Rhodos ist eine der sonnigsten Inseln Europas, aber nicht jeder Urlaubstag ist ein Strandtag. Im Herbst und Winter ziehen Regenfronten durch, im Sommer macht der Meltemi die Westküste an vielen Nachmittagen unbadbar, und bei Hitzewellen wird die schattenlose Akropolis zur Zumutung. Keine dieser Lagen ist ein Grund, den Tag abzuschreiben. Entscheidend ist, die passenden Ziele zu kennen und den Tag nach dem Wetter zu ordnen.
Die Ausweichziele hier sind nach Wetterlage sortiert, die Klimawerte stammen aus der Klimatabelle dieses Portals.
Wann welches Wetter zu erwarten ist
| Wetterlage | Wann | Typischer Verlauf |
|---|---|---|
| Regen | November bis März, Schwerpunkt Dezember bis Februar (10–12 Regentage im Dezember und Januar); Oktober 4–7 Regentage | im Herbst meist kräftige Schauer über wenige Stunden, im Winter auch mehrere nasse Tage am Stück |
| Meltemi | Juni bis September, Spitze im Juli und August | morgens ruhig, ab dem späten Vormittag auffrischend, nachmittags am stärksten, abends abflauend |
| Hitze | Juli und August, Mittel der Tageshöchstwerte 32–33 °C | Hitzewellen mit 38–40 °C dauern meist zwei bis fünf Tage; Nächte selten unter 23 °C |
Von Juni bis August regnet es praktisch nie, schlechte Tage sind dann windige oder sehr heiße Tage. Ab Oktober kehrt sich das Bild um: Der Meltemi ist vorbei, die Hitze auch, dafür kommen die ersten Schauer.
Regentag in Rhodos-Stadt: Palast, Museen und Aquarium
Bei Regen ist Rhodos-Stadt das beste Ziel der Insel, weil dort die meisten Innenräume auf engem Raum liegen. Der Großmeisterpalast mit seinen Sälen und Mosaikböden und das Archäologische Museum im ehemaligen Ordenshospital füllen zusammen gut einen halben Tag. Das Museum zeigt seine Sammlung in Sälen um einen Arkadenhof aus der Ritterzeit. Die Zeiten der wichtigsten Ziele:
| Ziel | Eintritt | Sommer | Winter |
|---|---|---|---|
| Großmeisterpalast | 20 € | täglich 8–20 Uhr | 8:30–15:30 Uhr, Di geschlossen |
| Archäologisches Museum | 10 € | täglich 8–20 Uhr | 8:30–15:30 Uhr, Di geschlossen |
| Sammlung dekorativer Kunst | 5 € | 8:30–15:30 Uhr, Di geschlossen | wie im Sommer |
| Synagoge Kahal Shalom mit Museum | 6 € | So–Fr 10–15 Uhr | Mo–Fr 10–15 Uhr |
| Aquarium | 7 €, ermäßigt 5 € | täglich 9–20 Uhr | täglich 9–16 Uhr |
Sommer heißt 1. April bis 31. Oktober, Winter 1. November bis 31. März. Letzter Einlass ist an den staatlichen Stätten 20 Minuten vor Schluss, im Aquarium 40 Minuten. Frei ist der Eintritt am 28. Oktober und von November bis März am ersten und dritten Sonntag.
Das Aquarium an der Nordspitze ist das beste Regenziel mit Kindern und eines der wenigen, die auch im Winter täglich öffnen. Es liegt am Ende des Elli Beach. Weitere Ideen für Familien sammelt der Beitrag Mit Kindern auf Rhodos.
Altstadt im Regen und das Café der Kallithea-Therme
Die Altstadt ist frei zugänglich und lässt sich auch bei Schauern gut erkunden, wenn man von Dach zu Dach plant. Die Ladengewölbe der Sokratous-Gasse, Cafés in alten Gewölben und die Torbögen im Mauerring bieten Unterstand für die Viertelstunde, die ein Herbstschauer meist dauert. Außerhalb der Mauern hat die Néa Agorá am Mandraki-Hafen, die Markthalle aus der italienischen Zeit, Arkaden, Kuppeln und einen offenen Innenhof. Vorsicht gilt auf dem Pflaster: Glatt getretene Steine und Kieselmosaike werden bei Nässe rutschig, der Burggraben und der Rodini-Park sind nach Regen matschig.
Ein besonderes Ziel für graue Tage liegt neun Kilometer südlich: die Kallithea-Therme, eine Kuranlage von 1929 mit Rotunde, Kolonnaden und Kieselmosaiken über einer Felsbucht. Das Café im Monument bewirtet vom Morgen bis in den Abend. Der Eintritt kostet vom 1. Mai bis 31. Oktober 5 € (täglich 8–20 Uhr), vom 1. November bis 30. April 3 € (8–16 Uhr). Im Winter gab es Wartungsschließungen, ein kurzer Check vor der Fahrt lohnt. Ab Rhodos-Stadt fährt die Linie 40 für 2,50 €, in der Saison (2026 bis Ende Oktober) etwa alle 20 Minuten, im Winterfahrplan deutlich seltener; Details unter Busse auf Rhodos.
Regentage als Fahrtage nutzen
Ein Regentag passt gut für die lange Autofahrt, für die bei Sonne die Zeit am Strand zu schade wäre. Herbstschauer ziehen oft in wenigen Stunden durch. Lohnende Strecken führen ins Inselinnere: über die Bergdörfer nach Eleousa mit dem Arkadenplatz der italienischen Mustersiedlung oder hinauf in den Weinort Embonas am Fuß des Attavyros. Bei einem Wetterfenster am Nachmittag lassen sich die Burgruinen von Kritinia und Monolithos anschließen, die frei zugänglich sind.
Im Winter kommen die Fronten meist aus Südwest, die Westküste bekommt die Nässe dann zuerst ab. Nach kräftigem Regen liegt auf Bergstraßen gern Geröll in den Kurven, und abseits der Hauptachsen sind Schlaglöcher normal. Mehr unter Mietwagen auf Rhodos, zur Saison unter Rhodos im Winter und Rhodos im Oktober.
Meltemi-Tage: welche Buchten ruhig bleiben
Der Meltemi ist ein Schönwetterwind. Er weht von Juni bis September trocken aus Nord bis Nordwest, typisch mit 4 bis 6 Beaufort, und trifft die Westküste frontal. Am Strand von Ixia, in Ialyssos, an der Bucht von Fourni und an der Wellenseite von Prasonisi stehen dann nachmittags Schaumkronen. Die Ostküste liegt im Windschatten des Inselgebirges, warum das so ist, erklärt der Vergleich Ost- oder Westküste.
Am ruhigsten bleiben Buchten, die zusätzlich von Kaps oder Felsen eingefasst sind:
- Norden: der Elli Beach auf der Ostseite der Stadtspitze, während der Windy Beach auf der Westseite den Wind voll abbekommt; die Kallithea-Bucht zwischen ihren Felsarmen.
- Um Faliraki: die Doppelbucht Ladiko und die benachbarte Anthony-Quinn-Bucht; dort kann auflandige Dünung den Ausstieg an den Leitern erschweren.
- Mittlere Ostküste: Agathi bei Haraki zwischen zwei Kaps, wo der Wind von Land über die Hänge kommt.
- Um Lindos: die Bucht von Vlicha und die Lindos-Bucht, in denen von starkem Meltemi kaum etwas zu spüren ist.
- Süden: die flache Sandbucht von Glystra und Plimmiri, bei Nordwestwind die richtige Wahl im Süden.
Weniger verlässlich sind offene Strände wie Tsambika, Afandou und die Südbucht von Kolymbia: Bei starkem Meltemi läuft auch dort Welle auf, und dreht der Wind auf Nordost, drückt er direkt hinein. An der Westküste bleibt der Vormittag die Badezeit, weil der Wind meist erst gegen Mittag auffrischt. Ausflugsboote fallen bei kräftigem Wind teils aus oder kehren früher zurück, die Rückfahrt am Nachmittag ist dann ruppig; mehr unter Bootstouren ab Rhodos.
Große Hitze: Schattenziele und der richtige Tagesrhythmus
Bei 38 °C entscheidet die Uhrzeit mehr als das Ziel. Die Akropolis von Lindos und das antike Kamiros haben kaum Schatten; in der Hochsaison öffnen beide um 8 Uhr, und die erste Stunde ist die beste des Tages. Zwischen etwa 12 und 16 Uhr gehört der Tag in Innenräume, ins Wasser oder in den Schatten. Bei Hitzewellen hat das Kulturministerium in den vergangenen Jahren Freiluftstätten wiederholt zwischen 12 und 17 Uhr geschlossen, im August 2021 landesweit; solche Schließungen werden kurzfristig angekündigt.
Natürliche Schattenziele bietet vor allem das Inselinnere:
- Tal der Sieben Quellen: Waldschlucht mit Bachlauf hinter Kolymbia, frei zugänglich, mit einem rund 186 Meter langen, knöcheltief überspülten Wassertunnel; die Taverne hat von April bis Oktober täglich geöffnet.
- Tal der Schmetterlinge: schattiger Weg entlang eines Bachs bei Petaloudes, täglich 8–18 Uhr, Saison 2026 bis 31. Oktober, ab 1. November geschlossen; 3 €, in der Faltersaison 6 €, Kinder unter 12 frei.
- Rodini-Park: Platanen, Bach und antike Reste am Stadtrand von Rhodos-Stadt, frei zugänglich.
Für die Mittagsstunden taugen auch die Innenräume aus dem Regenprogramm. Wie sich der ganze Hochsommer planen lässt, beschreibt der Beitrag Rhodos im Juli und August.
Hitze, Wasser und Waldbrandgefahr: die Sicherheitsregeln
- Trinken: Zwei bis drei Liter am Tag, bei Aktivität mehr. Leitungswasser gilt als trinkbar, schmeckt aber oft nach Chlor; verbindlich ist der Aushang in der Unterkunft.
- Sonne: Der UV-Index liegt im Hochsommer bei 9 bis 10. Hut, Sonnenbrille und Lichtschutzfaktor 30 bis 50 gehören dazu; Sand heizt sich nachmittags auf über 50 °C auf.
- Warnzeichen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und plötzlich ausbleibendes Schwitzen deuten auf Hitzeerschöpfung. Dann in den Schatten, Beine hoch, trinken, kühlen; bei Verwirrtheit ist es ein Notfall für die 112.
- Waldbrandstufe: In der Brandschutzperiode (1. Mai bis 31. Oktober) veröffentlicht der Zivilschutz jeden Nachmittag eine Gefahrenkarte für den Folgetag mit fünf Stufen; Rhodos gehört zur Region Südliche Ägäis. Ab Stufe 4 sind Wälder, Schluchten und Naturparks gesperrt, also gerade die schattigen Ziele wie das Tal der Sieben Quellen oder die Wälder am Profitis Ilias. Rauch oder Flammen sofort unter 199 oder 112 melden. Mehr dazu unter Sicherheit: Erdbeben und Waldbrände.
Was für Regen, Wind und Sonne ins Gepäck gehört, von der leichten Regenjacke ab Oktober bis zu Badeschuhen für die Kiesstrände, listet die Packliste.
Häufige Fragen
- Was kann man auf Rhodos bei Regen machen?
- Am meisten bietet Rhodos-Stadt: Großmeisterpalast (20 €) und Archäologisches Museum (10 €) haben vom 1. April bis 31. Oktober täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet, im Winter von 8:30 bis 15:30 Uhr und dienstags nicht. Dazu kommen das Aquarium (7 €, ganzjährig täglich), die Synagoge Kahal Shalom und das Café der Kallithea-Therme.
- Welche Strände auf Rhodos sind bei Meltemi geschützt?
- Der Meltemi weht von Juni bis September aus Nord bis Nordwest und trifft vor allem die Westküste. Ruhig bleiben meist die Buchten der Ostküste, die zusätzlich von Kaps oder Felsen eingefasst sind: Kallithea-Bucht, Ladiko, Agathi bei Haraki, Vlicha, die Lindos-Bucht, Glystra und im Süden Plimmiri, im Norden der Elli Beach.
- Was tun bei 38 Grad auf Rhodos?
- Den Tag nach der Sonne takten: antike Stätten wie Lindos und Kamiros zur Öffnung um 8 Uhr, mittags Museum, Aquarium oder Schatten, Strand erst ab dem späten Nachmittag. Schattige Ziele sind das Tal der Sieben Quellen, das Tal der Schmetterlinge und der Rodini-Park. Zwei bis drei Liter Wasser am Tag, Kopfbedeckung und hoher Lichtschutzfaktor sind Pflicht, der UV-Index liegt im Hochsommer bei 9 bis 10.
- Haben Museen auf Rhodos im Winter geöffnet?
- Ja. Die staatlichen Museen und Stätten öffnen vom 1. November bis 31. März mit Winterzeiten, Großmeisterpalast und Archäologisches Museum von 8:30 bis 15:30 Uhr, dienstags geschlossen. Am ersten und dritten Sonntag dieser Monate ist der Eintritt frei. Das Aquarium öffnet im Winter täglich von 9 bis 16 Uhr, die Kallithea-Therme von 8 bis 16 Uhr zum Wintertarif von 3 €.
- Kann man bei Waldbrandgefahr ins Tal der Sieben Quellen?
- Nicht immer. Der griechische Zivilschutz veröffentlicht von Mai bis Oktober täglich eine Gefahrenkarte mit fünf Stufen für den Folgetag. Ab Stufe 4 sperren die Behörden Wälder, Schluchten und Naturparks, auf Rhodos etwa das Tal der Sieben Quellen und die Wälder am Profitis Ilias. Deshalb am Vorabend die Stufe für die Südliche Ägäis prüfen.


