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Symbolbild · KI-generiertWeißes Bergdorf mit gepflasterter Platia unter Bäumen am Fuß eines bewaldeten Berges
Ort · Inselinneres

Salakos

Ein grünes Bergdorf am Nordhang des Profitis Ilias: eine Platia unter mächtigen Ficus-Bäumen, ein Brunnen mit fließendem Quellwasser, die Nymfi-Quelle im Wald darüber und der bekannteste Startpunkt für die Wanderung zum Gipfel.

Salakos liegt rund 40 Kilometer südwestlich von Rhodos-Stadt im Inselinneren, gut 200 Meter hoch am Nordhang des Profitis Ilias und nur etwa sieben Kilometer von der Westküste entfernt. Schon wenige Kilometer nach dem Abzweig bei Kalavarda beginnt eine andere Insel: Die Straße steigt an, es wird grün, und statt Strandbars stehen alte Bäume am Weg. Das Dorf lebt vom Wasser, das aus dem Berg kommt, und davon, dass hier der bekannteste Wanderweg der Insel startet.

Ein Ausflugsziel mit Programm ist Salakos nicht, eher ein Etappenort: zum Wandern, zum Mittagessen im Schatten der Platia oder als Zwischenstopp auf der Runde über die Westseite. In dieser Rolle ist das Dorf schwer zu schlagen. Rund 500 Menschen leben hier, deutlich weniger als noch in den 1990er-Jahren; sie arbeiten in Landwirtschaft, Viehhaltung und im kleinen Tourismus.

Charakter und Dorfleben

Das Zentrum von Salakos ist seine gepflasterte Platia: ein schattiger Platz, an dem die Tische der Tavernen und des Kafenions stehen und ständig Wasser aus einem Brunnen läuft. Die mächtigen Schattenbäume, die in vielen Reiseführern als Platanen durchgehen, sind in Wahrheit Ficus-Bäume (Ficus microcarpa); lokale Ortsbeschreibungen datieren die Pflanzung sogar taggenau auf den 3. März 1951. Wann der Brunnen seine heutige steinerne Fassung bekam, ist dagegen nicht sauber dokumentiert.

Ringsum liegen schmale Gassen, Steinhäuser mit Holzbalkonen und Gärten mit Feigen-, Obst- und vor allem Walnussbäumen: Für seine Walnüsse ist Salakos auf der Insel bekannt, sie tauchen in Kuchen und Löffelsüßem wieder auf. Im Umland stehen kleine byzantinische Kirchen, unter anderem Agios Nikolaos und Agios Georgios. Betrieb herrscht auf der Platia am späten Vormittag, wenn die ersten Wandergruppen zurückkommen, und abends, wenn die Dorfrunde am Kafenion sitzt. Dazwischen ist es sehr still; Trubel sucht man hier vergeblich.

Das Wasser: die Nymfi-Quelle

Der Wasserreichtum ist keine Anekdote, sondern das wirtschaftliche Rückgrat des Ortes. Oberhalb des Dorfs, auf rund 220 Metern, entspringt die Quelle Nymfi, benannt nach der Nymphe, die in der Mythologie über Quellen und fließendes Wasser wacht; im Deutschen findet man auch die Schreibweise Nymphi. Unterhalb des Dorfs füllt ein Mineralwasserbetrieb, einer der wichtigsten Arbeitgeber der Gegend, dieses Quellwasser in Flaschen und verkauft es unter den Marken Nymfi und Pigi Zois auf der ganzen Insel. Der Quellname begegnet einem auf Rhodos deshalb ständig auf dem Tavernentisch.

Eine besuchbare Abfüllanlage, einen Werksverkauf oder Quellführungen gibt es allerdings nicht. Der Brunnen auf der Platia führt ebenfalls Bergwasser aus dem Hang, und die Quellfassung selbst liegt am alten Pflasterweg, der von Salakos in den Bergwald hinaufführt: Auf dem Weg zum Gipfel kommt man ohnehin daran vorbei.

Wandern zum Profitis Ilias

Der Hauptgrund, nach Salakos zu fahren, steht direkt hinter dem Dorf: der Profitis Ilias, mit 798 Metern der dritthöchste Berg der Insel und ihr grünster, mit dichtem Kiefern- und Zypressenwald bis fast zum Kamm. Das Gebiet ist Wildschutzgebiet und Teil des Natura-2000-Netzes; mit Geduld und etwas Glück sieht man Damhirsche (Dama dama), die auf Rhodos den einzigen frei lebenden Bestand Griechenlands bilden.

Der Einstieg liegt am oberen Dorfrand, wo eine Felsstufe über den Häusern beginnt. Ein markierter Pfad zieht an der Nymfi-Quelle vorbei in Serpentinen durch den Wald, erreicht auf rund 610 Metern das Kloster Profitis Ilias und führt von dort weiter zu den Berghotels und zum Kamm. Hin und zurück kommen etwa sieben Kilometer, rund 600 Höhenmeter und dreieinhalb bis vier Stunden reine Gehzeit zusammen. Technisch ist der Weg einfach, aber durchgehend steil; einzelne Passagen sind steinig und nach Regen rutschig.

Ins Gepäck gehören feste Schuhe mit Profil, mindestens anderthalb Liter Wasser pro Person, Sonnenschutz für die offenen Abschnitte und eine Offline-Karte, denn der Mobilfunk ist im Wald lückenhaft. Die besten Monate sind März bis Mai sowie Oktober und November; nach der Zeitumstellung am letzten Oktobersonntag (2026: 25.10.) geht die Sonne allerdings schon gegen 17:15 Uhr unter, dunkel wird es rund eine halbe Stunde später; der Aufbruch sollte also nicht zu spät liegen. Im Hochsommer empfiehlt sich ein Start vor acht Uhr. Bei ausgerufener Waldbrandgefahr bleibt man besser ganz weg, weil Waldwege dann gesperrt sein können. Weitere Touren und Grundregeln stehen unter Wandern auf Rhodos.

Früh starten, Wasser auffüllen
Im Sommer am besten morgens vor der Hitze aufbrechen: Der Wald spendet Schatten, die Steigung bleibt. Flaschen lassen sich vorher kostenlos am Brunnen auf der Platia füllen, nach der Tour warten dort die Tavernen. Für die halbe Strecke ist das Kloster der richtige Umkehrpunkt, denn der Abschnitt bis dorthin ist landschaftlich der schönste.

Die italienischen Berghotels Elafos und Elafina

Kurz vor dem Kamm stößt man auf ein Stück gebaute Inselgeschichte: die Berghotels Elafos (Hirsch) und Elafina (Hirschkuh), um 1929/1930 von den Italienern im alpinen Chalet-Stil errichtet: steile Holzdächer, Erker, Kaminzimmer, ein Schweizer Haus mitten im Ägäis-Wald. Gedacht waren sie als Sommerfrische für die Kolonialverwaltung, die der Hitze der Küste entkommen wollte; einzelne Quellen datieren den kleineren Trakt Elafina erst auf 1932. In der Nähe stehen außerdem das Kloster und eine kleine katholische Kapelle des Erzengels Michael aus derselben Zeit.

Heute ist das Bild zweigeteilt. Das größere, dreistöckige Haus Elafos ist saniert und wird wieder als Hotel mit Restaurant betrieben (Stand September 2026; im Winter ist meist geschlossen). Der kleinere Trakt Elafina steht dagegen leer und sieht von außen entsprechend aus. Die Bilder verfallender Bauten aus älteren Reiseberichten stimmen also nur noch zur Hälfte: Nicht mehr alles ist Ruine, aber längst nicht alles hergerichtet. Mehr zu Berg, Kloster und Hotels steht im Beitrag zum Profitis Ilias.

Essen und Einkehr

Die Versorgung ist einfach, aber vorhanden: einige Tavernen und ein Kafenion rund um die Platia, dazu ein kleiner Laden für das Nötigste. Serviert wird dörfliche Küche — Ziegenfleisch, Ofengemüse, gefüllte Weinblätter, Salate aus dem Garten, dazu regionaler Wein aus dem Nachbardorf Embonas. Zum Nachtisch gibt es oft Walnusskuchen oder eingelegte grüne Walnüsse aus dem Ort.

Feste Öffnungszeiten sollte man außerhalb der Hauptsaison nicht voraussetzen: Im Winter öffnet mitunter nur das Kafenion, und mittags kann eine Taverne wegen einer Familienfeier geschlossen sein. Größere Gruppen melden sich besser vorher an. Grundlagen zu Gerichten, Preisen und Gepflogenheiten stehen unter Essen und Trinken auf Rhodos.

Anreise und Mobilität

Am einfachsten ist der Mietwagen: von Rhodos-Stadt auf der Westküstenstraße bis Kalavarda, dort landeinwärts abbiegen, nach gut sechs Kilometern Steigung ist man im Dorf. Insgesamt dauert die Fahrt rund 45 Minuten. Die Straße ist asphaltiert und gut ausgebaut, aber kurvig; für die Forstpisten oberhalb des Dorfs braucht man kein Geländefahrzeug, wohl aber Geduld und Bodenfreiheit. Geparkt wird am Ortsrand, nicht auf der engen Platia.

Mit dem Bus geht es theoretisch, praktisch kaum. Salakos steht in den Fahrplänen der Überlandbusse der Westseite, im Sommerfahrplan 2026 allerdings nur mit zwei Kursen am Tag. Samstags gilt ein eigener Plan, an Sonn- und Feiertagen fährt kein Bus. Für einen Wandertag reicht das nicht verlässlich, der Engpass ist die Rückfahrt am späten Nachmittag. Ab Mitte September wird ausgedünnt, im Winter fahren noch weniger Kurse; den aktuellen Fahrplan am besten an den Busbahnhöfen in Rhodos-Stadt erfragen. Ohne Auto bleiben ein Taxi ab Kalavarda oder eine geführte Wanderung ab Rhodos-Stadt.

Ausflüge in der Umgebung

Salakos liegt günstig für die Westseiten-Runde. Rund zehn Kilometer talwärts an der Küste liegt das antike Kamiros, die besterhaltene der drei alten Stadtgründungen der Insel (Eintritt 10 €, im Sommer täglich 8–20 Uhr; von November bis März 8:30–15:30 Uhr, dienstags geschlossen). Ruinen am Vormittag, Mittagessen im Dorfschatten: Die Kombination hat sich bewährt. Weiter südlich an der Küste folgen der kleine Hafen Skala Kameirou mit den Fähren nach Chalki und die Johanniterburg Kritinia mit ihrem großen Meerblick.

Landeinwärts führt die Bergstraße in gut einer Viertelstunde nach Embonas, dem Weindorf am Fuß des Attavyros, mit 1.215 Metern der höchste Berg der Insel: kahl, schattenlos und deutlich fordernder als der bewaldete Profitis Ilias. Der Vergleich erklärt, warum die Italiener ihre Sommerfrische am grünen Ilias bauten und nicht am kargen Nachbarn. Auf der Ostseite des Berges führt die Straße an der Kapelle Agios Nikolaos Fountoukli vorbei nach Eleousa, der 1935 gegründeten italienischen Mustersiedlung Campochiaro mit Arkadenplatz und dem runden Becken des endemischen Gizani-Fischs. Richtung Nordosten sind es rund 30 Kilometer zum Tal der Schmetterlinge bei Petaloudes. Dort sammeln sich normalerweise von Mitte Juni bis Mitte September die Russischen Bären (2026 zogen sie wegen Hitze und Trockenheit Wochen früher ab); ab 1. November ist das Tal bis zum Frühjahr geschlossen.

Beste Reisezeit für Salakos

Salakos ist ein Frühjahrs- und Herbstziel. Von März bis Mai blüht der Berghang, die Quellen führen viel Wasser und die Gipfeltour ist bei angenehmen Temperaturen gut machbar; Details dazu unter Rhodos im April. Im Oktober kehrt nach den ersten Regenfällen das Grün zurück, an der Küste wird es ruhiger, und die Tavernen haben meist noch geöffnet; siehe Rhodos im Oktober.

Im Juli und August ist es im Dorf selbst angenehmer als an der Küste, weil Höhenlage und Waldschatten ein paar Grad ausmachen. Für die Gipfeltour sind es wegen Hitze und Waldbrandgefahr trotzdem die ungünstigsten Monate (siehe Sicherheit auf Rhodos). Im Winter ist es grün, kühl und sehr ruhig; Nebel und Nieselregen am Berg sind dann normal, ebenso geschlossene Betriebe.

Übernachten in Salakos

Das Angebot ist klein: ein paar Gästehäuser, Villen und Ferienwohnungen im Dorf, dazu das sanierte italienische Berghotel oben am Profitis Ilias. Hotelinfrastruktur, Pool oder Abendprogramm gibt es nicht, ebenso wenig einen Strand in Laufweite, einen Supermarkt im üblichen Sinn oder Gastronomie nach 22 Uhr. Ein Mietwagen ist faktisch Voraussetzung.

Dafür bekommt man Stille, einen dunklen Sternenhimmel und morgens den Wanderstart vor der Tür. Sinnvoll ist Salakos als Zwischenstopp von ein bis zwei Nächten auf einer Inselrunde, nicht als Zwei-Wochen-Basis. Welche Orte sich für längere Aufenthalte eignen, steht in Wo übernachten auf Rhodos.

Für wen Salakos passt

Passend ist Salakos für Wanderer, für Mietwagen-Entdecker auf der Westroute und für alle, die sehen wollen, wie Rhodos abseits der Strände aussieht: grün, wasserreich, unaufgeregt. Auch mit Kindern funktioniert ein halber Tag gut, solange man die Gipfeltour weglässt und es beim Brunnen, der Platia und einem kurzen Waldstück belässt.

Strand vor der Tür und ein dichtes Ausflugsangebot finden sich eher an der Ostküste, etwa in Faliraki oder Kolymbia, Nachtleben vor allem in Faliraki. Das Dorf selbst ist in einer Stunde gesehen; ohne Wanderung oder lange Mittagspause bleibt Salakos ein hübscher, aber kurzer Stopp.

Quellen & Stand
Geprüft September 2026. Grundlage u. a.: rhodesguide.com und greeka.com zu Lage (rund 200 m hoch, ca. 40 km von Rhodos-Stadt, ca. 7 km zur Westküste), Einwohnerzahl von rund 500, Walnüssen und den Ficus-Bäumen der Platia (gepflanzt am 3. März 1951 — die verbreitete Angabe „Platanen“ ist falsch); aegeanislands.gr und hikingrhodes.com zum Wegbeginn auf rund 220 m, zur Nymfi-Quelle und zum Kloster auf rund 610 m; AllTrails zu Länge (ca. 7 km) und Anstieg (ca. 560–600 Hm) der Tour, Gehzeit 3,5–4 Std.; Wikipedia zur Höhe des Profitis Ilias (798 m) und zum Attavyros (1.215 m); rhodesguide.com und elafoshotel.gr zu Elafos (ab 1929) und Elafina sowie zum heutigen Betrieb; aegeanislands.gr und Wikipedia zum Mineralwasserbetrieb unterhalb des Dorfs. Buslinie nach den veröffentlichten Westseiten-Fahrplänen (Sommer 2026: zwei Kurse täglich, sonn- und feiertags kein Verkehr); welcher Betreiber die Linie fährt, ist in den Quellen widersprüchlich. Eintritt und Öffnungszeiten von Kamiros nach dem griechischen Kulturministerium; Falterzeit und Winterschließung des Schmetterlingstals nach butterfliesrhodes.gr. Busfahrpläne, Öffnungszeiten und Wegzustand ändern sich saisonal und sind vor dem Besuch zu prüfen.