Kritinia Castle — auf Griechisch Kastellos — sitzt auf einem freistehenden Felsen über der Westküste, etwa zwei Kilometer nördlich des gleichnamigen Bergdorfs. Erbaut wurde die Burg im frühen 16. Jahrhundert vom Johanniterorden als Teil eines Verteidigungsrings entlang der dem Festland zugewandten Westflanke der Insel. Die nahe Insel Chalki und die anatolische Küste waren von hier aus mit bloßem Auge zu beobachten — ein wichtiger Vorposten gegen osmanische Übergriffe.
Was erhalten ist
Die Anlage zeigt das typische dreigliedrige Schema einer kleinen Johanniterburg: eine äußere Wehrmauer, ein zweiter Mauerring und im Zentrum ein quadratischer Wohnturm. Über dem Tor sind drei Wappen erhalten — die der Großmeister d’Aubusson, del Carretto und der Orden selbst. Im Innenbereich liegen die Reste einer kleinen Kapelle und mehrerer Zisternen, sonst ist die Burg eine Ruine ohne Beschilderung.
Der Ausblick
Auf einer der oberen Terrassen öffnet sich der Blick weit über die Westküste: nach Süden bis zur Halbinsel von Monolithos, nach Westen auf die Insel Chalki und an klaren Tagen bis zur türkischen Küste. Bei Sonnenuntergang gehört Kritinia zu den drei besten Aussichtspunkten der Insel — neben dem Filerimos und der Burg von Monolithos.
Anfahrt
Mit dem Mietwagen über die Westküstenstraße — Rhodos-Stadt → Kameiros → Kritinia, ungefähr 65 Kilometer und gut eine Stunde Fahrzeit. Im Dorf Kritinia an der ausgeschilderten Stichstraße abbiegen; der Parkplatz liegt rund hundert Meter unterhalb der Burg. Mit Bus nicht direkt erreichbar.
Ein stilles Bergdorf im äußersten Südwesten — bekannt für seine Burgruine auf einem 240 Meter hohen Felsen über dem Meer und für die Ruhe seiner Westküste.



