Nach Symi ist Marmaris der beliebteste Bootsausflug ab Rhodos und der einzige, der über eine Staatsgrenze führt. Die türkische Hafenstadt liegt rund 25 Seemeilen nördlich von Rhodos-Stadt, die schnellen Katamarane brauchen für die Überfahrt etwa eine Stunde. Drüben erwartet einen ein ganz anderer Tag als auf den griechischen Nachbarinseln: ein großer überdachter Basar statt Treppengassen, Lokanta statt Taverne, Tee im Tulpenglas statt Frappé.
Dieser Kontrast macht den Reiz aus, verlangt aber mehr Vorbereitung als jede andere Tour aus dem Programm der Bootstouren ab Rhodos. Die Türkei gehört nicht zur EU: Es gibt echte Grenzkontrollen, eine faktische Anmeldepflicht am Vortag, eigene Dokumentenregeln und auf dem Rückweg den griechischen Zoll. Mit diesen vier Punkten im Blick verläuft der Tag unkompliziert. Ohne den richtigen Ausweis endet er dagegen schon am Hafen von Rhodos, und das Ticket ist in der Regel verloren.
Fährticket oder Tagestour, und für wen sich der Ausflug eignet
Verkauft wird der Trip in zwei Varianten, die man vor der Buchung auseinanderhalten sollte. Das reine Fährticket bringt einen hin und zurück; den Tag in Marmaris gestaltet man selbst. Die organisierte Tagestour über Hotel oder Veranstalter enthält zusätzlich den Transfer vom Urlaubsort zum Hafen, eine Reisebegleitung und oft einen geführten Basar-Rundgang: bequemer, spürbar teurer und weniger frei. Mit etwas Fähr-Erfahrung ist das reine Ticket die bessere Wahl.
Am meisten haben drei Gruppen von dem Tag: Wiederholungsurlauber, die Rhodos gut kennen und den größten Tapetenwechsel suchen, den die Region hergibt; Basar-Liebhaber, die gern feilschen; und Reisende, die einmal morgens in Europa ablegen und mittags in Kleinasien essen möchten. Für wen sich eine andere Insel eher anbietet, steht am Ende des Artikels.
Papiere: Reisepass, Visum und die Anmeldung am Vortag
Hier verlässt man die EU, und darin liegt der wichtigste Unterschied zu allen anderen Ausflügen ab Rhodos. Vier Dinge müssen stimmen; am letzten scheitern die meisten Ausflüge.
Erstens der Ausweis. Mitnehmen sollte man den Reisepass, nichts anderes. Zwar lässt die Türkei deutsche Staatsangehörige nach Angaben des Auswärtigen Amts grundsätzlich auch mit gültigem Personalausweis einreisen. Möglich macht das das Europarats-Übereinkommen über den Personenverkehr von 1957, dessen Sonderregel längst nicht für alle Nationalitäten gilt (Stand September 2026). Auf der Route Rhodos–Marmaris hilft das allerdings wenig: Reedereien und Veranstalter verlangen für die Passagierliste, die vorab an die türkischen Behörden geht, praktisch durchweg eine Reisepassnummer. Mit dem Personalausweis allein droht die Abweisung am Schalter. Vom vorläufigen Personalausweis rät das Auswärtige Amt ausdrücklich ab.
Zweitens die Gültigkeit. Nach türkischem Recht muss der Reisepass ab dem Tag der Einreise noch mindestens 150 Tage gültig sein; die Zahl ergibt sich aus 90 Tagen erlaubtem Aufenthalt plus 60 Tagen Puffer, die das Gesetz zusätzlich verlangt. Dass man nur acht Stunden bleibt, ändert an dieser Rechnung nichts, denn kontrolliert wird der formale Wert. Ein Pass, der im kommenden Frühjahr abläuft, kann für eine Herbstreise also bereits zu knapp sein. Das vor der Buchung nachrechnen, und auf eine freie Seite im Pass achten.
Drittens das Visum, und hier gibt es eine gute Nachricht. Deutsche, österreichische und schweizerische Staatsangehörige brauchen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage innerhalb von 180 Tagen kein Visum für die Türkei (Stand September 2026). Ein Tagesbesuch ist davon gedeckt, auch ein e-Visum ist nicht nötig: Die e-Visa-Pflicht betrifft andere Nationalitäten. Diese beantragen ausschließlich über die offizielle Seite evisa.gov.tr, nicht über die kostenpflichtigen Vermittler, die bei einer Suche gern ganz oben stehen. Für andere Staatsangehörigkeiten weichen die Regeln teils erheblich ab und sind gesondert zu prüfen.
Viertens die Anmeldung am Vortag. Weil die Passagierliste mit vollständigen Passdaten (Vor- und Nachname, Geschlecht, Geburtsdatum, Passnummer, Staatsangehörigkeit) vorab an die türkischen Behörden geht, schließt der Ticketverkauf in der Regel bereits am Vortag, je nach Anbieter mittags oder am frühen Abend. Ein spontaner Ticketkauf am Morgen der Abfahrt funktioniert auf dieser Route praktisch nie. Manche Anbieter behalten den Pass über Nacht ein oder verlangen ihn vorab zur Kopie; üblich ist heute aber die reine Datenerfassung bei der Buchung. Kinder werden mit ihren eigenen Dokumenten angemeldet.
Die Überfahrt: Katamaran ab Rhodos-Stadt
Bedient wird die Verbindung vor allem von türkischen Reedereien mit schnellen Katamaranen, etwa Yeşil Marmaris Lines; dazu kommen organisierte Tagestouren über Veranstalter und Hotels. Der Katamaran braucht für die Strecke etwa 50 bis 60 Minuten, eine konventionelle Fähre eher 90 Minuten. Im Sommerfahrplan, grob von Mai bis Ende Oktober, fahren die Boote in der Hochsaison meist täglich, in den Randmonaten an weniger Tagen. Das übliche Muster: Abfahrt am Vormittag, Rückfahrt am späten Nachmittag, dazwischen rund fünfeinhalb bis sieben Stunden in Marmaris.
Im Winter sieht es anders aus. Ungefähr von November bis ins Frühjahr fahren nur wenige Katamarane pro Woche; Fährportale nannten zuletzt zwei bis drei Verbindungen, deren Zeiten oft keine Rückkehr am selben Tag zulassen. Ein Tagesausflug ist dann häufig nicht möglich. Für einen Besuch im Spätherbst oder Winter ist deshalb der aktuelle Winterfahrplan der Reederei maßgeblich, im Zweifel mit Übernachtung in Marmaris.
Abgelegt wird in Rhodos-Stadt, in der Regel am internationalen Passagierterminal an der Ostseite des Kolona-Hafens, wo Pass- und Zollkontrolle sitzen. Der Mandraki mit den Symi-Ausflugsbooten ist meist nicht der richtige Anleger; die Verwechslung kommt oft vor und kostet im Zweifel genau die Zeit, die vor der Grenzabfertigung fehlt. Maßgeblich ist der Anleger auf dem Ticket, bei Unsicherheit fragt man am Vortag beim Verkauf nach. Wie sich die Hafenbecken der Stadt aufteilen, zeigt der Überblick zu Fähren und Inselhopping ab Rhodos. Anders als bei innergriechischen Fähren gehört man mindestens eine Stunde vor Abfahrt an den Hafen, weil erst die Bordkarten abgeholt werden und dann die griechische Ausreisekontrolle folgt. Aus den Urlaubsorten außerhalb der Stadt ist die Fahrt zum Hafen großzügig einzuplanen; die Optionen beschreibt der Artikel zur Anreise.
Zum Seegang: Die Strecke verläuft zu einem guten Teil im Schutz der türkischen Küste und ist meist ruhig. Bläst im Sommer der Meltemi, von Juni bis September der prägende Wind der Ägäis, kann es aber kräftig schaukeln, und einzelne Abfahrten fallen aus. Gegen Seekrankheit helfen ein Platz in der Schiffsmitte und eine rechtzeitig genommene Tablette. Auf den letzten Urlaubstag vor dem Rückflug gehört der Ausflug nie: Fällt die Rückfahrt wetterbedingt aus, sitzt man eine Nacht in Marmaris fest.
Was der Ausflug kostet
Als Orientierung (Stand September 2026): Das Tagesrückfahrticket mit Hinfahrt am Morgen und Rückfahrt am selben Nachmittag kostet je nach Reederei, Saison und Buchungsweg etwa 60 bis 75 Euro pro Erwachsenem. Kinder zahlen deutlich weniger; bei einzelnen Anbietern sind es rund 40 Euro im Alter von drei bis sechs Jahren und ein symbolischer Betrag darunter. Ein offenes Rückfahrticket für die Rückreise an einem anderen Tag ist teurer als das Tagesticket.
Leicht übersehen wird die Hafensteuer (Port Tax). Manche Anbieter schlagen sie separat auf und kassieren sie am Hafen, bei anderen steckt sie bereits im Ticketpreis; genannt werden meist rund 15 Euro pro Erwachsenem und wenige Euro pro Kind. Zu zweit kostet der reine Transport damit gut 150 bis 180 Euro, organisierte Tagestouren mit Transfer, Begleitung und Programm entsprechend mehr. Beim Buchen also genau lesen, was im Preis enthalten ist, und die aktuellen Werte beim Betreiber prüfen.
Durch Warten wird es selten günstiger. In der Hochsaison sind die Boote gut gebucht, und weil der Verkauf am Vortag schließt, gibt es kein Last-Minute-Geschäft am Steg. Mit Hafensteuer, Mittagessen und ein paar Basar-Einkäufen liegt ein Marmaris-Tag zu zweit schnell einen dreistelligen Betrag über einem gewöhnlichen Urlaubstag auf Rhodos.
Der Tag in Marmaris: Basar, Altstadt, Marina, Strand
Marmaris ist eine große, laute Urlaubsstadt mit einer der größten Yachtmarinas der Türkei, kein verträumtes Hafenstädtchen. Für die fünf bis sieben Stunden vor Ort hat sich diese Mischung bewährt:
- Der Basar: Der überdachte Grand Bazaar liegt wenige Gehminuten vom Hafen und ist für die meisten der Hauptgrund des Ausflugs: Gewürze, Tee, Süßigkeiten, Textilien, Lederwaren, Lampen, Keramik. Ein bis zwei Stunden reichen; bei längerem Bummel landet erfahrungsgemäß mehr in der Tüte als geplant.
- Marina und Uferpromenade: Der Spaziergang an den Yachten entlang bis zum alten Hafenbecken ist die entspannteste halbe Stunde des Tages und kostet nichts. Hier zeigt sich auch, wie groß der Ort ist.
- Altstadt und Kale: Hinter der Marina steigt das kleine historische Viertel an, gekrönt von der Burg (Kale) aus osmanischer Zeit, die heute ein Museum beherbergt. Überschaubarer Eintritt, überschaubare Dauer, guter Blick über die Bucht: der einzige echte Sehenswürdigkeiten-Punkt des Tages.
- Essen und Tee: Lokanta-Küche mit vorgekochten Gerichten in der Vitrine, dazu Pide, Köfte, Mezze und Çay im Tulpenglas. Beim Tagesausflug bleibt ohnehin nur das Mittagessen, und in den Straßen hinter der Promenade isst man besser und günstiger als direkt am Wasser.
- Strand: Der lange Stadtstrand beginnt direkt an der Promenade, fällt flach ab, ist betriebsam und für Tagesgäste ohne Handtuch und Umkleide kaum praktikabel. Gebadet wird besser auf Rhodos; Marmaris ist ein Stadttag.
Ein Hamam mit Peeling und Schaummassage bietet sich als Kontrastprogramm an; mehrere Häuser sind auf Tagesgäste eingestellt, Preis und Leistungsumfang klärt man vorher. Der Besuch kostet allerdings ein bis zwei Stunden, dafür fällt dann meist die Altstadt weg. Mehr als drei Programmpunkte gehen sich an einem Tag nicht aus.
Handeln und Fälschungen: was in Ordnung ist und was nicht
Feilschen gehört auf dem Basar zum Geschäft und wird erwartet. Die Regeln sind einfach: freundlich bleiben, den ersten genannten Preis nie zahlen, ein Gegenangebot deutlich darunter machen, sich ungefähr in der Mitte treffen und notfalls ohne Kauf weitergehen. Ein klares „Nein, danke“ ist völlig in Ordnung und wird niemandem übelgenommen. Allzu günstige Gewürze verdienen einen skeptischen Blick: Der billige Safran im Basar ist fast immer Färberdistel oder Kurkuma.
Der heikle Teil sind die allgegenwärtigen Markenfälschungen. Taschen, Uhren, Sonnenbrillen, Trikots und Parfum in bekannter Optik werden ohne jede Scheu als das angeboten, was sie sind. Für den Käufer wird es nicht in der Türkei zum Problem, sondern bei der Rückkehr in die EU: Gefälschte Markenware verletzt gewerbliche Schutzrechte, der Zoll kann sie am Hafen von Rhodos anhalten, beschlagnahmen und vernichten lassen; Bußgelder sind möglich, und der Rechteinhaber kann Kosten geltend machen. Auch für den Eigenbedarf gibt es keine Bagatellgrenze, auf die man sich verlassen könnte.
Die Faustregel für den Einkauf: Gewürze, Tee, Süßigkeiten, Keramik, Textilien ohne fremdes Logo und Lederwaren ohne Markenprägung sind unproblematisch. Alles, was eine bekannte Marke imitiert, bleibt im Regal; der vermeintliche Schnäppchenpreis ist das Risiko nicht wert.
Rückkehr: Der Zoll ist keine Formsache
Auf dem Rückweg reist man aus einem Drittland in die EU ein. Es gelten also echte Zollregeln, nicht die großzügigen Binnenmarkt-Mengen, die man von Fahrten innerhalb der EU kennt. Für Reisende, die per Schiff oder Flugzeug einreisen, gilt (Stand September 2026):
- Wertgrenze: 430 Euro pro Person für mitgebrachte Waren; für Reisende unter 15 Jahren 175 Euro. Die Grenze gilt pro Person und lässt sich innerhalb einer Familie nicht zusammenlegen. Ein einzelner Gegenstand über der Grenze ist nicht anteilig frei, sondern in voller Höhe abgabepflichtig.
- Tabak: 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 Gramm Rauchtabak, alternativ eine anteilige Kombination daraus. Erst ab 17 Jahren.
- Alkohol: 1 Liter Spirituosen über 22 Volumenprozent oder 2 Liter mit weniger Alkohol; dazu 4 Liter nicht schäumender Wein und 16 Liter Bier. Ebenfalls erst ab 17 Jahren.
- Verboten: Fleisch, Wurst, Käse und andere Erzeugnisse tierischen Ursprungs dürfen aus Nicht-EU-Ländern grundsätzlich nicht eingeführt werden. Die Sucuk und der Schafskäse vom Basar bleiben also drüben. Honig, Gewürze, Tee, Süßwaren, Trockenfrüchte und Nüsse sind dagegen unproblematisch.
Waren über den Freimengen sind beim Zoll anzumelden; für Warenwerte bis 700 Euro wird in der Regel ein pauschaler Abgabensatz erhoben statt einer aufwendigen Einzelverzollung. Verschweigen ist die schlechtere Idee: Am Hafen von Rhodos wird kontrolliert, und die Boote aus Marmaris stehen dabei erfahrungsgemäß nicht am Ende der Prioritätenliste.
Grenzformalitäten: Schengen-Ausreise, EES und ETIAS
Vier Kontrollen an einem Tag: griechische Ausreise, türkische Einreise, türkische Ausreise, griechische Wiedereinreise. Das klingt nach mehr, als es ist: Die Schalter sind auf die Ausflugsboote eingestellt, und die Abfertigung dauert selten lang. Der Reisepass wird jedes Mal vorgelegt, also griffbereit halten statt tief in den Rucksack packen.
Wichtig zu verstehen: Rhodos liegt an der Schengen-Außengrenze. Mit der Fahrt nach Marmaris verlässt man den Schengenraum und reist am Abend wieder ein. Für EU-Bürger bleibt das folgenlos. Sie genießen Freizügigkeit, werden weder gestempelt noch im Einreise-/Ausreisesystem erfasst, und der Tag wirkt sich nicht auf Aufenthaltsfristen aus.
Für Nicht-EU-Bürger sieht es anders aus. Das digitale EES (Entry/Exit System) ist seit dem 10. April 2026 im Vollbetrieb, nach einem stufenweisen Start ab Oktober 2025. Es hat den Passstempel an den Schengen-Außengrenzen weitgehend ersetzt und erfasst stattdessen Gesichtsbild, Fingerabdrücke und die Ein- und Ausreisedaten. Mitreisende mit britischem, US-amerikanischem oder kanadischem Pass etwa durchlaufen bei Ausreise und Wiedereinreise die biometrische Erfassung und brauchen am Hafen spürbar mehr Zeit; die erste Registrierung dauert am längsten, spätere Grenzübertritte gehen schneller. Der Tag in der Türkei unterbricht für sie zugleich den Schengen-Aufenthalt, was bei knapp kalkulierten 90-in-180-Tage-Aufenthalten relevant sein kann.
ETIAS, die geplante Reisegenehmigung für visumfreie Drittstaatsangehörige, gilt noch nicht. Einen Starttermin hat die EU bisher nicht festgelegt; erwartet wird er frühestens 2027, und angekündigt werden soll er einige Monate im Voraus. Für den Marmaris-Ausflug brauchen Nicht-EU-Bürger derzeit also keine ETIAS-Genehmigung, für spätere Reisen hilft der Blick auf die offiziellen EU-Seiten. Deutsche, österreichische und schweizerische Staatsangehörige sind von ETIAS ohnehin nicht betroffen. Mehr zum Thema steht im Artikel zur Anreise.
Uhrzeit, Geld und Bezahlen in Marmaris
Während der europäischen Sommerzeit gilt in Marmaris dieselbe Uhrzeit wie auf Rhodos: Die Türkei steht ganzjährig auf UTC+3 und stellt die Uhren nicht um, Griechenland liegt mit der Osteuropäischen Sommerzeit ebenfalls bei UTC+3. Das ändert sich am 25. Oktober 2026, wenn Griechenland auf Winterzeit zurückstellt. Ab dann ist Marmaris eine Stunde voraus. Legt das Boot etwa um 17 Uhr türkischer Zeit ab, ist es auf Rhodos erst 16 Uhr, und mit Rhodos-Zeit im Kopf kommt man vom Basarbummel eine Stunde zu spät. Handys stellen sich drüben meist automatisch um, Armbanduhren nicht. Bei Fahrten ab Ende Oktober deshalb beim Buchen klären, ob die Zeiten auf der Bordkarte in griechischer oder türkischer Zeit angegeben sind: Das Boot wartet nicht.
Bezahlt wird in der Türkei offiziell in Lira, in den Touristenzonen von Marmaris nimmt aber fast jeder Euro, allerdings zu einem Kurs, den der Händler selbst festlegt; das Wechselgeld kommt oft in Lira zurück. Bewährt hat sich diese Mischung: kleine Euro-Scheine für Basar und Trinkgeld, größere Beträge mit Karte. Am Kartenterminal immer die Abrechnung in Lira wählen, nicht in Euro, denn die angebotene Sofortumrechnung ist regelmäßig teurer als der Kurs der eigenen Bank. Kartenzahlung ist in Restaurants, größeren Läden und im Museum üblich, am kleinen Basarstand eher nicht. Weil sich der Lira-Kurs seit Jahren stark bewegt, rechnet man Preisangaben immer aktuell um statt aus dem Gedächtnis. Grundsätzliches zu Bargeld, Karten und Trinkgeld auf Rhodos steht im Artikel Geld und Trinkgeld.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
- Nur den Personalausweis eingepackt. Der häufigste Grund, warum der Ausflug platzt. Der Pass liegt im Hotelsafe im Süden der Insel, das Boot legt am Vormittag ab: Das geht sich nicht mehr aus. Am Abend vor der Fahrt kontrollieren, was in der Tasche liegt.
- Zu spät gebucht. Am Morgen der Abfahrt ist es zu spät, denn die Passagierliste mit den Passdaten war am Vortag fällig.
- Falscher Anleger. Die Marmaris-Boote starten in der Regel nicht am Mandraki, sondern am internationalen Terminal im Kolona-Hafen. Den Anleger auf der Bordkarte prüfen.
- Zu knapp am Hafen. Bordkarten abholen, Gepäckkontrolle, Ausreisekontrolle: Eine Stunde Vorlauf ist kein Puffer, sondern das Minimum.
- Die Rückfahrt verpasst. Der Basar liegt nah am Hafen, aber die Zeit vergeht schnell, und vor der Rückfahrt steht noch die türkische Ausreisekontrolle. Eine feste Uhrzeit ausmachen, zu der alle wieder am Hafen sind; rund 45 Minuten vor Abfahrt ist ein guter Wert. Ein verpasstes Boot bedeutet ein neues Ticket und ein Hotelzimmer im Ausland.
- Die Zeitverschiebung vergessen. Ab dem 25. Oktober ist Marmaris eine Stunde voraus. Die Rückfahrtzeit deshalb eindeutig in Ortszeit notieren.
- Am letzten Urlaubstag gefahren. Wetterbedingte Ausfälle sind selten, aber möglich. Mindestens einen Puffertag vor dem Rückflug lassen.
- Zu viel eingekauft. Die Wertgrenze von 430 Euro ist bei Lederjacke plus Teppich schneller erreicht, als man denkt.
Für wen der Ausflug nichts ist
Für malerische Kulissen, Ruhe und Fotomotive ist Symi das bessere Ziel: Der Hafen von Gialos gehört zu den schönsten Ortsbildern der Ägäis, das Boot startet am Mandraki, und weil Symi griechisch ist, entfallen Reisepass, Grenzkontrolle und Anmeldung am Vortag. Noch stiller geht es auf Chalki zu. Marmaris dagegen ist laut, kommerziell und ganz auf Tagesgäste eingestellt; das Anquatschen vor Läden und Restaurants gehört zum Stadtbild und nervt manche Besucher mehr als erwartet.
Familien mit kleinen Kindern sollten den frühen Start, vier Grenzkontrollen und die Sommerhitze in einer Stadt mit wenig Schatten realistisch einschätzen. In den Randmonaten funktioniert der Tag deutlich besser als im Hochsommer; welche Monate wie ausfallen, ordnet der Artikel zur besten Reisezeit ein. Bei nur einem Ausflugstag im Urlaub fällt die Wahl besser auf Symi, denn Marmaris ist der richtige zweite Bootsausflug, nicht der erste. Und ohne gültigen Reisepass im Gepäck entfällt der Punkt ohnehin; dann bleibt der Tag für ein anderes Ziel.
Häufige Fragen
- Brauche ich einen Reisepass für den Tagesausflug nach Marmaris?
- Praktisch ja. Deutsche dürfen nach Auskunft des Auswärtigen Amts zwar auch mit gültigem Personalausweis in die Türkei einreisen, die Reedereien auf der Route Rhodos–Marmaris verlangen für die Passagierliste aber durchweg Reisepassdaten. Ohne Reisepass gibt es in der Regel kein Boarding (Stand September 2026).
- Brauche ich ein Visum für die Türkei?
- Nein. Deutsche, österreichische und schweizerische Staatsangehörige reisen für touristische Aufenthalte bis 90 Tage innerhalb von 180 Tagen visumfrei ein; ein Tagesbesuch ist davon gedeckt. Der Reisepass sollte ab dem Einreisetag noch mindestens 150 Tage gültig sein (Stand September 2026).
- Was kostet der Tagesausflug von Rhodos nach Marmaris?
- Das Tagesrückfahrticket liegt je nach Reederei und Buchungsweg bei rund 60 bis 75 Euro pro Erwachsenem. Dazu kommt eine Hafensteuer von meist rund 15 Euro, die manche Anbieter separat am Hafen kassieren und andere bereits einrechnen. Kinder fahren deutlich günstiger (Stand September 2026).
- Warum muss ich mich schon am Vortag anmelden?
- Die Reederei übermittelt die Passagierliste mit vollständigen Passdaten vorab an die türkischen Behörden. Deshalb schließt der Ticketverkauf meist am Vortag, je nach Anbieter mittags oder am frühen Abend. Ein Ticketkauf am Morgen der Abfahrt klappt in der Regel nicht mehr.
- Ist der Tagesausflug nach Marmaris auch im Winter möglich?
- Meist nicht. Im Winterfahrplan, ungefähr von November bis ins Frühjahr, fahren nur wenige Katamarane pro Woche, und die Zeiten erlauben oft keine Rückkehr am selben Tag. Für Reisen im Spätherbst oder Winter gilt deshalb: den aktuellen Fahrplan der Reederei prüfen und mit einer Übernachtung in Marmaris rechnen.
- Was darf ich zollfrei aus der Türkei zurückbringen?
- Bei See- und Flugreisen gilt eine Wertgrenze von 430 Euro pro Person, dazu 200 Zigaretten oder 250 Gramm Rauchtabak sowie ein Liter Spirituosen über 22 Volumenprozent. Fleisch- und Milchprodukte sind verboten, gefälschte Markenware ebenfalls.


