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Reisetipps

Rhodos im Juli und August — Hochsommer mit Ansage

Juli und August sind auf Rhodos praktisch derselbe Monat: heiß, voll, teuer und dafür absolut verlässlich. Für Familien mit Schulkindern führt kaum ein Weg daran vorbei. Dieser Beitrag rät nicht ab, sondern zeigt, wie der Hochsommer funktioniert: der passende Tagesrhythmus, die richtige Küste bei Meltemi, Sonnenschutz bei UV 9 bis 10, Waldbrand-Warnstufen, Buchungsvorlauf und die Alternativen Juni und September.

12 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert: 4. Oktober 2026

Warum ein gemeinsamer Beitrag für zwei Monate? Juli und August sind auf Rhodos klimatisch und praktisch kaum zu unterscheiden: gleiche Hitze, gleicher Wind, gleiche Preise, gleicher Andrang. Es ist die heißeste, vollste und teuerste Zeit des Jahres und zugleich die mit dem verlässlichsten Badewetter; Regen fällt so gut wie nie. Familien mit Schulkindern haben ohnehin kaum eine Wahl. Deshalb geht es hier nicht um die Frage, ob eine Reise im Hochsommer sinnvoll ist, sondern darum, wie sie gelingt.

Fünf Stellschrauben entscheiden darüber: den Tag umbauen (früh raus, Mittagspause, spät wieder los), die Küste nach dem Wind wählen, die Sonne ernster nehmen als zu Hause, die Waldbrandlage im Blick behalten und früh genug buchen. Wie sich die beiden Monate ins Jahr einordnen, zeigt der Überblick zur besten Reisezeit.

Wetter im Juli und August: heiß, windig, absolut trocken

Die beiden Monate unterscheiden sich in den Klimamitteln nur um ein Grad, der August liegt knapp vorn, an Land wie im Wasser:

  • Juli: rund 32 °C am Tag, 23 °C nachts, Wasser um 25 °C, praktisch null Regentage, 12 bis 13 Sonnenstunden.
  • August: rund 33 °C am Tag, 24 °C nachts, Wasser um 25 bis 26 °C (am wärmsten ist das Meer von Mitte August bis Mitte September), praktisch null Regentage, rund 12 Sonnenstunden.

Das sind gerundete langjährige Mittel, keine Vorhersage für die konkrete Reisewoche. Nach oben ist reichlich Luft: Wenn heiße Luftmassen aus Nordafrika über die Ägäis ziehen, werden auf Rhodos 38 bis 40 °C erreicht, im Inselinneren fernab der Meeresbrise auch mehr. Solche Hitzewellen dauern meist zwei bis fünf Tage. In extremen Phasen greift Griechenland landesweit zu spürbaren Maßnahmen; in den vergangenen Sommern wurden etwa die Athener Akropolis über die Mittagsstunden geschlossen und körperliche Arbeit im Freien zwischen 12 und 17 Uhr untersagt. Auf Rhodos betrifft das Urlauber selten direkt, ist aber ein guter Maßstab dafür, was die Mittagssonne hier anrichtet. Alle Monatswerte im Vergleich stehen in der Klimatabelle für Rhodos.

Die Nächte bringen wenig Entlastung: Bei 23 bis 24 °C im Mittel zeigt das Thermometer an der Küste um Mitternacht oft noch 26 °C. Eine Unterkunft mit funktionierender Klimaanlage entscheidet im Hochsommer deshalb über erholsamen oder zermürbenden Schlaf. Beim Buchen lohnt die Nachfrage, ob sich die Anlage im Zimmer regeln lässt, nachts laufen darf und im Preis enthalten ist. Ein Zimmer nach Norden oder Osten bleibt am Nachmittag deutlich kühler als eines mit Westbalkon.

Der zweite prägende Faktor ist der Meltemi, der trockene Nord- bis Nordwestwind der Ägäis. Er weht von Juni bis September und erreicht im Juli und August seine Spitzen: typisch sind 4 bis 6 Beaufort, an kräftigen Tagen 7 bis 8. Charakteristisch ist sein Tagesgang: Er baut sich am Vormittag auf, ist in den heißesten Stunden am stärksten und flaut abends ab. Er kühlt angenehm und täuscht damit gefährlich über die Sonnenintensität hinweg. Für die Strandwahl ist er die wichtigste Größe des Hochsommers.

Der Tagesrhythmus, der funktioniert

Mit dem gewohnten mitteleuropäischen Tagesablauf (nach dem Frühstück los, mittags unterwegs, abends müde ins Bett) verbringt man den Urlaub in der ungünstigsten Spanne des Tages. Der griechische Sommerrhythmus ist keine Folklore, sondern eine Anpassung an dieses Klima.

6:30 bis 11 Uhr: die produktive Zeit. Besichtigungen gehören an den frühen Morgen. Die großen staatlichen Stätten öffnen im Sommer täglich um 8 Uhr und schließen erst um 20 Uhr; zur Öffnung ist das Licht weich, die Temperatur erträglich und die Anlage fast leer. Das gilt vor allem für die Akropolis von Lindos (20 €): glatt gelaufene Marmorstufen, oben weder Schatten noch Trinkwasser. Feste Schuhe und mindestens ein Liter Wasser pro Person gehören ins Gepäck, zur Mittagszeit ist der Aufstieg im Hochsommer eine schlechte Idee. Dasselbe Zeitfenster gilt für Lindos selbst, für die Altstadt von Rhodos und für den Großmeisterpalast (20 €), dessen dicke Mauern immerhin für angenehme Innentemperaturen sorgen.

11 bis 17 Uhr: Wasser oder Schatten. Die Mittagsstunden gehören ans oder ins Meer, in eine schattige Taverne oder in die klimatisierte Unterkunft. Eine ernst genommene Siesta trägt durch den ganzen Urlaub, eine übersprungene rächt sich spätestens am dritten Tag mit Müdigkeit und Gereiztheit. Familien haben zwei verlässliche Hitze-Joker: den Wasserpark bei Faliraki (Tagesticket 30 €, Kinder 20 €; das 2-Tages-Ticket kostet 27 € bzw. 17 € pro Tag) und das kühle Aquarium an der Nordspitze von Rhodos-Stadt (7 €, 5 bis 18 Jahre 5 €, im Sommer täglich 9 bis 20 Uhr). Mehr dazu im Beitrag Mit Kindern auf Rhodos.

17 bis 24 Uhr: die zweite Runde. Ab dem späten Nachmittag wird die Insel wieder benutzbar: leerer werdende Strände, das schönste Licht des Tages, Dorfplätze, die sich füllen. Gegessen wird in Griechenland ohnehin spät, vor 21 Uhr ist in vielen Tavernen kaum Betrieb. So aufgeteilt, hat der Tag zwei brauchbare Hälften statt einer zähen langen.

Randzeiten nutzen
Vor 9:30 Uhr gibt es an fast jedem Strand Parkplätze, freie Liegen und das klarste Wasser, an jeder Ausgrabung Schatten und Ruhe. Die zweite Chance kommt am späten Nachmittag: Ab etwa 16 Uhr leeren sich auch die vollen Buchten, und das Licht wird weicher.

Baden: welche Küste an welchem Tag

Die wichtigste Hochsommer-Regel für Badegäste lautet: Die Küste richtet sich nach dem Wind, nicht nach dem Hotelprospekt. Weht der Meltemi kräftig, und das tut er im Juli und August an den meisten Tagen, ist die Westküste zwischen Ixia, Ialyssos und Kremasti unangenehm bis unbadbar: kabbelige See, Wellen mit Unterströmung, fliegender Sand, kippende Schirme. Die Ostküste liegt in derselben Wetterlage weitgehend im Windschatten und bleibt meist ruhig.

Für den Badetag führt der Weg im Hochsommer deshalb nach Osten. Tsambika, der lange Sandstrand bei Kolymbia, Afandou, Faliraki und die Anthony-Quinn-Bucht bleiben auch bei kräftigem Wind weitgehend ruhig, ebenso die Buchten weiter südlich wie Glystra. Die Kehrseite ist der Andrang. Die kleine Anthony-Quinn-Bucht ist ab dem späten Vormittag voll, ihr Gratis-Parkplatz fasst nur rund 50 Autos, und ein Liegen-Set auf den Holzplattformen kostet etwa 30 € pro Tag (Stand September 2026); auch hier helfen nur die Randzeiten. An 28 Abschnitten der Insel weht 2026 die Blaue Flagge, verteilt über beide Küsten.

Dieselbe Wetterlage, die Badegäste nach Osten schickt, macht den Westen und Süden zum besten Wassersportrevier des Jahres. In der Bucht von Ixia herrscht im Juli und August Windsurf-Hochsaison; Kitesurfen ist dort wie vor Trianda untersagt. Kiter fahren an die Westküste bei Theologos oder ganz in den Süden nach Prasonisi, wo die Landzunge den Wind zusätzlich beschleunigt. Gekitet wird dort auf der Wellenseite im Westen, die ruhige Lagune im Osten ist für Kites gesperrt. Eine gemischte Woche verbindet beides: Badetage an der Ostküste, Sport- und Sonnenuntergangstage im Westen. Details im Beitrag Schnorcheln & Wassersport; welche Küste generell zu welchem Reisetyp passt, klärt Ost- oder Westküste.

Ein Zusatz für Familien: Am Nachmittag baut der Wind auch an geschützten Stränden gelegentlich kurze Wellen auf. Mit kleinen Kindern ist deshalb der Vormittag die beste Badezeit, weil das Wasser dann am glattesten ist. Die farbigen Flaggen an bewachten Abschnitten gelten auch dann, wenn das Meer harmlos aussieht.

UV-Index 9 bis 10: Sonnenschutz ist Grundausstattung

Der UV-Index erreicht auf Rhodos im Juli und August mittags Werte um 9 bis 10, auf der Skala die Stufen sehr hoch bis extrem. Ungeschützte helle Haut wird in dieser Strahlung binnen 10 bis 20 Minuten geschädigt, im Wasser und auf hellem Sand schneller, weil Reflexion die Dosis erhöht. Der Meltemi verschärft das Problem, weil er das Hitzegefühl auf der Haut wegkühlt: Man merkt den Sonnenbrand erst am Abend.

Was hilft, ist unspektakulär und wirkt: Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, großzügig aufgetragen und nach jedem Baden erneuert; Hut oder Cap; Sonnenbrille; ein T-Shirt oder UV-Shirt für die ersten Tage und für Kinder. Zwischen 12 und 16 Uhr gehört man in den Schatten; auch deshalb ist ein Strandschirm sein Geld wert. Was sonst noch in den Koffer gehört, steht im Beitrag Packliste und was anziehen.

Der zweite Gesundheitsfaktor ist Flüssigkeit. Bei 33 °C und trockenem Wind verliert man mehr, als das Durstgefühl meldet: Zwei bis drei Liter am Tag sind für Erwachsene realistisch, bei Aktivität mehr. Leitungswasser gilt auf Rhodos als trinkbar, schmeckt aber oft nach Chlor; viele greifen deshalb zu Flaschenwasser, das jeder Kiosk günstig verkauft. Eine wiederbefüllbare Flasche spart Plastik und Geld. Kaffee und Alkohol ersetzen keine Flüssigkeit; das erste kalte Bier am Strandnachmittag ist der häufigste Auslöser für den abendlichen Kreislaufhänger.

Besonders auf Kinder, ältere Reisende und Menschen mit Herz-Kreislauf-Vorerkrankungen wirkt die Kombination aus Hitze, Sonne und Trockenheit stärker. Warnzeichen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und ausbleibendes Schwitzen; dann sofort in den Schatten, kühlen und trinken. Ein kühler Rückzugsort für den Nachmittag sollte bei der Unterkunftswahl mitgeplant werden.

Hitze und Sonne nicht unterschätzen
Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor, Hut, Schatten zwischen 12 und 16 Uhr und zwei bis drei Liter Wasser pro Tag sind im Hochsommer das Minimum. Der Meltemi lässt die Sonne harmloser wirken, als sie ist. Kinderhaut braucht zusätzlich UV-Kleidung, ältere Reisende eine echte Mittagspause im Kühlen.

Waldbrandgefahr: Warnstufen gehören zum Sommer

Null Regen, ausgedörrte Vegetation und starker Wind ergeben zusammen die Waldbrandsaison. In Griechenland gilt offiziell von Mai bis Ende Oktober eine Feuergefahrenperiode; die kritischste Phase liegt zwischen Juli und September. Der Zivilschutz veröffentlicht dafür täglich eine Gefahrenkarte mit fünf Warnstufen. Ab Stufe 4 (sehr hoch) und erst recht bei Stufe 5 (extrem) werden Wald- und Naturgebiete gesperrt; auf Rhodos betrifft das regelmäßig das Tal der Schmetterlinge, den Profitis Ilias und die Wanderwege am Attavyros. Wie real die Gefahr ist, hat der große Inselbrand im Juli 2023 gezeigt, als der Südosten zwischen Kiotari und Gennadi evakuiert werden musste. Die Saison 2026 verlief auf Rhodos bis Ende September ohne Großbrand.

Für Urlauber folgt daraus ein kurzer, sehr konkreter Katalog. Offenes Feuer, Grillen in der Natur, weggeworfene Zigaretten und funkenerzeugende Arbeiten sind in der Gefahrenperiode verboten und werden empfindlich bestraft. Die Warnstufe lässt sich vor jedem Ausflug ins Inselinnere prüfen, Sperrungen sind bindend. Rauch oder Flammen gehören sofort gemeldet: Feuerwehr 199, europaweiter Notruf 112. Wichtig ist außerdem, im Handy die Cell-Broadcast-Warnungen (Notfallbenachrichtigungen) aktiviert zu lassen: Über diesen Kanal verschicken die griechischen Behörden Evakuierungshinweise regional auf Griechisch und Englisch. Wie das Warnsystem funktioniert, was man im Ernstfall tut und wie es um Erdbeben steht, steht ausführlich im Beitrag Sicherheit auf Rhodos.

Was jetzt am besten geht

Wassersport. Juli und August sind der Höhepunkt der Saison: Alle Stationen an den großen Stränden haben geöffnet, Surfbretter, SUPs, Jetski, Bananenboote und Parasailing sind überall verfügbar, und für Wind- und Kitesurfer ist der Meltemi das eigentliche Reiseargument. Auch Tauchbasen fahren jetzt ihr volles Programm.

Bootstouren. Ausflugsboote fahren im dichtesten Takt des Jahres: Tagesfahrten nach Symi und Chalki ebenso wie Badetouren entlang der Ostküste; einen Überblick gibt Bootstouren ab Rhodos. An Tagen mit kräftigem Meltemi wird die Überfahrt allerdings spürbar rau, und gelegentlich fallen Touren aus. Bei Neigung zu Seekrankheit sind Fahrten am frühen Tag die bessere Wahl, solange der Wind noch schwach ist.

Tal der Schmetterlinge. Die Falter des Russischen Bären sind in normalen Jahren von Mitte Juni bis Mitte September im Tal, am zahlreichsten im Juli und August; nach sehr heißen, trockenen Sommern ziehen sie früher ab, 2026 um mehrere Wochen. Die schattige Schlucht mit Bachlauf und Holzstegen ist zugleich einer der wenigen Orte der Insel, an denen ein Nachmittag im Freien angenehm bleibt. Der Eintritt betrug 2026 in der Falter-Hochsaison 6 €. Klatschen und Scheuchen sind tabu: Jedes Aufschrecken kostet die Tiere Energie, die sie in dieser Phase nur schwer ersetzen können.

Nachtleben. In keinem anderen Monat läuft in Faliraki so viel: Die Bar-Meile ist komplett in Betrieb, dazu kommen Strandpartys und Clubs, die bis in den Morgen öffnen. Ruhesuchende sind in Kolymbia, Haraki oder im Süden besser aufgehoben. Die Abwägung im Detail steht unter Lindos oder Faliraki.

Abendliche Städtebummel. Die Altstadt von Rhodos und die Gassen von Lindos sind nach Sonnenuntergang schöner als am Tag: warm, beleuchtet, ohne die Gruppen der Kreuzfahrtschiffe, deren Landgang auf Rhodos meist nur sechs bis neun Stunden dauert. Auch Rhodos-Stadt außerhalb der Mauern lebt jetzt vor allem abends.

Was man jetzt besser lässt

Wandern in der Tageshitze. Längere Touren zwischen 10 und 18 Uhr sind im Hochsommer keine Option: zu heiß, zu wenig Schatten, zu wenig Wasser unterwegs. Der Aufstieg auf den Attavyros (1.215 m, weitgehend schattenlos) fällt im Juli und August besser aus, und die Wege am Profitis Ilias sind bei Warnstufe 4 oder 5 ohnehin gesperrt. Was bleibt, sind kurze, schattige Strecken am frühen Morgen, etwa im Tal der Sieben Quellen. Angenehm wird das Wandern wieder ab Ende September, richtig gut im Oktober; Routen stehen im Beitrag Wandern auf Rhodos.

Lange Autorunden ohne Klimaanlage. Ein Mietwagen ohne funktionierende Klimaanlage ist im August kein Spartrick, sondern eine verdorbene Fahrt. Bei der Übernahme lohnt ein Test, ob sie kühlt; dunkle Fahrzeuge heizen sich zudem stärker auf, als man glaubt. Die Inselrunde über Monolithos und Apolakkia dauert einen ganzen Tag; besser aufteilen oder in den September verschieben. Praktisches zu Anmietung, Versicherung und Straßen steht unter Mietwagen auf Rhodos.

Ausgrabungen am Mittag. Kamiros, die Akropolis von Rhodos und die Akropolis von Lindos liegen alle offen in der Sonne. Zwischen 12 und 16 Uhr ist das kein Kulturerlebnis, sondern eine Belastungsprobe, mit Kindern zudem eine sichere Quelle für schlechte Laune.

Spontane Planung. Tische in den bekannten Tavernen von Lindos, Bootsplätze nach Symi und Mietwagen der gefragten Kategorien sind im August regelmäßig ausgebucht. Am Vortag bleiben oft nur Restposten.

Andrang und Preise: das teure Ende der Saison

Juli und August sind die teuersten Wochen des Jahres. Flüge, Hotels und Mietwagen erreichen ihre Spitzenpreise, und kurzfristig wird es nicht billiger, sondern nur knapper. Die einzige wirksame Gegenstrategie heißt Vorlauf: Familien mit Ferienbindung buchen Flug und Unterkunft idealerweise sechs bis neun Monate im Voraus. Für einen kleinen Mietwagen sind im Hochsommer rund 40 € pro Tag einzuplanen; bei früher Buchung über mehrere Tage wird es günstiger, bei der Anfrage vor Ort teurer, sofern überhaupt noch etwas frei ist (Stand September 2026). Automatikgetriebe und größere Fahrzeuge sind im August als Erstes ausverkauft.

Auch vor Ort ändert die Hochsaison das Bild. Ein Liegen-Set kostet je nach Strand etwa 10 bis 40 €, an Hotspots wie der St.-Pauls-Bucht in Lindos ab rund 60 €. Parkplätze an den bekanntesten Stränden sind ab dem späten Vormittag weg, und in den Gassen von Lindos treffen an Kreuzfahrttagen Tagesgäste und Übernachtungsgäste aufeinander. Gegen den Trubel helfen drei Dinge: früh aufstehen, Nebenstrände wählen (Fourni, Agathi, Plimmiri im Süden) und im Landesinneren oder im ruhigeren Südosten übernachten; die Abwägung dazu steht unter Wo auf Rhodos übernachten. Die Überlandbusse fahren jetzt im dichtesten Takt des Jahres, samt Strandlinien (Sommerfahrplan 2026: 6. Juli bis 10. September), und sind eine günstige Alternative zu Transfer und Taxi. Weitere Sparansätze für die Hochsaison, von der Taverne abseits der ersten Reihe bis zum Picknick im Schatten, sammelt der Beitrag Rhodos mit kleinem Budget.

Für wen Juli und August passen und welche Alternativen es gibt

Gut aufgehoben sind Familien in den Schulferien (geschützte Ostküste, Wasserpark, verlässliches Wetter ohne jedes Regenrisiko), Badeurlauber, die maximale Wassertemperatur und garantierte Sonne wollen, Wind- und Kitesurfer, für die der Meltemi das eigentliche Reiseziel ist, und alle, die das volle Nachtleben suchen. Weniger gut passt der Hochsommer für Wanderer und Kulturreisende, die den ganzen Tag draußen sein wollen, für hitzeempfindliche und ältere Reisende und für alle, denen volle Strände und Spitzenpreise den Urlaub verderben.

Ohne Ferienbindung gibt es zwei klar bessere Nachbarmonate. Im September ist das Meer genauso warm, die Luft milder, der Meltemi schwächer, und ab Monatsmitte fallen Andrang und Preise deutlich. Als Zugabe liegt am 8. September die große Wallfahrt zum Kloster Tsambika, der wichtigste religiöse Termin der Ostküste. Der Juni bietet die Vorsaison-Version: schon hochsommerlich warm, Meer bis rund 24 °C, aber weniger Hitze, weniger Menschen und niedrigere Preise als vier Wochen später. Die grüne, blühende Insel zeigt sich ohnehin nur im April und Mai.

Ein Fehler ist der Hochsommer auf Rhodos also nicht, nur anstrengender. Mit dem passenden Tagesrhythmus, der richtigen Küste und ausreichend Sonnenschutz wird er richtig gut, und seine Wetterverlässlichkeit erreicht kein anderer Monat.

Quellen & Stand
Geprüft September 2026. Temperatur-, Wasser- und UV-Werte sind gerundete langjährige Klimamittel gängiger Datenreihen (vgl. unsere Klimatabelle), keine Vorhersage für die konkrete Reisewoche; einzelne Jahre weichen nach oben wie unten ab. Wassertemperaturen (August 25–26 °C, wärmstes Meer Mitte August bis Mitte September) geprüft Oktober 2026. Meltemi-Stärken (4–6 Bft, Spitzen 7–8) nach Segel- und Wetterportalen für die Ägäis. Eintritte und Öffnungszeiten: Akropolis Lindos und Großmeisterpalast je 20 €, Sommeröffnung tgl. 8–20 Uhr (Kulturministerium, odysseus.culture.gr); Tal der Schmetterlinge 2026 in der Hochsaison 6 € (Betreiber D.E.R.M.A.E., griechische Medienberichte); Water Park Faliraki 30 €/20 €, 2-Tages-Ticket 27 €/17 € pro Tag (water-park.gr); Aquarium Rhodos 7 €, 5 bis 18 Jahre 5 €, Sommer tgl. 9–20 Uhr (HCMR, Preisliste ab Juni 2026). Kiteverbot vor Ixia und Trianda sowie in der Lagune von Prasonisi nach örtlicher Regelung. Blaue Flagge 2026: 28 ausgezeichnete Abschnitte auf Rhodos. Busse: KTEL-Sommerfahrplan 2026, 6. Juli bis 10. September (ktelrodou.gr). Liegenpreise sind Richtwerte und schwanken je nach Strand. Waldbrandregeln, Warnstufen und Notrufnummern nach griechischem Zivilschutz und Auswärtigem Amt; Feuergefahrenperiode 1. Mai bis 31. Oktober. Mietwagen-Richtwerte nach Vergleichsportalen. Preise, Öffnungszeiten und Warnstufen sind volatil und vor Reise und Ausflug aktuell zu prüfen.

Häufige Fragen

Wie heiß wird es im August auf Rhodos wirklich?
Im langjährigen Mittel rund 33 °C am Tag und 24 °C in der Nacht, der Juli liegt mit 32 °C und 23 °C knapp darunter. Bei Hitzewellen mit Luft aus Nordafrika sind 38 bis 40 °C möglich, im windgeschützten Inselinneren auch mehr; solche Phasen dauern meist zwei bis fünf Tage. Entscheidend ist weniger der Spitzenwert als die Kombination aus Hitze, UV-Index 9 bis 10 und tropischen Nächten; eine regelbare Klimaanlage in der Unterkunft ist im Hochsommer kaum verzichtbar.
Welche Küste ist bei Meltemi besser zum Baden?
Die Ostküste. Der Meltemi weht aus Nord bis Nordwest und erreicht im Juli und August seine Jahresspitzen mit typisch 4 bis 6 Beaufort. Die Westküste um Ixia, Ialyssos und Kremasti liegt dann voll im Wind: kabbelige See, Wellen, fliegender Sand. Die Ostküste von Faliraki über Kolymbia und Tsambika bis Lindos liegt weitgehend im Windschatten und bleibt meist ruhig. Wassersportler profitieren dagegen vom Wind: Windsurfen in Ixia, Kiten bei Theologos und auf der Wellenseite von Prasonisi; vor Ixia und Trianda ist Kiten untersagt.
Kann man im Juli und August auf Rhodos wandern?
Nur sehr eingeschränkt. Längere Touren zwischen 10 und 18 Uhr sind bei über 30 °C und wenig Schatten keine gute Idee, den weitgehend schattenlosen Attavyros hebt man sich besser für den Herbst auf. Möglich bleiben kurze, schattige Strecken am frühen Morgen, etwa im Tal der Sieben Quellen. Bei Waldbrand-Warnstufe 4 oder 5 werden zudem Wald- und Naturgebiete gesperrt. Gutes Wanderwetter kehrt ab Ende September zurück.
Wie voll ist Rhodos im Juli und August?
So voll wie nie im Jahr. Beide Monate fallen in die Schulferien fast ganz Europas, entsprechend sind Flüge, Hotels und Mietwagen auf Spitzenpreisniveau und oft ausgebucht. An den bekannten Stränden sind Parkplätze ab dem späten Vormittag weg, die kleine Anthony-Quinn-Bucht hat nur rund 50 Stellplätze. Wirksam gegen den Andrang sind drei Dinge: früh aufstehen, Nebenstrände wie Fourni, Agathi oder Plimmiri wählen und Mietwagen, Bootstouren und Tavernentische Wochen im Voraus buchen.
Wie groß ist die Waldbrandgefahr, und was sollte man beachten?
Sie ist im Hochsommer real und wird täglich bewertet. In Griechenland gilt von Mai bis Ende Oktober eine offizielle Feuergefahrenperiode; der Zivilschutz veröffentlicht eine Gefahrenkarte mit fünf Warnstufen, ab Stufe 4 werden Wald- und Naturgebiete gesperrt. Für Urlauber heißt das: kein offenes Feuer, kein Grillen in der Natur, keine weggeworfenen Zigaretten; Verstöße werden empfindlich bestraft. Rauch oder Flammen sofort melden, Feuerwehr 199 oder Notruf 112, und die Cell-Broadcast-Warnungen im Handy aktiviert lassen.