Wer von Rhodos aus einen einzigen Inselausflug macht, landet meist auf Symi — und das aus gutem Grund. Die kleine Nachbarinsel liegt nur wenige Seemeilen nördlich, und ihre Hafeneinfahrt gehört zu den schönsten der Ägäis: Der Hauptort Gialos steigt als Amphitheater aus pastellfarbenen, neoklassizistischen Kapitänshäusern aus dem Wasser auf. Die Kulisse stammt aus der Blütezeit des Schwammtauchens im 19. Jahrhundert, als Symi wohlhabender war als Rhodos, und steht heute weitgehend unter Ensembleschutz — deshalb wirkt der Ort so geschlossen.
Der Ausflug ist unkompliziert, aber er hat zwei sehr unterschiedliche Varianten, die oft in einen Topf geworfen werden. Wer die Unterschiede kennt, holt deutlich mehr aus dem Tag heraus.
Zwei Wege nach Symi: Ausflugsboot oder Fähre
Beide Varianten starten in Rhodos-Stadt — die Ausflugsdampfer meist am Mandraki-Hafen, die regulären Fähren und Katamarane in der Regel am benachbarten Kolona-Hafen direkt vor der Altstadtmauer. Die Anleger liegen nur wenige Gehminuten auseinander, trotzdem lohnt es sich, am Ticket genau zu prüfen, wo das eigene Boot ablegt.
- Organisierter Ausflugsdampfer: Klassische Tagestour mit festem Programm, meist morgens hin und am späten Nachmittag zurück. Die Boote sind langsamer, dafür gehört die Fahrt selbst zum Erlebnis — Deckplätze, Küstenpanorama, oft ein Zwischenstopp am Panormitis-Kloster im Süden von Symi. Buchung über Veranstalter, Hotel oder direkt an den Ständen am Mandraki.
- Reguläre Fähre oder Katamaran: Die Linienverbindung der Inselbewohner. Deutlich schneller, dadurch bleibt mehr Zeit auf Symi selbst — aber ohne Programm und ohne Klosterstopp. Tickets bucht man selbst, online bei den Reedereien oder in den Agenturen am Hafen, und stellt sich seinen Tag eigenständig zusammen.
Eine ehrliche Faustregel: Wer vor allem die Bootsfahrt und das Kloster will, nimmt den Ausflugsdampfer. Wer möglichst viel Zeit in Gialos und Chorio verbringen möchte, fährt mit dem Katamaran. Je nach Boot dauert die Überfahrt etwa eine bis zwei Stunden pro Richtung — die schnellen Katamarane liegen am unteren, die Ausflugsboote am oberen Ende dieser Spanne.
Was an einem Tag auf Symi realistisch ist
Je nach Verbindung bleiben auf der Insel etwa vier bis sechs Stunden. Das klingt knapp, reicht aber für die Essenz — Symi ist klein, und das Wichtigste liegt fußläufig beieinander:
- Gialos: Der Hafenort selbst ist das Hauptziel. Eine Runde am Kai entlang, die Uhrturm-Seite, die Brücke über das Hafenbecken, dazu Tavernen und kleine Läden. Allein hier kann man gut zwei Stunden verbringen, ohne dass es sich gestreckt anfühlt.
- Kali Strata: Der historische Treppenweg hinauf in den Oberort Chorio — etwa 400 bis 500 Stufen, gesäumt von Kapitänshäusern in allen Erhaltungszuständen. Oben warten ruhige Gassen und ein weiter Blick über den Hafen. Der Aufstieg ist keine Bergtour, aber in der Mittagshitze anstrengend; früh oder spät gehen und Wasser mitnehmen.
- Baden: Wer Zeit übrig hat, findet die kleine Stadtbucht Nos wenige Gehminuten nördlich von Gialos. Bei längeren Aufenthalten bringen Wassertaxis vom Hafen aus zu Buchten wie Agios Georgios — für einen knappen Tagesausflug ist das aber meist zu eng kalkuliert.
Mehr sollte man sich für einen Tag nicht vornehmen. Symi belohnt eher das langsame Schauen als das Abhaken — die Insel ist selbst das Programm.
Das Panormitis-Kloster einordnen
Im Süden von Symi, in einer fast kreisrunden Bucht, liegt das Kloster Panormitis, dem Erzengel Michael geweiht — das wichtigste Pilgerziel des Dodekanes und für viele orthodoxe Griechen ein Ort von großer Bedeutung. Die meisten Ausflugsdampfer legen hier auf der Hinfahrt als ersten Stopp an, üblicherweise für eine knappe Stunde: genug für die Klosterkirche mit ihrer Ikonostase, den Innenhof und einen kurzen Blick in das kleine Museum.
Wer mit der Linienfähre direkt nach Gialos fährt, sieht Panormitis in der Regel nicht — der Weg quer über die Insel ist für einen Tagesausflug zu zeitaufwendig. Das ist der eigentliche Inhalt der Entscheidung zwischen den beiden Bootsvarianten. Im Kloster gilt wie überall in Griechenland: bedeckte Schultern und Knie, gedämpfte Stimmen, Fotografieren im Kirchenraum nur, wo es ausdrücklich erlaubt ist.
Praktische Hinweise für den Tag
- Früh buchen: In der Hochsaison (Juli/August) sind die beliebten Verbindungen oft Tage im Voraus voll — wer Wert auf ein bestimmtes Boot legt, bucht nicht erst am Vorabend. Wann auf Rhodos wie viel los ist, ordnet der Artikel zur besten Reisezeit ein.
- Sonnenschutz und Wasser: Auf den Bootsdecks und der Kali Strata gibt es wenig Schatten. Hut, Sonnencreme und eine gefüllte Flasche gehören in die Tasche.
- Bequeme Schuhe: Kopfsteinpflaster in Gialos, glatte Stufen auf der Kali Strata — Flipflops sind die falsche Wahl.
- Bargeld: Auf Symi wird vieles mit Karte bezahlbar sein, aber kleine Tavernen und Kioske schätzen Bargeld. Mehr dazu im Artikel Geld und Trinkgeld.
- Rückfahrtzeit notieren: Das eigene Boot wartet nicht. Anlegestelle und Abfahrtszeit beim Aussteigen fotografieren und eine halbe Stunde vorher zurück am Kai sein.
- Anreise mitdenken: Wer nicht in Rhodos-Stadt wohnt, plant die Fahrt zum Hafen ein — die Optionen dafür beschreibt der Artikel zur Anreise.
Lohnt sich der Ausflug?
Für die meisten: ja, deutlich. Symi ist kein konstruiertes Ausflugsziel, sondern eine eigenständige Insel mit eigener Geschichte, die sich in einem Tag ehrlich erleben lässt — gerade weil sie so kompakt ist. Wer einen Kontrast zum Strandprogramm sucht, bekommt hier Architektur, Hafenleben und mit der Kali Strata sogar ein kleines Stück Bewegung.
Realistisch bleiben sollte man bei den Erwartungen an die Ruhe: Zur Mittagszeit, wenn mehrere Ausflugsboote gleichzeitig im Hafen liegen, ist Gialos gut gefüllt. Wer den Ort leerer erleben will, nimmt eine frühe Verbindung — oder geht in den Stunden des größten Andrangs einfach die Treppen hinauf nach Chorio, wo sich die Tagesgäste schnell verlaufen.


