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Symbolbild · KI-generiertFruchtbarer Talkessel mit grünen Feldern und Obstgärten, Berge im Hintergrund
Ort · Westen

Apolakkia

Ein Bauerndorf im dünn besiedelten Südwesten, inselweit bekannt für seine Wassermelonen, mit einem Stausee voller Zugvögel vor der Tür. Apolakkia ist ein Alltagsort ohne Kulisse und zugleich der praktischste Versorgungshalt zwischen Monolithos und Kattavia.

Apolakkia liegt in einem Talkessel zwischen zwei Hügeln, ein Stück landeinwärts der Westküste und rund 78 Kilometer von Rhodos-Stadt entfernt, mitten im am dünnsten besiedelten Teil der Insel. Bekannt ist das Dorf für seine Wassermelonen, und gut drei Kilometer nördlich liegt ein Stausee, der sich zum Rastplatz für Zugvögel entwickelt hat. Die meisten Reisenden halten trotzdem aus einem praktischen Grund: Apolakkia ist der Knotenpunkt des Südwestens, an dem sich die Küstenstraße von Monolithos nach Kattavia mit der Querverbindung zur Ostküste kreuzt. Als Versorgungsstopp hat der Ort auf dieser Route keine Konkurrenz, und als Blick in den landwirtschaftlichen Alltag von Rhodos taugt er mehr als jedes herausgeputzte Ausflugsdorf.

Die Entfernungen sind überschaubar: Monolithos liegt rund 10 Kilometer nördlich, die Sandzunge von Prasonisi knapp 30 Kilometer südlich, Gennadi an der Ostküste etwa 20 Kilometer östlich über die Bergstraße. In diesem Dreieck ist Apolakkia der einzige Ort mit Tankstelle, Bäcker und mehreren geöffneten Tavernen, und um diesen Punkt herum organisiert sich jede Tagesplanung im Südwesten.

Das Dorf: Wassermelonen und Alltag

Apolakkia ist ein Bauerndorf geblieben. Gut 400 Menschen leben hier ständig, mehr als in den meisten Orten der Gegend. Die fruchtbare Ebene ringsum trägt Olivenhaine und Zitrusgärten, vor allem aber die Frucht, für die das Dorf auf der ganzen Insel bekannt ist: Wassermelonen. Im Hochsommer stapeln sie sich an Ständen und vor den Läden, und im Juli feiert das Dorf sein Melonenfest mit Musik, Tanz und reichlich frei verteilter Melone, eines der bodenständigsten Dorffeste der Insel.

Sehenswürdigkeiten hat der Ortskern keine: eine Platia mit Kafenia, ein paar Tavernen, Bäcker und Minimärkte, dazwischen Pick-ups mit Feldwerkzeug statt Mietwagenkolonnen. Es gibt keine Souvenirzeile und keine Kulisse, hier wird gelebt und gearbeitet.

Der Tagesrhythmus ist der eines Agrardorfs: früh raus aufs Feld, mittags Pause, am späten Nachmittag füllen sich die Kafenia an der Platia. Fremde am Tisch werden neugierig angeschaut, aber freundlich. Deutsch spricht hier kaum jemand, Englisch bruchstückhaft, auch das gehört zum Erlebnis. Abends schließt das Dorf früh, Nachtleben gibt es keines.

Stausee, Vogelwelt und Agios Georgios o Vardas

Das lohnendste Ziel der Umgebung liegt etwa dreieinhalb Kilometer nördlich: der Stausee von Apolakkia, 1989 zur Bewässerung des Südens angelegt und längst ein eigenes Biotop. Als Feuchtgebiet gehört er zum Natura-2000-Netz, mit Wasservögeln, Schilfzonen und im Frühjahr erstaunlich viel Grün für diese karge Ecke der Insel. Das bekannteste Fotomotiv ist eine kleine weiße Kapelle nahe der Staumauer, die bei hohem Wasserstand im Winter teils im See versinkt.

Für Vogelbeobachter ist der Stausee die interessanteste Adresse der Insel: Er liegt in einem Schutzgebiet, das zugleich als Important Bird Area geführt wird, und dient Zugvögeln als Rastplatz. Die beste Zeit sind die Zugperioden im März/April und im Oktober, dazu die erste Stunde nach Sonnenaufgang. Ein Fernglas gehört ins Gepäck; Beobachtungsturm und ausgeschilderte Pfade gibt es nicht. Am Ufer führen Feldwege entlang, für eine längere Runde helfen die Hinweise zu Wegen und Ausrüstung im Beitrag Wandern auf Rhodos.

Wenige Fahrminuten entfernt steht mit Agios Georgios o Vardas eine der ältesten erhaltenen Kirchen der Insel: eine kleine byzantinische Kapelle von 1289/1290 mit Fresken aus der Entstehungszeit, unscheinbar von außen, sehenswert innen, sofern sie offen ist. Beides zusammen ist ein stiller Abstecher von einer guten Stunde, keine Attraktion mit Besucherbetrieb.

Kloster Skiadi: Panagia Skiadeni über dem Südwesten

Rund sieben Kilometer südöstlich von Apolakkia liegt auf einem Bergplateau das Kloster Moni Skiadi mit der Kirche der Panagia Skiadeni. Die Ursprünge reichen ins 13. Jahrhundert zurück: Die alte Kreuzkuppelkirche wurde in den Neubau von 1861 einbezogen und bildet heute dessen Altarraum. Berühmt ist die Marienikone, an der sich nach der Überlieferung ein Ketzer verging, worauf die Wange der Madonna zu bluten begann; die bräunlichen Flecken werden bis heute als Beleg gezeigt. In der Oster- und Fastenzeit wandert die Ikone durch die Dörfer der Insel.

Der große Tag ist der 8. September, das Fest von Mariä Geburt. Dann wird das sonst stille Kloster zum Wallfahrtsort, mit Prozession, Andrang aus der ganzen Umgebung und einem Fest, das nichts mit Tourismus zu tun hat; angebracht sind frühe Anreise und Zurückhaltung. Zum Klosterfest 2026, am 8. September, hat die Metropolie Rhodos auf dem Gelände ein Kirchenmuseum eröffnet. Es zeigt mehr als 200 Stücke aus dem Klosterschatz und erschließt sie über Touchscreens, Tablets und einen digitalen Rundgang per QR-Code; Besuchszeiten am besten vorab erfragen. An gewöhnlichen Tagen liegt der Reiz im Klosterhof mit seinen Katzen, in einer Handvoll Gästezimmer und vor allem im Blick: Vom Plateau reicht er über die zerklüftete Südwestecke bis zur Südküste, an klaren Tagen weit aufs Meer hinaus.

Zur Anfahrt: Von Apolakkia führt die bessere Strecke hinauf. Von Mesanagros aus sind es zwar nur vier bis fünf Kilometer, davon aber ein gutes Stück grober Piste. Mit einem einfachen Mietwagen ist die Route über Apolakkia die vernünftigere Wahl; Kleidung wie in jeder griechischen Kirche: Schultern und Knie bedeckt.

Limni: der Strand unterhalb des Dorfs

Westlich des Dorfs, über eine kurze Stichstraße hinunter zur Küste, liegt der Strand von Apolakkia, meist Limni genannt: ein knapp vier Kilometer langer, breiter Streifen aus grobem Kies und Sand, fast leer, mit Duschen und einem WC-Häuschen als einziger fester Infrastruktur. Im Hochsommer steht mit etwas Glück eine Kantine, verlassen sollte man sich darauf nicht. Liegen und Schirme gibt es nicht; Sonnenschutz, Wasser und Schuhe für den groben Kies gehören mit an den Strand.

Es ist ein Strand der offenen Westküste: An vielen Tagen schiebt der Meltemi Wellen heran, die zum Planschen mit kleinen Kindern nicht taugen, für lange einsame Strandspaziergänge aber genau die richtige Kulisse sind. Hinter dem Strand ziehen sich Dünen und niedriges Wacholdergebüsch hin; auch dieser Abschnitt gehört zum Natura-2000-Gebiet, gelegentlich werden hier Meeresschildkröten der Art Caretta caretta gesichtet. Fahrzeuge, Feuer und Zelte haben in den Dünen nichts zu suchen. Die Unterschiede der beiden Inselseiten vergleicht der Beitrag Ost- oder Westküste.

Ausflüge: zwischen Monolithos, Prasonisi und Attavyros

Als Etappe funktioniert Apolakkia in beide Richtungen. Rund zehn Kilometer nördlich liegt Monolithos mit der Burgruine auf ihrem Felsen (frei zugänglich, ohne Eintritt und ohne Geländer) und den wilden Kiesbuchten von Fourni darunter. Nach Süden führt die leerste Straße der Insel in gut 17 Kilometern nach Kattavia und weitere gut zehn Kilometer bis zur Sandzunge von Prasonisi, dem Kite- und Surfrevier der Insel.

Nach Norden lohnt die Weiterfahrt an der Westküste zu den Ruinen von Skala Kameirou mit dem winzigen Fischerhafen, oder ins Bergland: Embonas ist das Weindorf am Fuß des Attavyros, mit gut 1.200 Metern der höchste Berg der Insel und ein anspruchsvoller Halbtagesaufstieg. Nach Osten liegt über die Bergstraße Gennadi, wo die Badeorte der Südostküste beginnen. Auf der großen Südrunde (Westküste hinunter, Prasonisi, über Lachania und die Ostküste zurück) führt ohnehin kein Weg an Apolakkia vorbei.

Anreise und Mobilität

Ohne Mietwagen ist Apolakkia realistisch nicht zu erreichen, Busse verirren sich nur selten in den Südwesten. KTEL bedient die Linie ab Rhodos-Stadt über Vati, Profylia, Istrios und Arnitha nach Apolakkia im Sommerfahrplan 2026 nur montags, mittwochs und freitags mit einem Kurs um 14:30 Uhr, am Wochenende gar nicht; die Linie nach Kattavia fährt dienstags und donnerstags. Für einen Tagesausflug reicht das nicht, für eine Anreise mit Gepäck kaum. Ab Mitte September wird ausgedünnt, im Winter (zuletzt ab Anfang November bis Mitte April) fahren deutlich weniger Kurse. Aktuelle Fahrpläne gibt es am Busbahnhof und auf der KTEL-Website.

Mit dem Auto ist die Querverbindung von Gennadi über Vati der schnellste Weg von der Ostküste: eine ruhige, durchgehend asphaltierte Landstraße quer über die Insel, gut 20 Kilometer und rund 25 bis 30 Minuten, kurvig, aber unproblematisch. Von Rhodos-Stadt über die Westküste dauert die Fahrt um die anderthalb Stunden. Die Küstenstraße nach Monolithos ist gut ausgebaut, die Strecke nach Kattavia leer und ordentlich; abzweigende Pisten wie der Weg von Mesanagros zum Kloster Skiadi oder manche Uferwege am Stausee sind es nicht. Viele Mietwagenverträge schließen unbefestigte Straßen ausdrücklich aus, das ist im Südwesten mehr als Formalie.

Neben der Tankstelle (siehe Kasten) bietet das Dorf Bäcker, Minimärkte und mehrere Tavernen mit einfacher Dorfküche. Die Öffnungszeiten sind dörflich, nicht touristisch: Mittags und am späten Abend kann geschlossen sein, Karten werden nicht überall genommen.

Hier volltanken
Apolakkia ist der Versorgungspunkt des Südwestens: volltanken, Wasser und Proviant nachkaufen, Bargeld mitnehmen. Die Tankstelle im Ort ist die einzige der Gegend. Die nächsten verlässlichen liegen in Gennadi an der Ostküste (dort gleich drei) beziehungsweise weit oben an der Westküste, Monolithos und die Bergdörfer haben keine, und Richtung Kattavia und Prasonisi kommt lange nichts Verlässliches (Stand September 2026).

Übernachten in Apolakkia

Das Bettenangebot ist winzig. Ein Hotel im üblichen Sinn existiert nicht, stattdessen einige private Apartments, Ferienhäuser und Villen im Ort und in Strandnähe, die fast ausschließlich über die gängigen Buchungsportale vergeben werden. Im Sommer ist kurzfristig oft nichts mehr frei, in der Nebensaison umgekehrt manches geschlossen. Eine Besonderheit sind die Gästezimmer im Kloster Skiadi: einfach, still und nichts für Reisende mit Komfortanspruch.

Für die meisten ist Apolakkia deshalb kein Standquartier, sondern ein Tagesziel von der Küste aus. Welche Orte sich als Basis für welchen Urlaubstyp eignen, ordnet der Beitrag Wo auf Rhodos übernachten ein.

Beste Reisezeit für den Südwesten

Mai und Juni sind die schönste Zeit: Die Ebene ist noch grün, der Stausee gut gefüllt, die Temperaturen liegen angenehm unter den Hochsommerwerten. Juli und August bringen Hitze und trockene Landschaft, dafür die Melonenernte und das Dorffest; Schatten gibt es am Strand dann praktisch keinen. September und Oktober sind der zweite gute Zeitraum, mit warmem Meer, Herbstlicht und deutlich weniger Verkehr auf den Straßen; die Details dazu stehen im Beitrag Rhodos im Oktober. Im Winter ist der Südwesten sehr still: Der See steht dann am höchsten, die Kapelle an der Staumauer teilweise im Wasser, viele Tavernen aber geschlossen.

Für wen Apolakkia passt — und für wen nicht

Als Standort passt Apolakkia für eine kleine Zielgruppe: Reisende, die ländliches Griechenland ohne jede Tourismus-Kulisse suchen, dazu Ruhe, weite Landschaft und einen leeren Strand vor der Tür, und die für alles andere gern ins Auto steigen. Für alle übrigen ist es eine Etappe, aber eine gute: ein Kaffee auf der Platia, im Sommer ein Stück Wassermelone, der Abstecher zum Stausee, der volle Tank. Badeort-Infrastruktur, Strandliegen und Abendprogramm bieten Gennadi oder Kiotari an der Ostküste.

Quellen & Stand
Geprüft September 2026. Grundlage u. a.: Wikipedia „Apolakkia“ (Lage im Talkessel zwischen zwei Hügeln, 78 km von Rhodos-Stadt, 37 km von Lindos, Einwohnerzahl 409 nach Volkszählung 2021/ELSTAT); rhodesguide.com und Greeka.com (Landwirtschaft mit Oliven, Zitrusfrüchten und den inselweit bekannten Wassermelonen, Melonenfest im Juli; Limni-Strand als knapp 4 km langer, abgelegener Westküstenstrand mit Duschen und WC, zeitweise Kantine, Dünen mit Wacholder, Natura-2000-Schutz, Sichtungen von Caretta caretta); visitrhodes.com, rodosapex.com und kalimera-greece.eu (Stausee von 1989 zur Bewässerung des Südens, ca. 3,5 km nördlich, Natura-2000-Feuchtgebiet und Important Bird Area, bei Hochwasser teils versinkende Kapelle; byzantinische Kirche Agios Georgios o Vardas von 1289/1290); Greeka.com und rhodos-info.de zum Kloster Moni Skiadi (Panagia Skiadeni, ca. 7 km von Apolakkia, Piste ab Mesanagros, Kirche von 1861 um einen Bau des 13. Jahrhunderts, Ikonenlegende, Gästezimmer, großes Fest zu Mariä Geburt am 8. September); ekklisiaonline.gr und dimokratiki.gr zur Eröffnung des Kirchenmuseums am 8. September 2026 (über 200 Objekte, Touchscreens, Tablets, QR-Rundgang); KTEL-Gesamtfahrplan Sommer 2026 (6.7.–10.9.2026, ktelrodou.gr): Linie Rhodos–Vati–Profylia–Istrios–Arnitha–Apolakkia montags, mittwochs und freitags um 14:30 Uhr, Linie nach Kattavia dienstags und donnerstags, kein Wochenendverkehr; Tankstellen-Verzeichnis rodosapex.com (eine Tankstelle in Apolakkia, keine in Monolithos, Stand September 2026). Öffnungszeiten von Tavernen, Läden und der Strandkantine, Fahrpläne und Klosterzeiten wechseln saisonal und sind vor Ort zu prüfen.