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Burg von Monolithos auf steilem Fels über dem Meer — Aufnahme aus dem Nachbarort nördlich von Apolakkia, eigenes Apolakkia-Foto folgt
Ort · Westen

Apolakkia

Ein Bauerndorf im dünn besiedelten Südwesten, inselweit bekannt für seine Wassermelonen: Apolakkia ist kein Ausflugsziel, sondern ein Alltagsort — und mit der Tankstelle der Gegend der praktischste Halt zwischen Monolithos und Kattavia.

Apolakkia liegt in einem Talkessel zwischen zwei Hügeln, ein Stück landeinwärts der Westküste und rund 78 Kilometer von Rhodos-Stadt entfernt — mitten im am dünnsten besiedelten Teil der Insel. Wer hierher kommt, kommt selten wegen des Dorfs selbst: Apolakkia ist der Knotenpunkt des Südwestens, an dem sich die Küstenstraße von Monolithos nach Kattavia mit der Querverbindung zur Ostküste kreuzt. Gerade deshalb lohnt es sich, den Ort nicht nur zu durchfahren — als Versorgungsstopp ist er auf dieser Route schlicht konkurrenzlos, und als Blick in den landwirtschaftlichen Alltag von Rhodos ist er ehrlicher als jedes herausgeputzte Ausflugsdorf.

Das Dorf: Wassermelonen und Alltag

Apolakkia ist ein Bauerndorf geblieben — gut 400 Menschen leben hier ständig, mehr als in den meisten Orten der Gegend. Die fruchtbare Ebene ringsum trägt Olivenhaine und Zitrusgärten, vor allem aber die Frucht, für die das Dorf auf der ganzen Insel bekannt ist: Wassermelonen. Im Hochsommer stapeln sie sich an Ständen und vor den Läden, und im Juli feiert das Dorf sein Melonenfest mit Musik, Tanz und reichlich frei verteilter Melone — eines der bodenständigsten Dorffeste der Insel.

Eine Sehenswürdigkeit im klassischen Sinn hat der Ortskern nicht: eine Platia mit Kafenia, ein paar Tavernen, Bäcker und Minimärkte, dazwischen Pick-ups mit Feldwerkzeug statt Mietwagenkolonnen. Keine Souvenirzeile, keine Kulisse — hier wird gelebt und gearbeitet. Genau das macht den Kaffee auf dem Dorfplatz aus.

Stausee und Agios Georgios o Vardas

Das lohnendste Ziel der Umgebung liegt etwa dreieinhalb Kilometer nördlich: der Stausee von Apolakkia, 1989 zur Bewässerung des Südens angelegt und längst ein eigenes Biotop — als Feuchtgebiet Teil des Natura-2000-Netzes, mit Wasservögeln, Schilfzonen und im Frühjahr erstaunlich viel Grün für diese karge Ecke der Insel. Das bekannteste Fotomotiv ist eine kleine weiße Kapelle nahe der Staumauer, die bei hohem Wasserstand im Winter teils im See versinkt.

Wenige Fahrminuten entfernt steht mit Agios Georgios o Vardas eine der ältesten erhaltenen Kirchen der Insel: eine kleine byzantinische Kapelle von 1289/1290 mit Fresken aus der Entstehungszeit — unscheinbar von außen, sehenswert innen, sofern sie offen ist. Beides zusammen ist ein stiller Abstecher von einer guten Stunde, keine Attraktion mit Besucherbetrieb.

Limni: der Strand unterhalb des Dorfs

Westlich des Dorfs, über eine kurze Stichstraße hinunter zur Küste, liegt der Strand von Apolakkia, meist Limni genannt: ein kilometerlanger, breiter Streifen aus Kies und Sand, fast leer, mit Duschen und einem WC-Häuschen als einziger fester Infrastruktur — im Hochsommer steht mit etwas Glück eine Kantine, verlassen sollte man sich darauf nicht. Es ist ein Strand der offenen Westküste: An vielen Tagen schiebt der Meltemi Wellen heran, die zum Planschen mit kleinen Kindern nicht taugen, für lange einsame Strandspaziergänge aber genau die richtige Kulisse sind. Wer die Unterschiede der beiden Inselseiten abwägen will, findet sie im Beitrag Ost- oder Westküste.

Lage: zwischen Monolithos und Kattavia

Als Etappe funktioniert Apolakkia in beide Richtungen. Rund zehn Kilometer nördlich liegt Monolithos mit der Johanniterburg auf ihrem Felsen — Eintritt frei, einzelne Bereiche sind nach Unfällen abgesperrt — und den wilden Kiesbuchten von Fourni darunter. Nach Süden führt die leerste Straße der Insel in gut 17 Kilometern nach Kattavia und weiter zur Sandzunge von Prasonisi. Wer die große Südrunde fährt — Westküste hinunter, Prasonisi, über Lachania und die Ostküste zurück —, kommt an Apolakkia kaum vorbei.

Praxis: Anfahrt, Versorgung, Tanken

Ohne Mietwagen ist Apolakkia realistisch nicht zu erreichen — Busse verirren sich nur selten in den Südwesten. Von der Ostküste ist die Querverbindung von Gennadi über Vati der schnellste Weg: eine ruhige Landstraße quer über die Insel, gut 20 Kilometer und rund 25 Minuten. Von Rhodos-Stadt dauert die Fahrt über die Westküste um die anderthalb Stunden.

Der wichtigste Praxispunkt: In Apolakkia gibt es die Tankstelle der Region — in Monolithos und den Bergdörfern weiter nördlich gibt es keine, und auch Richtung Kattavia und Prasonisi kommt lange nichts Verlässliches. Dazu Bäcker, Minimärkte und mehrere Tavernen mit einfacher, ehrlicher Dorfküche. Wer den Südwesten bereist, plant den Stopp hier fest ein.

Für wen Apolakkia passt — und für wen nicht

Als Standort passt Apolakkia für eine kleine Zielgruppe: Reisende, die ländliches Griechenland ohne jede Tourismus-Kulisse suchen, dazu Ruhe, weite Landschaft und einen leeren Strand vor der Tür — und die bereit sind, für alles andere ins Auto zu steigen. Für alle übrigen ist es eine Etappe, aber eine gute: ein Kaffee auf der Platia, im Sommer ein Stück Wassermelone, der Abstecher zum Stausee, der volle Tank. Wer Badeort-Infrastruktur, Strandliegen oder Abendprogramm erwartet, ist in Gennadi oder Kiotari an der Ostküste deutlich besser aufgehoben.