Shopping-Insel im Sinn einer Einkaufsmeile ist Rhodos nicht, aber Einkaufen gehört hier zum Alltag. In Rhodos-Stadt liegen drei sehr unterschiedliche Welten nah beieinander: der Wochenmarkt der Einheimischen in den Wohnvierteln, die Markthalle am Mandraki und die Souvenirgassen der Altstadt. Dazu kommen die Bergdörfer, in denen Honig, Souma und Wein direkt beim Erzeuger verkauft werden.
Dieser Beitrag nennt bewusst keine einzelnen Läden. Er beschreibt, wo was zu finden ist, wann geöffnet ist, welche Produkte tatsächlich von der Insel stammen und welche Regeln auf dem Heimweg gelten: im Handgepäck, beim Zoll und bei allem, was nach Antike aussieht.
Der Wochenmarkt (Laiki) in Rhodos-Stadt
Die laikí agorá, wörtlich der Volksmarkt, ist der Ort, an dem Rhodos Obst, Gemüse, Oliven, Käse, Eier, Kräuter und Haushaltswaren kauft. Touristisch ist daran nichts, und genau das macht den Reiz aus. Die Stadt Rhodos betreibt nach ihrer Marktordnung drei Märkte:
- Mittwoch und Samstag: Agios Dimitrios, vor dem städtischen Friedhof. Der größte der drei Märkte.
- Donnerstag: Vyronos-Straße und ein Abschnitt der Filellinon-Straße.
- Freitag: Ptolemaion-Straße im Viertel Analipsi.
Die Marktordnung erlaubt den Ständen vom 1. Mai bis 31. Oktober den Verkauf von 5 bis 18 Uhr, vom 1. November bis 30. April von 6 bis 16 Uhr. Das meiste Leben und die größte Auswahl gibt es erfahrungsgemäß am Vormittag; gegen Ende packen viele Händler früher zusammen. Fällt ein Feiertag auf den Markttag, verlegt die Gemeinde den Markt: 2026 fand der Samstagsmarkt wegen Mariä Entschlafung am 15. August schon am Freitag, dem 14. August, statt, der Freitagsmarkt in Analipsi entfiel dafür. Auch der Ochi-Tag am 28. Oktober fällt 2026 auf einen Mittwoch und damit auf einen Markttag in Agios Dimitrios; eine Verlegung ist zu erwarten, den Termin kündigt die Stadt auf rhodes.gr an. Auf Rhodos zählt außerdem der 7. März, der Tag der Eingliederung des Dodekanes, zu den Feiertagen, die Märkte verschieben.
Bezahlt wird am Stand meist bar und in kleinen Scheinen. Preise stehen auf Schildern, gehandelt wird nicht. Für Selbstversorger ist der Markt bei Obst und Gemüse die günstigste Quelle, wie auch der Beitrag Essen und Trinken festhält.
Nea Agora, Sokratous-Straße und Neustadt
Die Nea Agora am Mandraki-Hafen ist die Markthalle der italienischen Zeit: ein vieleckiger Bau mit Arkaden, Kuppeln und offenem Innenhof aus den 1920er-Jahren. Ursprünglich wurden hier Fisch und Gemüse verkauft, heute dominieren Cafés, kleine Imbisse, Tavernen und Souvenirstände. Zum Einkaufen taugt die Halle weniger als für eine Kaffeepause zwischen Altstadt und Hafen. Direkt daneben fahren die Busse der Ostküste und die Stadtbusse ab, Details stehen unter Busse auf Rhodos.
Die Sokratous-Straße ist die Einkaufsachse der Altstadt. Sie zieht sich vom Hippokrates-Platz bergauf zur Süleymaniye-Moschee, gesäumt von Läden für Schmuck, Leder, Ikonen, Schwämme, Keramik, Textilien und Souvenirs aller Art. Die Gassen links und rechts setzen das Angebot fort. Zwischen etwa 10 und 15 Uhr, wenn Kreuzfahrtgäste und Busgruppen gleichzeitig unterwegs sind, wird es hier eng; am frühen Abend ist die Straße angenehmer.
Ganz anders die Neustadt rund um die Nea Agora und landeinwärts: Hier kaufen die Einheimischen, in Bäckereien, Apotheken, Bekleidungs- und Elektrogeschäften und Supermärkten zu normalen griechischen Preisen. Die Orfanidou-Straße im Nordwesten der Neustadt ist dagegen keine Einkaufsstraße, sondern die Bar- und Clubzone der Stadt; tagsüber ist dort wenig los.
Ladenzeiten: Mittagspause, Sonntag, Saison
Griechische Ladenzeiten folgen einem eigenen Rhythmus, und der unterscheidet sich zwischen Touristenzone und Wohnviertel deutlich:
- Fachgeschäfte in Wohnvierteln und Dörfern: Verbreitet sind geteilte Zeiten. Dienstag, Donnerstag und Freitag etwa 9 bis 14:30 Uhr und wieder 17:30 bis 20:30 Uhr, Montag, Mittwoch und Samstag nur vormittags bis etwa 15 Uhr. Die Mittagspause ist kein Klischee, sondern Alltag.
- Supermärkte: In der Regel durchgehend, werktags etwa 8 bis 21 Uhr, samstags bis 20 Uhr.
- Sonntag: Grundsätzlich bleiben Geschäfte geschlossen. Das griechische Ladenschlussrecht erlaubt die Öffnung nur an einzelnen festgelegten Sonntagen und in Gebieten, die als touristisch eingestuft sind; an offenen Sonntagen gilt der Rahmen von 11 bis 20 Uhr.
- Touristenzonen: In der Altstadt, in Lindos und in den Badeorten haben Souvenirläden, Kioske und Mini-Märkte in der Saison meist täglich bis in den Abend geöffnet, auch sonntags.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. An hohen Feiertagen wie dem 28. Oktober oder dem 15. August bleibt ein großer Teil der Geschäfte zu. Und das Saisonende ist spürbar: Ab Ende Oktober schließen in den Badeorten viele Läden bis zum Frühjahr, während die Neustadt von Rhodos-Stadt und große Dörfer wie Archangelos ganzjährig normal versorgt sind. Was im Winter sonst geöffnet hat, steht unter Rhodos im Winter.
Was wirklich von der Insel stammt
Vieles, was in den Souvenirgassen liegt, wird anderswo produziert. Diese Produkte haben dagegen einen echten Bezug zu Rhodos:
- Thymianhonig: Die Macchia-Hänge im Bergland, vor allem rund um Siana am Akramytis, sind dicht mit wildem Thymian bewachsen. Der Honig ist dunkler und würziger als Blütenhonig und kristallisiert langsamer. Daneben gibt es Pinien- und den bitteren Erdbeerbaumhonig. Am Straßenrand in Siana wird probieren lassen, gehandelt wird dort nicht.
- Souma: Der klare Tresterbrand der Insel, gebrannt vor allem in Siana und Embonas, typischerweise mit 40 bis 45 Volumenprozent. Weil viele kleine Erzeuger brennen, schwanken Stärke und Charakter von Flasche zu Flasche; vor dem Kauf zu probieren ist hier üblich und sinnvoll. Gebrannt wird im Herbst nach der Lese.
- Wein aus dem Bergland: Embonas am Attavyros ist das Zentrum des Weinbaus. Die weiße Leitsorte ist Athiri, die mindestens 70 Prozent des trockenen Weißweins der geschützten Herkunft „g.U. Rhodos“ stellt. Die rote Leitsorte heißt auf der Insel Amorgiano, anderswo in Griechenland Mandilaria. Dazu kommt die zweite Herkunft „g.U. Muscat of Rhodes“ für süßen Muskat. Ab Kellerei ist Wein deutlich günstiger als im Küstensupermarkt.
- Olivenöl: Die Ebene von Archangelos zählt zu den fruchtbarsten der Insel; Olivenöl und Zitrusfrüchte sind dort die wichtigsten Erzeugnisse. Öl kaufen Einheimische im Kanister, für das Fluggepäck sind Blechdosen bruchsicherer als Glas.
- Melekouni: Das Konfekt aus Sesam, Thymianhonig, Mandeln und Orangenschale trägt seit 2018 die geschützte geografische Angabe „Melekouni“ (g.g.A.) der EU, die an Rhodos gebunden ist. Es reist gut und ist ein typisches Mitbringsel.
- Keramik: Archangelos hat eine lange Töpfertradition, heute arbeiten dort aber nur noch wenige Werkstätten. Ein Großteil der bunt bemalten Teller und Krüge an den Durchgangsstraßen ist griechische Serienware, die nicht im Ort entsteht. Gewissheit bringt nur die Frage nach der Werkstatt und die Bitte, zu zeigen, wo gedreht und gebrannt wird.
Preise, Handeln, Kartenzahlung, Markenware
Handeln ist in Griechenland nicht die Regel. Im Supermarkt, am Wochenmarkt, beim Honigstand im Dorf und im normalen Fachgeschäft gilt der ausgezeichnete Preis. Eine Ausnahme sind die Schmuck-, Leder- und Souvenirläden der Altstadt: Bei größeren Käufen oder mehreren Teilen ist eine Frage nach einem Nachlass dort üblich und wird selten übelgenommen. Nachdrückliches Feilschen nach Basarart passt dagegen nicht.
Kartenzahlung ist praktisch überall möglich, weil griechische Betriebe gesetzlich verpflichtet sind, ein Kartenterminal vorzuhalten. Zu jedem Kauf gehört ein Kassenbeleg (apódixi), der bei Schmuck und Leder zugleich als Nachweis für Reklamationen dient. Bargeld braucht es am Wochenmarkt, an Kiosken und bei kleinen Erzeugern in den Dörfern. Mehr dazu, auch zur Gebührenfalle am Geldautomaten, steht im Beitrag Geld und Trinkgeld.
Mehrwertsteuer: Einen Inselrabatt gibt es auf Rhodos nicht mehr. Die früher ermäßigten Sätze für die Ägäis-Inseln wurden für Rhodos schon im Herbst 2015 abgeschafft; seitdem gelten die normalen griechischen Sätze mit 24 Prozent als Regelsatz. Eine Mehrwertsteuer-Erstattung bei der Ausreise steht nur Reisenden mit Wohnsitz außerhalb der EU zu, etwa aus der Schweiz, und nur in Geschäften, die daran teilnehmen.
Markenware und Fälschungen: Auf Promenaden und an Strandzugängen bieten fliegende Händler Taschen, Sonnenbrillen und Uhren mit bekannten Markennamen an. Das ist illegaler Handel mit gefälschter Ware. Griechische Kontrollbehörden gehen vor allem gegen die Verkäufer vor und beschlagnahmen die Ware; für Käufer bleibt bestenfalls minderwertige Qualität. Echte Markenartikel gibt es in den Geschäften der Neustadt.
Antiken, Steine und Scherben: was nicht mit darf
Der griechische Antikenkodex 4858/2021, der das frühere Gesetz 3028/2002 zusammenfasst, erklärt Antiken zum Eigentum des Staates. Für Reisende bedeutet das dreierlei:
- Nichts von Stätten mitnehmen: Ein Stein, eine Scherbe oder ein Mosaiksteinchen aus dem antiken Kamiros, von der Akropolis von Lindos oder aus dem Wallgraben der Altstadt ist kein harmloses Andenken. Das Entfernen von Material aus archäologischen Stätten ist in Griechenland eine Straftat.
- Keine echten Antiken kaufen: Münzen, Öllämpchen oder Figürchen, die als „echt antik“ angeboten werden, sind entweder Fälschungen oder illegal. Die Ausfuhr archäologischer Fundstücke ist für Privatleute nicht vorgesehen.
- Repliken sind in Ordnung: Nachbildungen antiker Stücke dürfen gekauft und ausgeführt werden. Amtliche Repliken stellt die staatliche Kulturgut-Organisation ODAP her und versieht sie mit einem Siegel. Bei Ikonen und alten Gegenständen aus jüngerer Zeit gilt: Beleg aufheben, bei echten Altstücken vor dem Kauf nach der Ausfuhrfähigkeit fragen.
Heimreise: Handgepäck, Koffer und Freimengen
Die meisten Mitbringsel von Rhodos sind flüssig oder cremig, und das entscheidet über den Platz im Gepäck. An der Sicherheitskontrolle gilt in aller Regel die 100-Milliliter-Grenze für Flüssigkeiten in einem durchsichtigen Ein-Liter-Beutel. Darunter fallen nicht nur Souma, Wein und Olivenöl, sondern auch Honig, Joghurt und Oliven in Lake. Neue Scanner lockern die Regel an einzelnen Kontrollstellen, verlassen sollte man sich darauf nicht. Größere Gebinde gehören in den aufgegebenen Koffer.
Im Koffer gilt für Hochprozentiges eine Grenze aus den Gefahrgutregeln der Luftfahrt: Getränke mit 24 bis 70 Volumenprozent höchstens 5 Liter pro Person in Verkaufsverpackung, über 70 Prozent gar nicht. Unetikettierte Hausabfüllungen von Souma, etwa in Kunststoffflaschen, kann die Airline deshalb zurückweisen; sicherer ist eine verschlossene, etikettierte Flasche aus dem Laden oder der Brennerei. Was im Duty-free-Bereich nach der Kontrolle gekauft wird, darf versiegelt in die Kabine.
Beim Zoll ist die Lage für Reisende aus Deutschland und Österreich entspannt, denn innerhalb der EU sind Waren für den Eigenbedarf abgabenfrei. Als Richtmengen für den Eigenbedarf nennt der deutsche Zoll 10 Liter Spirituosen, 20 Liter Zwischenerzeugnisse wie Likörwein, 60 Liter Schaumwein und 110 Liter Bier; für Wein aus anderen EU-Staaten gibt es in Deutschland keine Richtmenge. Österreich nennt 90 Liter Wein, davon höchstens 60 Liter Schaumwein. Für die Schweiz als Nicht-EU-Land sind abgabenfrei nur 5 Liter alkoholische Getränke bis 18 Volumenprozent und 1 Liter darüber pro Person ab 17 Jahren (Stand Oktober 2026). Grundsätzliches zum Gepäck steht in der Packliste.
Kurzer Landgang: Einkaufen für Kreuzfahrtgäste
Für Kreuzfahrtgäste liegt das Einkaufen buchstäblich vor der Gangway: Vom Hafenausgang sind es nur wenige Minuten bis zum Marinetor, dahinter beginnen die Läden der Sokratous-Straße und der Nebengassen. Die Nea Agora mit Cafés und Ständen liegt rund eine Viertelstunde zu Fuß entfernt. In der Saison sind die Altstadtläden auch sonntags geöffnet, der Wochenmarkt der Neustadt liegt für einen Landgang dagegen meist zu weit ab.
Einkäufe gehören ans Ende des Landgangs, damit nichts durch Palast und Museum getragen werden muss. Vor dem Kauf von Wein oder Souma lohnt ein Blick in die Bordregeln der Reederei zu mitgebrachtem Alkohol. Zeitbudgets und Programme für den Tag stehen im Beitrag Landgang auf Rhodos.
Häufige Fragen
- Wann und wo ist der Wochenmarkt in Rhodos-Stadt?
- Die Stadt Rhodos betreibt drei Wochenmärkte (Laiki): mittwochs und samstags in Agios Dimitrios vor dem städtischen Friedhof, donnerstags in der Vyronos-Straße und freitags in der Ptolemaion-Straße im Viertel Analipsi. Laut Marktordnung dürfen die Stände vom 1. Mai bis 31. Oktober von 5 bis 18 Uhr öffnen, im Winterhalbjahr von 6 bis 16 Uhr. Fällt ein Feiertag auf den Markttag, verlegt die Gemeinde den Markt, so 2026 vom 15. auf den 14. August (Stand Oktober 2026).
- Haben Geschäfte auf Rhodos sonntags geöffnet?
- Normale Geschäfte und viele Supermärkte bleiben sonntags geschlossen. Ausnahmen gelten für einzelne gesetzlich festgelegte Sonntage und für Gebiete, die als touristisch eingestuft sind. In der Altstadt von Rhodos und in den Badeorten haben Souvenirläden, Kioske und Mini-Märkte in der Saison deshalb meist auch sonntags offen, in den Wohnvierteln und Dörfern ist dagegen vieles zu.
- Darf man Honig, Olivenöl oder Souma ins Handgepäck nehmen?
- Nur in kleinen Mengen. An der Sicherheitskontrolle gilt in aller Regel die 100-Milliliter-Grenze für Flüssigkeiten, und dazu zählen auch Honig, Öl, Joghurt und Oliven in Lake. Größere Gläser und Flaschen gehören bruchsicher verpackt in den aufgegebenen Koffer. Für Hochprozentiges gilt dort: Getränke mit 24 bis 70 Volumenprozent höchstens 5 Liter pro Person in Verkaufsverpackung, über 70 Prozent gar nicht. Unetikettierte Hausabfüllungen kann die Airline zurückweisen.
- Wie viel Alkohol darf man von Rhodos mit nach Hause nehmen?
- Innerhalb der EU ist Ware für den Eigenbedarf abgabenfrei. Als Richtmengen nennt der deutsche Zoll 10 Liter Spirituosen, 20 Liter Zwischenerzeugnisse, 60 Liter Schaumwein und 110 Liter Bier; für Wein gibt es in Deutschland keine Richtmenge, Österreich nennt 90 Liter. Für die Schweiz sind abgabenfrei nur 5 Liter bis 18 Volumenprozent und 1 Liter darüber pro Person (Stand Oktober 2026).
- Darf man auf Rhodos Steine oder Scherben aus Ausgrabungen mitnehmen?
- Nein. Nach dem griechischen Antikenkodex 4858/2021 (früher Gesetz 3028/2002) gehören Antiken dem Staat, und das gilt auch für Bruchstücke, Scherben und Mosaiksteinchen. Etwas von einer Stätte wie Kamiros oder der Akropolis von Lindos mitzunehmen, ist eine Straftat. Echte Antiken dürfen Privatleute nicht ausführen; legale Andenken sind Repliken, am besten mit Beleg.


