Ikonostase, den Innenhof und einen kurzen Blick in das kleine Museum.

Wer mit der Linienfähre direkt nach Gialos fährt, sieht Panormitis in der Regel nicht — der Weg quer über die Insel ist für einen Tagesausflug zu zeitaufwendig. Das ist der eigentliche Inhalt der Entscheidung zwischen den beiden Bootsvarianten. Im Kloster gilt wie überall in Griechenland: bedeckte Schultern und Knie, gedämpfte Stimmen, Fotografieren im Kirchenraum nur, wo es ausdrücklich erlaubt ist.

Praktische Hinweise für den Tag

  • Früh buchen: In der Hochsaison (Juli/August) sind die beliebten Verbindungen oft Tage im Voraus voll — wer Wert auf ein bestimmtes Boot legt, bucht nicht erst am Vorabend. Wann auf Rhodos wie viel los ist, ordnet der Artikel zur besten Reisezeit ein.
  • Sonnenschutz und Wasser: Auf den Bootsdecks und der Kali Strata gibt es wenig Schatten. Hut, Sonnencreme und eine gefüllte Flasche gehören in die Tasche.
  • Bequeme Schuhe: Kopfsteinpflaster in Gialos, glatte Stufen auf der Kali Strata — Flipflops sind die falsche Wahl.
  • Bargeld: Auf Symi kann man vieles mit Karte zahlen, kleine Tavernen und Kioske schätzen trotzdem Bargeld. Mehr dazu im Artikel Geld und Trinkgeld.
  • Rückfahrtzeit notieren: Das eigene Boot wartet nicht. Anlegestelle und Abfahrtszeit beim Aussteigen fotografieren und eine halbe Stunde vorher zurück am Kai sein.
  • Anreise mitdenken: Wer nicht in Rhodos-Stadt wohnt, plant die Fahrt zum Hafen ein — die Optionen dafür beschreibt der Artikel zur Anreise.

Lohnt sich der Ausflug?

Für die meisten: ja, deutlich. Symi ist kein konstruiertes Ausflugsziel, sondern eine eigenständige Insel mit eigener Geschichte, die sich in einem Tag ehrlich erleben lässt — gerade weil sie so kompakt ist. Wer einen Kontrast zum Strandprogramm sucht, bekommt hier Architektur, Hafenleben und mit der Kali Strata sogar ein kleines Stück Bewegung.

Realistisch bleiben sollte man bei den Erwartungen an die Ruhe: Zur Mittagszeit, wenn mehrere Ausflugsboote gleichzeitig im Hafen liegen, ist Gialos gut gefüllt. Wer den Ort leerer erleben will, nimmt eine frühe Verbindung — oder geht in den Stunden des größten Andrangs einfach die Treppen hinauf nach Chorio, wo sich die Tagesgäste schnell verlaufen.