Eine Woche reicht, um Rhodos kennenzulernen, sofern man die Insel in sinnvolle Tagesetappen schneidet, statt jeden Tag quer hindurchzufahren. Die folgende Route geht von einem Mietwagen aus, hält die Fahrzeiten pro Tag bewusst kurz und lässt an jedem Tag Luft für Pausen, Badestopps und spontane Abzweige. Sieben Tage ergeben einen guten Überblick, aber keinen vollständigen. Die Insel ist groß genug, dass am Ende der Woche Lust auf ein zweites Mal bleibt, und so ist die Route auch gemeint: als erster Durchgang.
Die Route in einem Absatz
Tag 1 gehört der Altstadt von Rhodos-Stadt und wird zu Fuß gelaufen. Tag 2 nimmt den nahen Norden mit: Filerimos und das Tal der Schmetterlinge, Ausklang an der Westküste. Tag 3 führt in kurzen Sprüngen die Ostküste hinunter, über Kallithea, Anthony Quinn und Ladiko bis Tsambika. Tag 4 ist der Lindos-Tag mit frühem Start und einem ruhigen Nachmittag in Pefkos. Tag 5 geht in den leeren Süden bis zur Sandzunge von Prasonisi. Tag 6 ist die Westrunde mit Kamiros, Kritinia, Embonas und Monolithos, der längste und kurvigste Tag der Woche. Tag 7 bleibt frei, als Badetag oder für einen Bootsausflug nach Symi. Unterm Strich stehen rund 550 bis 600 Kilometer, verteilt auf fünf Fahrtage, und rund 70 bis 80 Euro Eintritte pro Person.
Voraussetzungen: Mietwagen, Standort, Split-Stay
Mietwagen. Fünf der sieben Tage, nämlich Tag 2 bis Tag 6, setzen ein eigenes Auto voraus. In der Hochsaison liegt der Tagespreis für einen Kleinwagen bei rund 40 € (Stand September 2026), in der Nebensaison deutlich darunter; für die fünf Fahrtage kommt man also grob auf 200 € pro Fahrzeug. Die Übernahme am Morgen von Tag 2 und die Rückgabe nach Tag 6 sparen zwei Miettage und die Parkplatzsuche in Rhodos-Stadt. Unverzichtbar ist das Auto an Tag 5 und 6, denn Süden und Westen sind per Bus nicht als Tagesausflug machbar. Details zu Versicherung, Übergabe und den Tücken der Schotterzufahrten stehen im Mietwagen-Ratgeber.
Standort. Die Route ist auf den Nordosten der Insel ausgerichtet, weil dort die Wege am kürzesten bleiben. Von Rhodos-Stadt aus sind Tag 1, 2 und 3 fast Nebenwege; von Kolymbia oder Afandou aus liegt man ziemlich genau in der Mitte zwischen Stadt und Lindos. Bei einem Quartier im Süden kehrt sich die Reihenfolge um, dazu weiter unten ein eigener Abschnitt. Eine Übersicht der Orte nach Charakter und Preisniveau bietet Wo übernachten auf Rhodos, die Grundsatzfrage Ost oder West klärt der Küstenvergleich.
Split-Stay. Am entspanntesten ist die Woche mit zwei Quartieren: drei Nächte in oder bei Rhodos-Stadt für die Tage 1 bis 3, danach vier Nächte weiter südlich zwischen Kolymbia und Pefkos. Das kostet einen Umzug, spart aber an den Tagen 4 bis 6 jeweils eine gute Stunde Fahrt. Ein einzelnes Quartier sollte nicht weiter südlich als Lindos liegen, sonst wird Tag 6 an der Westküste zu einer sehr langen Schleife.
Reisezeit. Die Route funktioniert von Mai bis Oktober, im Spätoktober mit Abstrichen. Nach der Zeitumstellung am letzten Oktobersonntag (2026: 25. Oktober) geht die Sonne gegen 17:15 Uhr unter, dunkel ist es rund eine halbe Stunde später; Tag 6 braucht dann einen früheren Zeitplan (siehe dort). Die Ausflugsboote nach Symi fahren gegen Ende Oktober nur noch eingeschränkt, danach bleiben nur Linienfähren. Im Hochsommer verschieben sich die Zeitpläne nach vorn und hinten, im Winter schrumpfen Öffnungszeiten und Bootsverbindungen; was wann geht, steht in Beste Reisezeit für Rhodos.
Tag 1: Rhodos-Stadt — die Altstadt zu Fuß
Der Auftakt braucht kein Auto: Rhodos-Stadt mit ihrer vollständig erhaltenen mittelalterlichen Altstadt ist ein Tag zu Fuß. Gegen 8:30 Uhr durch das Tor in die Ritterstraße und als Erstes in den Großmeisterpalast: Eintritt 20 €, vom 1. April bis 31. Oktober täglich 8 bis 20 Uhr, ab 1. November 8:30 bis 15:30 Uhr und dienstags geschlossen; letzter Einlass 20 Minuten vor Schluss (Stand September 2026). Für die Säle und die römischen Mosaike sind anderthalb bis zwei Stunden gut angelegt.
Danach treiben lassen: die dichten Gassen abseits der Hauptachsen, die Plätze im ehemaligen türkischen Viertel, ein Abschnitt entlang der gewaltigen Festungsmauern. Am unteren Ende der Ritterstraße liegt im ehemaligen Ritterhospital das Archäologische Museum (10 €). Es ergänzt den Tag für alle, die sich für die antike Schicht der Insel interessieren, und schärft den Blick, bevor man in Kamiros und Lindos vor Fundamenten steht. Nachmittags lohnt der Kontrast: die Hafenfront von Mandraki mit ihren Bauten aus der italienischen Zeit und der Punkt, an dem der Koloss gerade nicht gestanden hat.
Zeitplan: 8:30 Palast, 10:30 Ritterstraße und Gassen, 12:30 Mittagspause im Schatten, 14:30 Museum oder Stadtmauer-Abschnitt, 17:00 Mandraki. Mit Kraft für mehr lässt sich der Hügel Monte Smith mit Stadion und Apollon-Tempel anhängen: frei zugänglich, zwei Kilometer westlich, zum Sonnenuntergang die schönste halbe Stunde des Tages. Schattiger ist der Rodini-Park südlich der Neustadt, ebenfalls kostenfrei.
Praxis: Früh starten, bevor die Gassen voll werden, und für mittags einen schattigen Innenhof einplanen. Ohne Auto entfällt an diesem Tag die Parkplatzsuche, rund um die Altstadt das Ärgerlichste an Rhodos-Stadt. Eintritte des Tages: 20 € plus optional 10 €.
Tag 2: Der Norden — Filerimos, Schmetterlingstal, Sonnenuntergang
Die erste Autoetappe bleibt kurz: rund 60 Kilometer an diesem Tag, gut anderthalb Stunden reine Fahrzeit. Vormittags auf den Klosterhügel Filerimos über Ialyssos, rund 12 Kilometer und gut 20 Minuten von der Stadt: Kloster, antike Fundamente, die Zypressenallee zum Kreuz und der weite Blick über die Nordküste. Eintritt 10 €, vom 1. April bis 31. Oktober täglich 8 bis 20 Uhr, anders als die Lindos-Akropolis ohne Herbst-Zwischenstufen (Stand September 2026). Zwei Stunden sind hier gut angelegt, der Kalvarienweg allein braucht eine halbe.
Danach geht es 20 Kilometer ins Inselinnere zum Tal der Schmetterlinge bei Petaloudes, einer schattigen Schlucht mit Bachlauf, Holzstegen und Brücken. Die berühmten Falter sind allerdings nur saisonal da, normalerweise etwa von Mitte Juni bis Mitte September; in heißen, trockenen Jahren wie 2026 ziehen sie mehrere Wochen früher ab. Ohne sie bleibt ein schöner, ruhiger Spaziergang. Der Eintritt kostet in der Falter-Hochsaison 6 €, sonst 3 €; geöffnet ist das Tal etwa von Mitte April bis Ende Oktober, ab 1. November ist Winterpause (Stand September 2026). Für den Weg hinauf und zurück reichen eineinhalb Stunden. Zum Mittagessen sind es vom Tal zehn Minuten nach Osten bis zum Dorfplatz von Psinthos.
Zeitplan: 9:00 Filerimos, 11:30 weiter, 12:00 Tal der Schmetterlinge, 14:00 Mittagessen in Psinthos, danach hinunter an die Westküste. Praxis: Den Tag an der Westküste ausklingen lassen, der Sonnenuntergangsseite der Insel mit freiem Blick über das offene Meer. Eine Taverne mit Westblick bei Kremasti oder Ixia reicht als Programm völlig. Statt der Küste passt bei Lust auf Grün auch das Tal der Sieben Quellen: freier Eintritt, Attraktion ist der 186 Meter lange Wassertunnel. Er ist stockdunkel, knöcheltief und nichts für Klaustrophobiker, ein Umweg oben herum ist ausgeschildert. Eintritte des Tages: 16 € in der Falter-Hochsaison, sonst 13 €.
Tag 3: Ostküste — Kallithea, Anthony-Quinn, Tsambika
Heute geht es in kurzen Sprüngen die Ostküste hinunter: knapp 30 Kilometer von der Stadt bis Tsambika, keine Etappe länger als 20 Minuten. Erster Halt ist die Kallithea-Bucht mit der eleganten Thermenanlage aus der italienischen Zeit, etwa 10 Kilometer südöstlich der Stadt. Gebadet und geschnorchelt wird vor Art-déco-Kulisse. Der Eintritt beträgt von Mai bis Oktober 5 €, im Winter (November bis April) 3 € (Stand September 2026); Liegen und Sonnenschirme kosten extra. Eine bis anderthalb Stunden genügen, sofern es nicht der halbe Tag im Wasser werden soll.
Weiter südlich folgen die Anthony-Quinn-Bucht und die benachbarte Ladiko-Bucht, zwei kleine Felsbuchten mit klarem Wasser und dem besten Schnorchelgrund dieses Küstenabschnitts. Am Nachmittag hinauf zum Kloster Tsambika auf seinem Felsspitz: Der Eintritt ist frei, aber die rund 300 Stufen vom oberen Parkplatz sind schattenlos, bei Hitze also eine Sache für den späten Nachmittag. Der Blick über die Küste gehört zu den besten der Insel. Danach hinunter an den Tsambika-Strand zum Ausklang. Eine ruhigere Alternative liegt etwas weiter südlich bei Haraki: die Bucht von Agathi, seit 2024 ohne Liegenbetrieb.
Zeitplan: 9:00 Kallithea, 11:00 Anthony Quinn und Ladiko, 13:30 Mittagessen in Kolymbia, 16:00 Kloster Tsambika, 17:30 Tsambika-Strand. Praxis: Die kleinen Buchten sind im Hochsommer ab dem späten Vormittag voll. Zum Baden fängt man deshalb dort an und hebt sich den großen Tsambika-Strand für den Nachmittag auf. Der Parkplatz an der Anthony-Quinn-Bucht ist kostenlos, fasst aber nur rund 50 Autos und wird gemeinsam mit Ladiko genutzt; ein Liegenpaar kostet dort etwa 30 €. Am Tsambika-Strand ist das Parken ebenfalls kostenlos, ein Liegenpaar kostet im hinteren Bereich 20–25 € und in der ersten Reihe 30–40 € (Stand September 2026). Eintritte des Tages: 5 €.
Tag 4: Lindos früh — Pefkos am Nachmittag
Der wichtigste Taktik-Tag der Woche. Lindos liegt rund 50 Kilometer südlich von Rhodos-Stadt, über die gut ausgebaute Ostküstenstraße gut eine Stunde, von Kolymbia oder Afandou aus entsprechend weniger. Der Ort ist im Hochsommer ab dem späten Vormittag von Tagesgästen geflutet, deshalb früh los: als Erstes hinauf zur Akropolis von Lindos, solange Licht und Temperatur noch freundlich sind, danach durch die weißen Gassen und Kapitänshäuser, bevor die Busse ankommen.
Der Eintritt zur Akropolis liegt bei 20 €. Geöffnet ist von April bis August täglich 8 bis 20 Uhr, ab September schließt sie stufenweise früher: ab dem 1. September um 19:30 Uhr, ab dem 16. September um 19 Uhr, ab dem 1. Oktober um 18:30 Uhr, ab dem 16. Oktober um 18 Uhr. Ab dem 1. November gilt der Winterbetrieb von 8:30 bis 15:10 Uhr, dienstags ist geschlossen; letzter Einlass jeweils 20 Minuten vor Schluss (Stand Oktober 2026). Der Aufstieg vom Ort dauert 15 bis 25 Minuten über glatt getretene Stufen, oben braucht man für Propyläen, Athena-Tempel und die Aussicht mindestens eine Stunde. Den Nachmittag verbringt man besser nicht im überhitzten Ort, sondern wenige Kilometer südlich in Pefkos: flacher Sandstrand, ruhige Tavernen, kein Gedränge. Für eine kleine Bucht bietet sich Glystra an, ein Stück weiter südlich an der Küstenstraße.
Zeitplan: 7:30 Abfahrt, 8:30 Parkplatz und Aufstieg, 9:00 Akropolis, 10:30 Gassen und Frühstück, 12:30 Weiterfahrt nach Pefkos, ab 13:00 Strand. Praxis: Lindos ist autofrei. Geparkt wird oberhalb des Ortes auf dem Krana-Plateau oder auf privaten Plätzen (6–10 € pro Tag, Stand September 2026), in der Saison fährt ein Shuttle hinunter. Die Plätze werden ab dem Vormittag knapp; bei Ankunft vor neun Uhr klappen Parkplatz, Akropolis und Gassen in der besten Reihenfolge. Ob Lindos oder ein lebhafterer Ort der bessere Standort ist, vergleicht Lindos oder Faliraki. Eintritte des Tages: 20 €, dazu 6–10 € Parkgebühr.
Tag 5: Der Süden — Gennadi, Lachania, Prasonisi
Je weiter südlich, desto leerer wird die Insel; dieser Tag ist die Entschleunigung der Woche. Von Lindos aus sind es bis zur Südspitze und zurück rund 120 Kilometer, gut zweieinhalb Stunden reine Fahrzeit, verteilt auf einen ganzen Tag. Erster Halt ist Gennadi, gut eine halbe Stunde südlich von Lindos: der letzte voll versorgte Ort vor der Südspitze, mit seiner kilometerlangen, offenen Kiesstrandlinie. Als Zwischenstopp bieten sich Kiotari oder oben das Bergdorf Asklipio an, dessen Kirche mit ihren Fresken den kleinen Umweg wert ist.
Von Gennadi führt ein kurzer Abstecher ins Hügel-Hinterland nach Lachania, gut 15 Minuten entfernt: ein traditionelles Dorf mit Platia und alten Platanen, wie aus der Zeit gefallen. Zum Abschluss geht es ganz hinunter nach Prasonisi, noch einmal rund 35 Minuten über Kattavia, das letzte echte Dorf vor der Südspitze. Prasonisi ist eine Sandzunge zwischen zwei Meeren, auf der einen Seite ruhige Lagune, auf der anderen Wind, Welle und Kiter. Die Südspitze der Insel als Naturschauspiel, und alles davon kostenfrei. Auf dem Rückweg liegt Plimmiri als letzter Badestopp am Weg.
Zeitplan: 9:30 Gennadi, 11:30 Lachania, 13:00 Mittagessen im Dorf, 15:00 Prasonisi, 17:30 Rückfahrt. Praxis: Im Süden werden Tankstellen und Einkehrmöglichkeiten dünner, also mit gut gefülltem Tank starten und Wasser dabeihaben. Die Strecken sind nicht lang, aber die Infrastruktur ist es auch nicht. Die letzten Kilometer nach Prasonisi führen über eine ausgewaschene Piste; im Frühjahr und Herbst kann die Sandzunge überspült und die Verbindung zur Insel unterbrochen sein. Nach der Zeitumstellung Ende Oktober, wenn die Sonne gegen 17:15 Uhr untergeht, die Rückfahrt auf 16 Uhr vorziehen. Eintritte des Tages: keine.
Tag 6: Der Westen — Kamiros, Kritinia, Embonas, Monolithos
Der inhaltlich dichteste und mit Abstand längste Tag: rund 180 Kilometer ab Rhodos-Stadt, etwa vier Stunden reine Fahrzeit. Unterschätzt man ihn, endet er mit einer Rückfahrt im Dunkeln. Morgens geht es in die Ausgrabungsstätte Antikes Kamiros bei Skala Kameirou, rund 32 Kilometer und 45 Minuten von der Stadt: eine komplette hellenistische Stadt am Hang über der Westküste, am besten vor der Mittagshitze, weil es dort oben keinen Schatten gibt. Eintritt 10 €, im Sommer täglich ab 8 Uhr (Stand September 2026); anderthalb Stunden reichen.
Weiter südlich, 20 Minuten entfernt, steht die Burgruine Kritinia Castle auf ihrem Felsen über dem Meer. Sie ist frei zugänglich und bietet einen weiten Blick auf die vorgelagerten Inseln, bleibt aber eine Ruine ohne Absperrungen und ohne Aufsicht: festes Schuhwerk, Kinder an die Hand. Mittags führt eine halbe Stunde Bergstraße ins Weindorf Embonas am Fuß des Attavyros, wo Tavernen und Weingüter das Ortsbild prägen wie nirgends sonst auf der Insel. Am Steuer bleibt es beim Probierschluck. Zum Abschluss geht es in knapp einer Stunde über das Honigdorf Siana nach Monolithos mit seiner Johanniterburg auf dem freistehenden Felsen, einem der spektakulärsten Punkte von Rhodos. Auch die Burg kostet keinen Eintritt; sie ist ebenfalls eine ungesicherte Ruine, Teilbereiche samt dem frei stehenden Torbogen sind nach Unfällen abgesperrt (Stand September 2026).
Zeitplan: 8:15 Abfahrt, 9:00 Kamiros, 11:00 Kritinia, 12:30 Embonas mit Mittagessen, 15:00 Weiterfahrt, 16:00 Monolithos, 17:30 Rückfahrt über die Westküste (rund 75 Kilometer, eineinhalb Stunden). Im Oktober geht die Sonne zwischen knapp 19 Uhr (Monatsanfang) und etwa 18:20 Uhr unter, die letzte Etappe fällt dann schon in die Dämmerung. Nach der Zeitumstellung am letzten Oktobersonntag (2026: 25. Oktober) geht die Sonne gegen 17:15 Uhr unter; spätestens dann um 7:30 Uhr starten, die Mittagspause in Embonas kurz halten und Monolithos spätestens gegen 15:30 Uhr verlassen, damit die kurvige Strecke noch im Hellen liegt. Praxis: Die Westroute ist schmal, kurvig und langsam, die reine Streckenlänge täuscht: Im Bergland sind 40 statt 70 Stundenkilometer realistisch. In Monolithos selbst gibt es keine Tankstelle; die nächste steht in Apolakkia, rund 15 Kilometer entfernt. Also spätestens in Kamiros oder Embonas volltanken. Eintritte des Tages: 10 €.
Tag 7: Freier Badetag — oder Symi
Der letzte Tag bleibt bewusst offen. Er ist kein Verlegenheitsprogramm, sondern der Puffer, der die ganze Woche entspannt macht: Fällt ein Tag aus, wegen Regen, Meltemi, eines verschobenen Flugs oder eines Kindes mit Sonnenstich, wandert das Programm hierher, und die Route bleibt heil.
Variante eins ist ein reiner Badetag am Lieblingsstrand der Woche; nach sechs Tagen Programm weiß man, wohin man noch einmal will. Variante zwei, für Unermüdliche, ist der Tagesausflug nach Symi, die kleine Nachbarinsel mit ihrer neoklassizistischen Hafenkulisse. Die Boote starten morgens in Rhodos-Stadt, brauchen je nach Schiff eine bis zweieinhalb Stunden und sind am späten Nachmittag zurück. Tagestickets beginnen bei rund 30 €, geführte Touren mit Hotelabholung liegen eher bei 55 € pro Person (Stand September 2026). Die Ausflugsboote fahren bis etwa Ende Oktober, im Spätoktober schon mit weniger Abfahrten; danach bleiben nur Linienfähren. Variante drei führt in die Stille: nach Chalki, am kürzesten per Fähre ab Skala Kameirou, oder zu einem Wandertag auf den Profitis Ilias.
Praxis: Für Symi den Mietwagen idealerweise schon am Vorabend abgeben oder stehen lassen, am Hafen von Rhodos-Stadt braucht man ihn nicht. Steht am Folgetag ein früher Rückflug an, ist der Badetag die bessere Wahl: Ein Boot, das wegen Wind später einläuft, ist am Abreisevorabend kein Spaß.
Varianten: Kinder, Bus, Hochsommer, Nebensaison
Mit Kindern. Die Route trägt Kinder, aber nicht in dieser Taktung. Besser an jedem Tag den letzten Programmpunkt streichen und eine antike Stätte gegen einen Strand tauschen: Kamiros und Kritinia an Tag 6 sind für Sechsjährige zwei heiße Steinhaufen, das Tal der Schmetterlinge mit seinen Stegen und Brücken dagegen ein Selbstläufer. Der Aufstieg zur Akropolis von Lindos ist mit Kindern machbar, mit Kinderwagen nicht. Am Tsambika-Strand fällt das Wasser sehr flach ab, er gehört zu den besten Familienstränden der Ostküste. Weitere Vorschläge sammelt Rhodos mit Kindern.
Ohne Mietwagen. Mit dem Bus lässt sich im Sommer etwa die Hälfte der Woche nachbauen. Nach Lindos fährt KTEL im Sommerfahrplan 2026 gut 20-mal täglich, für 6,00 € und in 1¼ bis 1½ Stunden; Faliraki, Kolymbia und der Tsambika-Strand haben eigene Linien, ins Tal der Schmetterlinge fährt im Sommer ein Stadtbus. Der Westen dagegen ist per Bus kein Tagesziel: Embonas, Kritinia und Skala Kameirou werden werktags nur einmal am frühen Nachmittag angefahren, zurück geht es erst am nächsten Morgen, sonntags gar nicht; Monolithos hat nur montags ein Kurspaar. Nach Prasonisi fuhren im Sommer zwei Busse am Tag (11,00 €). Nach der Hochsaison, spätestens mit dem Winterfahrplan ab November, werden die Takte dünner, und Strand- und Saisonlinien entfallen. Für Süden und Westen braucht es deshalb einen einzelnen Miettag oder eine organisierte Tour. Fahrpläne und Linien erklärt Busse auf Rhodos, günstige Alternativen sammelt Rhodos mit kleinem Budget.
Im Hochsommer. Von Juli bis Ende August verschiebt sich alles: antike Stätten um 8 Uhr, Strand am Nachmittag, Dörfer und Aussichtspunkte nach 17 Uhr. Die schattenlosen Punkte der Route (Kamiros, Monte Smith, die 300 Stufen nach Tsambika, die Akropolis von Lindos) sind zwischen 12 und 16 Uhr keine gute Idee. Dafür haben Lindos und der Großmeisterpalast bis 20 Uhr geöffnet, ein später Akropolis-Besuch mit Abendlicht ist eine echte Alternative zum frühen Morgen.
In der Nebensaison. Im April, Mai und Oktober ist die Route entspannter, aber kürzer getaktet. Die Akropolis von Lindos schließt ab September stufenweise früher, ab Mitte Oktober um 18 Uhr; ab November gelten an allen staatlichen Stätten die Winterzeiten (Lindos 8:30 bis 15:10 Uhr, die übrigen meist bis 15:30 Uhr), dienstags ist geschlossen. Großmeisterpalast und Filerimos bleiben bis zum 31. Oktober bei 8 bis 20 Uhr. Das Tal der Schmetterlinge kostet außerhalb der Falter-Hochsaison 3 € und schließt ab November ganz. Im Oktober kommen die frühe Dunkelheit nach der Zeitumstellung und die ausgedünnten Symi-Boote hinzu, im Winter fallen außerdem viele Tavernen und Strandanlagen im Süden weg. Was dann noch geht, beschreibt Rhodos im Winter, für den Herbst hilft Rhodos im Oktober.
Wenn die Zeit knapp wird: Was man streichen kann
Nicht jede Woche hat sieben volle Tage, An- und Abreise fressen oft anderthalb. Die Route lässt sich in dieser Reihenfolge zusammenstreichen, ohne ihren Charakter zu verlieren:
- Zuerst weg: Prasonisi. Der Weg zur Südspitze ist lang, und so eindrucksvoll die Sandzunge ist, unverzichtbar ist sie nicht. Tag 5 endet dann in Lachania und wird zum halben Tag.
- Dann: das Archäologische Museum. Schön, aber an Tag 1 die erste Kürzung, wenn die Beine müde sind.
- Dann: Embonas. Von Kritinia direkt weiter zur Küstenstraße, ohne das Weindorf: Das spart an Tag 6 eine gute Stunde Bergstraße.
- Dann: das Tal der Schmetterlinge. Außerhalb der Falterzeit, normalerweise Mitte Juni bis Mitte September, ist es ein hübscher Spaziergang, aber kein Höhepunkt.
- Zuletzt: Tag 6 komplett. Die Westküste ist der aufwendigste Tag der Woche und der inhaltlich reichste. Bleiben nur fünf Tage, lässt er sich trotzdem als Ganzes streichen, ohne die übrige Woche umzubauen.
Nicht streichen sollte man Tag 1 und Tag 4: Altstadt und Lindos sind die beiden Punkte, an denen Rhodos das ist, wofür man hergekommen ist.
Alternative Reihenfolge bei Unterkunft im Süden
Bei einem Quartier in Kiotari, Gennadi, Lardos oder Pefkos empfiehlt es sich, die Woche zu spiegeln; sonst fährt man dreimal dieselbe Strecke nach Norden. Bewährt hat sich diese Folge:
- Tag 1: Ankommen und der eigene Ort, dazu Glystra oder der Hausstrand. Kein Auto nötig.
- Tag 2: Der Süden mit Gennadi, Lachania und Prasonisi. Von hier aus die kürzeste Etappe der Woche.
- Tag 3: Lindos früh, Pefkos am Nachmittag. Von den Südorten ist man in 20 bis 30 Minuten da und noch vor den Bussen aus der Stadt oben.
- Tag 4: Ostküste nordwärts: Tsambika, Kloster, Anthony Quinn, Kallithea, in umgekehrter Reihenfolge zur Nordvariante.
- Tag 5: Rhodos-Stadt mit Altstadt und Großmeisterpalast. Rund eine Stunde Anfahrt, deshalb bewusst früh starten und den Wagen außerhalb der Mauern abstellen.
- Tag 6: Die Westküste, und zwar andersherum: über Apolakkia zuerst nach Monolithos, dann Embonas, Kritinia und Kamiros, zurück über die Nordküste oder quer über die Inselmitte. So liegen die kurvigen Kilometer am Morgen und nicht am müden Abend, was im Oktober auch das Tageslicht besser ausnutzt.
- Tag 7: Frei, Strand oder Bootsausflug ab dem Hafen von Rhodos-Stadt.
Der einzige Nachteil dieser Variante: Die Symi-Boote starten in Rhodos-Stadt, aus dem Süden also mit früher Anfahrt von gut einer Stunde. Die kleinen Chalki-Fähren legen in Skala Kameirou an der Westküste ab, auch das ist aus dem Süden eine längere Anfahrt. Ein fest eingeplanter Inselausflug liegt deshalb besser auf einem Tag mit Quartierwechsel.
Mit zehn Tagen: drei Ergänzungen
Bei zehn Tagen bleibt die Woche wie beschrieben, und drei Tage kommen hinzu. Am besten verteilt man sie nicht ans Ende, sondern legt sie nach dem Wetter zwischen die übrigen Etappen.
- Tag 8: der Attavyros. Der höchste Berg der Insel ab Embonas: rund 4 Kilometer je Richtung, knapp 800 Höhenmeter, 4 bis 5 Stunden, durchgehend ohne Schatten. Dafür braucht es einen klaren, windarmen Morgen und einen Start vor 9 Uhr; von Juni bis September gehört die Tour nicht ins Programm. Einzelheiten stehen in Wandern auf Rhodos.
- Tag 9: Chalki ab Skala Kameirou. Die kleinen Fähren brauchen 45 bis 75 Minuten, einfach kostet die Fahrt rund 15 €. Von Juni bis September fahren sie fast täglich, von Oktober bis Mai nach Portalangaben nur etwa dreimal pro Woche, dann passt der Tag nur, wenn Hin- und Rückfahrt zusammenpassen. Ist Kamiros an Tag 6 ausgefallen, lässt es sich hier anhängen: Die Ausgrabung liegt wenige Autominuten vom Hafen.
- Tag 10: Badetag im Süden. Statt noch einer Etappe ein ganzer Tag an einem der leeren Strände: Plimmiri, Glystra oder der flache Abschnitt bei Lardos. Mit Lust auf einen kurzen Abstecher liegt das Kloster Thari bei Laerma nicht weit.
Attavyros und Chalki brauchen beide ruhiges Wetter, den Berg wegen Wind und Sicht, die kleinen Fähren wegen des Seegangs. Für windige Tage bleibt der Badetag an der geschützten Ostküste die Reserve.
Was diese Route bewusst auslässt
Sieben Tage zwingen zu Entscheidungen. Nicht enthalten sind unter anderem die Besteigung des Attavyros und der Wandertag auf den Profitis Ilias (je ein eigener halber bis ganzer Tag), die Töpferdörfer um Archangelos, das freskenreiche Kloster Thari bei Laerma, rund neun Kilometer Bergstraße hinter Asklipio, das Bergdorf Salakos, die lange Bucht von Afandou und etliche weitere Strände, die einen eigenen Besuch verdient hätten. Auch Faliraki taucht nicht auf, nicht aus Snobismus, sondern weil der Ort als Standort mehr leistet denn als Ausflugsziel. Dahinter steht die Grundidee der Route: lieber wenige Dinge in Ruhe als alles im Vorbeifahren. Beim zweiten Besuch sortiert sich die Insel dann noch einmal neu, und es bleiben genug Lücken zum Füllen. Alternativen zu Fuß sammelt der Beitrag Wandern auf Rhodos.
Häufige Fragen
- Reicht eine Woche für Rhodos?
- Für einen guten Überblick ja. In sieben Tagen schafft man die Altstadt von Rhodos-Stadt, Lindos, die schönsten Ostküstenbuchten, den ruhigen Süden und die Westküste mit Kamiros und Monolithos, mit je einem Ziel pro Halbtag und ohne Hetze. Was nicht hineinpasst, sind Bergwanderungen wie der Attavyros, mehrere Inselausflüge und die vielen kleineren Strände. Mit zehn Tagen kommen der Attavyros, ein Ausflug nach Chalki ab Skala Kameirou und ein Badetag im Süden hinzu. Rhodos ist mit 78 Kilometern Länge groß genug, dass am Ende der Woche Lust auf ein zweites Mal bleibt.
- Braucht man für die Route einen Mietwagen?
- Für die vollständige Route ja. Lindos, Faliraki, Kallithea, Kolymbia und der Tsambika-Strand sind im Sommer gut mit dem Linienbus zu erreichen; nach Lindos fahren im Sommerfahrplan 2026 gut 20 Busse täglich, für 6,00 € und in 1¼ bis 1½ Stunden. Nach der Hochsaison, spätestens mit dem Winterfahrplan ab November, fahren deutlich weniger Kurse. Monolithos, Kritinia und das Bergland um Embonas sind per Bus nicht als Tagesausflug machbar, Prasonisi nur mit zwei Sommerkursen. Am bequemsten ist der Wagen für die Tage 2 bis 6; unverzichtbar ist er für Tag 5 und 6. In der Hochsaison kostet ein Kleinwagen rund 40 € pro Tag (Stand September 2026).
- Was kostet die Woche an Eintritten?
- Rund 70 € pro Person für die Hauptstationen: Großmeisterpalast 20 €, Akropolis von Lindos 20 €, Filerimos 10 €, Antikes Kamiros 10 €, Kallithea-Therme 5 € (Mai bis Oktober) und Tal der Schmetterlinge 6 € in der Falter-Hochsaison, sonst 3 €. Mit dem Archäologischen Museum für 10 € sind es rund 80 €. Kostenfrei sind Kritinia Castle, die Burg Monolithos, das Kloster Tsambika, Prasonisi, Monte Smith, der Rodini-Park und das Tal der Sieben Quellen. Dazu kommen 6–10 € Parkgebühr in Lindos und je nach Strand 20–40 € für ein Liegenpaar.
- Welche Reihenfolge ist sinnvoll?
- Sinnvoll ist, die Tage nach Entfernung zu staffeln und die weiten Strecken in die Mitte der Woche zu legen: erst Rhodos-Stadt zu Fuß, dann der nahe Norden, dann die Ostküste, danach Lindos, der Süden und zuletzt die Westküste, mit einem freien Tag am Schluss als Puffer. Bei einem Quartier im Süden der Insel dreht sich die Folge um, Rhodos-Stadt kommt dann erst gegen Ende. Wichtig bleibt in beiden Fällen: Lindos und die antiken Stätten in die frühen Morgenstunden legen, den Sonnenuntergang an einen Westküsten-Tag hängen.
- Wie viele Kilometer fährt man in der Woche?
- Etwa 550 bis 600 Kilometer, verteilt auf fünf Fahrtage. Der längste Tag ist die Westrunde mit Kamiros, Kritinia, Embonas und Monolithos: rund 180 Kilometer und etwa vier Stunden reine Fahrzeit ab Rhodos-Stadt. Die Ostküstentage bleiben deutlich darunter, Rhodos-Stadt bis Lindos sind rund 50 Kilometer und gut eine Stunde. Auf den kurvigen Westküsten- und Bergstraßen sollte man mit 40 statt 70 Stundenkilometern rechnen.





