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Reisetipps

Bootstouren ab Rhodos: Welche Tour zu wem passt

Badetour mit Ankerstopps, Lindos-Klassiker, Symi, Chalki, Marmaris, Glasboden, Sonnenuntergang oder ein Mietboot ohne Führerschein: Das Angebot an den Häfen von Rhodos ist riesig — und nicht jede Tour hält, was der Aushang verspricht. Welche Typen es gibt, wo sie ablegen, was sie kosten und was wirklich inklusive ist. Stand September 2026.

15 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert: 4. September 2026

Am Mandraki-Hafen von Rhodos-Stadt liegt jeden Morgen eine kleine Flotte aus Ausflugsbooten, und an den Ständen davor wird um Tagesgäste geworben wie auf einem Basar. Dazu kommen die Strandboote von Faliraki und Kallithea, die Katamarane am benachbarten Kolona-Hafen, der Anleger unterhalb der Akropolis von Lindos und ein unübersichtliches Online-Angebot. Die gute Nachricht: Hinter dem Lärm stecken nur eine Handvoll Tour-Typen — und wer sie auseinanderhalten kann, findet in zehn Minuten die passende.

Dieser Überblick sortiert das Angebot ehrlich: welche Touren es überhaupt gibt, wo sie ablegen, was jede als Größenordnung kostet, was im Preis steckt und was nicht — und wann man wegen Wind besser gar nicht erst bucht. Alle Zahlen sind über mehrere Anbieter und Buchungsplattformen hinweg recherchierte Orientierungswerte (Stand September 2026), keine Zusage: Saison, Bootsgröße und Verpflegung verschieben die Spannen erheblich. Einzelne Anbieter empfiehlt dieser Artikel bewusst nicht — er beschreibt Typen, damit man das Kleingedruckte selbst lesen kann.

Welche Bootstouren es ab Rhodos gibt

Praktisch alles, was an den Häfen und auf den Plattformen verkauft wird, fällt in eine dieser sieben Kategorien:

  • Küsten- und Badetouren: halbe oder ganze Tage entlang der Ostküste mit zwei bis vier Ankerstopps zum Schwimmen und Schnorcheln. Das größte Segment und für die meisten die richtige Wahl.
  • Die Lindos-Tour: die meistverkaufte Ganztagsfahrt — Küstenpanorama plus Landgang unter der Akropolis.
  • Inselausflüge: Symi und Chalki, entweder als organisierte Tour mit Programm oder auf eigene Faust per Linienschiff.
  • Der Auslandsausflug: Marmaris in der Türkei — mit Grenzkontrolle, Reisepass und eigenen Regeln.
  • Glasbodenboote: kurze Runden für alle, die nicht ins Wasser wollen oder können.
  • Sonnenuntergangs- und Partyfahrten: zwei bis vier Stunden am Nachmittag oder Abend, mit Getränken, Musik oder Grillbuffet.
  • Privat: Charter mit Skipper, RIB-Tour für eine kleine Gruppe — oder ein führerscheinfreies Mietboot, das man selbst fährt.

Die erste Entscheidung ist nicht der Anbieter, sondern die Kategorie. Wer sie schon getroffen hat, bevor er an den Ständen steht, spart sich das Gefühl, dreimal dasselbe Angebot in unterschiedlicher Lautstärke gehört zu haben — und erkennt schneller, welches Ticket wirklich etwas anderes bietet.

Wo die Boote ablegen

Rhodos-Stadt hat nicht einen Hafen, sondern drei nebeneinander — und der falsche Anleger kostet im Zweifel das Boot:

  • Mandraki: das Becken mit den Windmühlen und den Hirschsäulen am Eingang. Hier liegen die Ausflugsboote — Lindos-Fahrten, Bade- und Schnorcheltouren, Symi-Tagestouren, Glasbodenboote. Zwischen 8 und 9 Uhr herrscht hier Hochbetrieb.
  • Kolona-Hafen: wenige Gehminuten weiter, direkt vor der Altstadtmauer. Von hier fahren die Linienfähren und Schnellkatamarane zu den Dodekanes-Inseln — kein Programm, dafür Fahrplan und Insulanertarif.
  • Handels- und Kreuzfahrthafen: noch ein Stück weiter östlich. Von hier legen die Katamarane in die Türkei ab. Wer für Marmaris zum Mandraki läuft, verliert eine Viertelstunde, die er nicht hat.

Außerhalb der Stadt gibt es weitere Startpunkte: den kleinen Anleger in der Bucht von Lindos für Küstentouren und Wassertaxis im Süden, die Strandboote von Faliraki, Kallithea und Kolymbia für kurze Küstenfahrten und Wassersport, dazu Ixia für einzelne Segelangebote. An der Westküste ist Skala Kameirou der Fährhafen nach Chalki.

Praktisch heißt das: Auf dem Ticket steht der Anleger, oft nur als Hafenname. Wer nicht in der Stadt wohnt, klärt ihn am Vortag — und notiert sich zusätzlich den Bootsnamen. Am Mandraki liegen morgens zehn ähnlich aussehende Holzboote nebeneinander, und keines wartet.

Der Klassiker: Ostküsten-Tour nach Lindos

Die meistverkaufte Bootstour der Insel fährt von Mandraki die Ostküste hinunter nach Lindos — ein ganzer Tag auf dem Wasser mit Küstenpanorama, üblicherweise zwei bis drei Stunden Landgang unter der Akropolis und Badestopps auf dem Rückweg, fast immer in der Anthony-Quinn-Bucht und oft zusätzlich vor Tsambika oder Ladiko. Der typische Rhythmus: Abfahrt zwischen 9 und 10 Uhr, gegen Mittag in der Bucht von Lindos, Rückfahrt am späten Nachmittag, zurück am Mandraki zwischen 18 und 19 Uhr.

Als Größenordnung (Stand September 2026): einfache Tickets ohne Verpflegung beginnen bei etwa 20 bis 35 € pro Person, die größeren Boote mit Bordessen und Getränken liegen bei 45 bis 70 € — je nach Anbieter und Saison. Kinder fahren meist ermäßigt, viele Anbieter holen per Bustransfer auch in den Hotelorten ab; dieser Transfer ist manchmal enthalten, manchmal ein Aufpreis von zehn bis fünfzehn Euro.

Ehrlich eingeordnet: Die Tour ist ein bequemer Weg, Lindos ohne Parkplatzsuche zu sehen, und die Küste vom Wasser aus ist tatsächlich ein eigenes Erlebnis. Die Kehrseite ist der Takt — alle Boote fahren ähnliche Zeiten, in der Lindos-Bucht und an den Badestopps ist man selten allein, und „Badestopp“ heißt oft nur 30 bis 45 Minuten Ankern in einer gut gefüllten Bucht. Der Landgang wiederum reicht für die Akropolis oder ein ruhiges Mittagessen im Ort, nicht für beides. Wer Lindos leer erleben will, fährt früh morgens selbst — die Abwägung dazu steht im Mietwagen-Artikel.

Küsten- und Badetouren: das größte Segment

Wer nicht wegen Lindos an Bord geht, sondern wegen des Wassers, bucht eine reine Bade- und Schnorcheltour. Sie fahren die Felsbuchten zwischen Rhodos-Stadt, Kallithea, Anthony Quinn, Ladiko und Traganou ab, ankern zwei- bis viermal und lassen zwischen 30 und 60 Minuten pro Stopp. Übliche Formate:

  • Halbtagestour (3 bis 4 Stunden): zwei Buchten, Getränke oder ein kleiner Snack an Bord. Ab etwa 30 € pro Person — die richtige Wahl, wenn man den Nachmittag noch frei haben will.
  • Ganztagestour (6 bis 8 Stunden): drei bis vier Buchten, Grillbuffet oder warmes Mittagessen, meist unbegrenzt alkoholfreie Getränke. Als Größenordnung 40 bis 60 €, mit offener Bar auch darüber.
  • Kleines Boot mit maximal zwölf Gästen: teurer pro Kopf, dafür längere Stopps, ruhigere Ankerplätze und ein Skipper, der auf Wünsche eingeht.

Eine Faustregel, die sich bewährt hat: Je größer das Boot, desto voller die Bucht und desto kürzer der einzelne Stopp — große Schiffe müssen einen Takt einhalten. Je kleiner das Boot, desto besser meist die Spots. Welche Buchten sich unter Wasser wirklich lohnen und welche Ausrüstung sinnvoll ist, steht ausführlich im Artikel Schnorcheln & Wassersport; wer mit Flasche tauchen will, findet die Anbieterlage im Artikel zum Tauchen auf Rhodos.

Glasboden, Sonnenuntergang, Party

Drei Sonderformen sind kurz, günstig und trotzdem für sehr unterschiedliche Leute gedacht:

  • Glasbodenboote fahren ab Mandraki, Faliraki und Kallithea kurze Runden von 45 bis 90 Minuten und zeigen die Unterwasserwelt auch denen, die nicht ins Wasser wollen oder können — für kleine Kinder und ältere Gäste oft das beste Bootserlebnis überhaupt. Ab rund 10 bis 15 € pro Person (Stand September 2026). Die Erwartung sollte realistisch bleiben: Mittelmeer-Felsgrund, Seegras und Fischschwärme, keine Korallenshow. Bei Wellengang wird die Sicht durch die Scheibe schnell trüb.
  • Sonnenuntergangsfahrten dauern typischerweise drei Stunden, legen am späten Nachmittag ab, machen einen Badestopp und servieren Getränke oder ein Grillbuffet. Preislich liegen sie im Bereich der Halbtagestouren bis leicht darüber. Sie sind die ruhigste Variante — und die einzige, bei der die Sonne nicht mehr das Hauptproblem ist.
  • Party- und Piratenboote fahren ab Faliraki, Kolymbia, Ixia und Rhodos-Stadt, mit Musik, offener Bar, Animation und Badestopps. Einfache Tickets beginnen bei rund 15 €, Varianten mit Grillbuffet und Getränkeflatrate liegen deutlich höher. Die als „Piratenschiff“ vermarkteten Fahrten mit kostümierter Crew sind kein verschämtes Nischenprodukt, sondern genau das, was sie versprechen: laut, bunt, mit Musik — und für Kinder zwischen vier und zehn oft der beste Tag des Urlaubs. Wer Ruhe auf dem Wasser sucht, sollte das vor der Buchung wissen: Abends sind dieselben Boote reine Erwachsenenveranstaltungen.

Die Inselziele: Symi, Chalki und Marmaris

Die Königsdisziplin sind die Nachbarinseln — und hier lohnt die Unterscheidung zwischen Ausflugsboot und Linienschiff besonders. Alle drei Ziele haben einen eigenen, ausführlichen Beitrag; hier stehen nur die Eckdaten für die Auswahl:

  • Symi ist der meistgebuchte Inselausflug: neoklassizistische Hafenkulisse, Treppenweg nach Chorio, bei den Ausflugsbooten meist mit Stopp am Kloster Panormitis. Die Tagestour ab Mandraki kostet je nach Boot und Buchungsweg etwa 30 bis 55 €, Kinder meist zur Hälfte; wer stattdessen die Linienfähre oder den Katamaran ab Kolona nimmt, zahlt einfach etwa 7 bis 30 € und hat mehr Zeit auf der Insel, aber kein Kloster (Stand September 2026). Varianten, Zeitbudget und Stolperfallen stehen im Artikel zum Tagesausflug nach Symi.
  • Chalki ist das ruhige Gegenstück: ein einziger Hafenort, ein Sandstrand, kaum Autos. Am kürzesten ist die Personenfähre ab Skala Kameirou an der Westküste für rund 15 € einfach; Schnellkatamarane ab Rhodos-Stadt fahren nur an wenigen Wochentagen und kosten einfach etwa 25 bis 35 €. Dazu kommen organisierte Tagestouren mit festem Programm. Beide Wege samt Fahrplan-Vorbehalten beschreibt der Artikel zum Tagesausflug nach Chalki.
  • Marmaris in der Türkei ist der einzige Ausflug über eine Staatsgrenze. Das Tagesrückfahrticket liegt bei etwa 60 bis 75 €, dazu kommt fast immer eine Hafensteuer von rund 15 €, die separat am Hafen zu zahlen ist. Wichtiger als der Preis sind die Formalitäten: Der Reisepass ist auf dieser Route faktisch Pflicht, weil die Reederei die Passdaten vorab an die türkischen Behörden meldet — und deshalb schließt der Verkauf schon am Vortag. Alles Weitere im Artikel zum Ausflug nach Marmaris.

Faustregel für alle drei: Organisierte Tour nehmen, wenn man Programm, Begleitung und Transfer will — Linienverbindung nehmen, wenn man maximale Zeit auf der Insel will und sich selbst um Tickets und Rückfahrt kümmert. Und: nie den letzten Urlaubstag für einen Inselausflug verplanen. Fällt die Rückfahrt wegen Windes aus, hängt man fest.

Privatcharter — und das Boot selbst fahren

Wer Buchten ohne Bootskolonne will, mietet selbst. Rund um Rhodos-Stadt, Faliraki, Kallithea und Lindos vermitteln Agenturen und Plattformen Motorboote, RIBs (Festrumpfschlauchboote) und Segelyachten — mit oder ohne Skipper. Drei Varianten sind üblich:

  • Führerscheinfreies Motorboot, selbst gefahren: das kleine Boot mit Sonnendach für vier bis sechs Personen. Größenordnung 200 bis 250 € für einen halben Tag, ab rund 250 € für den ganzen Tag — für das ganze Boot, nicht pro Person. Sprit und Kaution kommen obendrauf.
  • RIB oder Motorboot mit Skipper: schneller, weiter, entspannter. Je nach Boot, Dauer und Saison schnell mehrere hundert Euro pro Tag, dafür ohne eigene Verantwortung und mit lokalem Wissen über Ankerplätze.
  • Segeltörn: als geteilte Halbtagesfahrt ab Faliraki oder Ixia im Bereich um 90 € pro Person, als privater Charter deutlich darüber.

Zum Selberfahren die wichtigste Regel: In Griechenland darf man Motorboote bis 30 PS und RIBs bis 15 PS ohne Bootsführerschein fahren, Mindestalter in der Regel 18 Jahre. Anders als in einigen Nachbarländern gibt es dabei keine Längenbeschränkung. Was nicht darunter fällt, sind Boote, die nach griechischem Recht als Schnellboot eingestuft sind — dafür braucht es einen Schein oder einen Skipper an Bord. Vor dem Ablegen gibt der Vermieter eine Einweisung zu Motor, Anker, Funk und lokalen Regeln; sie dauert 15 bis 30 Minuten und ist der Teil, den man nicht abkürzen sollte (Stand September 2026).

Der Gewinn ist real: eigene Route, leere Buchten am frühen Morgen, Stopps so lange man will. Die Pflichten auch. Wind- und Wellenlage gehören vor dem Auslaufen geprüft, der Rückgabezeitpunkt wird eng ausgelegt, und die Kaution ist schneller weg, als man denkt — Schäden am Propeller durch Grundberührung in flachen Buchten sind der Klassiker. Bei auffrischendem Meltemi sagen seriöse Vermieter ab oder begrenzen das Fahrgebiet auf die geschützte Ostküste. Genau daran erkennt man sie.

Was es kostet: die Preisübersicht

Alle Werte pro Person, wenn nicht anders angegeben, als Spanne über mehrere Anbieter und Buchungswege (Stand September 2026):

  • Glasbodenboot, 45–90 Minuten: ab ca. 10–15 €
  • Partyboot ohne Verpflegung: ab ca. 15 €
  • Halbtages-Badetour, 3–4 Stunden: ab ca. 30 €
  • Ganztages-Badetour mit Mittagessen: ca. 40–60 €
  • Lindos-Tagestour ohne Verpflegung: ca. 20–35 €
  • Lindos-Tagestour mit Essen und Getränken: ca. 45–70 €
  • Symi als Ausflugsboot-Tagestour: ca. 30–55 €, Kinder oft zur Hälfte
  • Symi per Linienfähre oder Katamaran, einfach: ca. 7–30 €
  • Chalki ab Skala Kameirou, einfach: ca. 15 €
  • Chalki per Katamaran ab Rhodos-Stadt, einfach: ca. 25–35 €
  • Marmaris, Tagesrückfahrt: ca. 60–75 € plus ca. 15 € Hafensteuer
  • Geteilter Segeltörn, halbtags: um 90 €
  • Führerscheinfreies Mietboot: ca. 200–250 € pro Halbtag, ab ca. 250 € pro Tag — pro Boot

Zwei Beobachtungen zur Einordnung. Erstens: Die Spannen sind deshalb so breit, weil sehr unterschiedliche Produkte unter demselben Namen verkauft werden — ein 25-Euro-Ticket und ein 65-Euro-Ticket nach Lindos können dieselbe Route fahren, aber das eine ohne jede Verpflegung. Zweitens: Ab drei, vier Personen kippt die Rechnung häufig zugunsten des Mietboots oder des kleinen Privatcharters. Wer mit sechs Leuten reist, zahlt für ein führerscheinfreies Boot pro Kopf weniger als für die große Ganztagestour — und bekommt dafür die Bucht, die man sich selbst aussucht. Wie sich das in ein knappes Urlaubsbudget einfügt, ordnet der Artikel zu Rhodos mit kleinem Budget ein.

Was inklusive ist — und was nicht

Der häufigste Ärger auf Bootstouren entsteht nicht durch schlechte Boote, sondern durch falsche Annahmen darüber, was im Preis steckt. Fünf Punkte, die man vor der Zahlung klären sollte:

  • Getränke: „Unlimited drinks“ meint fast immer alkoholfreie Getränke — Wasser, Softdrinks, Kaffee. Wein oder Bier zum Essen sind oft dabei, eine echte offene Bar dagegen ein eigenes, teureres Produkt. Wo gar nichts inklusive ist, gibt es eine Bordkasse mit Strandbar-Preisen.
  • Mittagessen: Bei Ganztagestouren üblich, bei Halbtagestouren selten. Was serviert wird, reicht vom Grillbuffet mit mehreren Gängen bis zum belegten Brötchen. Vegetarische, vegane oder glutenfreie Kost muss meist bei der Buchung angemeldet werden — spontan an Bord funktioniert das nicht.
  • Schnorchelausrüstung: Bei Schnorcheltouren in der Regel enthalten, aber als Leihmaterial in wenigen Größen und wechselhaftem Zustand. Wer eine eigene, dichte Maske hat, nimmt sie mit. Neoprenanzüge und Flossen sind fast nie dabei.
  • Transfer: Hotelabholung ist bei Touren ab Rhodos-Stadt häufig ein Aufpreis, bei Angeboten aus den Hotelorten oft enthalten. Wichtig ist die Abholzeit: Sie liegt gern eine Stunde vor der Abfahrt.
  • Eintritte und Nebenkosten: Der Eintritt zur Akropolis von Lindos, der Esel oder das Shuttle hinauf, Liegen am Badestopp, die Hafensteuer nach Marmaris — all das steht praktisch nie im Tourpreis.

Dazu ein Detail, das im Aushang selten auftaucht: Toiletten und Schatten. Auf kleinen Booten gibt es beides nur eingeschränkt, und bei acht Stunden auf dem Wasser ist das kein Nebenthema. Wer empfindlich ist, fragt vor der Buchung nach überdachtem Deck.

Seegang, Wind und Seekrankheit

Das Wetter entscheidet auf Rhodos öfter über Bootstouren als die Jahreszeit. Verantwortlich ist der Meltemi, der trockene Nordwind, der von Juni bis September über die Ägäis weht — typischerweise am Vormittag auffrischend, am Nachmittag am stärksten und abends abflauend. Für die Tourenplanung heißt das drei Dinge:

  • Die Ostküste ist die geschützte Seite. Zwischen Rhodos-Stadt, Kallithea, Faliraki, Kolymbia und Lindos liegt das Wasser bei Nordwind deutlich ruhiger als an der Westküste, wo Ixia und Ialyssos nicht umsonst die Surfreviere der Insel sind. Wer bei Wind unbedingt aufs Boot will, bucht Ostküste.
  • Vormittags ist es ruhiger. Frühe Abfahrten erwischen die glattere See, und die Rückfahrt am späten Nachmittag ist regelmäßig der ruppigste Teil des Tages — auch auf der Symi-Strecke, die nördlich von Rhodos offenes Wasser quert.
  • Absagen sind normal. Bei kräftigem Meltemi bleiben kleine Boote im Hafen, während große Fähren weiterfahren. Das ist kein schlechter Service, sondern der richtige. Wer ohnehin nur ein Zeitfenster hat, bucht möglichst früh im Urlaub — dann bleibt Platz für einen Ersatztermin.

Gegen Seekrankheit hilft vor allem Vorbeugen. Ein Mittel gegen Reisekrankheit wirkt nur, wenn es rund eine Stunde vor dem Ablegen genommen wird, nicht wenn der Magen schon meldet. Dazu: Platz mittschiffs auf Höhe der Wasserlinie suchen, an Deck bleiben statt in die Kabine, den Horizont anschauen statt aufs Handy, vor der Fahrt leicht und fettarm essen und viel trinken. Ingwer und Akupressurbänder helfen manchen, sind aber kein Ersatz. Und wenn die Wahl besteht: Ein großer Katamaran liegt spürbar ruhiger im Wasser als ein kleines Holzboot. Wie sich Wind und Wellen über das Jahr verteilen, zeigt die Wetter- und Klimatabelle.

Mit Kindern an Bord

Bootstouren sind für Kinder oft der Höhepunkt des Urlaubs — aber die Auswahl entscheidet. Was sich bewährt hat:

  • Kurz vor lang. Für Kinder unter sechs ist eine Glasbodenrunde oder eine dreistündige Badetour meist die bessere Idee als acht Stunden nach Lindos. Wer die lange Tour trotzdem will, nimmt ein Boot mit überdachtem Deck.
  • Preise: Kinder fahren fast überall ermäßigt — üblich sind der halbe Preis für Schulkinder und freie Fahrt für Kleinkinder. Die Altersgrenzen unterscheiden sich stark, also nachfragen statt annehmen.
  • Schwimmwesten in Kindergrößen sind auf Ausflugsbooten Pflicht, auf kleinen Mietbooten aber nicht immer in passender Größe an Bord. Bei der Buchung ausdrücklich anmelden, wie viele Kinder mitfahren und wie alt sie sind.
  • Einstiegsleitern enden im Wasser oft über Fels. Badeschuhe und, für unsichere Schwimmer, Schwimmhilfen gehören in die Tasche — Ankerstopps finden im tiefen Wasser statt, nicht am flachen Strand.
  • Piratenboote sind tagsüber Familienprogramm, abends nicht. Wer die Tageszeit verwechselt, bucht die falsche Veranstaltung.

Mehr zu Stränden, Hitze und Tagesrhythmus mit Kindern steht im Artikel Rhodos mit Kindern.

Welche Tour zu wem passt

Wer es kurz will, findet sich hier wieder:

  • Ein Bootstag im ganzen Urlaub, erste Rhodos-Reise: Symi. Die Kombination aus Seefahrt, Kloster und Hafenkulisse ist der stärkste Tagesausflug der Insel.
  • Baden und Schnorcheln stehen im Vordergrund: Ganztages-Badetour auf einem kleinen Boot, Ostküste, früher Start.
  • Lindos steht ohnehin auf der Liste: die Lindos-Tour — aber nur, wenn man den Ort nicht schon per Auto gesehen hat. Sonst lieber eine reine Badetour.
  • Kleine Kinder oder eingeschränkte Mobilität: Glasbodenboot oder kurze Küstenfahrt ab Faliraki oder Kallithea statt Ganztagestour.
  • Zweite oder dritte Rhodos-Reise: Chalki für die Ruhe, Marmaris für den Kontrast.
  • Gruppe ab vier Personen: führerscheinfreies Mietboot oder Privatcharter — pro Kopf oft günstiger und ungleich freier.
  • Ohne Interesse an Programm: Linienkatamaran statt Ausflugsboot, Ticket selbst buchen, Insel selbst einteilen.

Zur Jahreszeit: Mai, Juni, September und der frühe Oktober sind die besten Bootsmonate — warmes Wasser, tragbare Temperaturen an Deck und weniger volle Buchten als im Hochsommer. Im Juli und August fährt zwar alles, dafür ankern an den Spitzentagen Dutzende Boote in denselben Buchten. Wie sich die Monate sonst unterscheiden, steht im Artikel zur besten Reisezeit.

Buchen: vor Ort oder online?

Drei Wege führen zum Ticket, und sie unterscheiden sich weniger im Preis als in der Transparenz:

  • Direkt am Hafen: An den Ständen am Mandraki, in Faliraki und in Lindos sieht man das Boot vorher, kann Fragen stellen und kurzfristig nach Wetterlage buchen — der große Vorteil, wenn Wind angesagt ist. Handeln ist außerhalb der Hochsaison nicht unüblich, vor allem bei mehreren Personen. Nachteil: keine dokumentierten Stornobedingungen, oft Barzahlung.
  • Online: Buchungsplattformen und die Websites der Veranstalter zeigen Bewertungen, Programmdetails und das Kleingedruckte — in der Hochsaison der sicherste Weg an die beliebten Boote und die einzige Variante mit klarer, meist kostenloser Stornofrist von 24 Stunden. Die Plattform-Provision steckt im Preis; direkt beim Veranstalter ist es gelegentlich günstiger.
  • Über Hotel oder Reiseleitung: Bequem, oft mit Transfer ab Hotel — aber ehrlicherweise der Weg mit der dicksten Provisionsschicht. Es wird dasselbe Boot verkauft wie am Hafen, nur selten günstiger. Wer den Komfort will, zahlt ihn bewusst; wer sparen will, vergleicht vorher den Direktpreis.

Die praktische Empfehlung ist ein Mittelweg: In der Hochsaison Juli und August die eine Tour, auf die man wirklich Wert legt, ein paar Tage vorher online buchen — alles Weitere spontan vor Ort nach Wetterlage. In den Randmonaten reicht der Weg zum Hafen am Vortag fast immer.

Unabhängig vom Weg gilt: Vor der Buchung klären, was genau enthalten ist (Essen? Getränke? Schnorchelausrüstung? Eintritte? Transfer?), wie viele Gäste an Bord sind, wie lange die Badestopps wirklich dauern und was bei Wind passiert — erstattet, verschoben oder verfallen. Und immer eine Quittung mit Bootsname, Datum und Uhrzeit mitnehmen. Bargeld gehört dabei ohnehin in die Tasche: An den Ständen wird gern bar abgerechnet, mehr dazu im Artikel zu Geld und Trinkgeld.

Was man an Bord mitnimmt

  • Sonnenschutz in ernsthafter Dosis: Creme mit hohem Lichtschutzfaktor zum Nachcremen, Hut mit Kinnband (der erste Hut geht über Bord), Sonnenbrille und ein UV-Shirt für die Badestopps. Auf dem Wasser addiert sich die Reflexion zur direkten Strahlung.
  • Badesachen unter der Kleidung plus Handtuch und Badeschuhe — die Leitern enden oft über Fels und Seeigeln, und Umkleiden gibt es an Bord selten.
  • Eigene Maske und Schnorchel: Leihmasken an Bord sind Glückssache, undichte Masken ruinieren den Stopp.
  • Wasser und ein kleiner Snack — Bordverpflegung ist nicht überall enthalten und an Bord teurer.
  • Bargeld in kleinen Scheinen für Bordkasse, Liegen am Landgang und Trinkgeld.
  • Eine leichte Windjacke: Auf der Rückfahrt am späten Nachmittag frischt es auf dem Deck spürbar auf, nasse Badesachen kühlen zusätzlich.
  • Mittel gegen Reisekrankheit — rechtzeitig genommen, nicht erst an Bord.
  • Wasserdichte Hülle oder Trockenbeutel fürs Handy: Beim Ein- und Aussteigen an Buchten ohne Steg wird alles nass.
  • Ausweis für Fährtickets und Inselausflüge — nach Marmaris zwingend der Reisepass.

Was dagegen zu Hause bleiben kann: großes Gepäck, Sprühsonnencreme (verweht an Deck und macht Böden rutschig) und Glasflaschen, die auf vielen Booten unerwünscht sind. Was sonst in den Urlaubskoffer gehört, steht in der Packliste.

Rücksicht: Das Meer ist kein Bordausguss

Die Buchten, die diese Touren tragen, stehen unter erheblichem Druck — an Spitzentagen ankern in der Anthony-Quinn-Bucht Dutzende Boote. Was jeder Gast beitragen kann: nichts über Bord (auch keine Obstreste oder Zigaretten), Fische nicht füttern — selbst wenn die Crew Brot verteilt —, beim Schnorcheln nichts anfassen und nichts mitnehmen, Sonnencreme rechtzeitig vor dem Sprung ins Wasser einziehen lassen. Anbieter, die Müll trennen, nicht im Seegras ankern und aufs Fischfüttern verzichten, verdienen den Vorzug. Was an Land gilt, steht in den Strandregeln — auf dem Wasser gilt es doppelt.

Häufige Fragen

Was kostet eine Bootstour ab Rhodos?
Die Spanne ist groß. Kurze Glasboden- und Küstenrunden beginnen bei rund 10 bis 15 Euro pro Person, Halbtages-Badetouren bei etwa 30 Euro, Ganztagesfahrten mit Mittagessen und Getränken liegen bei 40 bis 70 Euro. Inselausflüge kosten mehr: Symi rund 30 bis 55 Euro, Marmaris 60 bis 75 Euro plus etwa 15 Euro Hafensteuer. Ein führerscheinfreies Mietboot kostet ab rund 200 Euro pro Halbtag — allerdings für das ganze Boot, nicht pro Person (Stand September 2026).
Welche Insel lohnt sich als Tagesausflug ab Rhodos?
Symi hat die spektakulärste Kulisse und ist der Klassiker: neoklassizistischer Hafen, Treppenweg nach Chorio, bei vielen Touren ein Stopp am Kloster Panormitis. Chalki ist das stille Gegenstück mit einem einzigen Hafenort und kaum Autos — ideal für alle, denen Symi zu voll ist. Marmaris in der Türkei ist der größte Tapetenwechsel, verlangt aber Reisepass, Anmeldung am Vortag und Grenzkontrollen. Wer nur einen Ausflugstag hat, nimmt Symi.
Kann man auf Rhodos ein Boot ohne Führerschein mieten?
Ja. In Griechenland dürfen Motorboote bis 30 PS und RIBs bis 15 PS ohne Bootsführerschein gefahren werden, Mindestalter in der Regel 18 Jahre. Nötig sind ein Ausweis, eine Kaution und die Einweisung des Vermieters am Steg, die etwa 15 bis 30 Minuten dauert. Schnellboote im Sinne des griechischen Rechts sind ausgenommen und brauchen einen Schein oder einen Skipper an Bord (Stand September 2026).
Was hilft gegen Seekrankheit auf einer Bootstour?
Am wirksamsten ist Vorbeugen: ein Mittel gegen Reisekrankheit eine Stunde vor dem Ablegen nehmen, nicht erst wenn es schaukelt. Dazu ein Platz mittschiffs auf Höhe der Wasserlinie, Blick auf den Horizont statt aufs Handy, frische Luft an Deck und eine kleine, fettarme Mahlzeit vor der Fahrt. Wer stark betroffen ist, bucht kurzfristig nach Wettervorhersage und wählt einen großen Katamaran statt eines kleinen Holzboots.
Fällt eine Bootstour bei Wind aus — und bekomme ich mein Geld zurück?
Windbedingte Absagen sind im Sommer normal, vor allem wenn der Meltemi bläst. Seriöse Anbieter sagen dann ab, statt zu fahren. Üblich sind ein Ersatztermin oder die Rückerstattung des Ticketpreises; ein Rechtsanspruch ergibt sich aber nur aus den Buchungsbedingungen, deshalb sollte man sie vor der Zahlung lesen. Wer online bucht, achtet auf eine kostenlose Stornofrist von meist 24 Stunden.